Agatha Christie ist eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen aller Zeiten! Wie das aufregende Leben der Autorin aussah und welche Werke sie berühmt machten, zeigen wir dir in unserem Beitrag und im Video .
Inhaltsübersicht
Wer war Agatha Christie?
Agatha Christie wurde auch die Königin der Kriminalliteratur genannt und gehörte zu den erfolgreichsten Schriftstellerinnen der Welt. Sie lebte im 20. Jahrhundert und verkaufte insgesamt über zwei Milliarden Bücher weltweit.
Bekannt ist Agatha Christie durch ihre packenden Krimi-Reihen. Aus ihrer Feder stammen berühmte Figuren wie die Ermittlerin Miss Marple oder der Detektiv Hercule Poirot.
Übrigens: Agatha Christies vollständiger Name lautet: Dame Agatha Mary Clarissa Christie, Lady Mallowan.
Agatha Christie — Biografie
In Torquay, im Süden Englands, erblickte Agatha Mary Clarissa Miller am 15. September 1890 das Licht der Welt. Als jüngste Tochter von Frederick Miller und seiner englischen Frau Clarissa Boehmer, sollte sie später die Welt der Kriminalliteratur mit Spannung erfüllen.
Agatha Christie hatte neben einigen klassischen Hobbys wie dem Lesen, Klavierspielen oder dem Besuch im Theater auch eine eher ungewöhnliche Vorliebe für Archäologie. Ihre Faszination für Ausgrabungen historischer Schätze brachte sie auch in einige ihrer Romane ein.
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Weg zur Schriftstellerin
1907 zog Agatha Christie nach Paris, um dort zu studieren. Die Autorin unterbrach ihr Studium jedoch, als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach. Von da an arbeitete sie als Krankenschwester und in einer Apotheke.
In dieser Zeit hatte Agatha Christie die Idee zu ihrer berühmten Krimi-Figur Hercule Poirot. 1920 veröffentlichte sie dann ihren ersten Roman „The Mysterious Affair at Styles“ (deutsch: „Das fehlende Glied in der Kette“).
Wichtig: Ihren berühmten Nachnamen bekam Agatha Christie von ihrem ersten Ehemann Leutnant Archibald Christie, den sie 1914 heiratete.
Schriftstellerische Erfolge
Gemeinsam mit ihrem Mann bereiste Agatha Christie die Kolonien Englands. Bei dieser Gelegenheit kamen der Autorin viele Ideen für neue Bücher. Ihr siebter Roman „The Murder of Roger Ackroyd“ (deutsch: „Alibi“) wurde 1926 der große Durchbruch für Agatha Christie. Auch hier hat der Detektiv Hercule Poirot einen Auftritt.
Nach der Scheidung von ihrem untreuen Ehemann 1928 finanzierte sich Agatha Christie durch ihre verkauften Werke das Reisen. Viele ihrer Krimis spielen an Orten, die die Autorin selbst besuchte. Hier lernte sie ihren zweiten Ehemann, den Archäologen Max Mallowan, kennen.
Agatha Christie begleitete Max Mallowan oft auf Ausgrabungen in den Irak oder nach Syrien. Bei einer dieser Reisen im Jahr 1930 schrieb sie ihren Roman „The Murder at the Vicarage“(deutsch „Mord im Pfarrhaus“). Hier stellte sie ihre neue Figur, die Ermittlerin Miss Marple, vor. Diese spielte noch in vielen weiteren Krimis der Autorin eine wichtige Rolle.
Auch Agatha Christies eigenes Leben gleicht einem Krimi. Im Dezember 1926 verschwand die Autorin plötzlich aus dem Haus ihres ersten Ehemannes. Kurz zuvor hatte sie von seiner Affäre erfahren. Obwohl man ihr Auto an einem See wiederfand, war von Christie keine Spur.
Das Verschwinden der mittlerweile berühmten Autorin führte zu einer riesigen Suchaktion. Sogar auf der Titelseite der New York Times wurde nach Christie gefahndet. 10 Tage später konnte Christie in einem Hotel wieder aufgespürt werden.
Späte Erfolge
1971 verlieh Queen Elizabeth II. Agatha Christie einen Adelstitel. Seitdem hatte diese den Namen Lady Mallowan.
Ihren letzten Roman „Curtain: Poirot’s Last Case“ (deutsch: „Vorhang: Poirot‘s letzter Fall“) veröffentlichte Christie kurz vor ihrem Tod. In diesem Krimi stirbt auch ihre wichtigste Figur, der Detektiv Hercule Poirot.
Nach Agatha Christies Tod wurden ihre letzten Bücher von ihrem Bruder veröffentlicht. Darunter ist auch der Roman „Sleeping Murder“ (deutsch: „Ruhe unsanft“), in dem die Figur Miss Marple einen weiteren Auftritt hat.
Am 19. Januar 1976 starb Agatha Christie im Alter von 85 Jahren in Wallingford an einem Schlaganfall.
Unter dem Pseudonym Mary Westmacott schrieb Agatha Christie sechs romantische Erzählungen. So konnte sie dem sonst eher düsteren Krimi-Genre von Zeit zu Zeit entfliehen.
Agatha Christie — Werke
Agatha Christie veröffentlichte in ihrem Leben ganze 66 Romane! Sie schrieb außerdem Kurzgeschichten, verfasste zwei eigene Autobiografien und inszenierte 23 Theaterstücke.
Die fünf wichtigsten Werke von Agatha Christie sind:
- The Mysterious Affair at Styles — Das fehlende Glied in der Kette (1921)
- Murder on the Orient Express — Mord im Orient Express (1934)
- The Murder at the Vicarage — Mord im Pfarrhaus (1930)
- Mr’s McGinty‘s Dead — Vier Frauen und ein Mord (1952)
- Death on the Nile — Der Tod auf dem Nil (1937)
The Mysterious Affair at Styles — Das fehlende Glied in der Kette
„The Mysterious Affair at Styles“ ist Agatha Christies erster veröffentlichter Roman. Die Inspiration dafür bekam sie in ihrer Zeit als Krankenschwester während des Ersten Weltkrieges. Der Fall handelt von einem Mord auf dem Familiensitz der Familie Styles.
Die Situation wirft viele Rätsel auf, doch eines ist klar: Es muss ein Familienmitglied gewesen sein! Der belgische Ermittler Hercule Poirot wird hinzugezogen und hat seinen ersten Auftritt. Er verfolgt verschiedene Spuren und deckt dabei verborgene Geheimnisse der Styles auf.
Murder on the Orient Express — Mord im Orient-Express
Hercule Poirot ist auch der leitende Ermittler in Christies Krimi „Murder on the Orient Express“. In diesem Fall ereignet sich ein Mord im Zug von Istanbul nach London. Der Täter muss noch im Zug sein und so beginnt Poirots Befragung der Passagiere.
Nach einigen Ermittlungen präsentiert der Detektiv schließlich seine geniale Lösung: Es gab nicht nur einen Mörder — alle Menschen im Zug sind schuldig!
The Murder at the Vicarage — Mord im Pfarrhaus
In Christies „The Murder at the Vicarage“ geht es um einen Mord in einem englischen Dorf. Es wird ein Mann ermordet, der von vielen gehasst wurde. Das heißt: Es gibt viele Verdächtige.
In diesem Roman schreibt die Autorin aus der Sicht des Pfarrers Clement. Dieser wird bei den Ermittlungen von Miss Marple unterstützt. Sie ist eine neugierige ältere Dame und Hobby-Detektivin und taucht noch in vielen weiteren Krimis auf.
Mrs. McGinty’s Dead — Vier Frauen und ein Mord
In „Mrs. McGinty’s Dead“ versucht Hercule Poirot die Unschuld eines verurteilten Mannes zu beweisen. Bei seinen Ermittlungen deckt er nicht nur ein früheres Verbrechen auf, sondern enthüllt auch die Geheimnisse einer ganzen Gemeinde.
Wenn du ein Fan davon bist, beim Lesen mitzurätseln, dann ist dieser Roman bestimmt der Richtige für dich. Gerade das Finale könnte dich überraschen!
Death on the Nile — Der Tod auf dem Nil
Hercule Poirot ermittelt in einem weiteren spannenden Fall in Christies „Death on the Nile“. Hier wird eine junge Braut auf einer Fahrt über den exotischen Nil ermordet und alle Reisenden sind verdächtig.
Es werden Geheimnisse, Intrigen und geheime Beziehungen der Passagiere aufgedeckt. Ein dramatisches Finale rundet den Roman ab und so viel sei gesagt: Es wird nicht bei einer Toten bleiben!
Agatha Christies Krimiromane fallen unter das Genre der „whodunit“. Der Ausdruck kommt vom Englischen „who has done it?“, also „Wer hat es getan?“. Das bedeutet, dass Fälle im Roman langsam aufgedeckt werden und die Leser miträtseln können.
Agatha Christie — Figuren
Agatha Christies Krimiromane zeichnen sich durch berühmte Figuren aus, die immer wiederkehren. Sie lösen mehrere Fälle in verschiedenen Romanen. So führt Christie in ihren Büchern durch die persönlichen Geschichten ihrer Ermittler.
Unter den zahlreichen Figuren, die sie erschaffen hat, stechen besonders zwei hervor: die klatschsüchtige Miss Jane Marple und der geniale Detektiv Hercule Poirot.
Miss Jane Marple
Miss Marple ist eine ältere, freundliche Dame mit einer hervorragenden Menschenkenntnis. Ihre Neugier und ihr Hang zu Klatsch und Tratsch helfen ihr bei den Ermittlungen. Sie geht sie weniger mit Logik vor als mit ihrem Wissen über das Verhalten von Menschen. Miss Marple arbeitet eigentlich nicht als Detektivin, sondern ermittelt als Hobby.
Sie erscheint in zahlreichen Romanen von Agatha Christie. Dazu zählen zum Beispiel:
- „The Murder at the Vicarage“ („Mord im Pfarrhaus“)
- „4.50 from Paddington“ („16 Uhr 50 ab Paddington“)
- „The Body in the Library“ („Die Tote in der Bibliothek“)
- „Sleeping Murder“ („Ruhe unsanft“)
- „Nemesis“ („Das Schicksal in Person“)
Hercule Poirot
Der Detektiv Hercule Poirot ist ein Belgier. Er zeichnet sich durch einen markanten Schnurrbart und seinen Sinn für Ordnung aus. Im Gegensatz zu Miss Marple arbeitet er mit Logik, um seine Fälle zu lösen. Sein Ermittlungsstil ist geprägt von Genauigkeit und einem Sinn für Details.
Hercule Poirot taucht in den folgenden Krimis auf:
- „The Mysterious Affair at Styles“ („Das fehlende Glied in der Kette“)
- „The Murder of Roger Ackroyd“ („Alibi“)
- „The Mystery of the Blue Train“ („Der blaue Express“)
- „Murder on the Orient Express“ („Mord im Orient Express“)
- „Death on the Nile“ („Der Tod auf dem Nil“)
Agatha Christie — Filme
Einige von Agatha Christies Romanen wurden im Laufe der Zeit sogar erfolgreich verfilmt. Dazu zählen beispielsweise:
- „Murder on the Orient Express“ — „Mord im Orient Express“ wurde ganze fünf Mal verfilmt.
- „The Death on the Nile“ — „Der Tod auf dem Nil“ wurde bereits 1978 das erste Mal verfilmt, bevor 2022 eine neue Verfilmung hinzukam.
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„Hallowe’en Party“ — Der Roman die „Die Schneewittchen-Party“ wurde 2023 unter dem Namen „A Haunting in Venice“ verfilmt.
Auch die berühmte Miss Marple wurde in Fernsehproduktionen verewigt. Zwischen 1984 und 1992 lief in England eine Fernsehserie, die die Fälle der Miss Marple aus 12 Romanen thematisierte. In Deutschland konnte die Reihe ab 1986 ebenfalls gesehen werden.
Agatha Christie — Zitate
Es gibt einige berühmte Zitate von Agatha Christie. Die bekanntesten darunter sind:
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„The impossible could not have happened, therefore the impossible must be possible in spite of appearances.“ — „Das Unmögliche hätte nicht passiert sein können, daher muss das Unmögliche trotz des Anscheins möglich sein.“
— „Murder on the Orient Express“ („Mord im Orientexpress“)
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„I like living. I have sometimes been wildly, despairingly, acutely miserable, racked with sorrow, but through it all I still know quite certainly that just to be alive is a grand thing.“ — „Ich mag es zu leben. Ich war manchmal wild, verzweifelt, akut unglücklich, von Kummer geplagt, aber durch all das weiß ich immer noch ganz sicher, dass es einfach großartig ist, am Leben zu sein.“
— „An Autobiography“ („Autobiografie“)
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„One of the saddest things in life, is the things one remembers.“ — „Eines der traurigsten Dinge im Leben sind die Dinge, an die man sich erinnert.“
– „The Mirror Crack’d from Side to Side“ („Das Geheimnis der Goldmine“)
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„An archaeologist is the best husband a woman can have. The older she gets, the more interested he is in her.“ — „Ein Archäologe ist der beste Ehemann, den eine Frau haben kann. Je älter sie wird, desto interessierter ist er an ihr.“
– „Come, Tell Me How You Live“ („Erinnerung an glückliche Tage“)
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„A woman – especially if she have the misfortune of knowing anything, should conceal it as well as she can.“ — „Eine Frau – besonders wenn sie das Unglück hat, etwas zu wissen, sollte es so gut wie möglich verbergen.“
– „The Man in the Brown Suit“ („Der Mann im braunen Anzug“)
Jane Austen
Jetzt kennst du dich mit Agatha Christie aus! Auch Jane Austen war eine bekannte englische Autorin. Ihren Lebensweg und ihre bekanntesten Werke zeigen wir dir hier.
Bildquelle: Violetriga, Agatha Christie, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Agatha Christie — häufigste Fragen
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Agatha Christie — häufigste Fragen
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Wo lebte Agatha Christie?Agatha Christie lebte vor allem in England: Sie wurde in Torquay im Süden Englands geboren und starb später in Wallingford. Zwischenzeitlich war sie auch viel unterwegs, zum Beispiel reiste sie mit ihrem zweiten Ehemann Max Mallowan für Ausgrabungen in den Irak und nach Syrien.
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Wie oft war Agatha Christie verheiratet?Agatha Christie war zweimal verheiratet. 1914 heiratete sie den Leutnant Archibald Christie, von dem sie sich 1928 scheiden ließ. Später heiratete sie den Archäologen Max Mallowan, den sie auf ihren Reisen kennenlernte.
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Unter welchem Pseudonym schrieb Agatha Christie?Agatha Christie schrieb unter dem Pseudonym Mary Westmacott. Unter diesem Namen veröffentlichte sie sechs romantische Erzählungen, also Texte, die keine Krimis sind.
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Warum ist Agatha Christie 1926 verschwunden?Agatha Christie verschwand 1926, kurz nachdem sie von der Affäre ihres ersten Ehemanns erfahren hatte. Danach war sie zehn Tage lang unauffindbar, obwohl ihr Auto an einem See gefunden wurde, bis man sie schließlich in einem Hotel wiederfand.
Autoren verstehen
Agatha Christie ist eine bekannte englische Autorin und gehört zum Themenfeld Autoren. Wer sich mit Autoren beschäftigt, schaut auf ihr Leben, ihre wichtigsten Werke und ihre typischen Figuren oder Themen. So wird klar, wie persönliche Erlebnisse, Zeitgeschichte und Ideen das Schreiben prägen können. Im Deutschbereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.