Was kann man mit Fachabi studieren?
Was kannst du mit Fachabi studieren und welche Hochschulen stehen dir offen? Wir zeigen dir hier und im Video alle deine Möglichkeiten und Grenzen.
Inhaltsübersicht
Fachabi: Fachhochschulreife vs. fachgebundene Hochschulreife
Das „Fachabi“ wird in der Alltagssprache für zwei verschiedene Abschlüsse verwendet: die Fachhochschulreife und die fachgebundene Hochschulreife.
Mit der Fachhochschulreife kannst du an Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften studieren. Dort stehen dir viele praxisnahe Studiengänge offen, zum Beispiel in den Bereichen Wirtschaft, Technik, Soziales, Gesundheit, Medien oder Design.
Mit der fachgebundenen Hochschulreife kannst du ebenfalls an Fachhochschulen studieren. Zusätzlich darfst du an Universitäten die Studiengänge wählen, die zu deiner fachlichen Spezialisierung passen, wie Wirtschaft, Technik oder Soziales.
Übrigens: Das Fachabi ist nicht mit der allgemeinen Hochschulreife, dem Abitur, gleichzusetzen. Das ermöglicht dir den Zugang zu allen Universitätsstudiengängen.
Fachhochschulreife — Zugang und Möglichkeiten
Die Fachhochschulreife erwirbst du an einer Fachoberschule (FOS), Berufsoberschule (BOS) oder einem Berufskolleg. In einigen Bundesländern kannst du den schulischen Teil auch in der gymnasialen Oberstufe absolvieren. Zur vollständigen Fachhochschulreife gehören immer zwei Teile:
- Schulischer Teil: Abschlussprüfungen an deiner Schule
- Praktischer Teil: Ein gelenktes Praktikum, eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Freiwilligendienst wie das FSJ oder BFD
Mit der Fachhochschulreife stehen dir folgende Wege offen:
- Fachhochschulen: Alle Bachelorstudiengänge
- Universitäten: Nur in bestimmten Bundesländern und Fächern erreichbar, zum Beispiel über eine Eignungsprüfung
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich
Fachgebundene Hochschulreife — Zugang und Möglichkeiten
Die fachgebundene Hochschulreife erwirbst du an einem Gymnasium, einer FOS, einer BOS oder einem Berufskolleg. Anders als die Fachhochschulreife besteht sie nur aus einem schulischen Teil.
Die fachgebundene Hochschulreife ist sehr ähnlich zum Abitur. Der Unterschied ist, dass du für die fachgebundene Hochschulreife keine zweite Fremdsprache lernen musst. Außerdem ist sie fachgebunden. Das heißt, du entscheidest dich für eine bestimmte Fachrichtung, wie Technik, BWL oder Soziales. Diese Fachrichtung entscheidet darüber, welche Studiengänge dir offenstehen.
Mit der fachgebundenen Hochschulreife stehen dir folgende Wege offen:
- Fachhochschulen: Alle Bachelorstudiengänge — unabhängig von deiner Fachrichtung.
- Universitäten: Nur Studiengänge, die zu deiner Fachrichtung passen
Welcher Hochschultyp passt am besten zu dir?
Mit der Fachhochschulreife und der fachgebundenen Hochschulreife stehen dir mehrere Hochschultypen offen. Welcher am besten zu dir passt, hängt von deinem Abschluss, deinen Interessen und deiner bevorzugten Lernform ab.
- Fachhochschule / Hochschule für angewandte Wissenschaften: Hier studierst du praxisnah im Bachelor. Fachhochschulen sind der klassische Weg mit Fachabi und bieten eine große Auswahl an Studiengängen.
- Duale Hochschule: Du studierst im Wechsel zwischen Hochschule und Betrieb. Der Praxisanteil ist fest im Studium verankert und du hast von Anfang an einen Ausbildungsbetrieb an deiner Seite.
- Private und Fernhochschulen: Auch hier reicht meist das Fachabi. Private Hochschulen bieten oft kleine Seminargruppen, Fernhochschulen dagegen viel Flexibilität beim Lernort und -tempo.
- Universitäten: Der Zugang ist mit Fachabi eingeschränkt. In bestimmten Bundesländern und Fächern gibt es jedoch Möglichkeiten, auch eine Uni zu besuchen.
Viele Studiengänge haben einen NC, also einen Numerus Clausus, der deine Durchschnittsnote als Zulassungsgrenze festlegt. Manchmal gibt es auch Eignungsverfahren, zum Beispiel Tests oder Interviews. Informiere dich am besten im Vorhinein bei deiner Wunschhochschule darüber.
Fachabi und Länderregeln
Bildung ist in Deutschland Ländersache. Das bedeutet: Ob und wie du mit Fachhochschulreife oder fachgebundener Hochschulreife an eine Uni kommst, hängt von deinem Bundesland ab.
Typische Regelungen sind zum Beispiel:
- Eignungs- oder Deltaprüfungen: Du legst eine zusätzliche Prüfung ab, um zu zeigen, dass du den Anforderungen der Uni gewachsen bist.
- Fachgebundene Zulassungen: Nur bestimmte Studiengänge stehen dir offen, abhängig von deiner Fachrichtung.
- Hochschulspezifische Auswahlverfahren: Einzelne Unis regeln den Zugang selbst, zum Beispiel über Tests oder Gespräche.
Tipp: Da sich die Regeln je nach Bundesland und sogar je nach Hochschule stark unterscheiden, solltest du dich am besten direkt bei deiner Wunschhochschule über die Regelungen erkundigen.
Was kannst du mit Fachabi studieren?
Die bisherigen Abschnitte haben gezeigt, welche Regeln grundsätzlich gelten. Aber welche Studiengänge kannst du nun konkret studieren?
Diese Fächer sind typischerweise mit dem Fachabi zugänglich:
- Technik / Ingenieurwesen / IT: Studiengänge wie Maschinenbau oder Informatik kannst du vor allem an Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften studieren. Der Zugang an Universitäten ist ebenfalls teilweise möglich, die Inhalte sind aber eher theoretischer.
- Wirtschaft / Management: Fächer wie BWL, Logistik oder Management sind mit Fachabi besonders häufig an Fachhochschulen zugänglich. An Universitäten gibt es auch die Möglichkeit Wirtschaft zu studieren, vor allem mit fachgebundener Hochschulreife und passender Fachrichtung.
- Soziales / Pädagogik / Gesundheit: Studiengänge wie Soziale Arbeit, Pflegewissenschaft oder Gesundheitsmanagement sind typische Fachabi-Studiengänge an Fachhochschulen. Auch hier gilt: An Universitäten ist der Zugang teilweise möglich, aber stärker an Bedingungen geknüpft.
- Design / Medien: Kommunikationsdesign und Medienproduktion kannst du mit Fachabi meist an Fachhochschulen studieren. Hier kommen oft zusätzlich Eignungsprüfungen, Mappen oder Aufnahmeverfahren dazu.
- Naturwissenschaftlich-techniknahe Fächer: Fächer wie Umwelttechnik oder Biotechnologie sind mit Fachabi vor allem dann erreichbar, wenn sie praxisnah oder technisch ausgerichtet sind. An Fachhochschulen ist der Zugang meist möglich, an Universitäten eher unter bestimmten Voraussetzungen.
- Recht / Verwaltung: Öffentliche Verwaltung oder Wirtschaftsrecht kannst du mit Fachabi vor allem an Fachhochschulen oder eigenen Verwaltungsfachhochschulen studieren. Mit fachgebundener Hochschulreife ist es auch möglich an Universitäten zu studieren, wenn die Fachrichtung passt.
Das kannst du mit Fachabi nicht studieren
Nicht alle Studiengänge stehen dir mit Fachabi offen. Einige Fächer bleiben dir in der Regel verschlossen — unabhängig davon, ob du die Fachhochschulreife oder die fachgebundene Hochschulreife hast.
Diese Fächer sind typischerweise nur mit der allgemeinen Hochschulreife, also dem Abitur, zugänglich:
- Humanmedizin, Zahnmedizin, Tiermedizin, Pharmazie: Diese Studiengänge enden mit einem Staatsexamen. Das ist ein staatlich geregelter Abschluss, der das allgemeine Abitur als Zugangsvoraussetzung vorschreibt.
- Jura: Auch Jura schließt mit einem Staatsexamen ab. Der Zugang setzt ebenfalls das allgemeine Abitur voraus.
- Klassisches Lehramt: Lehramt-Studiengänge an Universitäten führen zum Staatsexamen oder zum Master of Education. Für beide Abschlüsse brauchst du in der Regel das allgemeine Abitur.
- Psychologie: Psychologie ist an den meisten Universitäten nur mit allgemeiner Hochschulreife zugänglich. An manchen Fachhochschulen gibt es jedoch eigene Psychologie-Bachelors, die auch mit Fachabi erreichbar sind.
- Geistes-, sozial-, und naturwissenschaftliche Studiengänge: Fächer wie Germanistik, Geschichte, Philosophie oder Chemie an Universitäten setzen oft das allgemeine Abitur voraus. Mit fachgebundener Hochschulreife wirst du nur zugelassen, wenn die Fachrichtung auf deinem Zeugnis zum Studiengang passt.
Gut zu wissen: Wenn du trotzdem die genannten Studiengänge studieren willst, hast du die Möglichkeit, die allgemeine Hochschulreife nachzuholen. Das kannst du beispielsweise an einem Abendgymnasium oder über eine Ergänzungsprüfung.
Vor- und Nachteile des Fachabi-Studiums
Ein Studium mit Fachabi bringt Vorteile mit sich, aber auch Grenzen, die du kennen solltest.
Das spricht dafür:
- Fachhochschul-Studiengänge sind stark praxisorientiert. Das passt gut, wenn du durch Praktikum oder Ausbildung bereits Erfahrung mitbringst.
- Der Numerus Clausus ist an Fachhochschulen häufig entspannter als an Universitäten. Das erhöht deine Chancen auf einen Studienplatz.
- Duale Studiengänge lassen sich gut mit dem Fachabi kombinieren. Du startest früh ins Berufsleben und verdienst bereits während des Studiums.
Das spricht dagegen:
- Viele Uni-Fächer und alle Staatsexamensfächer bleiben dir in der Regel verschlossen.
- Forschungsnahe Karrierewege, also zum Beispiel Promotion oder Forschungsstellen, sind über den direkten FH-Weg seltener erreichbar.
- Stundenpläne an Fachhochschulen sind oft vorgegeben. Deine Wahlfreiheit bei der Kursgestaltung bleibt dadurch häufig begrenzt.
Studiengänge mit Zukunft
Du hast deine Fachabi-Optionen geklärt, doch welcher Studiengang passt wirklich zu dir? In unserem Beitrag „Studiengänge mit Zukunft“ zeigen wir dir, welche Fachrichtungen mit deinem Abschluss besonders zukunftsfähig sind.
Studiengänge mit Zukunft
Du hast deine Fachabi-Optionen geklärt, doch welcher Studiengang passt wirklich zu dir? In unserem Beitrag „Studiengänge mit Zukunft“ zeigen wir dir, welche Fachrichtungen mit deinem Abschluss besonders zukunftsfähig sind.