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Wie reagierst du darauf, wenn dich jemand in deiner Entscheidungsfreiheit einschränkt? Dieser Frage geht die Theorie der Reaktanz nach. Was das ist und welche Arten es davon gibt, erfährst du hier und im Video .

Inhaltsübersicht

Reaktanz einfach erklärt

Stell dir vor, du willst einen Kaffee trinken, aber jemand verbietet es dir. Das verärgert dich und du willst den Kaffee noch mehr. Das ist Reaktanz. Sie ist eine Reaktion darauf, dass du dich in deiner persönlichen Freiheit eingeschränkt fühlst. Neben Verboten kann Reaktanz auch durch das Gefühl von Knappheit oder Manipulation entstehen.

Wie stark das Gefühl ist, hängt von mehreren Sachen ab:

  • Wichtigkeit: Wie wichtig ist die bedrohte Freiheit für dich? Je bedeutender die Freiheit, desto stärker ist die Reaktanz.

  • Stärke der Bedrohung: Wie stark oder direkt wird deine Freiheit bedroht? Direkte und klare Einschränkungen lösen in der Regel eine stärkere Reaktanz aus als schwache oder indirekte.

  • Menge der bedrohten Freiheiten: Wie viele deiner Freiheiten werden eingeschränkt? Wenn mehrere Freiheiten gleichzeitig bedroht sind, kann dies zu einer stärkeren Reaktanzreaktion führen.

Auftreten von Reaktanz

Reaktanz kommt in vielen Bereichen vor — zum Beispiel in der Erziehung, in der Werbung oder auch in der Gesundheitsförderung. Wenn ein Pharmaunternehmen z. B. zu aggressiv eine Impfung bewirbt, kann das zu einer Ablehnungshaltung führen. Deshalb ist es wichtig, die Reaktionen auf die empfundenen Einschränkungen zu verstehen:

  • ➡️ Verbotenes wird attraktiver: Ein klassisches Beispiel ist das Verbot von Alkohol während der Prohibition in den USA. Das Verbot machte den Alkohol jedoch umso reizvoller für viele Menschen. Deshalb stieg der illegale Alkoholkonsum an.
     
  • ➡️ Direkte Wiedererlangung der Freiheit: Angenommen, dein Chef verbietet dir, während der Arbeitszeit soziale Medien zu nutzen. Als Reaktion darauf nutzt du sie trotzdem, um deine Autonomie zu demonstrieren.
     
  • ➡️ Alternative Möglichkeiten suchen: Wenn jemandem das Rauchen in seinem Lieblingscafé untersagt wird, entscheidet er sich vielleicht dafür, stattdessen auf E-Zigaretten umzusteigen. Dadurch kann er seine Rauchgewohnheit beibehalten, ohne die Regel direkt zu brechen.
     
  • ➡️ Aggression: Schreibt dir jemand ständig vor, wie du dein Leben zu führen hast, könntest du wütend werden. Du willst dich deshalb gegen die Person zur Wehr zu setzen und machst genau das Gegenteil von dem, was dir vorgeschlagen wurde.
Umgang mit Reaktanz

Um Reaktanz vorzubeugen, solltest du empathisch kommunizieren, anderen Wahlmöglichkeiten bieten und ihre Autonomie achten. Zudem solltest du dir deiner eigenen Reaktanzreaktionen bewusst sein und sie kritisch hinterfragen.

Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich

Reaktanz — häufigste Fragen

(ausklappen)
  • Was ist der Reaktanz-Effekt?
    Der Reaktanz-Effekt beschreibt die innere Gegenreaktion, wenn jemand das Gefühl hat, dass seine Entscheidungsfreiheit eingeschränkt wird. Dann steigt oft der Druck, genau diese Freiheit wiederherzustellen. Typisch ist, dass das Verbotene oder Eingeschränkte plötzlich wichtiger und attraktiver wirkt.
  • Wie äußert sich Reaktanz?
    Reaktanz äußert sich oft in vier typischen Reaktionen: Die betroffene Person will das Verbotene erst recht, sie führt die eingeschränkte Handlung trotzdem aus, sie weicht auf eine ähnliche Alternative aus oder sie reagiert mit Ärger und Trotz. Gemeinsam ist, dass die Person sich gegen die Einschränkung stellt.
  • Welche Beispiele gibt es für den Reaktanz-Effekt?
    Beispiele für den Reaktanz-Effekt sind: Ein Lehrer verbietet Handys strikt, und plötzlich wollen alle erst recht aufs Handy schauen. Eine Werbung sagt „Nur heute verfügbar“, und das Produkt erscheint attraktiver. Eltern verbieten einen Freund, und das Treffen wird für die betroffene Person besonders reizvoll.
  • Woran erkennt man Reaktanz im Unterschied zu normaler Unzufriedenheit?
    Reaktanz erkennt man daran, dass die Person vor allem auf eine gefühlte Einschränkung der Wahlfreiheit reagiert und deshalb versucht, die Freiheit zurückzuholen. Normale Unzufriedenheit richtet sich eher gegen die Situation selbst. Bei Reaktanz sieht man häufiger Trotz, Gegenhalten oder absichtliches „Jetzt erst recht“.

Coping

Während Reaktanz zeigt, wie Menschen auf Einschränkungen reagieren, helfen Coping-Strategien, mit den entstandenen Gefühlen konstruktiv umzugehen. Wie das geht, erfährst du hier.  

Zum Video: Coping
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Weitere Inhalte: Psychologie

Bias & Reaktanz
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