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Was ist disruptive Selektion und wie entsteht sie? Das erfährst du hier und in diesem Video!

Inhaltsübersicht

Was ist disruptive Selektion?

Disruptive Selektion bedeutet, dass extreme Merkmalsausprägungen in einer Population begünstigt werden. Sie haben also mehr Fortpflanzungserfolg und eine höhere biologische Fitness. Mittlere Ausprägungen sind dagegen im Nachteil und haben weniger Fortpflanzungserfolg.

➡️Beispiel: Individuen mit einem sehr langen oder sehr kurzen, kräftigen Schnabel überleben dann beispielsweise eher als solche mit einem mittellangen Schnabel.

Das Bild zeigt vier Beispiele für Finken, die auf den Galapagosinseln je nach Nahrung unterschiedliche Schnäbel entwickelt haben. Während der Großschnabel-Grundfink einen sehr dicken Schnabel besitzt, der ihm beim Samen fressen hilft, ist der Schnabel des Mittel-Grundfinks deutlich schmaler, wodurch er sich zum Verspeisen härterer Samen und Insekten eignet. Der Zwerg-Darwinfink besitzt einen kleinen Schnabel, mit dem er kleine Insekten und Früchte fressen kann und der Waldsängerfink hat schließlich einen eher langen Schnabel, der ihm dabei hilft Insekten von Blättern oder aus der Luft zu schnappen.
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Disruptive Selektion bei Finken

Durch disruptive Selektion gab es bei Finken auf den Galapagosinseln statt nur einer Schnabelform viele verschiedene, die alle eigene Vorteile hatten. Das liegt daran, dass sie mit extremen Körpermerkmalen auf ökologische Nischen spezialisiert sind, die sonst wenig Lebewesen bedienen. Sie können dann zum Beispiel Nahrung fressen oder in Lebensräumen überleben, in denen das sonst nur wenige Andere schaffen.

Woran erkennst du disruptive Selektion?

Disruptive Selektion erkennst du am besten in einem Häufigkeitsdiagramm. Die beiden anderen Selektionstypen, die stabilisierende und die gerichtete Selektion, zeigen jeweils nur einen Gipfel. Im Laufe der disruptiven Selektion nehmen allerdings die Randbereiche immer mehr zu und der Mittelwert dünnt aus. Es entsteht eine Verteilung auf zwei Gipfel, die näher an den Extremen liegen.

Die Grafik zeigt den Unterschied zwischen den drei Selektionstypen. Während der Gipfel durch die stabilisierende Selektion höher wird und sich bei der gerichteten Selektion in Richtung eines Extrems verschiebt, bilden sich bei der disruptiven Selektion zwei Gipfel.
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Vergleich der drei Selektionstypen

Im Gegensatz zu den anderen beiden Selektionstypen entwickeln sich durch die disruptive Selektion nämlich zwei verschiedene, spezialisierte Merkmalsausprägungen, die kaum miteinander konkurrieren.

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Voraussetzungen für disruptive Selektion

Damit sich eine Merkmalsverteilung aufspaltet, braucht es bestimmte Umweltbedingungen. Diese drei typischen Bedingungen fördern eine disruptive Selektion:

  • Getrennte Nahrungsquellen:
    Zum Beispiel sehr harte Samen auf der einen und sehr feine Samen auf der anderen Seite. Wer in der Mitte liegt, kommt mit keiner Nahrungsart gut zurecht.
  • Getrennte Lebensräume:
    Wenn eine Population zwei deutlich verschiedene Lebensräume nutzt, zum Beispiel offenes Wasser und Bodenbereich, sind jeweils andere Körperformen im Vorteil.
  • Starke Konkurrenz innerhalb der Population:
    Je mehr Individuen um dieselben Ressourcen kämpfen, desto stärker lohnt sich eine Spezialisierung auf eine der extremen Ausprägungen.

Beispiel für disruptive Selektion

Ein bekanntes Beispiel für die disruptive Selektion sind die Schnäbel von Finken, die vor allem der Evolutionstheoretiker Charles Darwin erforscht hat. Diese Finken lebten auf den Galapagosinseln und haben sich im Laufe der Zeit an das dortige Nahrungsangebot angepasst.

Nach der disruptiven Selektion blieben, statt Vögeln mit normal ausgeprägtem Schnabel, Vögel mit ganz unterschiedlichen Schnäbeln übrig. Es gab dann beispielsweise Finken mit sehr feinem, dünnem Schnabel, mit dem sie Insekten fangen und fressen konnten.

Aber auch Finken mit kräftigem, dickem Schnabel, die damit besonders gut Nüsse knacken konnten, lebten auf der Insel. Weil ein normal ausgeprägter Schnabel keinen Vorteil bei der Nahrungssuche brachte und keine Nische bediente, konnte er sich in der Evolution nicht durchsetzen.

Was passiert langfristig durch disruptive Selektion?

Durch disruptive Selektion kommt es zum Polymorphismus. Das heißt, es existieren dann innerhalb einer Population mehrere deutlich unterschiedliche Erscheinungsformen nebeneinander. Wenn die beiden Gruppen sich zusätzlich räumlich trennen oder sich nicht mehr miteinander fortpflanzen, können langfristig sogar getrennte Populationen entstehen.

Evolution verstehen

Disruptive Selektion ist ein Beispiel dafür, wie Evolution Populationen über viele Generationen verändert. Du vergleichst in der Evolution verschiedene Selektionsformen, Merkmale und Umweltbedingungen in einer Population. So wird klar, warum sich manche Merkmale durchsetzen, andere seltener werden und neue Anpassungen entstehen. Weitere Videos dazu findest du in unserem Biologiebereich.

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