In diesem Beitrag und im Video erfährst du, welche Stockwerke des Waldes es gibt und wie sie aufgebaut sind.
Inhaltsübersicht
Welche fünf Stockwerke hat der Wald?
Wälder kannst du in fünf übereinanderliegende Schichten aufteilen. Diese Schichten heißen Waldstockwerke.
Sie entstehen dadurch, das Pflanzen verschieden hoch wachsen. In jeder Schicht findest du unterschiedliche Bewohner der Tier- und Pflanzenwelt.
Du kannst dir die Waldstockwerke wie ein Haus vorstellen:
- Wurzelschicht (Keller)
- Bodenschicht/Moosschicht (Erdgeschoss)
- Krautschicht (erster Stock)
- Strauchschicht (zweiter Stock)
- Baumschicht/Kronenschicht (Dachgeschoss)
Waldstockwerke entstehen, weil die Baumkronen oben den größten Teil des Sonnenlichts abfangen. Deshalb wird es weiter unten immer dunkler und feuchter. Viele Pflanzen passen sich daran an und wachsen nur so hoch, wie sie genug Licht bekommen. So verdrängen sie sich nicht gegenseitig.
Was ist die Wurzelschicht im Wald? (Keller)
Die unterste Schicht ist die Wurzelschicht oder der Keller des Waldes. Sie liegt bis zu fünf Meter unter der Erdoberfläche.
Hier wachsen die Wurzeln der Bäume und Pflanzen und übernehmen dabei zwei wichtige Aufgaben:
- Sie stabilisieren den Boden und geben den Bäumen festen Halt.
- Sie lockern den Boden und lassen Wasser und Luft hindurch.
Zusätzlich zu den Wurzeln gibt es in dieser Schicht unsichtbare Pilzgeflechte. Sie umhüllen die Wurzeln und helfen den Pflanzen, Wasser und Nährstoffe aus dem Boden aufzunehmen.
Auch einige Tiere leben in der Wurzelschicht:
→ Der Regenwurm gräbt sich durch die Erde und lockert den Boden dabei noch weiter auf.
→ Der Tausendfüßer kriecht zwischen Wurzeln und Erde hindurch und ernährt sich von abgestorbenem Pflanzenmaterial.
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich
Was ist die Bodenschicht im Wald? (Erdgeschoss)
Die Bodenschicht ist das Erdgeschoss des Waldes. Sie liegt direkt über der Erde und reicht bis zu etwa 15 cm Höhe.
Hier findest du vorallem zwei Pflanzengruppen:
- Moose wachsen als dichte, weiche Teppiche direkt auf dem Boden.
- Pilze zeigen hier ihre Fruchtkörper. Das sind die Teile, die du als Pilz kennst.
Auf dem Boden sammeln sich außerdem Laub und Nadeln. Sie werden langsam von kleinen Lebewesen zersetzt und verwandeln sich dabei in Humus. Das ist dunkle, nährstoffreiche Erde und macht den Boden fruchtbar.
In dieser Schicht leben auch einige Tiere:
→ Käfer kriechen durch Laub und Erde und fressen dabei tote Pflanzenreste.
→ Schnecken gleiten über den Moosteppich und ernähren sich von Pflanzen und Pilzen.
Was ist die Krautschicht im Wald? (erster Stock)
Die Krautschicht ist der erste Stock des Waldes. Sie beginnt direkt oberhalb des Moosteppichs und reicht bis zu etwa 1,5 m Höhe.
Auch in der Krautschicht findest du eine Vielzahl an Pflanzen:
- Farn ist eine der bekanntesten Waldpflanzen. Seine großen, gefiederten Blätter breiten sich flach aus und fangen so viel Licht wie möglich ein.
- Das Buschwindröschen ist eine zierliche Pflanze mit weißen Blüten. Es blüht früh im Frühling, bevor die Bäume ihre Blätter entfalten und den Wald verdunkeln.
Zu den typischen Tieren in dieser Schicht gehören die Bestäuber:
→ Bienen fliegen von Blüte zu Blüte und sammeln dabei Nektar.
→ Schmetterlinge suchen ebenfalls Blüten auf und helfen so bei der Bestäubung.
- Wie dicht die Krautschicht wächst, hängt von dem Licht ab, das bei ihr ankommt:
Auf Lichtungen und unter Kiefern und Birken kommt besonders viel Sonnenlicht an. Daher wächst die Krautschicht dicht.
In dichten Buchenwäldern ist die Krautschicht dagegen spärlicher. - Frühblüher nutzen daher das Frühjahr zum blühen bevor die Buchen ihre Blätter bekommen. Dann gelangt noch genug Sonnenlicht zur Krautschicht.
Was ist die Strauchschicht im Wald? (zweiter Stock)
Die Strauchschicht ist der zweite Stock des Waldes. Sie liegt direkt über der Krautschicht und reicht bis zu etwa 5 m Höhe.
Diese zwei Pflanzen sind typisch für die Strauchschicht:
- Die Hasel ist ein häufiger Strauch im Wald. Sie bildet lange, hängende Kätzchen und trägt im Herbst Haselnüsse.
- Die Brombeere wächst mit langen, stacheligen Trieben. Sie bildet im Sommer schwarze Beeren, die viele Tiere fressen.
Sträucher bieten Tieren wichtigen Schutz und sichere Nistplätze. Deshalb leben in der Strauchschicht besonders viele Vögel:
→ Die Amsel sucht dort nach Beeren, Insekten und Würmern.
→ Der Fink findet in den Sträuchern Schutz und baut dort oft sein Nest.
Ob die Strauchschicht dicht oder spärlich wächst, hängt auch hier vom Licht ab. Am Waldrand kommt deutlich mehr Sonnenlicht an als tief im Wald. Deshalb ist die Strauchschicht dort oft besonders dicht und artenreich.
Was ist die Baumschicht im Wald? (Dachgeschoss)
Die Baumschicht ist das Dach des Waldes. Sie beginnt ab etwa 5 m Höhe und reicht bis zu den höchsten Baumkronen.
Es gibt viele verschiedene Baumarten in unseren Wäldern:
- Die Buche ist einer der häufigsten Laubbäume in deutschen Wäldern. Ihre dichte Krone lässt kaum Licht durch.
- Die Fichte ist ein weit verbreiteter Nadelbaum. Sie wächst schlank und hoch und bildet dichte Nadelkronen.
Hoch oben in den Ästen und Stämmen leben auch viele Tiere:
→ Das Eichhörnchen klettert flink durch die Äste und sucht dort nach Nüssen und Samen.
→ Der Specht hämmert mit seinem starken Schnabel Löcher in die Baumstämme. So sucht er Insekten unter der Rinde und zimmert sich Bruthöhlen.
Ökosystem Wald
Die Waldstockwerke bilden nur einen Teil des komplexen Ökosystems Wald. Wie alle Organismen dort zusammenleben und welche Stoffkreisläufe ablaufen, erfährst du hier!