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Was ist ein Soziopath, welches Verhalten ist typisch für ihn und wodurch entsteht die Persönlichkeitsstörung? Alles Wichtige über die Soziopathie findest du in diesem Beitrag heraus!

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Inhaltsübersicht

Was ist ein Soziopath?  

Kurz gesagt: Die Persönlichkeitsstörung Soziopathie zeigt sich vor allem durch rücksichtsloses, egoistisches und hinterhältiges Verhalten. Die meisten Soziopathen schrecken nicht davor zurück, andere Menschen zu manipulieren und zu verletzen, um ihre eigenen Ziele zu erreichen. In vielen Fällen reicht die Störung sogar so weit, dass Soziopathen Freude am Leiden anderer haben.

Grund dafür ist vor allem ihr geringes Einfühlungsvermögen . Zudem sind sich viele Soziopathen bei ihren Handlungen keiner Schuld bewusst.

Und das größte Problem an der Persönlichkeitsstörung: Die meisten Soziopathen sind nur schwer auf den ersten Blick zu erkennen. Denn sie sind talentiert darin, ihren wahren Charakter zunächst zu verschleiern. Mit der Zeit bröckelt die Fassade jedoch zwangsläufig und der Soziopath offenbart sich unfreiwillig.

Aber was genau bedeutet Soziopath nun eigentlich und woran kannst du einen Soziopathen oder eine Soziopathin möglicherweise erkennen? Das erfährst du jetzt und in unserem Video !

Soziopath Definition

Laut der psychologischen Definition eines Soziopathen handelt es sich dabei um einen Menschen, der in einem abnormalen Verhältnis zur Gesellschaft steht. Deshalb ist bei Soziopathie auch die Rede von einer dissozialen oder antisozialen Persönlichkeitsstörung.

Schon gewusst? Von einer Persönlichkeitsstörung wird dann gesprochen, wenn ein langanhaltendes und tiefverwurzeltes Verhaltensmuster vorliegt, das durch gestörte zwischenmenschliche Interaktionen gekennzeichnet ist. Darunter fallen neben der Soziopathie zum Beispiel Schizophrenie oder Narzissmus. 

Geprägt wurde der Begriff „Soziopath“ vom deutschen Psychiater Karl Birnbaum und dem US-Psychologen George Partridge. Sie und weitere Experten vermuten, dass rund 1 % bis 4 % der Weltbevölkerung unter den Symptomen eines Soziopathen leiden.

Erstaunlich: Ganze drei Viertel aller Soziopathen gehören scheinbar dem männlichen Geschlecht an, während Soziopathinnen gerade mal ein Viertel ausmachen. Allerdings ist nicht ganz sicher, ob der typische Soziopath tatsächlich in den meisten Fällen ein Mann ist oder ob sich soziopathische Züge bei Frauen schlichtweg anders und auf bisher unbekannte Weise äußern.

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Unterschied: Psychopath, Soziopath und Narzisst

Fälschlicherweise werden Soziopathen oft mit Psychopathen gleichgestellt. Zusammen mit den Narzissten teilen sie sich vor allem das fehlende Einfühlungsvermögen. Trotzdem gibt es wichtige Unterschiede zwischen den Persönlichkeitsstörungen:

Soziopathie (ca. 1 % der Menschen)

  • erlerntes Verhalten 
  • Soziopathen verfügen durchaus über Emotionen wie Angst oder Wut, können diese aber nicht kontrollieren

Psychopathie (ca. 4 % der Menschen)

  • genetischer Defekt, bei dem die Region des Gehirns für Mitgefühl und Impulskontrolle unterentwickelt ist
  • Psychopathen empfinden keine echten Gefühle

Narzissmus (ca. 8 % der Menschen)

  • angeeignetes Überlegenheitsgefühl, hinter dem oft ein geringes Selbstwertgefühl steckt
  • zeigen keine ausgeprägte Aggressivität und kein impulsives oder straffälliges Verhalten

Soziopath Merkmale

Soziopathen sind in der Regel geübt darin, sich zu tarnen. Auf den ersten Blick sind sie deshalb nur schwer zu entlarven. Häufig weist ein Soziopath jedoch Anzeichen auf, die auf die antisoziale Persönlichkeitsstörung hinweisen können:

Merkmale der inneren Gefühlswelt

  • Gefühlskälte und fehlendes Einfühlungsvermögen
    Beispiel: bleiben von schlechten Nachrichten völlig unberührt

  • Ständiges Verlangen, Macht über andere auszuüben
    Beispiel: machen anderen bewusst Schuldgefühle oder Vorwürfe, um sie dadurch besser kontrollieren zu können

  • Sprunghaftigkeit und Planlosigkeit
    Beispiel: halten Versprechungen nicht ein oder wechseln unüberlegt ihren Job oder Partner

  • Gewissenlosigkeit und Rücksichtslosigkeit
    Beispiel: nutzen ihre Mitmenschen aus, um einen eigenen Vorteil daraus zu ziehen

  • Hohe Risikobereitschaft
    Beispiel: treffen waghalsige Entscheidungen

  • Weder Scham noch Schuldgefühle
    Beispiel: übernehmen keine Verantwortung, wenn sie Fehler gemacht haben, sondern schieben die Schuld jemand anderem zu

  • Kaum Kontrolle über Impulse und Emotionen
    Beispiel: haben Emotionsausbrüche, vor allem Wutausbrüche, und sind sehr spontan

  • Leichte Reizbarkeit und schnell beleidigt
    Beispiel: gehen schlecht mit Kritik um

Merkmale im Verhalten gegenüber anderen

  • Oberflächlicher Charme und Charisma
    Beispiel: wirken anfangs sehr freundlich und zuvorkommend

  • Manipulation
    Beispiel: lügen andere krankhaft an, um zu bekommen, was sie möchten

  • Egoistisches und egozentrisches Verhalten
    Beispiel: stellen sich gerne in den Mittelpunkt

  • Gleichgültigkeit gegenüber Gesetzen und Regeln
    Beispiel: verhalten sich in vielen Fällen kriminell

  • Aggressivität und Gewaltbereitschaft
    Beispiel: geraten schnell in Auseinandersetzungen mit ihren Mitmenschen

  • Leben als Außenseiter in der Gesellschaft
    Beispiel: haben keine langfristigen oder tiefgründigen beruflichen und privaten Bindungen

Soziopathie Ursache  

In den meisten Fällen liegt der Grund für die dissoziale Persönlichkeitsstörung in der Kindheit des Soziopathen. Einschneidende Erlebnisse wie sexueller Missbrauch, Gewalt, Vernachlässigung oder fehlende Zuneigung können Traumata auslösen, die möglicherweise ein späteres soziopathisches Verhalten verursachen. 

Gut zu wissen: Ein Trauma bezeichnet eine psychische Ausnahmesituation — eine langfristige seelische Verletzung sozusagen. Sie wird durch überwältigende Ereignisse hervorgerufen, die das Leben einer Person erschüttern. So können beispielsweise Krieg oder der Tod eines nahestehenden Menschen ein Trauma verursachen.

Um dieses Trauma zu bewältigen, kann eine Person verschiedene Wege wählen: Das Verletzen anderer ist einer davon. Denn dadurch gelingt es ihr, Emotionen zu regulieren und sich von den eigenen Schmerzen zu entlasten. Soziopathie ist somit ein erlerntes Verhalten und dient als eine Art Überlebensstrategie.

Doch häufig entwickelt sich aus der ursprünglichen Bewältigungsstrategie eine Sucht nach dem Leiden anderer. Dann wird der Soziopath zur Gefahr für seine Mitmenschen.

Vermutete bekannte Soziopathen

Auch bei einigen der bekanntesten Personen der Welt wird eine soziopathische Persönlichkeitsstörung vermutet — bewiesen sind die Spekulationen jedoch nicht!

Beispielsweise galt der Apple-Chef Steve Jobs zwar als genial und charismatisch, gleichzeitig aber als völlig rücksichtslos.

Und auch der erste Mensch auf dem Mond, Neil Armstrong, war wohl eiskalt. Als er den ersten Schritt auf dem fremden Planeten tat, soll sein Herzschlag vollkommen unverändert gewesen sein.

Was ist ein Soziopath? — häufigste Fragen

(ausklappen)
  • Was bedeutet es, wenn jemand als Soziopath bezeichnet wird?
    Ein Soziopath zeigt eine dissoziale (antisoziale) Persönlichkeitsstörung mit egoistischem und rücksichtslosen Verhalten. Das zeigt sich oft darin, dass er andere manipuliert oder verletzt, um eigene Ziele zu erreichen. Dahinter stehen meist wenig Empathie und wenig Schuldbewusstsein.
  • Welche Anzeichen kann ich bei Soziopathie im Umgang mit anderen Menschen beobachten?
    Typisch sind oberflächlicher Charme, Manipulation und ein egozentrischer Umgang mit anderen. Außerdem fällt oft Gleichgültigkeit gegenüber Regeln auf, teils mit kriminellem Verhalten. Konkret können Soziopathen andere krankhaft belügen, sich in den Mittelpunkt stellen oder schnell in Auseinandersetzungen geraten.
  • Wie unterscheiden sich Soziopathie und Psychopathie im Kern?
    Soziopathie gilt als erlerntes Verhalten, während Psychopathie auf einem genetischen Defekt beruht. Deshalb können Soziopathen Gefühle wie Angst oder Wut haben, sie aber schlecht kontrollieren. Psychopathen empfinden dagegen keine echten Gefühle und haben eine unterentwickelte Region für Mitgefühl und Impulskontrolle.
  • Was ist der Unterschied zwischen Soziopathie und Narzissmus?
    Narzissmus beruht auf einem angeeigneten Überlegenheitsgefühl, hinter dem oft geringes Selbstwertgefühl steckt. Narzissten zeigen laut Beschreibung keine ausgeprägte Aggressivität und kein impulsives oder straffälliges Verhalten. Soziopathie ist dagegen stärker mit Rücksichtslosigkeit, Manipulation und impulsiver Emotionskontrolle verbunden.
  • Wie kann Soziopathie laut Text entstehen?
    Soziopathie entsteht häufig aus belastenden Kindheitserlebnissen wie Gewalt, Missbrauch, Vernachlässigung oder fehlender Zuneigung. Solche Erfahrungen können Traumata auslösen, die später zu soziopathischem Verhalten beitragen. Das Verletzen anderer kann dabei als erlernte Bewältigungsstrategie dienen, um eigene Emotionen zu regulieren.
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Narzissmus

Die Antwort auf die Frage „Was ist ein Soziopath?“ kennst du jetzt. Aber neben der Soziopathie existieren noch einige weitere Persönlichkeitsstörungen. Unter den häufigsten Störungen findet sich auch der Narzissmus. Was genau das bedeutet und an welchen Merkmalen er zu erkennen ist, erfährst du in unserem Beitrag .

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