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In diesem Beitrag und im Video  erfährst du, was Herstellkosten sind, wie sie sich zusammensetzen und wie du sie richtig berechnest.

Inhaltsübersicht

Was sind Herstellkosten?

Herstellkosten sind alle Kosten, die direkt bei der Herstellung von Produkten oder Gütern in einem Unternehmen entstehen. Sie setzen sich also aus den Materialkosten und den Fertigungskosten eines Produktes zusammen.

Herstellkosten = Materialkosten + Fertigungskosten

Wichtig: Weil die Ausgaben direkt mit der Herstellung des Produkts zusammenhängen, gehören Verwaltungs- und Vertriebskosten nicht zu den Herstellkosten.

Dafür brauchst du Herstellkosten

Mit den Herstellkosten kannst du als Unternehmen:

✓  sehen, wie teuer eine Produktion tatsächlich ist
✓  Verkaufspreise bestimmen
✓  Bestände richtig bewerten
✓  Wirtschaftlichkeit einzelner Produkte prüfen

So berechnest du die Herstellkosten

Um die Herstellkosten zu bestimmen, musst du zuerst die Material- und Fertigungskosten herausfinden.

📦 Zu den Materialkosten zählen alle Ausgaben, die mit dem Einsatz von Werkstoffen zusammenhängen. Du unterscheidest bei ihnen zwischen Materialeinzel- und Materialgemeinkosten.

🛠️ Fertigungskosten umfassen alle Kosten, die während der eigentlichen Produktion anfallen. Sie bestehen aus Fertigungseinzelkosten, Fertigungsgemeinkosten und Sondereinzelkosten der Fertigung.

Das Bild zeigt, wie du aus Materialeinzelkosten und Materialgemeinkosten die Materialkosten und aus Fertigungseinzelkosten, Fertigungsgemeinkosten und Sondereinzelkosten der Fertigung die Fertigungskosten berechnest -- Aus den Materialkosten und Fertigungskosten ergeben sich dann die Herstellkosten.
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Berechnung der Herstellkosten
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Kostenarten — Überblick

Damit du alle Kostenpunkte richtig zuordnest, wenn du die Herstellkosten berechnest, siehst du hier eine Übersicht mit den einzelnen Kostenarten:

Kostenart Erklärung Beispiel
Materialeinzelkosten Das sind Rohstoffe, die direkt in das Produkt eingehen.
  • Holz für einen Tisch
  • Stoff für ein Kleidungsstück
Materialgemeinkosten Sie entstehen bei der Beschaffung, Lagerung oder Verwaltung des Materials, können aber keinem einzelnen Produkt direkt zugeordnet werden.
  • Miete für Lagerräume
  • Kosten für den Warentransport
  • Kosten für die Materialkontrolle
Fertigungseinzelkosten Dazu gehören die Löhne der Mitarbeiter, die direkt an der Herstellung beteiligt sind.
  • Akkordlöhne
  • Zeitlöhne
Fertigungsgemeinkosten Kosten wie Maschinen, Energie oder Instandhaltung, die für die gesamte Produktion anfallen.
  • Miete für Produktionshallen
  • Stromkosten
  • Löhne für Hilfskräfte (z.B. Reinigung)
Sondereinzelkosten der Fertigung Spezielle Kosten, die nur für ein bestimmtes Produkt oder Auftrag entstehen.
  • Spezialwerkzeuge

Wichtig: Einzelkosten kannst du einem einzelnen Produkt zuordnen. Gemeinkosten kannst du nicht eindeutig zu einem Produkt zuordnen, weil sie für die gesamte Produktion anfallen. Du musst sie dann über geeignete Schlüssel oder Zuschläge auf die einzelnen Kostenträger verteilen.

So berechnest du die Herstellkosten — Beispiel

Wir zeigen dir jetzt, wie du die Herstellkosten an einem konkreten Beispiel berechnest.

➡️Beispiel

Du hast folgende Angaben gegeben:

  • Das Unternehmen produziert 10 Holztische.
  • Für Holzplatten und Schrauben fallen insgesamt 2.000 € an. 
  • Die Lagerung und Beschaffung des Materials verursachen 400 €.
  • Maschinen und Energie für die Produktion kosten 800 €.
  • Die Arbeit der Tischler kostet insgesamt 1.500 €.
  • Für eine spezielle Tischform wird eine Schablone benötigt, die einmalig 300 € kostet.

Du berechnest zuerst die Materialkosten:

Materialkosten = Materialeinzelkosten + Materialgemeinkosten
→ 2.000€ + 400€ = 2.400 €

Anschließend ermittelst du die Fertigungskosten. Das machst du so:

Fertigungskosten = Fertigungseinzelkosten + Fertigungsgemeinkosten + Sondereinzelkosten der Fertigung
1.500€ + 800€ + 300€ = 2.600 €

Dann hast du alles, was du für die gesamten Herstellkosten brauchst:

Herstellkosten = Materialkosten + Fertigungskosten
2.400 € + 2.600 € 5.000 €

Da das Unternehmen aber 10 Tische produziert, musst du die gesamten Herstellkosten noch durch die produzierte Stückzahl teilen.
5.000€ ÷ 10 = 500 € pro Stück

Herstellkosten vs. Herstellungskosten
  • Herstellkosten und Herstellungskosten klingen fast gleich, haben aber unterschiedliche Verwendungszwecke: Herstellkosten dienen der unternehmensinternen Preiskalkulation und sind Teil der internen Kostenrechnung.
  • Herstellungskosten sind dagegen ein Begriff aus dem externen Rechnungswesen (Jahresabschluss) und sind an der Bilanzierung beteiligt.

Selbstkosten

Die Herstellkosten erfassen alle Kosten der Produktion. Für die Kalkulation eines Verkaufspreises reicht das allein jedoch nicht aus. Hier kommen die Selbstkosten ins Spiel. Sie zeigen dir, wie viel Unternehmen für ein Produkt insgesamt bezahlen muss. Um das zu erreichen, erweitern sie die Herstellkosten um zwei weitere Kostenblöcke:

  • Verwaltungskosten (z. B. Gehälter der Buchhaltung, Büromiete)
  • Vertriebskosten (z. B. Werbekosten, Logistikkosten)

Alles Wichtige zu den Selbstkosten erfährst du in unserem Beitrag dazu.

Zum Video: Selbstkosten
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