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Komparativer Kostenvorteil

Du willst eine einfache Erklärung für den komparativen Kostenvorteil? Hier lernst du anhand eines anschaulichen Beispiels die Bedeutung und warum diese Theorie immer noch wichtig für den internationalen Handel ist.

In unserem Video  findest du alle wichtigen Infos so aufbereitet, dass du das Thema komparativer Kostenvorteil schnell verstehst.

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Inhaltsübersicht

Komparativer Kostenvorteil einfach erklärt

Die Theorie des komparativen Kostenvorteils besagt, dass sich Handel zwischen zwei Parteien lohnt, sobald diese ihre Güter zu unterschiedlichen Kosten produzieren. Bevor sich die Theorie komparativer Kostenvorteil, die auf den englischen Ökonom David Ricardo zurückgeht, durchgesetzt hat, galt das Theorem des absoluten Kostenvorteils. Dort wurde allerdings nicht berücksichtigt, dass ein Handel zwischen zwei Parteien ebenso sinnvoll ist, wenn eine der Parteien sämtliche Produkte mit absoluten Kostennachteilen herstellen kann. Somit stellt der komparative Kostenvorteil eine Erweiterung des absoluten Kostenvorteils dar. Ricardo bewies, dass internationale Arbeitsteilung die Wohlfahrt der am Handel beteiligten Volkswirtschaften fördert. Damit begründet er die Vorteilhaftigkeit von Spezialisierung auf das Produkt mit den niedrigsten Opportunitätskosten .

Auf den ersten Blick scheint der Handel für die Partei, die alle Güter kostengünstiger produzieren kann, keinen Sinn zu machen. Betrachten wir das ganze an einem Beispiel, damit deutlich wird, warum ein komparativer Kostenvorteil tatsächlich für alle Parteien gilt.

Komparativer Kostenvorteil Beispiel

Nehmen wir an, Schweden und Frankreich stellen beide Möbel her. Die Zeit, die beide Länder zur Herstellung eines Kleiderschranks und eines Bücherregals benötigen, ist in der Tabelle dargestellt:

  Frankreich Schweden
Kleiderschrank 7 Std. 4 Std.
Bücherregal 9 Std. 3 Std.
Gesamt 16 Std. 7 Std.

Schweden ist bei beiden Möbeln schneller in der Herstellung, also produktiver als Frankreich. Komparativer Kostenvorteil bedeutet aber, dass die verhältnismäßige Effizienz ausschlaggebend für die Spezialisierung auf die Produktion eines Möbelstücks ist. Das heißt, in Frankreich ist die Fertigung von Kleiderschränken relativ (komparativ) gesehen kostengünstiger als die Fertigung von Bücherregalen. In Schweden ist es genau andersherum: sie können ein Bücherregal in kürzerer Zeit herstellen als einen Kleiderschrank. Wenn sich nun jeder auf die Produktion spezialisiert, in der er effizienter ist, hat das Vorteile für beide Länder:

  Frankreich Schweden
Kleiderschrank 14 Std.
Bücherregal 6 Std.
Zeitersparnis 2 Std. 1 Std.

Frankreich übernimmt die Herstellung eines Kleiderschranks für Schweden und benötigt somit für zwei Kleiderschränke insgesamt 14 Stunden. Im Gegenzug produziert Schweden die Bücherregale für Frankreich mit und schafft es in 6 Stunden zwei Stück zu fertigen. Obwohl Schweden bei der Produktion beider Möbel effizienter ist, kann das Land eine Stunde Zeit sparen, wenn es sich auf die Herstellung von Bücherregalen konzentriert und Kleiderschränke aus Frankreich importiert.

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Begründung über Opportunitätskosten

Die Theorie komparativer Kostenvorteil lässt sich gut über die Berechnung der Opportunitätskosten erklären. Diese beschreiben den entgangenen Nutzen einer nicht gewählten Alternative. In unserem Beispiel betragen die Opportunitätskosten für die Herstellung eines Kleiderschranks für Schweden \frac{4}{3}=1,33 Bücherregale. Einfach gesagt, drücken die Opportunitätskosten aus, wie viele Bücherregale Schweden in der Zeit produzieren könnte, in der es einen Kleiderschrank herstellt. In der Tabelle sind sämtliche Opportunitätskosten zusammengefasst:

  Frankreich Schweden
Kleiderschrank 0,78 Bücherregale 1,33 Bücherregale
Bücherregal 1,29 Kleiderschränke 0,75 Kleiderschränke

Es ist zu erkennen, dass die geringeren Opportunitätskosten für Kleiderschränke bei Frankreich auftreten und die geringeren Opportunitätskosten für Bücherregale bei Schweden. Das bedeutet, Frankreich hat einen komparativen Kostenvorteil bei der Kleiderschrank-Herstellung gegenüber Schweden und Schweden hat einen komparativen Kostenvorteil bei der Bücherregal-Herstellung gegenüber Frankreich.

Absoluter Kostenvorteil

Im Jahr 1776 entwickelte der Ökonom Adam Smith die Theorie der absoluten Kostenvorteile als Kerngedanken für die klassische Außenhandelstheorie. Laut Smith erhöht sich die ökonomische Wohlfahrt durch internationale Arbeitsteilung und den freien Handel zwischen den Volkswirtschaften. So soll sich jedes Land auf die Produktion derjenigen Güter spezialisieren, bei denen es über einen absoluten Kostenvorteil verfügt. Da nun nicht mehr jedes benötigte Gut im eigenen Land produziert werden musste, wurde Außenhandel unerlässlich für die Güterversorgung. Jedoch nehmen nach Smith Volkswirtschaften nicht am Handel teil, sobald sie für kein Produkt absolute Kostenvorteile besitzen.

Absoluter und relativer Kostenvorteil

Allerdings wurde dies Anfang des 19. Jahrhunderts in der Theorie relativer Kostenvorteile (komparativer Kostenvorteil) von David Ricardo berücksichtigt. Laut dem englischen Ökonomen sind Tauschgeschäfte für alle Volkswirtschaften wohlfahrtsfördernd, auch wenn ein Land bei sämtlichen Produkten über absolute Kostennachteile verfügt. Dadurch sind Arbeitsteilung und Handel auch für diejenigen Länder vorteilhaft, die alle Produkte zu niedrigeren Kosten herstellen können als die ausländische Konkurrenz, wie wir oben am Beispiel gesehen haben. Somit stellt die Theorie von Ricardo eine Erweiterung bzw. Richtigstellung der absoluten Kostenvorteile dar.

Handelsmodelle von Adam Smith und David Ricardo werden gegenübergestellt und erklären den absoluten und den relativen beziehungsweise komparativen Kostenvorteil im internationalen Handel. Die Darstellung zeigt, dass Handel nach Ricardo auch dann sinnvoll ist, wenn ein Land in allen Bereichen absolute Kostennachteile hat, solange ein komparativer Kostenvorteil besteht.
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Absoluter und komparativer (relativer) Kostenvorteil

Komparativer Kostenvorteil Bedeutung

Die Theorie von Ricardo war eine Revolution für den damaligen internationalen Handel. Die Idee vom Protektionismus,  der den heimischen Markt vor ausländischer Konkurrenz schützen sollte, beherrschte die gesellschaftliche Denkweise. Ricardo bewies, dass Freihandel für alle beteiligten Parteien vorteilhaft ist, solange unterschiedliche Produktionskostenstrukturen existieren. So ist es für ein einzelnes Land sinnvoll, sich auf das Gut zu spezialisieren, das es komparativ günstiger herstellen kann. Durch diese Arbeitsteilung erhöht sich die Wohlfahrt der Volkswirtschaften, sowohl lokal als auch global betrachtet. Das ist der Hauptgrund, warum die Theorie von Ricardo auch noch für die heutige Zeit große Bedeutung hat.

Komparativer Kostenvorteil — häufigste Fragen

(ausklappen)
  • Wie finde ich bei zwei Ländern heraus, wer bei welchem Gut den komparativen Kostenvorteil hat, wenn ich nur Produktionszeiten oder Stückkosten gegeben habe?
    Du findest den komparativen Kostenvorteil, indem du je Land Opportunitätskosten aus Zeiten oder Stückkosten berechnest. Teile dafür die Kosten von Gut A durch die Kosten von Gut B, dann weißt du, wie viel B für 1 A aufgegeben wird. Wer den kleineren Wert hat, hat den Vorteil. Beispiel: 4 Std/3 Std = 1,33.
  • Was muss bei den Tauschbedingungen stimmen, damit beide Länder durch Spezialisierung und Handel wirklich besser dastehen?
    Die Tauschbedingungen müssen zwischen den Opportunitätskosten beider Länder liegen. Dann bekommt jedes Land das Importgut günstiger, als es es selbst herstellen würde, und kann sich auf sein komparativ günstiges Gut spezialisieren. Beispiel: Wenn Frankreich 1 Schrank für 0,78 Regal aufgibt und Schweden für 1,33, muss der Tausch dazwischen liegen.
  • Welche Fehler passieren am häufigsten, wenn man Opportunitätskosten beim komparativen Kostenvorteil berechnet?
    Häufig wird der Bruch vertauscht, also A/B statt B/A gerechnet, und das falsche Gut steht danach in der Einheit. Außerdem vergleichen viele absolute Zeiten statt Opportunitätskosten, obwohl es um Verhältnisse geht. Ein weiterer Fehler ist, Opportunitätskosten beider Länder für unterschiedliche Basen zu berechnen und dann falsch zu vergleichen.
  • Warum kann es trotz komparativem Kostenvorteil in der Realität sinnvoll sein, ein Gut im eigenen Land zu produzieren, statt es zu importieren?
    Eigene Produktion kann trotz komparativem Vorteil im Ausland sinnvoll sein, wenn Handel zusätzliche Kosten oder Risiken erzeugt. Dazu zählen Zölle, Transportkosten, Lieferkettenausfälle oder Importstandards, die Importe verteuern oder verhindern. Auch bei kritischen Gütern kann Versorgungssicherheit wichtiger sein als reine Kostenvorteile, etwa bei Medikamenten.
  • Wie unterscheide ich komparativen Kostenvorteil von Wettbewerbsvorteil, wenn ich ein echtes Beispiel aus der Wirtschaft beurteile?
    Komparativer Kostenvorteil vergleicht Opportunitätskosten zwischen Ländern für zwei Güter, unabhängig von Marken oder Strategie. Wettbewerbsvorteil beschreibt, warum ein Unternehmen sich gegen Konkurrenten durchsetzt, etwa durch Technologie, Marke oder Netzwerkeffekte. Beispiel: Vietnam kann komparativ Textilien günstig produzieren, aber Nike hat Wettbewerbsvorteile durch Design, Marketing und Vertrieb.
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Komparativer Kostenvorteil Hindernisse

In der Realität stehen den komparativen Vorteilen eines Landes und dem internationalen Warenhandel Hemmnisse im Weg. Gegebenenfalls können Handelshemmnisse dazu führen, dass auf den Handel verzichtet wird und das Gut stattdessen im eigenen Land produziert wird. Allgemein können nur handelbare Güter exportiert werden. Das hat zur Folge, dass jedes Land selbst für die Versorgung von nicht handelbaren Gütern oder Dienstleistungen (z.B. Reinigungsservices) verantwortlich ist. Weiterhin erheben manche Nationen auf bestimmte Produkte Schutz- oder Antidumpingzölle. Diese Maßnahme soll dem Schutz der inländischen Produktion vor ausländischer Konkurrenz dienen, indem Importe künstlich verteuert werden. Ein anderer Einfluss auf den komparativen Vorteil sind nichttarifäre Handelshemmnisse. Dazu zählen beispielsweise Mengenbeschränkungen oder qualitative Anforderungen an die Importe. Es existieren Produktnormen, die technische, gesundheitliche und weitere Standards einer Volkswirtschaft bewahren sollen. Außerdem haben Subventionen, also die staatlichen Förderungen bestimmter Produktionen, Einwirkung auf den komparativen Vorteil.

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