Anaphase
In der Anaphase trennen sich die beiden Schwesterchromatiden voneinander. Wie das abläuft, erfährst du in diesem Beitrag und in unserem Video dazu!
Inhaltsübersicht
Was ist die Anaphase?
Die Anaphase ist die dritte Teilphase der Mitose. Sie folgt nach der Metaphase im Zellteilungsprozess.
In der Anaphase werden die Schwesterchromatiden voneinander getrennt. Das liegt daran, dass sich die Spindelfasern, die an den Centromeren der Chromosomen befestigt sind, auseinander bewegen.
Das führt dazu, dass sich die Chromosomen in zwei Chromatidsätze auftrennen. Diese werden dann zu den jeweiligen Zellpolen transportiert, wodurch an beiden Polen ein identischer Chromatidsatz entsteht. Dieser Vorgang wird durch sogenannte Motor-Enzyme unterstützt.
Anaphase — Ablauf
Die Anaphase beginnt in der Mitose nach der Metaphase. Zu Beginn der Anaphase sind also alle Chromosomen in der Äquatorialebene angeordnet.
Den Ablauf der Anaphase unterteilst du in zwei Phasen. Sie finden direkt hintereinander statt. Du kannst den Ablauf der Anaphase wie folgt unterteilen:
- Phase 1: Chromatide werden zu den Zellpolen gezogen
- Phase 2: Zellpole wandern auseinander, sodass Zelle länglich wird
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Anaphase — Phase 1
In der ersten Phase findet die Depolymerisation der Kinetochor-Mikrotubuli statt. Das bedeutet, dass die Mikrotubuli-Proteine in kleinere Einheiten aufgespalten werden. Dadurch trennen sich die Schwesterchromatiden in einzelne Chromatide auf. Diese werden dann mit den Spindelfasern zu den jeweiligen Zellpolen gezogen.
Gut zu wissen: Kinetochor-Mikrotubuli sind Strukturen aus Proteinen und DNA. Sie befinden sich am Centromer eines Chromosoms und ziehen die Chromosomen während der Zellteilung zu den Zellpolen.
Anaphase — Phase 2
In der zweiten Phase der Anaphase entfernen sich die Spindelpole weiter voneinander. Dadurch bekommt die Zelle eine längliche Form und die Zellmembran vergrößert sich.
Durch Polymerisation werden auch die Mikrotubuli länger. Das passiert, indem sie sich aneinander ketten und so die Zellpole miteinander verbinden. Die Trennung der beiden Chromosomensätzen wird unterstützt, indem die beiden Pole auseinander gezogen werden.
Das Enzym Kinesin transportiert Partikel innerhalb einer Zelle, sodass sich die Zelle ausdehnt. Deshalb sprichst du auch von einem Kinesin-Motor.
Zusätzlich unterstützt das Enzym Dynein den Prozess. Beide Enzyme gehören zu den sogenannten Motorproteinen. Zusammen sorgen sie dafür, dass die Zellpole in der Anaphase weit genug auseinander stehen, bis schließlich zwei Tochterzellen entstehen.
Anaphase — Einordnung
Die Anaphase spielt in der Mitose eine wichtige Rolle. Wie genau der Prozess abläuft, zeigen wir dir jetzt!
Anaphase und Mitose
Die dritte Phase der Mitose ist die Anaphase. Sie folgt direkt auf die Metaphase und wird von der Telophase abgelöst. Während der Anaphase trennen sich die Schwesterchromatiden.
Die Anaphase dient dann dazu, die Chromatide zu den entgegengesetzten Polen der Zelle zu ziehen. So bekommt jede Tochterzelle einen vollständigen Satz genetischen Materials. Die Anaphase spielt somit eine entscheidende Rolle bei der Aufteilung des genetischen Materials und der Vorbereitung auf die Zellteilung.
In der anschließenden Telophase bildet sich um die neuen Chromatidsätze die Kernhülle.
So erkennst du die Anaphase unter dem Mikroskop
Die Anaphase kannst du unter dem Mikroskop an einigen deutlichen Merkmale erkennen. Die Schwesterchromatiden beginnen sich voneinander zu lösen. Dabei bewegen sie sich aktiv zu den entgegengesetzten Polen der Zelle.
Die Kinetochor-Mikrotubuli verkürzen sich und ziehen jedes Chromatidpaar in Richtung der Zellpole. Gleichzeitig verlängern sich die Mikrotubuli im Spindelapparat, sodass die Zelle weniger rund und mehr oval aussieht.
Unter dem Mikroskop erkennst du die Anaphase daran, dass du Chromatiden suchst, die auf einen Punkt zuwandern. Außerdem müssen die Centromere während der Anaphase nach außen zeigen.
Anaphase in der Meiose
Auch in der Meiose ist Anaphase die dritte Phase der Kern- und Zellteilung. Sie folgt ebenfalls direkt auf die Metaphase und wird von der Telophase abgelöst. Der Unterschied zur Mitose besteht in der Teilung in zwei Abschnitte. Prophase, Metaphase, Anaphase und Telophase wiederholten sich nämlich nach dem ersten Durchlauf.
Im ersten Abschnitt der Anaphase trennen sich die homologen Chromosomenpaare von den Spindelfasern. Diese werden anschließend zu den Zellpolen gezogen. Im zweiten Abschnitt verkürzen sich die Spindelfasern. Dadurch wandern hier ganze Chromosomen zu den Polen.
Die Anaphase spielt auch in der Meiose eine entscheidende Rolle. Durch die Anaphase enthält jede Tochterzelle einen vollständigen Satz genetischen Materials. Das ist außerdem wichtig bei der Vorbereitung auf die Bildung von haploiden Zellen.
In der anschließenden Telophase bildet sich um die entstandenen Chromatidsätze erneut die Kernhülle. Zudem beginnt sich die Zellmembran zu verengen, damit neue Zellwände gebildet werden.
Tipp: Auch in der Meiose spielt die Anaphase eine große Rolle. Wenn du einen detaillierten Vergleich zur Mitose möchtest, schau dir doch unseren Beitrag dazu an!
Anaphase — häufigste Fragen
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Anaphase — häufigste Fragen
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Was sind zwei wichtige Merkmale der Anaphase?Zwei wichtige Merkmale der Anaphase sind die Trennung der Schwesterchromatiden am Centromer und ihre Bewegung zu entgegengesetzten Zellpolen. Gleichzeitig wird die Zelle oft länglicher, weil die Spindelpole weiter auseinander wandern.
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Was ist der Unterschied zwischen Anaphase 1 und 2?In der Anaphase I trennen sich homologe Chromosomenpaare und die Homologen werden zu entgegengesetzten Zellpolen gezogen; die Schwesterchromatiden bleiben dabei zusammen. In der Anaphase II trennen sich die Schwesterchromatiden am Centromer und werden dann zu den entgegengesetzten Zellpolen gezogen.
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Welches Mikroskop wird zur Beobachtung der Mitose verwendet?Zur Beobachtung der Mitose verwendest du normalerweise ein Lichtmikroskop, meist ein Schülermikroskop mit Durchlicht. Damit kannst du in dünnen, gefärbten Zellpräparaten die kondensierten Chromosomen erkennen und Mitosephasen unterscheiden. Ein Elektronenmikroskop brauchst du dafür nicht.
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Wie kann man Chromosomen unter einem Mikroskop sehen?Chromosomen kannst du unter dem Mikroskop sehen, wenn die Zellen fixiert und gefärbt sind, damit das Erbmaterial stark kontrastiert. Außerdem musst du Zellen in der Mitose erwischen, weil Chromosomen dann stark verdichtet sind. Bei hoher Vergrößerung erscheinen sie als dunkle, stäbchenförmige Strukturen.
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Was ist der Unterschied zwischen Metaphase und Anaphase?Der Unterschied zwischen Metaphase und Anaphase ist die Lage der Chromosomen: In der Metaphase liegen alle Chromosomen in der Äquatorialebene in der Zellmitte. In der Anaphase trennen sich die Schwesterchromatiden und werden zu den entgegengesetzten Zellpolen gezogen.
Mitose
Jetzt weißt du, was die Anaphase ist und wie sie abläuft. Du möchtest nun auch die anderen Phasen der Mitose kennenlernen? Dann schau dir gleich unseren Beitrag an!