Der Break-even-Point ist eine wichtige Kennzahl in der Wirtschaft. Was er aussagt und wie du ihn berechnest, erfährst du hier und im Video!
Inhaltsübersicht
Was ist der Break-even-Point?
Der Break-even-Point ist der Punkt, an dem ein Unternehmen genauso viele Einnahmen wie Ausgaben hat. Das bedeutet, die Erlöse decken genau die Gesamtkosten — es entsteht weder Gewinn noch Verlust. Deshalb wird der Break-even-Point auch als „Gewinnschwelle“ oder „Kostendeckungspunkt“ bezeichnet.
In einem Diagramm ist der Break-even-Point der Schnittpunkt zwischen zwei Linien:
- der Umsatzkurve, die zeigt, wie viel Geld durch Verkäufe eingenommen wird,
- und der Gesamtkostenkurve, die alle Fixkosten und variablen Kosten enthält.
Ab diesem Schnittpunkt beginnt ein Unternehmen, Gewinn zu machen. Davor befindet es sich in der Verlustzone — also in der Phase, in der mehr Geld ausgegeben als eingenommen wird.
Wofür ist der Break-even-Point wichtig?
Der Break-even-Point zeigt also, ob und ab wann sich ein Produkt oder eine Geschäftsidee lohnt. So wissen Unternehmen, wie viel sie mindestens verkaufen müssen, um nicht ins Minus zu rutschen — und ob das überhaupt realistisch ist. Das ist vor allem in der Gründungsphase entscheidend.
Aber auch Investoren und Banken interessieren sich für den Break-even-Point. Sie wollen wissen, ab wann ein Unternehmen profitabel arbeitet und sie ihre Kredite zurückgezahlt bekommen.
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Beispiel zur Berechnung des Break-even-Points
Der Inhaber eines kleinen Coffee-Trucks verkauft frisch gebrühten Kaffee auf dem Uni-Campus. Um herauszufinden, ab wie vielen Bechern er seine Kosten deckt, rechnest du den Break-even-Point aus.
Du hast folgende Infos gegeben:
- Fixkosten pro Tag (z. B. Standmiete, Versicherung, Strom): 300 €
- Variable Kosten pro Becher (z. B. Becher, Kaffee, Milch, Zucker): 0,80 €
- Verkaufspreis pro Becher: 2,80 €
Die Werte setzt du nun in die Formel für den Break-even-Point ein:
Break-even-Absatz = Fixkosten ÷ (Verkaufspreis — variable Kosten)
Break-even-Absatz = 300 € ÷ (2,80 € — 0,80 €)
Break-even-Absatz = 300 € ÷ 2,00 € = 150
Der Kaffee-Verkäufer muss also 150 Becher Kaffee verkaufen, um seine täglichen Kosten zu decken. Jeder zusätzliche Becher bringt ihm dann einen Gewinn.
Erwartest der Inhaber, pro Tag mindestens 200 Becher Kaffee zu verkaufen, lohnt sich sein Business. Denn dann hat er die Kosten definitiv gedeckt. Prophezeit er hingegen nur 100 verkaufte Becher, sollte er seinen Coffee-Truck überdenken — sonst wird es langfristig ein Minus-Geschäft.
So funktioniert die Rechnung
Um die Berechnung genauer zu verstehen, solltest du dir die Herleitung der Formel anschauen.
Beim Break-even-Point interessiert dich die Stückzahl (x), bei der kein Gewinn und kein Verlust entsteht. Mathematisch bedeutet das:
Gewinn = Erlös — Kosten = 0
Der Erlös (E) ist das Geld, das du mit dem Verkauf deiner Produkte einnimmst. Wenn du x Produkte verkaufst und jedes kostet p Euro, dann gilt:
E = p • x
Die Gesamtkosten (K) setzen sich aus zwei Teilen zusammen: den Fixkosten (Kf) und den variablen Kosten pro Stück (kv). Fixkosten fallen immer an, egal wie viel du produzierst. Die variablen Kosten entstehen jedoch für jedes einzelne Produkt. Daher gilt:
K = kv • x + Kf
Da der Break-even-Point dort liegt, wo Erlös = Kosten ist, setzen wir beide Formeln gleich:
p • x = kv • x + Kf
Jetzt lösen wir die Gleichung nach x auf und fassen zusammen:
p • x — kv • x = Kf
x • (p — kv) = Kf
x = Kf ÷ (p — kv)
Das entspricht der Formel von oben: Fixkosten ÷ (Verkaufspreis — variable Kosten pro Stück)
Break-even-Point in der Praxis
Der Break-even-Point wird aber selten nur für ein einzelnes Produkt berechnet. In der Realität verkaufen Unternehmen oft mehrere Produkte gleichzeitig und die Verkaufszahlen schwanken zum Beispiel zwischen Sommer und Winter. Um solche Schwankungen zu berücksichtigen, treffen Unternehmen bestimmte Annahmen, die ihre Planung erleichtern:
Sie überlegen, welche Produkte typischerweise zusammen verkauft werden und schätzen, wie viele Einheiten sie in einem Zeitraum realistisch absetzen können. Dann werden diese Zahlen auf Woche, Monat oder Jahr hochgerechnet. So können sie den Break-even-Point für mehrere Produkte berechnen.
Die Break-even-Analyse ist zudem nicht nur für den Start eines Produkts oder eines Unternehmens geeignet. Auch im laufenden Geschäftsbetrieb hilft sie dabei, Entscheidungen fundiert zu treffen.
Wenn sich Rahmenbedingungen ändern, etwa durch höhere Materialkosten, sinkende Verkaufszahlen oder neue Wettbewerber, wird die Break-even-Analyse erneut durchgeführt. So können Unternehmen regelmäßig zu prüfen, ob einzelne Produkte oder ganze Geschäftsbereiche wirtschaftlich arbeiten.
Wirtschaftlichkeit
Mit dem Break-even-Point wissen Unternehmen also, ob sie wirtschaftlich arbeiten. Aber was bedeutet „wirtschaftlich“ eigentlich genau? Also zum Thema „Wirtschaftlichkeit“ findest du hier!
Break-even-Point — häufigste Fragen
(ausklappen)
Break-even-Point — häufigste Fragen
(ausklappen)-
Was ist die Break-even-Analyse?Die Break-even-Analyse ist eine Auswertung, bei der man Umsatz und Gesamtkosten gegenüberstellt, um den Break-even-Point (Gewinnschwelle) zu finden. Sie zeigt, ab welcher Absatzmenge die Erlöse genau die Kosten decken. Im Diagramm ist das der Schnittpunkt von Umsatzkurve und Gesamtkostenkurve.
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Wie berechnet man die Gewinnschwelle?Die Gewinnschwelle berechnet man, indem man Erlös und Kosten gleichsetzt und die Gleichung nach der Absatzmenge auflöst, bei der Gewinn null ist. Dazu setzt man typischerweise
und
gleich. Beispiel:
,
,
ergibt
.
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Wie berechnet man die Gewinnschwellenmenge?Die Gewinnschwellenmenge berechnet man mit
. Der Term
ist der Betrag, der pro verkauftem Stück zur Deckung der Fixkosten übrig bleibt. Beispiel Coffee-Truck:
.
-
Was ist der Unterschied zwischen Deckungsbeitrag und Break-Even-Point?Der Deckungsbeitrag ist der Betrag, der nach Abzug der variablen Kosten vom Umsatz übrig bleibt und zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Der Break-even-Point ist dagegen die Absatzmenge oder der Umsatz, bei dem genau keine Gewinne und keine Verluste entstehen. Am Break-even-Point entspricht der gesamte Deckungsbeitrag genau den Fixkosten.
Kostenrechnung verstehen
Der Break-even-Point gehört zur Kostenrechnung und zeigt die Grenze zwischen Verlust und Gewinn. Wer sich mit Kostenrechnung beschäftigt, ordnet Kosten, Erlöse und Preise in einfache Rechenmodelle ein. So wird klar, wie Unternehmen ihre Zahlen bewerten und wirtschaftliche Entscheidungen besser einschätzen. Im Wirtschaftsbereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.