Ingenieurinformatik-Studium
Das Ingenieurinformatik-Studium verbindet Informatik mit Technik. Hier und im Video zeigen wir dir, was das Studium ausmacht und ob es zu dir passt.
Inhaltsübersicht
Ingenieurinformatik — Überblick über das Studium
Das Ingenieurinformatik-Studium schlägt die Brücke zwischen Softwareentwicklung und Ingenieurwesen. Du lernst dort, wie du Programme schreibst, die reale Maschinen steuern — von einfachen Sensoren bis hin zu komplexen Robotersystemen.
Der Studiengang ist interdisziplinär aufgebaut und vermittelt dir ein Verständnis für technische Systeme. Das bedeutet, dass du dich mit mechanischen Komponenten und Software beschäftigst und wie diese ineinandergreifen. Ziel ist es, dich zum Experten für automatisierte Systeme, intelligente Geräte und technische IT-Lösungen zu machen.
Welche Studieninhalte erwarten dich?
In den ersten Semestern des Ingenieurinformatik-Studiums lernst du die Grundlagen, die Informatik und Ingenieurwesen miteinander verbinden. Neben Mathematik und Physik stehen vor allem Programmierung, Elektrotechnik und Technische Mechanik auf dem Plan. So baust du dir Schritt für Schritt das technische und digitale Fundament auf, das du für spätere Projekte brauchst.
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➡️ Ist das Studium Ingenieurinformatik schwer? Das Ingenieurinformatik-Studium gilt als anspruchsvoll, aber machbar. Viele empfinden besonders den Einstieg in technische Physik und Elektrotechnik als fordernd — vor allem, wenn sie darin wenig Vorkenntnisse haben. Auch Mathematik macht vielen am Anfang zu schaffen. Um den Einstieg zu erleichtern, bieten viele Hochschulen Vorkurse vor dem ersten Semester an. Wer diese Angebote nutzt, startet mit einem deutlich besseren Gefühl ins Studium. |
Typische Grundlagenfächer sind:
- Mathematik und Physik — Analysis, lineare Algebra, Elektrodynamik
- Informatik — Programmierung, Algorithmen, Datenbanken
- Elektrotechnik — Schaltungstechnik, Signalverarbeitung, Messtechnik
- Maschinenbau — Werkstoffkunde, technische Mechanik, CAD
- Regelungs- und Nachrichtentechnik — Sensorik, Steuerung, Datenübertragung
Im späteren Verlauf kannst du eigene Schwerpunkte setzen — etwa in Robotik, Automatisierungstechnik, Embedded Systems oder Künstlicher Intelligenz. Jede Hochschule setzt dabei andere Akzente: Manche legen den Fokus stärker auf Informatik, andere auf Ingenieurwissenschaften.
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich
Was sagen Studierende über das Studium?
Besonders geschätzt wird der hohe Praxisanteil im Studium — von selbstgebauten Schaltungen über kleine Roboterprojekte bis hin zu realitätsnahen Simulationen. Das motiviert und bringt Abwechslung in den Studienalltag.
Gut kommt auch die Möglichkeit an, im Team zu tüfteln. In Projektarbeiten oder selbstorganisierten Gruppen erleben viele ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Gerade bei komplexen Aufgaben wie Robotik oder Steuerungssystemen hilft es, sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam Lösungen zu finden.
Passt das Ingenieurinformatik-Studium zu dir?
Im Ingenieurinformatik-Studium arbeitest du an der Schnittstelle zwischen digitalen Prozessen und technischen Systemen. Wer gern strukturiert arbeitet und komplexe Probleme knacken möchte, der wird sich in diesem Studium schnell zu Hause fühlen.
Du brauchst außerdem die Fähigkeit, dich schnell in neue Denkweisen einzuarbeiten und auch mal durchzuhalten, wenn etwas nicht direkt funktioniert. Wenn dich das nicht abschreckt, sondern eher reizt, bringst du bereits eine der wichtigsten Voraussetzungen mit.
| Fähigkeit / Eigenschaft | Bedeutung (1 = unwichtig, 7 = sehr wichtig) |
| Analytisches Denken | ⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Zahlenaffinität | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Kommunikationsstärke | ⭐⭐⭐ |
| Teamfähigkeit | ⭐⭐⭐⭐ |
| Selbstorganisation | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Interesse an Menschen | ⭐⭐ |
| Sprachkenntnisse | ⭐⭐ |
Wenn dir das breite Zusammenspiel aus Informatik und Technik zu viel ist, könnten klarer abgegrenzte Studiengänge besser zu dir passen. Ein Informatik-Studium legt beispielsweise den Fokus auf Software und Programmierung. Alternativ könnte auch Maschinenbau mit seinen mechanischen Systemen zu dir passen.
Wie sind deine Karrierechancen & dein Gehalt?
Mit einem Abschluss in Ingenieurinformatik eröffnen sich dir viele Wege, denn das Studium bereitet dich auf eine Vielzahl von Einsatzbereichen vor. Deine Schnittstellenkompetenz ist in der Arbeitswelt gefragt, die zunehmend automatisiert und softwaregestützt funktioniert.
Typische Tätigkeitsfelder für Ingenieurinformatiker/innen
✔️ Entwicklung eingebetteter Systeme — Du programmierst Mikrochips und Sensoren, die in Autos oder Maschinen verbaut sind
✔️ Automatisierungstechnik — Hier planst und steuerst du Anlagen, die industrielle Abläufe vollautomatisch durchführen
✔️ Technische Softwareentwicklung — Auch das Entwickeln von Programmen, für physikalische Prozesse oder Maschinen kann deine Aufgabe sein
✔️ Robotik & Mechatronik — In diesem Bereich entwickelst du Systeme, die Mechanik, Elektronik und Informatik intelligent miteinander verbinden
✔️ Systemintegration & Schnittstellenmanagement — Hier arbeitest du daran, dass Hardware und Software reibungslos zusammenlaufen
Karrierechancen & Gehalt
Absolventinnen und Absolventen der Ingenieurinformatik steigen mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von zwischen 45.000 und 52.000 € brutto in den Beruf ein — je nach Branche und Unternehmensgröße. Wer sich früh spezialisiert und bereits im Studium praktische Erfahrung sammelt, kann beim Berufseinstieg am oberen Rand dieser Spanne landen.
Mit zunehmender Berufserfahrung und Verantwortung steigen auch die Gehälter deutlich. Nach fünf bis acht Jahren im Beruf verdienen viele Ingenieurinformatiker und Ingenieurinformatikerinnen zwischen 65.000 und 90.000 € jährlich, insbesondere in leitenden Positionen. Besonders gefragt sind aktuell Expertinnen und Experten für Automatisierung, Embedded Systems und IT-Sicherheit.
Im Vergleich mit ähnlichen Studiengängen liegt Ingenieurinformatik damit auf einem guten Niveau:
- Informatik: ca. 50.000 €
- Ingenieurinformatik: ca. 48.500 €
- Künstlicher Intelligenz: ca. 48.000 €
- Maschinenbau: ca. 42.500 €
Wie läuft ein Studium in Ingenieurinformatik ab?
Das Studium der Ingenieurinformatik ist in drei Phasen gegliedert: Zuerst lernst du die technischen und informatischen Grundlagen, später wählst du individuelle Schwerpunkte. Zum Schluss schreibst du eine Bachelorarbeit über ein selbstgewähltes Thema.
Grundlagenphase (1.–3. Semester)
Hier lernst du die zentralen Grundlagen. Mathematik, Physik, Elektrotechnik und Programmierung stehen im Fokus. Du beschäftigst dich mit Schaltungen, Datenstrukturen und technischen Systemen und legst so das Fundament für alle weiteren Inhalte.
Vertiefungsphase (4.–6. Semester)
Ab dem vierten Semester wählst du Spezialisierungen wie Robotik, Embedded Systems oder Automatisierungstechnik. In Projekten und anderen praxisnahen Modulen vertiefst du dein Wissen und arbeitest an technischen Fragestellungen.
Abschlussphase (7. Semester)
Im letzten Studiensemester folgt meist eine Praxisphase oder ein Praktikum, oft in Kombination mit deiner Bachelorarbeit. Viele Studierende arbeiten dafür mit Unternehmen zusammen.
Studiendauer & Studienmodelle
Der Bachelor in Ingenieurinformatik dauert in der Regel 6 bis 7 Semester, also ca. 3 Jahre. Danach kannst du direkt ein Masterstudium anschließen. Das dauert 4 weitere Semester.
Neben dem klassischen Vollzeitstudium gibt es außerdem alternative Studienformen:
✔️ Duales Studium
— Kombination aus Studium und Arbeit im Unternehmen, besonders sinnvoll bei stark praxisorientierten Vertiefungen
✔️ Berufsbegleitendes Studium — möglich an einigen Hochschulen, setzt aber gute Selbstorganisation und technische Vorkenntnisse voraus
✔️ Fernstudium — flexibel und ortsunabhängig, vor allem in höheren Semestern oder für berufserfahrene Quereinsteiger relevant
Zulassungsvoraussetzungen
Um Ingenieurinformatik zu studieren, brauchst du eine Hochschulzugangsberechtigung. An Universitäten benötigst du dafür das Abitur oder die allgemeine Hochschulreife mit passendem Schwerpunkt. An Fachhochschulen genügt die Fachhochschulreife.
Aber auch ohne klassisches Abitur kannst du in bestimmten Fällen einsteigen:
- Berufsausbildung mit Berufserfahrung — mit passender Ausbildung und mehrjähriger Praxiserfahrung ist ein fachbezogener Einstieg möglich
- Eignungsprüfung oder Probestudium — manche Hochschulen ermöglichen so den Zugang, wenn du fachlich überzeugst, aber keinen formalen Abschluss hast
Zulassungsbeschränkungen
Das Ingenieurinformatik-Studium ist an vielen Hochschulen zulassungsfrei. Das bedeutet: Wenn du eine passende Hochschulzugangsberechtigung mitbringst, wirst du in der Regel ohne Auswahlverfahren zugelassen. Nur einzelne Universitäten oder Fachhochschulen setzen einen Numerus clausus (NC) fest. Informiere dich dafür am besten direkt bei deiner jeweiligen Wunschuni.
Wo kannst du Ingenieurinformatik studieren?
Den Studiengang Ingenieurinformatik findest du deutschlandweit. Welche Variante besser zu dir passt, hängt stark davon ab, wie du lernen möchtest: An Universitäten ist das Studium eher theorieorientiert, an Fachhochschulen geht es oft praxisnah und anwendungsbezogen zu.
Die angebotenen Vertiefungen unterscheiden sich ebenfalls je nach Standort. Manche Hochschulen legen den Fokus stärker auf Embedded Systems oder Robotik, andere bieten spezialisierte Module zu IT-Sicherheit oder industrieller Automatisierung. Gerade weil die Schwerpunkte so verschieden sind, lohnt es sich, die Modulpläne einzelner Hochschulen gezielt zu vergleichen.
Typische Abschlüsse im Studiengang Ingenieurinformatik:
- Bachelor of Engineering (B.Eng.) — häufiger Abschluss an Fachhochschulen und dualen Hochschulen mit starkem Praxisbezug
- Bachelor of Science (B.Sc.) — üblicher Abschluss an Universitäten mit wissenschaftlich-theoretischer Ausrichtung
- Master of Engineering (M.Eng.) — praxisorientierter Masterstudiengang mit Anwendungsschwerpunkt
- Master of Science (M.Sc.) — wissenschaftlicher Master, geeignet für Forschung oder Promotion
Ingenieurinformatik-Studium — häufigste Fragen
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Ingenieurinformatik-Studium — häufigste Fragen
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Wie viel Mathematik erwartet mich im Ingenieurinformatik-Studium? Im ersten Studienjahr beschäftigst du dich intensiv mit Analysis, Linearer Algebra und technischer Mathematik. Diese Inhalte sind wichtig, um später Regelkreise, Algorithmen oder Steuerungssysteme zu verstehen. -
Brauche ich Vorkenntnisse in Informatik oder Elektrotechnik? Nein, du brauchst keine Vorkenntnisse, aber Grundinteresse hilft. Die Grundlagen in Programmierung und Schaltungstechnik lernst du Schritt für Schritt im Studium. -
Wie praxisnah ist das Studium an der Hochschule? Fachhochschulen und duale Studiengänge sind meist anwendungsorientierter als Universitäten. Dort arbeitest du häufig in Laboren, Projekten oder an konkreten technischen Aufgaben. -
Wie finde ich die richtige Hochschule für mich? Schau dir unbedingt die Vertiefungen und Modulpläne an. Jede Hochschule setzt andere Schwerpunkte, etwa auf Robotik, KI oder industrielle Automatisierung. Auch das Verhältnis von Theorie zu Praxis kann stark variieren. -
Spielt Chemie im Studium eine Rolle? Nur selten. In fast allen Studiengängen liegt der Fokus auf Physik, Mathematik, Informatik und Technik. Chemie taucht kaum oder gar nicht auf. -
Wie unterscheidet sich das Studium an einer Uni von dem an einer FH?
An der Uni liegt der Fokus stärker auf Theorie und wissenschaftlichem Arbeiten, an der FH lernst du praxisnäher und oft in kleinen Gruppen. Beide Wege führen zum gleichen Ziel, aber der Weg dorthin sieht anders aus.
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Wenn du lieber Software entwickelst als Schaltungen zu entwerfen und dich für smarte Anwendungen interessierst, wirf einen Blick auf das Angewandte Informatik-Studium. Hier stellen wir dir den Studiengang im Detail vor.
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