Ein erholsamer Schlaf ist so gut wie Jedem wichtig. Was der REM Schlaf dabei für eine Rolle spielt und wieso es ohne den REM Schlaf fast keine Träume gibt, erfährst du hier und im Video !
Inhaltsübersicht
Was ist der REM Schlaf?
Der REM Schlaf ist ein Teil des menschlichen Schlafzyklus. REM steht dabei für Rapid Eye Movement. Diese Abkürzung beschreibt genau, was während der Schlafphase passiert: Die Augäpfel bewegen sich schnell hin und her. Außerdem wird die Atmung unregelmäßiger und Herzfrequenz und Blutdruck steigen an.
Jede Nacht durchläuft der Mensch den Schlafzyklus mehrere Male. Es wird zwischen dem NON-REM-Schlaf und dem REM-Schlaf unterschieden.
- Einschlafphase (läuft nur einmal ab)
- Leichter Schlaf
- Tiefschlafphase
- REM-Schlafphase
Jede Schlafphase ist durch andere Merkmale gekennzeichnet, wie zum Beispiel die Gehirn- und Muskelaktivität:
In den NON-REM-Phasen nehmen die Gehirnaktivität und die Gehirnströme ab. Während des REM Schlafs ist die Gehirnaktivität hingegen angeregt und fast so, wie im wachen Zustand.
Ablauf des Schlafzyklus
Jeder Schlafzyklus dauert circa 90 bis 110 Minuten. Während manche Menschen das Ende des Zyklus bemerken und aufwachen, schlafen andere die ganze Nacht durch. So durchläuft ein erwachsener Mensch circa 5 Zyklen pro Nacht.
Die REM-Schlafphase ist immer die letzte Phase im Schlafzyklus, in der auch die meisten Träume stattfinden. Nach der REM Phase beginnt der Zyklus wieder von Neuem. Mit jedem Zyklus wird die REM Schlafphase jedoch länger und die Tiefschlafphasen werden kürzer.
Gut zu wissen: Auch das Alter hat Einfluss auf die Länge des REM Schlafs. Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 15 Jahren verbringen etwa ein Viertel ihres Schlafs in der REM Phase. Mit steigendem Alter nimmt die Dauer der REM – oder Traumphase wieder ab.
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich
Was passiert mit dem Körper in der REM Schlafphase?
Ob sich jemand im REM Schlaf befindet, ist leicht an den körperlichen Veränderungen erkennbar.
Wie der Name schon sagt, steht die REM Phase (Rapid Eye Movement) für schnelle Bewegungen der Augäpfel unter den Lidern. Außerdem misst das EEG eine hohe Gehirnaktivität und Herzfrequenz sowie Blutdruck steigen an. Zudem ist die Muskulatur zeitweise gelähmt.
Gut zu wissen: Das EEG ist ein medizinisches Instrument, das die elektrische Aktivität des Gehirns misst.
Doch was bedeutet das für den REM-Schlaf?
In der REM Schlafphase finden die meisten Träume statt, weshalb die Augen sich schnell hin und her bewegen. Gleichzeitig lähmt der Körper zeitweise die Muskulatur, um sich während des Schlafens nicht aus Versehen zu verletzen.
Interessant ist auch, dass sich während der REM Phase Zeichen sexueller Erregung bei Mann und Frau zeigen.
Was passiert in der REM Phase im Gehirn?
Der REM Schlaf wird vom Gehirn gesteuert. Neben vielen Botenstoffen von Nervenzellen sind auch gesamte Hirnareale an der Schlafphase beteiligt:
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Hirnstamm: Der Hirnstamm lässt die Muskelaktivität während des Schlafs herunterfahren. So kommt es während der Traumphase nicht zu ungewollten Bewegungen.
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Thalamus: Der Thalamus leitet normalerweise Informationen von den Sinnesorganen an die Gehirnrinde weiter. So versorgt er den Körper während der REM Phase mit Bildern, Eindrücken und Geräuschen für die Träume.
- Amygdala: Die Amygdala, auch Mandelkern genannt, beeinflusst Erinnerungen und Emotionen. Während des Traumes steuert sie zum Beispiel Angstreaktionen im Körper.
In welcher Schlafphase träumt man?
Die REM Schlafphase wird auch Traumzeit genannt, denn hier finden die meisten Träume statt. Deshalb sind auch die vegetativen Körperfunktionen (Atmung, Herzschlag, Stoffwechsel) in der REM Phase leicht erhöht.
Trotzdem ist es auch in den NON-REM-Schlafphasen möglich, zu träumen. Hier sind die Träume jedoch weniger ausgeprägt und die meisten können sich nach dem Aufwachen nicht mehr daran erinnern.
Träume helfen dabei, die Erlebnisse des Tages zu verarbeiten. Deshalb treten Albträume besonders bei Menschen auf, die unter Stress und Ängsten leiden.
Störung der REM Schlafphase — Verhaltensstörung
Laut Studien leiden 6 % der deutschen Bevölkerung an Schlafstörungen. Die REM-Schlaf-Verhaltensstörung ist eine typische Schlafstörung, die mit ungewollten Verhaltensauffälligkeiten einhergeht.
- Die Betroffenen haben sehr lebhafte Träume und gleichzeitig eine hohe Körperaktivität. Die typische Muskellähmung während der REM-Phase bleibt aus, weshalb Schreien, Schlagen und um-sich-treten zu dieser Verhaltensstörung gehören. Das kann zu Verletzungen bei der Person selbst oder dem Partner führen.
- Größtenteils tritt die REM-Schlaf-Verhaltensstörung als Nebenwirkung von Medikamenten oder bei Alkohol- oder Psychopharmakaentzug auf.
- Eine REM-Schlaf-Verhaltensstörung kann aber auch der Vorbote bestimmter Krankheiten sein. Zum Beispiel von Erkrankungen des zentralen Nervensystems, wie Parkinson.
Die gute Nachricht: REM-Schlaf-Verhaltensstörungen sind gut behandelbar. Eine frühe Diagnostik ermöglicht es, potenzielle Folgeerkrankungen zu entdecken. Deshalb empfiehlt es sich, bei langanhaltenden Schlafbeschwerden einen Arzt aufzusuchen.
Studien untersuchten den Zusammenhang zwischen der Sterblichkeit und der Menge an Schlaf, die ein Mensch durchschnittlich bekommt. Wer nur wenig REM-Schlaf erhält, ist anfälliger für körperliche und psychische Beschwerden. Zudem kann eine geringere REM-Schlafdauer zu höherer Mortalität führen.
Wie kann ich meinen REM-Schlaf verbessern?
Ein guter REM Schlaf hat also eine wichtige Bedeutung für unsere Gesundheit. Doch wie kannst du deinen REM-Schlaf verbessern?
Du kannst nicht speziell deine REM Schlafphase verbessern, sondern nur deinen gesamten Schlafrhythmus. Dabei helfen dir folgende Tipps:
✓ vor dem Schlafengehen lüften
✓ regelmäßige Einschlaf- und Aufwachzeiten antrainieren (auch am Wochenende)
✓ schwere Mahlzeiten und Sport kurz vor dem Schlafengehen vermeiden
✓ vor dem Schlafengehen Entspannungsübungen
machen
✓ Handy während der Abendroutine ausschalten
REM Schlaf — häufigste Fragen
(ausklappen)
REM Schlaf — häufigste Fragen
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Wie viel REM-Schlaf sollte man haben?REM-Schlaf macht bei den meisten Jugendlichen und Erwachsenen etwa 20–25 % der gesamten Schlafzeit aus. Bei 8 Stunden Schlaf sind das grob 1,5 bis 2 Stunden REM-Schlaf. Die genaue Menge schwankt aber von Nacht zu Nacht, weil sich die Schlafphasen je nach Stress, Gesundheit und Schlafdauer verschieben.
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Was ist wichtiger, REM oder Tiefschlaf?REM-Schlaf und Tiefschlaf sind beide wichtig, weil sie unterschiedliche Aufgaben haben. Tiefschlaf hängt besonders mit körperlicher Erholung zusammen, zum Beispiel mit Regeneration und dem „Runterfahren“ der Aktivität. REM-Schlaf hängt stärker mit Träumen und dem Verarbeiten von Eindrücken und Gefühlen zusammen. Entscheidend ist ein ausgewogener Schlaf mit beiden Phasen.
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Wann in der Nacht hat man am meisten REM-Schlaf?Am meisten REM-Schlaf tritt meist in der zweiten Nachthälfte auf, also eher Richtung Morgen. Der Grund ist, dass die REM-Phasen mit jedem neuen Schlafzyklus länger werden, während die Tiefschlafphasen im Verlauf der Nacht kürzer werden. Deshalb treten auch viele intensive Träume eher morgens auf.
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Warum sind die Muskeln im REM-Schlaf gelähmt?Die Muskeln sind im REM-Schlaf gelähmt, weil dein Gehirn dadurch verhindert, dass du deine Träume körperlich „nachspielst“. Dabei bremst der Hirnstamm die Signale an die Skelettmuskeln, obwohl das Gehirn insgesamt sehr aktiv ist. So schützt sich der Körper vor ungewollten Bewegungen und Verletzungen im Schlaf.
Schlafparalyse
Wenn die Bewegungsunfähigkeit in der REM Phase noch in der Aufwachphase andauert, sprichst du von einer Schlafparalyse. Was es damit auf sich hat, erfährst du hier!