Was sagt die Gleichgewichtskonstante bei chemischen Reaktionen aus und wie hängt sie mit dem Massenwirkungsgesetz zusammen? In diesem Artikel erklären wir dir, was die Gleichgewichtskonstante bedeutet, wie du sie berechnen kannst und wovon sie abhängig ist.
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Inhaltsübersicht
Gleichgewichtskonstante einfach erklärt
Die Gleichgewichtskonstante K gibt das Verhältnis der Konzentration aller an einer chemischen Gleichgewichtsreaktion beteiligten Stoffe an. Sie wird insbesondere in Zusammenhang mit dem Massenwirkungsgesetz verwendet. Deshalb wird sie oft auch als Massenwirkungskonstante, seltener als Equilibriumskonstante bezeichnet. Der Wert der Gleichgewichtskonstante hängt im Gegensatz zu der Lage des Gleichgewichts nur von der Temperatur ab und nicht von der Konzentration oder dem Druck.
Gleichgewichtskonstante K
Die Gleichgewichtskonstante K ist bei konstanter Temperatur und konstantem Druck gegeben durch:

bezeichnet hierbei die eulersche Zahl,
die Standard-Gibbs-Energie
und
die Gaskonstante. Die Temperatur
muss immer in Kelvin angegeben werden.
Bei einem Wert von
befindet sich das Gleichgewicht dieser Reaktion auf Seite der Edukte. Bei einem Wert von
liegt das Gleichgewicht auf der Seite der Produkte.
Die Größe dieser Konstante kann nur durch Änderung einer äußeren Bedingung verändert werden – der Temperatur. Durch eine Temperatursenkung kannst du den Wert der Gleichgewichtskonstante in Richtung des exothermen Verlaufs verändern, durch eine Erhöhung entsprechend in die entgegengesetzte Richtung. Eine Änderung von Druck oder Konzentration kann zwar die Lage des Gleichgewichts verändern, die Größe der Gleichgewichtskonstante bleibt dabei jedoch gleich.
Den Zusammenhang von Temperaturänderung und Änderung der Gleichgewichtskonstante kannst du durch die sogenannte van’t hoff Gleichung beschreiben. Diese wird bei konstantem Druck
Reaktionsisobare genannt:

Bei einem konstanten Volumen wird sie Reaktionsisochore genannt:

bezeichnet hierbei die Gaskonstante
,
die innere Standardenergie und
die Standardenthalpie. Die Temperatur
wird in Kelvin angegeben und die jeweiligen Indizes
und
stehen für einen konstanten Druck und ein konstantes Volumen.
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Gleichgewichtskonstante Kc
Die Gleichgewichtskonstante
bezieht die Konzentrationen der reagierenden Edukte und Produkte mit ein.
Betrachten wir folgende beispielhafte Gleichgewichtsreaktion. Hier reagieren A und B reversibel zu C und D. Dabei handelt es sich bei den Großbuchstaben um die Reaktionspartner und bei den Kleinbuchstaben um deren stöchiometrische Koeffizienten:

Die Konstante
lässt sich nun berechnen mit:

Gleichgewichtskonstante Kp
Bei Vorliegen einer chemischen Reaktion mit ausschließlich gasförmigen Stoffen kannst du die Gleichgewichtskonstante
berechnen. Diese erhältst du durch Betrachtung der Partialdrücke dieser Stoffe.

Die Formel dieser Konstante kannst du auch durch eine Kombination von
und der idealen Gasgleichung
.
Dann ergibt sich für
:

Zu beachten ist hier, dass die Temperatur in Kelvin angegeben wird. Die Buchstaben a, b, c und d stehen für „Hochzahlen“ der jeweiligen Edukte und Produkte.
Gleichgewichtskonstante Einheit
Die allgemeine chemische Gleichgewichtskonstante K ist immer dimensionslos, sie besitzt also keine Einheit, sondern gibt lediglich ein Verhältnis an. Die Dimensionen von
und
lassen sich nicht allgemein formulieren, da sie immer von den Einheiten der reagierenden Stoffe abhängen. Eine jedoch häufig vorkommende Einheit für
ist
und für
.
Gleichgewichtskonstante berechnen
Betrachten wir abschließend noch eine beispielhafte Berechnung jeweils für
und
.
Gegeben sei die Reaktion für das chemische Gleichgewicht von Iodwasserstoff:

Nach einiger Zeit stellt sich bei 490 °C ein konstantes Konzentrationsverhältnis von
Wasserstoff,
Iod und
Iodwasserstoff ein.
Die Konstante
kannst du dann wie folgt berechnen:

Da
liegt das Gleichgewicht auf der Seite der Produkte.
Schau dir für eine ausführliche Berechnung von
am Beispiel der Ammoniaksynthese gerne unseren Artikel zum Massenwirkungsgesetz
an.
Da alle reagierenden Stoffe in dieser Gleichgewichtsreaktion gasförmig sind, kannst du auch den Wert für die Konstante
berechnen.

Der Wert für die Gaskonstante
beträgt
und der Wert für 490 °C in Kelvin beträgt
. Für die Werte von c,d,a und b müssen die Hochzahlen der jeweiligen Produkte und Edukte betrachtet werden.
Du erhältst für
und
.
Eingesetzt ergibt sich:
= 45,9
Wie du siehst entspricht der Wert von
in diesem Fall exakt dem Wert von
.
Gleichgewichtskonstante — häufigste Fragen
(ausklappen)
Gleichgewichtskonstante — häufigste Fragen
(ausklappen)-
Wie baut man die Gleichgewichtskonstante aus einer Reaktionsgleichung richtig auf?Die Gleichgewichtskonstante
baut man auf, indem man die Konzentrationen der Produkte im Zähler und die der Edukte im Nenner schreibt und jede Konzentration mit der passenden Hochzahl aus der Reaktionsgleichung potenziert. Zum Beispiel gilt für
:
.
-
Wie entscheidet man, ob man die Gleichgewichtskonstante für Partialdrücke oder die Gleichgewichtskonstante für Konzentrationen verwenden muss?Ob man
oder
verwendet, entscheidet man danach, ob alle Reaktionspartner gasförmig sind.
nutzt man nur bei ausschließlich gasförmigen Stoffen und stellt den Ausdruck mit Partialdrücken auf. Sobald nicht alle Stoffe gasförmig sind, verwendet man
mit Konzentrationen.
-
Wie hängen die Gleichgewichtskonstante für Partialdrücke und die Gleichgewichtskonstante für Konzentrationen bei Gasreaktionen zusammen?Bei Gasreaktionen hängen
und
über
zusammen, wobei die Hochzahlen aus der Reaktionsgleichung stammen und
in Kelvin eingesetzt wird. Zum Beispiel ist bei
der Exponent
und damit
.
-
Warum ist die Konzentrations-Gleichgewichtskonstante temperaturabhängig?Die Konzentrations-Gleichgewichtskonstante
ist temperaturabhängig, weil der Zahlenwert von
thermodynamisch mit der Standard-Gibbs-Energie verknüpft ist, nämlich
. Eine Temperaturänderung kann
daher verändern und verschiebt es je nach Reaktion in Richtung des exothermen oder des entgegengesetzten Verlaufs.
Gleichgewichte verstehen
Die Gleichgewichtskonstante gehört zu den chemischen Gleichgewichten und beschreibt ein zentrales Thema in der Reaktionschemie. Wer sich mit chemischen Gleichgewichten beschäftigt, vergleicht Hin und Rückreaktion und ordnet ein, wie Edukte und Produkte zusammenhängen. So wird klar, warum sich ein Gleichgewicht verschieben kann, obwohl grundlegende Beziehungen im System erhalten bleiben. Weitere Videos dazu findest du in unserem Chemiebereich.