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Was waren die Kreuzzüge und wie verliefen sie? Wir erklären dir hier und im Video die wichtigsten Fakten zu den mittelalterlichen Kriegszügen.

Inhaltsübersicht

Was waren die Kreuzzüge?

Kreuzzüge waren Kriege im Mittelalter. Sie fanden zwischen dem späten 11. und dem späten 13. Jahrhundert statt. Dabei machten sich Christen (Kreuzritter) aus Europa auf den Weg in den Nahen Osten. Sie wollten die Gegend erobern, in der Jesus gelebt hatte. Ein besonders wichtiges Ziel war für sie Jerusalem — eine Stadt im sogenannten Heiligen Land, dem heutigen Israel und Palästina.

Viele Kreuzritter kamen dort jedoch nie an. Während der Kreuzzüge wurden viele Städte und Dörfer zerstört und zahlreiche Menschen getötet.

Die Grafik zeigt eine mittelalterliche Darstellung der Eroberung einer befestigten Stadt durch Kreuzritter. Bewaffnete Kämpfer greifen die Stadtmauern und Türme an, während andere mit Schiffen über das Wasser anlanden. Auf den Mauern verteidigen Soldaten die Stadt, während Angreifer Leitern nutzen und in die Befestigungen eindringen. Die Szene zeigt zahlreiche Ritter, Soldaten und Bewohner inmitten eines heftigen Kampfes um die Kontrolle über die Stadt.
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Kreuzritter erobern eine Stadt

Insgesamt gab es sieben Kreuzzüge. Alle wurden vom Papst unterstützt und richteten sich vor allem gegen muslimische Mächte im östlichen Mittelmeerraum. Den Auftakt gab Papst Urban II. im Jahr 1095 mit seinem Aufruf zur Befreiung Jerusalems.

Erster Kreuzzug 1095–1099 (Erfolg)

Der Aufruf von Papst Urban II., Jerusalem von muslimischen Herrschern zu befreien, traf auf große Begeisterung bei den christlichen Rittern. 

Daraufhin bildeten sich mehrere große Heere in Europa. Sie zogen gemeinsam Richtung Osten. Auf dem Weg dorthin kämpften sie sich durch Kleinasien — das heutige Gebiet der Türkei — und entlang der Küste des östlichen Mittelmeers.

Die Grafik zeigt eine historische Karte Europas und des Nahen Ostens zur Zeit des Ersten Kreuzzugs. Verschiedene Regionen und Herrschaftsgebiete sind farblich markiert, darunter Frankreich, das Heilige Römische Reich, Byzanz, die Fatimiden, die Groß-Seldschuken, die Rum-Seldschuken sowie russische Fürstentümer. Mehrere farbige Linien stellen die unterschiedlichen Routen der Kreuzfahrer dar, die von Westeuropa über Mitteleuropa und den Balkan nach Konstantinopel und weiter in Richtung Jerusalem führen. Auf der Karte sind außerdem wichtige Städte, Schlachtenorte und Verkehrswege eingezeichnet. Eine Legende erklärt die religiösen Zugehörigkeiten der Gebiete sowie die einzelnen Marschrouten der Kreuzfahrer.
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Der Verlauf des ersten Kreuzzugs

Das Ergebnis war ein klarer Erfolg für die Kreuzfahrer. Sie gründeten nach dem Sieg mehrere christliche Herrschaften im Heiligen Land. Die bedeutendste davon war das Königreich Jerusalem.

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Zweiter Kreuzzug 1147–1149 (Niederlage)

Der Auslöser für den zweiten Kreuzzug kam aus dem Norden des Heiligen Landes. Dort lag die Grafschaft Edessa — eine der christlichen Herrschaften, die nach dem ersten Kreuzzug entstanden waren. Im Jahr 1144 eroberten muslimische Truppen diese Grafschaft zurück. Das war ein schwerer Schlag für die Christen im Heiligen Land.

Papst Eugen III. rief daraufhin zum zweiten Kreuzzug auf. Das Ziel war klar: Die Lage im Norden stabilisieren und die verlorenen Gebiete sichern.

Doch das Unternehmen scheiterte aus zwei Gründen:

  • Mangelnde Koordination: Die beteiligten Heere handelten nicht gemeinsam. Es gab keine abgestimmte Strategie.
  • Militärische Rückschläge: Der entscheidende Angriff auf die Stadt Damaskus (im heutigen Syrien) schlug fehl. Die Kreuzfahrer brachen die Belagerung ab und zogen sich zurück.

Der zweite Kreuzzug endete 1149 ohne Erfolg. Der Verlust der Grafschaft Edessa konnte nicht rückgängig gemacht werden

Dritter Kreuzzug 1189–1192 (Niederlage)

Im Jahr 1187 eroberte der muslimische Feldherr Saladin Jerusalem zurück. Die christlichen Herrscher Europas reagierten daraufhin mit einem neuen Kreuzzug. Doch das Unternehmen stand von Anfang an unter einem schlechten Stern.

Zwei Ereignisse prägten den Verlauf besonders:

  • Tod Barbarossas. Kaiser Friedrich I. — auch „Barbarossa“ genannt — führte das größte Heer. Er ertrank jedoch auf dem Weg ins Heilige Land beim Überqueren eines Flusses in Kleinasien. 
  • Richard Löwenherz gegen Saladin. Der englische König Richard I. übernahm die Führung des Kreuzzugs. Er errang mehrere Siege an der Küste des Heiligen Landes. Jerusalem selbst konnte er jedoch nicht zurückerobern.

1192 endete der dritte Kreuzzug mit einem Waffenstillstand. Christen durften Jerusalem besuchen, aber es blieb weiterhin in muslimischer Hand.

Vierter Kreuzzug 1202–1204 (Niederlage)

Der vierte Kreuzzug war von Anfang an auf das Heilige Land ausgerichtet. Doch er endete an einem völlig anderen Ort.

Das ursprüngliche Ziel war Ägypten. Doch noch bevor sie ihr Ziel erreichten, geriet das Unternehmen aus dem Ruder:

  • Die Kreuzfahrer hatten kein Geld, um ihre Schiffe zu bezahlen.
  • Als Gegenleistung übernahmen sie militärische Aufgaben für Venedig — und wurden so in innere Konflikte des Byzantinischen Reiches hineingezogen.

Im Jahr 1204 plünderten die Kreuzfahrer schließlich Konstantinopel — die Hauptstadt des Byzantinischen Reiches und eine der größten christlichen Städte der Welt. Die Folgen waren gravierend. Neben einem Imageschaden, wurde die Spaltung zwischen der römisch-katholischen Kirche im Westen und der orthodoxen Kirche im Osten noch größer.

Was war der Kinderkreuzzug?

Der Kinderkreuzzug von 1212 zählt nicht zu den sieben Kreuzzügen. Damals brachen Gruppen — darunter viele Jugendliche — in Richtung Heiliges Land auf. Es gab jedoch keine militärische Struktur, weshalb das Unternehmen scheiterte, bevor es sein Ziel erreichte.

Fünfter Kreuzzug 1228–1229 (Erfolg)

Der fünfte Kreuzzug unterschied sich grundlegend von allen vorherigen. Friedrich II. war der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Er sprach Arabisch, kannte die muslimische Welt gut und pflegte Kontakte zum ägyptischen Sultan Al-Kamil. Dieses Verhältnis nutzte er gezielt.

So verlief der Kreuzzug:

  • Verhandlungen statt Schlachten: Er einigte sich mit Sultan Al-Kamil in einem Vertrag auf die friedliche Übergabe mehrerer Städte.
  • Ergebnis des Vertrags: Jerusalem, Bethlehem und Nazareth kamen für etwa ein Jahrzehnt unter christliche Kontrolle.
  • Königstitel: Friedrich krönte sich anschließend selbst zum König von Jerusalem.

Der fünfte Kreuzzug endete 1229 mit einem Verhandlungserfolg. Friedrich II. gewann Jerusalem durch Diplomatie. Allerdings war der Triumph nicht von Dauer. Um 1244 verloren die Christen Jerusalem erneut an muslimische Kräfte.

Sechster Kreuzzug 1248–1254 (Niederlage)

Ludwig IX., König von Frankreich, führte den sechsten Kreuzzug an. Seine Strategie war eine andere als die früheren Kreuzzüge: Er wollte nicht direkt ins Heilige Land ziehen. Stattdessen plante er, zuerst Ägypten zu schwächen.

Ludwigs Heer landete in Ägypten und eroberte die Hafenstadt Damiette. Die Kreuzfahrer stießen weiter Richtung Kairo vor — gerieten jedoch in einen Hinterhalt. Das Heer erlitt schwere Verluste durch Krankheiten und militärische Rückschläge. 1250 wurde Ludwig IX. selbst gefangen genommen. Gegen ein hohes Lösegeld kam er frei — Damiette musste jedoch zurückgegeben werden.

Im Jahre 1254 endete der sechste Kreuzzug ohne dauerhaften Gewinn

Siebter Kreuzzug 1270 (Niederlage)

Auch der siebte Kreuzzug wurde von Ludwig IX. angeführt — genau wie der sechste. Doch diesmal wählte er ein anderes Ziel: Nicht das Heilige Land, sondern die nordafrikanische Stadt Tunis.

Ludwigs Idee war strategisch gedacht. Er hoffte, den Herrscher von Tunis zum Christentum zu bekehren und so einen neuen Verbündeten im Kampf um das Heilige Land zu gewinnen. Doch der Plan scheiterte schnell:

  • Noch bevor es zu großen Kämpfen kam, brach eine Seuche im Heer aus.
  • Ludwig IX. selbst starb noch im selben Jahr an der Krankheit.

Der siebte Kreuzzug war der letzte und endete 1270 mit dem Tod Ludwigs IX. in Tunis. In den darauffolgenden Jahren wurden die verbliebenen christlichen Städte nach und nach von den Muslimen zurückerobert. Die letzte Kreuzfahrerfestung fiel Ende des 13. Jahrhunderts.

Zusammenfassung der Kreuzzüge

Hier siehst du alle sieben Kreuzzüge mit ihren Jahreszahlen noch einmal auf einen Blick:

Kreuzzug Zeitraum
1. Kreuzzug 1095–1099
2. Kreuzzug 1147–1149
3. Kreuzzug 1189–1192
4. Kreuzzug 1202–1204
5. Kreuzzug 1228–1229
6. Kreuzzug 1248–1254
7. Kreuzzug 1270

Tempelritter

Die Kreuzzüge waren lange Kriege — doch wer führte sie tatsächlich an? Erfahre in unserem Beitrag über die Tempelritter, welche Geheimgesellschaft hinter den Kreuzzügen stand und welche Macht sie über Jahrhunderte ausübte.

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