Was ist ein Spannungsteiler und wofür brauchst du ihn in der Physik? Das erfährst du hier und in diesem Video!
Inhaltsübersicht
Was ist ein Spannungsteiler?
Ein Spannungsteiler nimmt eine vorhandene elektrische Spannung und teilt sie in kleinere Spannungen auf. Das funktioniert mit zwei Widerständen: Widerstand R1 und Widerstand R2. Diese schaltest du direkt hintereinander. Das nennt sich auch Reihenschaltung.
Du nutzt einen Spannungsteiler, wenn eine Stromquelle — zum Beispiel ein Netzteil oder eine Batterie — eine zu hohe Spannung liefert. Diese Spannung nennst du Gesamtspannung Uges. Ein Bauteil, das 5 Volt verträgt und an einer 12 Volt Stromquelle hängt, würde beispielsweise durchbrennen und kaputtgehen.
Deshalb teilt der Spannungsteiler die Spannung so auf, dass exakt die 5 V ankommen, die dein Bauteil braucht. Die nennst du dann die Ausgangsspannung U2.
Je nachdem, ob ein Bauteil angeschlossen ist oder nicht, sprichst du von einem belasteten oder unbelasteten Spannungsteiler. Sehen wir uns die beiden Arten jetzt genauer an.
Was ist ein unbelasteter Spannungsteiler?
Ein unbelasteter Spannungsteiler enthält nur die Widerstände R1 und R2. Am Ausgang ist dann nichts angeschlossen, was Strom zieht (zum Beispiel ein Messgerät).
Die Spannung teilt sich auf und du kannst direkt am Widerstand R2 die Ausgangsspannung U2 entnehmen.
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich
Nach Beantwortung speichern wir deine Antwort, um Studyflix zu verbessern. Mehr dazu erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.
So berechnest du den unbelasteten Spannungsteiler
Sehen wir uns jetzt an, wie du in zwei Schritten die Ausgangsspannung U2 in einem unbelasteten Spannungsteiler berechnest:
➡️Beispiel: Du möchtest U2 herausfinden und hast folgende Werte:
– Gesamtspannung: Uges = 12 V
– Widerstand 1: R1 = 8 kΩ
– Widerstand 2: R2 = 4 kΩ
Dafür setzt du die Werte in die beiden Gleichungen ein:
-
Gesamtwiderstand bestimmen: Rges = R1 + R2
Rges = 8 kΩ + 4 kΩ = 12 kΩ -
Ausgangsspannung berechnen: U2 =

U2 =
Tipp: U2 muss kleiner als Uges sein. Ist das nicht so, dann versteckt sich vermutlich irgendwo ein Rechenfehler.
Plausibilitätscheck: U2 beträgt 4 V, während Uges einen Wert von 12 V hat. Somit ist U2 also kleiner als Uges und das Ergebnis ist plausibel.
Allgemein gilt für die Spannung Un am Widerstand Rn in einer Reihenschaltung:
Un = 
Für die Spannung U1 an R1 ergibt sich dementsprechend die Gleichung: U1 = 
Was ist ein belasteter Spannungsteiler?
Schließt du ein Bauteil an, das selbst Strom benötigt, wird der Spannungsteiler belastet. Dieses Bauteil wirkt wie ein zusätzlicher Widerstand zu R2. Du nennst ihn Lastwiderstand RL. Dadurch sinkt der Widerstand an R2 und die Ausgangsspannung U2 wird kleiner.
Das verändert auch die Schaltung grundlegend, weil RL jetzt parallel zu R2 liegt. Diese Parallelschaltung verhält sich wie ein einziger, kleinerer Widerstand. Diesen Ersatzwiderstand nennst du R2L.

R2L ist immer kleiner als R2 allein. Denn eine Parallelschaltung ergibt immer einen kleineren Gesamtwiderstand als der kleinste der Einzelwiderstände.
Aus diesem kleineren R2L folgen drei Effekte:
- Der Gesamtwiderstand der Schaltung sinkt, weil R2L kleiner als R2 ist.
- Der Gesamtstrom steigt, weil der Gesamtwiderstand kleiner geworden ist.
- U2 fällt, weil die Spannung jetzt an einem kleineren R2L abfällt.
Das Ergebnis: Die Ausgangsspannung U2 ist beim belasteten Spannungsteiler immer kleiner als im unbelasteten Fall.
Wie stark die Ausgangsspannung U2 abfällt, hängt vom Verhältnis zwischen dem Lastwiderstand RL und dem Widerstand R2 ab. Je kleiner der RL im Vergleich zu R2 ist, desto stärker sinkt die Ausgangsspannung U2. Ein kleinerer Widerstand R1 wirkt dem entgegen, weil er den Spannungsabfall über dem oberen Widerstand verringert und so die Ausgangsspannung U2 anhebt.
So berechnest du den belasteten Spannungsteiler
Auch die Ausgangsspannung beim belasteten Spannungsteiler berechnest du in zwei Schritten:
➡️Beispiel: Du möchtest U2 berechnen und hast folgende Werte:
– Gesamtspannung: Uges = 12 V
– Widerstand 1: R1 = 8 kΩ
– Widerstand 2: R2 = 4 kΩ
– Lastwiderstand: RL = 4 kΩ
Du setzt die Werte in die beiden Gleichungen ein:
-
Ersatzwiderstand berechnen:

-
Ausgangsspannung berechnen:

Wichtig: U2 muss kleiner sein als im unbelasteten Fall.
Die Ausgangsspannung U2 beträgt also 2,4 V. Im unbelasteten Fall lag sie bei 4 V. Durch die Last ist U2 auf 2,4 V gefallen, also um 40 %. Das zeigt: Liegt der Lastwiderstand RL im Bereich des Widerstands R2, dann ist der Einfluss der Last enorm.
Tipp: Ist RL mindestens zehnmal so groß wie R2, dann ist der Einfluss des Lastwiderstands gering. Du kannst dann mit der einfacheren unbelasteten Formel rechnen und bekommst trotzdem ein brauchbares Ergebnis.
Wie groß müssen Widerstände im Spannungsteiler sein?
Welche Widerstandswerte du wählst, entscheidet darüber, wie stabil die Ausgangsspannung U2 unter Last bleibt. Zur Orientierung hilft dir die folgende Daumenregel:
Der Teilerstrom, also der Strom durch R1 und R2, sollte deutlich größer sein als der Laststrom durch RL. Als Richtwert gilt ein Faktor von 5- bis 10-mal so viel. Ist der Teilerstrom zum Beispiel zehnmal so groß wie der Laststrom, beeinflusst der Lastwiderstand RL die Spannungsverteilung kaum noch. Die Ausgangsspannung U2 bleibt dann auch bei wechselnder Last stabil.
Welcher Widerstandswert für dich passend ist, hängt aber auch davon ab, was du erreichen möchtest. Denn größere Widerstände bedeuten einen kleineren Teilerstrom und damit geringere Verlustleistung. Das ist gut für den Stromverbrauch. Kleinere Widerstände hingegen erhöhen den Teilerstrom und machen den Teiler stabiler gegenüber Laständerungen und elektrischen Störsignalen.
Du brauchst einen Spannungsteiler immer dann, wenn Spannung verringert werden soll. Deshalb kommen sie zum Beispiel bei Sensoren und Transistoren zum Einsatz. Aber auch für Messungen und als Steuerung für Audiosignale und Helligkeitsdimmer nutzt du Spannungsteiler.
Schaltungen verstehen
Der Spannungsteiler gehört zu den elektrischen Schaltungen und ist ein einfaches Mittel, um Spannungen anzupassen. Weitere Videos zu Spannung, Strom, Widerstand und Schaltungen findest du in unserem Elektrotechnikbereich.