Agatha Christie ist eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen aller Zeiten! Wie das aufregende Leben der Autorin aussah und welche Werke sie berühmt machten, zeigen wir dir in unserem Beitrag und im Video.
Inhaltsübersicht
Wer war Agatha Christie?
Agatha Christie war eine englische Schriftstellerin, die von 1890 bis 1976 lebte. Insgesamt veröffentlichte sie über 80 Romane und Kurzgeschichtensammlungen. Berühmt wurde sie vor allem durch ihre Kriminalromane und Detektivgeschichten.
Darin geht es meistens um einen rätselhaften Mord. Mehrere Personen kommen als Täter infrage und erst am Ende wird aufgedeckt, wer wirklich hinter dem Verbrechen steckt.
Besonders bekannt sind Christies Detektive Hercule Poirot und Miss Marple. Beide wurden zu berühmten Figuren der Kriminalliteratur und tauchten in verschiedenen Verfilmungen auf. Mit ihren Geschichten prägte sie den Kriminalroman so stark, dass sie auch als „Queen of Crime“ („Königin des Krimis“) bezeichnet wird.
💡Agatha Christie gehört mit über 2 Milliarden verkauften Büchern zu den meistverkauften Schriftstellern überhaupt.
Das Leben von Agatha Christie
Agatha Christie wurde am 15. September 1890 im englischen Küstenort Torquay geboren. Ihr vollständiger Name lautete Agatha Mary Clarissa Miller.
Sie wuchs mit zwei älteren Geschwistern in einer wohlhabenden Familie auf und wurde größtenteils zu Hause unterrichtet. Schon als Kind las sie viel und begann später, eigene Geschichten zu schreiben. Als Christie elf Jahre alt war, starb ihr Vater, was für sie ein großer Stock war. In ihrer Jugend interessierte sie sich außerdem sehr für Musik und wollte zunächst Sängerin und Pianistin werden. Ihr Talent dafür reichte jedoch nicht aus, um eine professionelle Karriere einzuschlagen.
1914 heiratete sie den Offizier Archibald Christie, der während des Ersten Weltkriegs als Pilot im Einsatz war. Von ihm übernahm sie den Nachnamen Christie, unter dem sie später berühmt wurde.
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Erster Weltkrieg und Arbeit in der Apotheke
Während des Ersten Weltkriegs arbeitete Christie zunächst freiwillig als Krankenschwester für das Rote Kreuz. Später half sie in einer Apotheke.
Dort lernte sie viel über Medikamente, Chemikalien und Gifte. Dieses Wissen nutzte sie später auch für ihre Kriminalromane. Schon in ihrem ersten Roman spielte ein Giftmord eine wichtige Rolle, den der Detektiv Hercule Poirot aufklären musste.
Beginn ihrer Karriere
1920 erschien Agatha Christies erster Roman „Das fehlende Glied in der Kette“. Darin tauchte zum ersten Mal der belgische Privatdetektiv Hercule Poirot auf.
Poirot wurde zu einer ihrer berühmtesten Figuren. Er löst seine Fälle vor allem mit genauer Beobachtung und logischem Denken.
In den folgenden Jahrzehnten veröffentlichte Christie immer neue Kriminalromane, Kurzgeschichten und Theaterstücke.
💡Christies erster Kriminalroman entstand aus einer Wette mit ihrer Schwester. Diese bezweifelte, das Agatha einen Krimi schreiben könne, bei dem die Leser den Täter nicht sofort erraten. Diese Herausforderung nahm Agatha Christie an.
Das Verschwinden von Agatha Christie
Ein besonders ungewöhnliches Ereignis in Agatha Christies Lebenslauf ereignete sich im Jahr 1926.
Ihre Mutter war kurz zuvor gestorben und auch ihre Ehe befand sich in einer Krise. Ihr Mann Archibald teilte ihr mit, dass er sich in eine andere Frau verliebt hatte.
Im Dezember 1926 verschwand Christie plötzlich. Ihr Auto wurde verlassen gefunden und mehrere Tage lang suchten Polizei und Freiwillige nach der berühmten Schriftstellerin.
Erst elf Tage später wurde sie in einem Hotel im englischen Harrogate gefunden. Dort hatte sie sich unter einem anderen Namen angemeldet.
Warum sie verschwand und was während dieser Tage genau geschah, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Christie selbst sprach später kaum darüber.
Zweite Ehe und Archäologie
1928 wurde Christies erste Ehe geschieden. Wenig später lernte sie ihre große Liebe — den Archäologen Max Mallowan — kennen.
Mit ihm reiste sie häufig zu archäologischen Ausgrabungen in den Nahen Osten. Dabei besuchte sie unter anderem Gebiete im heutigen Irak und Syrien.
Diese Reisen inspirierten sie auch zu einigen ihrer Romane. Geschichten wie „Mord im Orient-Express“, „Tod auf dem Nil“ oder „Mord in Mesopotamien“ spielen an Orten außerhalb Englands. So wurde „Mord im Orient-Express“ zum Beispiel von Christies eigener Reise inspiriert. Sie fuhr mit dem berühmten Zug von London nach Bagdad.
1930 heiratete Christie ihren Max. Zur gleichen Zeit veröffentlichte sie auch ihren zweiten Roman, in der die Ermittlerin Miss Marple die Hauptrolle spielte.
💡 Agatha Christie arbeitete bei archäologischen Ausgrabungen teilweise selbst mit. Sie half unter anderem beim Reinigen und Dokumentieren von Fundstücken.
Agatha Christie Tod
Agatha Christie schrieb bis ins hohe Alter weiter. In ihren letzten Lebensjahren verschlechterte sich allerdings zunehmend ihre Gesundheit.
Sie starb am 12. Januar 1976 im Alter von 85 Jahren in ihrem Haus in Wallingford in England.
Als Todesursache werden natürliche Ursachen angegeben. Sie wurde auf dem Friedhof der St Mary’s Church im nahe gelegenen Cholsey beigesetzt.
Ihr zweiter Ehemann Max Mallowan starb zwei Jahre später und wurde neben ihr begraben.
Agatha Christie und das „Golden Age of Detective Fiction“
Agatha Christie gehört zu den wichtigsten Autoren des sogenannten Golden Age of Detective Fiction, also des „Goldenen Zeitalters des Detektivromans“.
Damit ist vor allem die Zeit zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg gemeint, in der klassische Detektivgeschichten in Großbritannien sehr beliebt waren.
Typisch für diese Krimis sind:
- ein scheinbar unlösbares Verbrechen
- eine begrenzte Anzahl an Verdächtigen
- verschiedene Hinweise
- ein Ermittler, der logisch kombiniert
- eine überraschende, aber nachvollziehbare Lösung
Viele Geschichten spielen außerdem an abgeschlossenen Orten. Das kann zum Beispiel ein Landhaus, ein Zug, ein Schiff oder eine Insel sein. Dadurch steht fest: Einer der anwesenden Menschen muss der Täter sein.
Genau dieses Prinzip verwendet Christie zum Beispiel in „Mord im Orient-Express“ oder „Und dann gab’s keines mehr“.
Agatha Christies Themen und Schreibstil
Christies Romane gehören häufig zum sogenannten Whodunit. Das Wort kommt von der englischen Frage „Who done it?“, also „Wer hat es getan?“. Denn in ihren Geschichten sollst du als Leser gemeinsam mit dem Ermittler herausfinden, wer der Täter ist.
Weitere typische Merkmalen ihrer Geschichten sind:
🔎 Rätselhafte Mordfälle
Am Anfang steht häufig ein Mord, bei dem zunächst niemand weiß, wer der Täter ist.
👥 Viele Verdächtige
Mehrere Figuren haben ein Motiv oder scheinen etwas zu verbergen. Dadurch bleibt lange unklar, wer wirklich für die Tat verantwortlich ist.
🧩 Hinweise und falsche Spuren
Christie gibt ihren Lesern Hinweise, führt sie aber gleichzeitig immer wieder auf falsche Fährten.
🎭 Schein und Wirklichkeit
Viele Figuren sind nicht das, was sie zunächst zu sein scheinen. Hinter einer freundlichen oder harmlosen Fassade können sich Geheimnisse verbergen.
💰 Geld, Eifersucht und Rache
Die Motive für die Verbrechen sind häufig sehr menschlich: Geldgier, Liebe, Eifersucht, Hass oder Rache.
😲 Überraschende Auflösungen
Besonders bekannt ist Christie für unerwartete Wendungen. Die Lösung ergibt am Ende zwar Sinn, soll die Leser aber trotzdem überraschen.
Werke von Agatha Christie
Agatha Christie schrieb im Laufe ihres Lebens zahlreiche Romane, Kurzgeschichten und Theaterstücke. Besonders bekannt sind ihre Kriminalromane.
Zu ihren wichtigsten Werken gehören:
-
„Das fehlende Glied in der Kette“ (1920)
Christies erster veröffentlichter Kriminalroman. Hier tritt Hercule Poirot zum ersten Mal als Ermittler auf. -
„Alibi“ (1926)
Hercule Poirot untersucht einen Mord in einem englischen Dorf. Der Roman ist besonders für seine ungewöhnliche Auflösung bekannt. -
„Mord im Orient-Express“ (1934)
Während einer Fahrt mit dem berühmten Orient-Express wird ein Fahrgast ermordet. Weil der Zug im Schnee stecken bleibt, weiß Poirot: Der Täter muss sich noch im Zug befinden. -
„Tod auf dem Nil“ (1937)
Während einer Reise durch Ägypten wird eine junge Frau ermordet. Hercule Poirot versucht herauszufinden, welcher der Mitreisenden hinter der Tat steckt. -
„Und dann gab’s keines mehr“ (1939)
Zehn Menschen werden auf eine abgelegene Insel eingeladen. Nach und nach sterben sie — doch niemand weiß, wer der Täter ist. -
„Die Mausefalle“ (1952)
In diesem Theaterstück sitzen mehrere Menschen wegen eines Schneesturms gemeinsam in einer Pension fest. Als ein Mord geschieht, beginnt die Suche nach dem Täter.
💡 „Die Mausefalle“ wurde 1952 erstmals in London aufgeführt und entwickelte sich zum am längsten ununterbrochen aufgeführten Theaterstück der Welt.
Besonders Geschichten um Hercule Poirot und Miss Marple wurden mehrfach verfilmt. Bekannte Beispiele sind:
- „Mord im Orient-Express“ — unter anderem 1974 und 2017 verfilmt
- „Tod auf dem Nil“ — unter anderem 1978 und 2022 verfilmt
- „Das Böse unter der Sonne“ — 1982 verfilmt
- zahlreiche Poirot- und Miss-Marple-Serien im britischen Fernsehen
Hercule Poirot und Miss Marple
Mit Hercule Poirot und Miss Marple erfand Agatha Christie zwei der bekanntesten Ermittlerfiguren der Literatur.
Hercule Poirot
Poirot ist ein belgischer Privatdetektiv. Er legt großen Wert auf Ordnung und verlässt sich bei seinen Ermittlungen vor allem auf seinen Verstand.
Er untersucht Hinweise, beobachtet Verdächtige und versucht, ihre Motive zu verstehen. Besonders wichtig sind für ihn seine sogenannten „kleinen grauen Zellen“, also sein logisches Denken.
Typisch für viele Poirot-Geschichten ist die Auflösung am Ende: Poirot versammelt die Verdächtigen und erklärt Schritt für Schritt, wie das Verbrechen geschehen ist.
💡 Agatha Christie ließ Hercule Poirot in ihrem Roman „Vorhang“ sterben. Nach der Veröffentlichung bekam Poirot sogar einen Text zu seinem Gedenken (Nachruf) in der New York Times — so als wäre er eine reale historische Person gewesen. Er ist bis heute die einzige fiktive Gestalt, die diese Ehre erhielt.
Miss Marple
Miss Jane Marple ist dagegen eine ältere, zunächst eher unscheinbar wirkende Frau aus dem Dorf St. Mary Mead.
Sie ist keine professionelle Detektivin. Trotzdem löst sie zahlreiche Mordfälle, weil sie Menschen sehr genau beobachtet.
Oft erinnert sie das Verhalten eines Verdächtigen an jemanden aus ihrem Heimatdorf. Dadurch erkennt sie Motive und Zusammenhänge, die andere übersehen.
Autoren verstehen
Agatha Christie ist eine berühmte Schriftstellerin und gehört zum Themenfeld Autoren. Wer sich mit Autoren beschäftigt, schaut auf ihr Leben, ihre wichtigsten Werke und ihre typischen Merkmale. So wird klar, wie eine Schriftstellerin ihre Geschichten prägt und warum ihre Texte bis heute bekannt sind. Im Deutschbereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.