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Das Mittelalter war eine Zeit großer Umbrüche, Entdeckungen und Erfindungen. Hier und im Video erfährst du, wie die Menschen damals lebten und was aus dieser Epoche bis heute geblieben ist.

Quiz zum Thema Mittelalter
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Inhaltsübersicht

Was ist das Mittelalter?

Stell dir vor, du reist 1500 Jahre in der Zeit zurück. Du stehst auf einem staubigen Feldweg, umgeben von kleinen Holzhäusern. In der Ferne ragt eine Burg über das Land, und Glocken läuten vom Kirchturm. Du bist mitten im Mittelalter gelandet — einer Epoche, die etwa vom Jahr 500 bis 1500 nach Christus dauerte.

Damals bestimmten Könige das Leben der Bevölkerung. Die meisten Menschen waren Bauern, die hart arbeiteten und oft kaum genug zum Leben hatten. Lesen und Schreiben konnten nur wenige. Dafür war der Glaube an Gott allgegenwärtig, denn die Kirche entschied, was richtig und falsch war.

Übrigens: Der Name „Mittelalter“ kommt daher, dass diese Zeit zwischen zwei anderen großen Epochen liegt: der Antike und der Neuzeit. Sie ist also das „mittlere“ Zeitalter.

Aufbruch, Umbruch, Übergang — wie das Mittelalter eingeteilt wird

Es ist gar nicht so einfach zu sagen, wann genau das Mittelalter begann oder wann es endete. Doch heute sind sich die meisten Forscher einig: Die Übergänge waren nicht plötzlich, sondern entwickelten sich über viele Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte.

Trotzdem hilft eine grobe Einteilung, um die Geschichte besser zu verstehen. Auch hier sind die genauen Daten umstritten — aber die drei Namen haben sich durchgesetzt:

  • Frühmittelalter (ca. 500–1050)
    Nach dem Zerfall des Römischen Reiches entstanden in Europa viele neue Reiche. Diese Zeit war geprägt von Unsicherheit und Neuordnung. Die meisten Menschen lebten sehr einfach und oft in kleinen, ländlichen Gemeinschaften. Gleichzeitig gewann die christliche Kirche immer mehr Macht — sie wurde zu einer Kraft, die Politik und Alltag stark beeinflusste.
     
  • Hochmittelalter (ca. 1050–1250)
    Mit der Zeit stabilisierten sich die neuen Reiche und Europa begann aufzublühen. Städte wuchsen, es entstanden wichtige Handelswege, und erstmals wurden Universitäten gegründet. Ritter spielten zudem eine große Rolle, weil sie sowohl militärisch als auch politisch die wichtigsten Stützen eines Herrschers waren. Gleichzeitig wuchs in der Bevölkerung das Interesse an Bildung, sodass nicht mehr nur Geistliche Zugang zu Wissen hatten.
     
  • Spätmittelalter (ca. 1250–1500)
    Im Spätmittelalter geriet Europa erneut in eine Krisen- und Wandelphase. Krankheiten wie die Pest töten Millionen Menschen und schwächten viele Regionen. Gleichzeitig brachen große Konflikte aus, etwa der Hundertjährige Krieg oder die Kreuzzüge. Trotz dieser schweren Zeiten entstanden aber auch wichtige Neuerungen: Der Buchdruck machte Wissen schneller verfügbar und neue Weltkarten veränderten das Denken vieler Menschen. Diese Entwicklungen bereiteten den Weg für die Neuzeit.

Übrigens: Die Kreuzzüge waren große Reisen von Rittern und Soldaten in den Nahen Osten. Ihr Ziel war es, wichtige christliche Orte zurückzuerobern. Viele starben auf diesen Wegen, aber es kam auch neues Wissen aus fernen Ländern zurück nach Europa.

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Alltägliches Leben im Mittelalter — die Ständegesellschaft

Das Leben im Mittelalter war für viele Menschen hart — ob auf dem Land oder in der Stadt. Denn zu dieser Zeit war die Gesellschaft in sogenannte Stände eingeteilt. Jeder Stand hatte feste Aufgaben und Rechte:

Erster Stand: Die Geistlichen
Dazu gehörten Mönche, Bischöfe und Priester. Sie kümmerten sich um die Verbreitung des Glaubens, leiteten Gottesdienste und verwalteten Klöster. Viele Geistliche konnten lesen und schreiben und waren von Steuern befreit — ein Privileg, das nur wenige besaßen.

Zweiter Stand: Der Adel
Könige, Fürsten, Grafen und Ritter bildeten den mächtigsten Stand. Sie besaßen Land, führten ihre Truppen in Kriegen an und bestimmten über die Bauern, die auf ihren Feldern arbeiteten. Ihr Alltag sah ganz anders aus als der der einfachen Leute: Sie lebten in Burgen, trugen kostbare Kleidung, aßen reichlich und mussten keine Steuern zahlen. Viele Adelige hatten sogar Diener, die sich um fast alles kümmerten.

Das Heilige Römische Reich

Im frühen Mittelalter entstand in Europa das Heilige Römische Reich. Es umfasste große Teile Mittel- und Südeuropas und verbindete somit viele verschiedene Sprachen und Völker.
An der Spitze stand ein Herrscher mit einer Doppelrolle: Er war König und Kaiser zugleich. Zu den bekanntesten Herrschern dieses Reiches gehörten zum Beispiel Karl der Große, der große Gebiete einte und Bildung förderte, und Otto der Große, der das Wahlkönigtum prägte und die Verbindung zur Kirche stärkte.

Dritter Stand: Die Bauern und einfachen Leute
Die meisten Menschen im Mittelalter gehörten zu diesem Stand. Sie arbeiteten hart auf dem Feld, mussten Abgaben leisten und ihren Herren gehorchen. Viele waren nicht frei und durften ohne Erlaubnis weder umziehen noch heiraten. Neben ihnen gehörten auch Handwerker und Händler zum dritten Stand. Sie hatten etwas mehr Freiheit, mussten aber ebenfalls hart arbeiten, um über die Runden zu kommen.
 

Gut zu wissen: Zwischen den Ständen durfte niemand einfach wechseln. Wer als Bauer geboren wurde, blieb in der Regel sein Leben lang Bauer.

Das Leben in der Stadt

In den Städten sah das Leben anders aus als auf dem Land. Hier lebten vor allem Handwerker, Händler und Tagelöhner. Viele stellten Dinge her oder verkauften Waren. Sie wohnten meist in einfachen Häusern in der Nähe des Marktplatzes. Manche verdienten genug, um eine eigene Werkstatt oder einen kleinen Laden zu betreiben.

Auch in der Stadt gab es eine Art Ständegesellschaft — allerdings nicht so streng wie auf dem Land. Wer erfolgreich war, konnte sich hocharbeiten. Die reichsten Bürger durften sogar in den Stadtrat. Zudem gab es mehr Schulen, sodass viele Menschen die Möglichkeit hatten, zu lernen.

Trotzdem war das Leben in der Stadt nicht leicht. Es gab keine Abwassersysteme und Krankheiten breiteten sich schnell aus. 

Stadtluft macht frei

Im Mittelalter durften viele Bauern ihren Wohnort nicht einfach verlassen. Sie gehörten zu einem Grundherrn und mussten auf dessen Land arbeiten. Doch es gab einen Ausweg: die Flucht in die Stadt.

Wer es schaffte, dort ein Jahr und einen Tag zu leben, ohne vom ehemaligen Herrn gefunden zu werden, war frei. Dieses alte Gesetz nannte sich „Stadtluft macht frei“. Es bedeutete, dass die Städte Schutz boten — sogar für Unfreie. Deshalb hofften viele auf ein neues Leben hinter den Stadtmauern.

Die Kultur des Mittelalters

Im Mittelalter wurde nicht nur gearbeitet und gekämpft — es wurde auch gedichtet und musiziert. Viele Kirchen und Burgen, die du heute noch besichtigen kannst, entstanden in dieser Zeit. Charakteristisch für diese Zeit ist ihre Architektur: Hohe Türme und bunte Glasfenster prägten viele Gebäude.

Ab dem 12. Jahrhundert gab es in Europa die ersten Universitäten. Dort lernten junge Männer Lesen und Schreiben — meist in Verbindung mit der Kirche. Auch die Klöster spielten eine wichtige Rolle beim Lernen. In vielen von ihnen wurde Wissen gesammelt und Bücher abgeschrieben.

Zur Unterhaltung sangen Menschen Lieder oder erzählten Geschichten. Manche dieser Texte, zum Beispiel über mutige Ritter oder heimliche Liebe, sind bis heute erhalten. Musik wurde oft mit einfachen Instrumenten gespielt — etwa mit der Laute oder Flöte. Wie genau sie klang, weiß heute aber niemand mehr ganz genau, denn nur wenige Notenblätter konnten aus dem Mittelalter erhalten werden.

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Entdeckung Amerikas

1492 brach Christoph Kolumbus mit seinen Schiffen auf, um einen neuen Weg nach Indien zu finden. Stattdessen entdeckte er einen völlig unbekannten Kontinent: Amerika. Diese Entdeckung beendete das Mittelalter und leitete die Neuzeit ein.

Welche Folgen die Reise von Kolumbus hatte und was genau bei der Entdeckung Amerikas geschah, erfährst du hier!

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