Was ist die Methansäure und wie sieht die Strukturformel aus? Wie kannst du sie herstellen und wo verwendest du sie? Das erklären wir dir in dem folgenden Beitrag.
Um das Thema noch schneller zu verstehen, kannst du dir gerne unser Video dazu anschauen!
Inhaltsübersicht
Methansäure einfach erklärt
Die Methansäure (auch Ameisensäure ) mit der Formel HCOOH ist die einfachste Carbonsäure. Carbonsäuren sind dabei Säuren, die mindestens eine Carboxylgruppe , also -COOH-Gruppe haben.
Die Methansäure oder auch Ameisensäure hat die Formel HCOOH und ist die einfachste Art von Carbonsäure.
Hierbei nutzen einige Lebewesen Methansäure zur Verteidigungszwecken. Insbesondere Ameisen nutzen die Methansäure zur Abwehr von Fressfeinden, weswegen sie auch Ameisensäure genannt wird.
Methansäure Eigenschaften
Die Methansäure ist eine Flüssigkeit, die farblos und ätzend ist. Zudem riecht sie stark steckend und ist in polaren Stoffen wie Wasser sowie Ethanol löslich.
| Summenformel | Molare Masse | Schmelzpunkt | Siedepunkt | Dichte (20 °C) | pKs |
| CH2O2 | 46,03 g · mol−1 | 8 °C | 100,7 °C | 1,22 g · cm−3 | 3,77 |
Zudem ist sie leicht flüchtig und relativ instabil bezüglich des Zerfalls in Kohlenstoffmonoxid und Wasser.
HCOOH → CO + H2O
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Methansäure Strukturformel HCOOH
Kommen wir jetzt zur Strukturformel der einfachsten Carbonsäure. Du hast im Molekül eine Carboxylgruppe, also -COOH-Gruppe. Somit kannst du zwischen den Molekülen Wasserstoffbrückenbindungen ausbilden.
Die Wasserstoffbrückenbindungen erklären auch die vergleichsweise hohen Siede- und Schmelzpunkte. Das Propan beispielsweise hat eine ähnliche molare Masse, aber deutlich geringe Siede- und Schmelzpunkte. Beim Siede- und Schmelzvorgang musst du nämlich noch zusätzliche Wärmeenergie hinzufügen, um die Wasserstoffbrückenbindungen aufzubrechen. Beim Propan hast du keine Wasserstoffbrückenbindungen.
Dadurch, dass das Ameisensäuremolekül strukturell einem Aldehyd sehr ähnlich sieht, wirkt die die Säure ebenfalls reduzierend. Bei einem Aldehyden ist die -OH-Gruppe des Moleküls einfach durch ein Wasserstoffatom oder eine Kohlenstoffkette ersetzt. Reduzierende Verbindungen, also Verbindungen wie Aldehyde oder auch die Ameisensäure, die ihre Oxidationsstufe noch weiter erhöhen können, weist du mit der Fehling-Probe nach.
Möchtest du noch mehr zur Fehling-Probe wissen, dann schau dir hier unser Video dazu an!
Formiat-Anion
Das Formiat-Anion bildest du in einer Säure-Base-Reaktion . Eine Lösung von Methansäure reagiert sauer, da deine Carboxylgruppe in der Reaktion mit Wasser ein Proton abgibt.
Dabei ist deine negative Ladung am Formiat-Anion besonders gut verteilt, also mesomer stabilisiert.
Methansäure Herstellung
Ameisensäure gewinnst du heutzutage vor allem aus Methanol und Kohlenstoffmonoxid. Die Reaktion (80 °C, 40 bar) hat zwei Stufen, in denen sich zuerst als Zwischenprodukt Methylformiat (HCOOCH3) bildet.
CH3OH + CO → HCOOCH3
HCOOCH3 + H2O → HCOOH + CH3OH
Das Methylformiat wird anschließend zur Ameisensäure hydrolysiert .
Zudem kannst du ebenfalls Natriumhydroxid mit Kohlenstoffmonoxid zuerst bei 130 °C und 6 bar zum Natriumformiat (HCOONa) reagieren lassen.
NaOH + CO → HCOONa
2 HCOONa + H2SO4 → 2 HCOOH + Na2SO4
Das Natriumformiat setzt du danach einfach mit Schwefelsäure (H2SO4) in einer Neutralisationsreaktion nun erhältst neben dem Natriumsulfat (Na2SO4) dann deine Ameisensäure.
Methansäure Verwendung
Typisch für die Methansäure ist die Bildung von Salzen. Dabei entsteht das Formiat und entweder Wasserstoff oder Wasser als Nebenprodukt. Schauen wir und als erstes die Reaktion von Calcium mit Methansäure an.
Ca + 2 HCOOH → (HCOO)2Ca + H2
Es entsteht Calciumformiat und Wasserstoff. Die Reaktion ist ebenfalls eine Methode, um im Labor Wasserstoff herzustellen. Das Calciumformiat wird teilweise als Lebensmittelzusatzstoff unter dem Namen E238 eingesetzt.
Auch Metalloxide wie zum Beispiel Kupferoxid bilden mit der Methansäure Formiate.
CuO + 2 HCOOH → (HCOO)2Cu + H2O
Jedoch entsteht hier neben dem Kupferformiat statt dem Wasserstoff Wasser als Nebenprodukt.
Metallformiate wie neben dem Calciumformiat auch das Natriumformiat (E237) oder auch die Ameisensäure (E236) dienten früher als Lebensmittelzusatzstoffe, wurden inzwischen aber weitestgehend verboten. In der Medizin verwendest du Ameisensäure under anderem zur Bekämpfung von Warzen und als Medikament gegen Rheuma. Weitere Anwendungsmöglichkeiten bestehen im Zusatz in Reinigungsmittel oder auch in der Textilindustrie zum Beizen und Imprägnieren. Darüber hinaus spielt die Nutzung als Reduktionsmittel beim Löten in der Elektronikproduktion ebenfalls eine große Rolle.
Methansäure Gefahren
Kommst du mit der Ameisensäure oder ihren Dämpfen in Kontakt, kommt es zu Reizungen in den Atemwegen und Augen. Schwere Verätzungen und Blasen können dabei die Folge sein. Neben Verätzungen können bei langfristiger Aussetzung tödliche Schäden an der Leber, Niere oder am Herzen auftreten.
Zudem müssen Behälter mit Methansäure gut belüftet sowie kühl gelagert werden, da beim Zerfall wie schon erwähnt das Atemgift Kohlenstoffmonoxid entsteht. Außerdem muss der Behälter einen Druckausgleich erlauben, da das Kohlenstoffmonoxid sonst einen Überdruck im Behälter erzeugen würde.
Methansäure (Ameisensäure) — häufigste Fragen
(ausklappen)
Methansäure (Ameisensäure) — häufigste Fragen
(ausklappen)-
Woraus besteht Ameisensäure?Ameisensäure (Methansäure) besteht aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff und hat die Formel
(Summenformel
). Im Molekül steckt eine Carboxylgruppe
, also eine Kombination aus
und
, die an ein weiteres Wasserstoffatom gebunden ist.
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Ist Ameisensäure dasselbe wie Essig?„Essig“ ist kein einzelner reiner Stoff, sondern ein Gemisch, das hauptsächlich aus Wasser und Essigsäure (Ethansäure)
besteht. Ameisensäure (Methansäure)
ist dagegen eine andere Carbonsäure mit anderer Struktur und anderen Eigenschaften, auch wenn beide sauer reagieren und ähnlich riechen können.
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Ist Methansäure giftig?Methansäure
ist stark ätzend und gesundheitsschädlich, weil sie Haut und Augen schwer verätzen kann und ihre Dämpfe die Atemwege reizen. Bei längerer oder hoher Belastung sind auch schwere Schäden an Organen möglich. Außerdem kann Methansäure beim Zerfall Kohlenstoffmonoxid bilden, das ein Atemgift ist.
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Ist Methansäure eine starke Säure?Methansäure
ist keine starke Säure, sondern eine schwache bis mittelstarke Carbonsäure. Das zeigt sich auch am
-Wert von
, der deutlich höher liegt als bei starken Mineralsäuren. In Wasser gibt Methansäure deshalb nur einen Teil ihrer Protonen ab und bildet Formiat-Ionen.
Carbonsäuren verstehen
Methansäure gehört zu den Carbonsäuren und ist die einfachste Verbindung dieser Stoffgruppe. Wer sich mit Carbonsäuren beschäftigt, vergleicht Struktur, Eigenschaften und typische Reaktionen dieser organischen Säuren. Dabei wird klar, wie die Carboxylgruppe das Verhalten eines Stoffes prägt und warum sich Säurestärke, Löslichkeit und Siedepunkt unterscheiden. Weitere Videos dazu findest du in unserem Chemiebereich.