Interne Bewerbung
Du willst dich weiterentwickeln — und das in deinem eigenen Unternehmen? Wie eine interne Bewerbung funktioniert und worauf du dabei achten solltest, erfährst du hier und im Video!
Inhaltsübersicht
Was ist eine interne Bewerbung?
Eine interne Bewerbung bedeutet, dass du dich auf eine neue Stelle innerhalb deines Unternehmens bewirbst. Das kann ein Wechsel in eine andere Abteilung sein oder sogar der Einstieg in einen ganz neuen Aufgabenbereich. Dadurch kannst du intern aufsteigen oder dich beruflich verändern — ohne dein aktuelles Unternehmen zu verlassen.
Ein großer Vorteil: Du kennst das Unternehmen bereits. Du weißt, wie Prozesse ablaufen und was erwartet wird. Dein Arbeitgeber kennt auch dich und hat schon einige Informationen über dich dokumentiert — etwa Angaben wie deine Steueridentifikationsnummer, aber auch deine bisherige Leistung. Und genau die zählt in deiner Bewerbung. Du kannst konkret benennen, welches Projekt du im Unternehmen erfolgreich umgesetzt hast und wie du diesen Erfolg auf die neue Stelle übertragen willst.
Wichtig: Trotz des Heimvorteils solltest du die Bewerbung nicht auf die leichte Schulter nehmen. Auch intern musst du deine Eignung klar begründen und zeigen, dass du dich bewusst für die neue Herausforderung entscheidest.
Eine externe Bewerbung richtet sich auf eine öffentlich ausgeschriebene Stellenanzeige eines neuen Unternehmens. Der Fokus liegt stärker auf deinen allgemeinen Qualifikationen und deiner Anpassungsfähigkeit, weil das neue Unternehmen dich noch nicht kennt und einschätzen muss, ob du fachlich und menschlich ins Team passt. Eine interne Bewerbung richtet sich auf eine Stelle innerhalb des Unternehmens, in dem du bereits arbeitest. Sie sind auf ausgeschriebene Stellen und initiativ möglich.
Wie sieht eine interne Bewerbung aus?
Eine interne Bewerbung besteht — genau wie eine externe — aus einem Anschreiben, einem Lebenslauf und optional einem Deckblatt oder Motivationsschreiben. Hinzu kommen relevante Anlagen, zum Beispiel Referenzen, Arbeitszeugnisse oder Zertifikate. Das bedeutet: Obwohl du schon im Unternehmen angestellt bist, musst du dich genauso bewerben, wie sonst auch.
Wichtig: Viele Informationen liegen schon in deiner Personalakte. Achte dennoch darauf, dass deine Unterlagen vollständig und aktuell sind. Füge gezielt nur Nachweise bei, die für die neue Position wirklich relevant sind — etwa Weiterbildungen oder ein Empfehlungsschreiben von Kollegen oder Kunden.
Welche Inhalte in welchen Teil gehören und worauf es jeweils ankommt, erfährst du in den nächsten Abschnitten.
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich
Wie sieht ein gutes Anschreiben aus?
Ein gutes Anschreiben für eine interne Bewerbung ist überzeugend und maximal eine DIN-A4-Seite lang.
So baust du dein Anschreiben auf:
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Briefkopf: Nenne deine aktuelle Abteilung und interne Kontaktdaten. Das zeigt sofort, dass es sich um eine interne Bewerbung handelt.
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Einleitung: Steige direkt ein. Formuliere einen klaren Bezug zur ausgeschriebenen Position und wecke Neugier, indem du dein Interesse präzise und individuell formulierst. Vermeide Floskeln wie „Hiermit bewerbe ich mich…“.
➡️ Beispiel: „Ich bewerbe mich auf die Position als Teamleitung XY, weil ich meine Erfahrungen aus Projekt Z künftig strategisch einsetzen möchte.“
Tipp: Beginne nicht mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ . Da du und dein Ansprechpartner euch im selben Unternehmen befindet, solltest du den Namen kennen oder herausfinden können.
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Hauptteil: Zeige anhand von 1–2 konkreten Beispielen, wie du bereits Verantwortung übernommen oder Erfolge erzielt hast. Betone dabei, wie du diese Stärken in der neuen Rolle einbringen willst.
➡️ Beispiel: „In meiner aktuellen Position habe ich ein digitales Einarbeitungskonzept entwickelt, das heute bereichsübergreifend genutzt wird. Dabei halfen mir meine strukturierte Arbeitsweise, mein Verständnis für Prozesse und meine Fähigkeit, Inhalte klar zu vermitteln — Stärken, die auch in der angestrebten Rolle als Teamkoordinator:in gefragt sind.“
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Schluss: Schlage einen Gesprächstermin vor und drücke dein Interesse aus, dich persönlich vorzustellen.
➡️ Beispiel: „Ich freue mich darauf, meine Motivation und Ideen in einem persönlichen Gespräch näher zu erläutern.“
Du siehst, auch bei einer internen Bewerbung gibt es meist ein Vorstellungsgespräch. Auch wenn du schon länger im Unternehmen bist, will die neue Führungskraft sehen, ob du fachlich und menschlich zur neuen Rolle passt. Oft ist das Gespräch kürzer als extern, aber genauso wichtig.
Gut zu wissen: Ein zusätzliches Motivationsschreiben brauchst du nur, wenn es ausdrücklich verlangt wird. In den meisten Fällen reicht ein gut formuliertes Anschreiben völlig aus.
Was soll in den Lebenslauf?
Bei einer internen Bewerbung brauchst du einen aktuellen und gut strukturierten Lebenslauf mit klarem Fokus auf deine Zeit im Unternehmen.
Ein guter Lebenslauf enthält:
- persönliche Daten
- den aktuellen beruflichen Werdegang im Unternehmen
- frühere Positionen und relevante Erfahrungen
- Ausbildung / Studium / Schulbildung
- Weiterbildungen, Zusatzqualifikationen, Zertifikate
- besondere Erfolge und messbare Ergebnisse
- relevante Hard und Soft Skills
- Datum und Unterschrift
Ordne die Stationen immer rückwärts chronologisch und halte dich dabei an maximal zwei DIN-A4-Seiten. Für ein noch besseres Verständnis für einen gelungenen Lebenslauf kannst du dir hier positive und negative Beispiele anschauen.
Tipps für eine erfolgreiche interne Bewerbung
Die folgenden Tipps helfen dir dabei, professionell aufzutreten und deine Chancen bei einer internen Bewerbung gezielt zu verbessern.
Bleib diskret
Sprich vorerst nur mit wenigen Vertrauenspersonen über deine Bewerbung. So vermeidest du unnötige Spannungen im Team, vor allem, wenn sich auch andere intern bewerben könnten.
Sprich mit der Zielabteilung
Kurze Vorgespräche mit künftigen Kollegen oder der Leitung können wertvolle Einblicke geben. Sie helfen dir, deine Bewerbung präziser auszurichten.
Bleib professionell
Verfasse dein Anschreiben formell und klar — so, wie du es auch bei einer externen Bewerbung tun würdest. Nutze den offiziellen Bewerbungsweg und achte auf seriöse Formulierungen.
Denk an die Nachfolge
Zeig, dass du Verantwortung übernimmst — etwa, indem du anbietest, deine Übergabe aktiv mitzugestalten. Das wirkt positiv und vorausschauend.
Realistische Gehaltsvorstellungen
Überzogene Forderungen wirken schnell unangebracht. Mach deutlich, dass dir eine faire Bezahlung wichtig ist, aber setz den Fokus auf Entwicklung und Verantwortung.
Was ist eine interne Initiativbewerbung?
Eine interne Initiativbewerbung
bezieht sich auf eine Position, die aktuell nicht ausgeschrieben ist.
In diesem Fall kannst du selbst aktiv werden. Du wendest dich direkt an die Fachabteilung oder an HR und machst deutlich, wie du mit deinen Fähigkeiten neue Aufgaben übernehmen kannst.
Wichtig ist, dass du deinen Mehrwert konkret beschreibst. Wo könntest du Prozesse verbessern? Welche Lücke im Team kannst du schließen?
➡️ Beispiel
Du arbeitest im Vertrieb und merkst, dass der Übergang zum Customer Support oft hakt. In deiner Initiativbewerbung schlägst du vor, eine Schnittstellenrolle zu schaffen und erklärst, warum gerade du dafür geeignet bist.
Tipp: Kläre vorab im persönlichen Gespräch, ob die Abteilung offen für so einen Vorschlag ist. So stellst du sicher, dass deine Bewerbung auf offene Ohren trifft.
Wie jede Bewerbung kann auch eine interne Bewerbung abgelehnt werden und das ist völlig normal. Wichtig ist, dass du professionell bleibst, Feedback einholst, und dich trotzdem weiterhin engagierst.
Was sind Vor- und Nachteile einer internen Bewerbung?
Eine Bewerbung im eigenen Unternehmen bringt dir einige Vorteile, aber auch Herausforderungen, die du kennen solltest.
Vorteile
✓ Kleineres Risiko für beide Seiten: Du bist bereits vertraut mit der Unternehmenskultur und der Struktur des Unternehmens. Andersherum kann das Unternehmen deine Kompetenzen und Leistungen leichter beurteilen, als bei externen Bewerbern. In vielen Fällen entfällt deshalb sogar die Probezeit.
✓ Du hast ein Netzwerk: Anders als externe Bewerber kennst du bereits wichtige Schnittstellen, Prozesse und Kollegen. Das macht dich schneller startklar und spart Einarbeitungszeit.
✓ Hohes Vertrauen: Mit einer internen Bewerbung beweist du Loyalität, weil du dich nicht bei anderen Unternehmen bewirbst. Auch dein Arbeitgeber hat ein gewisses Vertrauen in dich, da sich das Unternehmen bereits zuvor schon einmal für dich entschieden hat.
✓ Der Übergang gelingt leichter: Du kannst aktiv an der Übergabe mitwirken und Projekte abschließen. Auch deinen Nachfolger kannst du einarbeiten. Das sorgt für einen reibungslosen Start in deiner neuen Position.
Bei einer internen Bewerbung hast gute Chancen, weil du das Unternehmen und seine Abläufe bereits kennst. Entscheidend ist trotzdem, ob deine Erfahrung wirklich zur Stelle passt und ob du klare Gründe für den Wechsel nennst. Deswegen kann es sein, dass es eine Probezeit gibt, die manchmal aber eher eine Art Einarbeitungsphase ist.
Nachteile
✗ Unterschätzter Aufwand: Viele denken bei einer internen Bewerbung: „Man kennt mich ja.“ Genau das ist gefährlich. Wenn du deine Unterlagen schlampig einreichst, wirkst du unvorbereitet.
✗ Du hinterlässt eine Lücke: Wenn du wechselst, wird deine aktuelle Stelle frei. Das kann zu Stress im Team führen, vor allem, wenn die Nachbesetzung dauert.
✗ Weniger „frischer Wind“: Manche Rollen sollen bewusst neue Impulse bringen. Dann haben externe Bewerber manchmal einen Vorteil, weil sie neue Ideen oder Vorgehensweisen mitbringen.
✗ Spannungen in der Belegschaft: Wenn sich mehrere Personen intern auf die Stelle bewerben, kann das zu Unruhe und Konkurrenzkampf führen.
Checkliste für interne Bewerbungen
Bevor du deine Bewerbung abschickst, lohnt sich ein letzter Blick auf die wichtigsten Punkte. Diese Checkliste hilft dir dabei, deine Unterlagen überzeugend und vollständig zu gestalten.
- Professionelle Ausdrucksweise: Schreib klar und selbstbewusst. Verzichte im Anschreiben genauso wie im Lebenslauf auf Umgangssprache.
- Verbundenheit mit dem Arbeitgeber: Mach deutlich, dass du gern im Unternehmen arbeitest und bleiben willst. Das kommt gut an, wenn du es ehrlich und ohne Übertreibung formulierst.
- Motivation für die neue Rolle: Sag nicht nur, dass du wechseln willst. Erkläre warum. Zeig, dass du die Ziele des Unternehmens auch in der neuen Position aktiv verfolgst.
- Karriereziele erklären: Zeig, wohin du dich entwickeln willst. Erkläre kurz, wie dir die neue Stelle dabei hilft, fachlich oder in Richtung Verantwortung zu wachsen.
- Fokus auf deine Erfolge: Nenne 2-3 Beispiele aus deiner Arbeit, die zur neuen Stelle passen. Am besten mit Ergebnis, zum Beispiel: „Prozess umgestellt und die Bearbeitungszeit deutlich gesenkt.“
- Zeig deinen Beitrag zum großen Ganzen: Mach sichtbar, wie deine Arbeit das Unternehmen vorangebracht hat. Inwiefern hast du dazu beigetragen, dass Unternehmensziele erreicht wurden?
Gehaltsverhandlung
Eine interne Bewerbung kann auch die Chance auf ein besseres Gehalt mit sich bringen. Wie du in der Gehaltsverhandlung souverän auftrittst, erfährst du in unserem nächsten Beitrag.
Gehaltsverhandlung
Eine interne Bewerbung kann auch die Chance auf ein besseres Gehalt mit sich bringen. Wie du in der Gehaltsverhandlung souverän auftrittst, erfährst du in unserem nächsten Beitrag.