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Seine Bücher wurden in vielen Ländern verboten und in Wirklichkeit hieß er ganz anders — die Rede ist vom Autor George Orwell. Alles Wichtige zu ihm, erfährst du in unserem Beitrag und im Video!

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Inhaltsübersicht

Wer war George Orwell?

Bild zeigt einen Steckbrief zu George Orwell: geboren am 25. Juni 1903 in Motihari, Britisch-Indien, gestorben am 21. Januar 1950 in London, England, Herkunft England, Beruf Schriftsteller, Journalist und Essayist. Bekannt ist er für die Werke „1984“ und „Farm der Tiere“. In seinen Büchern beschäftigte er sich besonders mit politischer Unterdrückung, Propaganda und Überwachung.
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Steckbrief George Orwell

Hinter dem Namen George Orwell steckt eigentlich ein Mann namens Eric Arthur Blair (1903–1950). Der britische Schriftsteller wählte „George Orwell“ als Künstlernamen wegen seinem Lieblingsfluss in England, dem River Orwell.

Orwell wurde vor allem durch seine zwei Weltbestseller „Farm der Tiere“ und „1984“ bekannt. In seinen Geschichten geht es um mächtige Herrscher, manipulierende Gehirnwäsche (Propaganda) und Staaten, die ihre Bürger rund um die Uhr spionieren.

Aus seinem Roman „1984“ stammt auch eines der berühmtesten Zitate der Welt, das du vielleicht kennst:

Big Brother is watching you!“ (Der große Bruder beobachtet dich!)

George Orwell warnte damit schon vor vielen Jahrzehnten davor, was passiert, wenn ein Staat zu viel Macht übernimmt und die Freiheit der Menschen zerstört.

Das Leben von George Orwell

Am 25. Juni 1903 kam George Orwell als Eric Arthur Blair im damaligen Britisch-Indien Motihari zur Welt. Da Indien damals unter britischer Kolonialherrschaft stand, arbeitete sein Vater dort als Kolonialbeamter. Die Familie gehörte zur Mittelschicht und war stolz auf ihre Wurzeln.

Deshalb zog seine Mutter mit ihm und seiner Schwester schon 1904 zurück nach England. Hier wuchs er auf und entwickelte früh eine Leidenschaft fürs Lesen und schrieb schon eigene Texte. Sein schriftstellerisches Talent fiel in der Schule schnell auf.

Orwell war ein sehr guter Schüler und ergatterte ein Stipendium für das elitäre Eton College. Dort traf Orwell fast nur auf Schüler aus der reichen Oberschicht. Obwohl er selbst ein brillanter Schüler war, spürte er den Klassenunterschied deutlich. Geld und Herkunft entschieden über Respekt. Hier entstand seine spätere Abneigung gegen starre Hierarchien.

Nach seinem College-Abschluss hatte George eigentlich die besten Voraussetzungen, um zu studieren. Doch Orwell entschied sich gegen die Universität. Stattdessen bewarb er sich direkt für den Staatsdienst und ging mit 19 Jahren als Polizist nach Burma (heute Myanmar).

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Zeit in Burma

In Burma arbeitete Orwell mehrere Jahre als Polizist. Dabei erlebte er die Auswirkungen der britischen Kolonialherrschaft aus nächster Nähe.

Mit der Zeit entwickelte er eine immer kritischere Haltung gegenüber dem Kolonialismus. 1927 kehrte er nach England zurück und beendete seine Tätigkeit bei der Polizei.

Seine Erfahrungen verarbeitete er später unter anderem in seinem Roman „Tage in Burma“.

Leben in Armut

Nach seiner Rückkehr wollte Orwell Schriftsteller werden. Um das Leben ärmerer Menschen aus eigener Erfahrung kennenzulernen, lebte er zeitweise selbst unter sehr einfachen Bedingungen in London und Paris.

In Paris hielt er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und arbeitete unter anderem als Tellerwäscher. Auch in England lebte er zeitweise ohne festen Wohnsitz. Seine Erlebnisse beschrieb er später in seinem Buch „Erledigt in Paris und London“.

Das Werk erschien 1933 erstmals unter dem Namen George Orwell. Warum Eric Arthur Blair ein Pseudonym verwendete, ist nicht eindeutig geklärt. Einer Theorie zufolge wollte er seine Tätigkeit als Schriftsteller von seiner früheren Arbeit als Kolonialbeamter trennen. Außerdem wollte er möglicherweise verhindern, dass seine Eltern wegen seiner teilweise autobiografischen Schilderungen unangenehm angesprochen wurden.

💡Auch die Wahl des Namens hatte vermutlich eine Bedeutung: „George“ sollte seine Verbundenheit mit England ausdrücken. „Orwell“ stammt von seinem Lieblingsfluss River Orwell — einem Fluss in der englischen Grafschaft Suffolk.

Spanischer Bürgerkrieg

1936 reiste Orwell nach Spanien, um im Spanischen Bürgerkrieg aufseiten der Republikaner zu kämpfen. Er war davon überzeugt, dass der aufkommende Faschismus bekämpft werden müsse und setzte sich für eine Gesellschaft ein, in der Macht nicht in den Händen einzelner Personen oder kleiner Gruppen liegt.

Während der Kämpfe wurde Orwell durch einen Schuss am Hals schwer verletzt und entging nur knapp dem Tod.

Mindestens ebenso prägend waren für ihn die politischen Konflikte innerhalb der republikanischen Seite. Orwell erlebte, wie Propaganda, Zensur und politische Verfolgung auch von Gruppen eingesetzt wurden, die eigentlich auf derselben Seite kämpften.

Dadurch entwickelte er eine starke Ablehnung gegenüber Totalitarismus und autoritären Herrschaftssystemen. Seine Erfahrungen schilderte er später in „Mein Katalonien“ und sie beeinflussten auch seine bekanntesten Romane.

Finanzielle Schwierigkeiten

Obwohl Orwell als Schriftsteller zunehmend bekannt wurde, hatte er lange Zeit finanzielle Probleme. Die Einnahmen aus seinen Büchern reichten zunächst nicht aus, um davon zu leben.

Deshalb arbeitete er neben dem Schreiben unter anderem als Lehrer, Buchhändler, Lektor und Journalist. Gleichzeitig veröffentlichte er Essays und Rezensionen und beschäftigte sich darin häufig mit Armut, sozialer Ungleichheit und den Lebensbedingungen der britischen Arbeiterklasse.

Erst mit seinen späteren Werken wurde Orwell auch international erfolgreich.

George Orwell im Zweiten Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete Orwell von 1941 bis 1943 für die britische Rundfunkanstalt BBC. Dort produzierte er unter anderem Radiosendungen für Hörerinnen und Hörer auf dem indischen Subkontinent.

Später arbeitete er wieder als Journalist. Gegen Ende des Krieges reiste Orwell als Kriegsberichterstatter durch Europa und berichtete unter anderem aus dem zerstörten Deutschland über die Niederlage des nationalsozialistischen Regimes. Eindrücke aus dieser Zeit wurden später auch unter dem Titel „Reisen durch Ruinen“ veröffentlicht.

Während des Krieges entstand außerdem eines seiner bekanntesten Werke: „Farm der Tiere“.

Der 1945 erschienene Roman erzählt auf den ersten Blick von Tieren, die sich gegen den Besitzer eines Bauernhofs auflehnen. Dahinter steckt jedoch eine politische Allegorie auf die Russische Revolution und die Entwicklung der Sowjetunion unter Stalin. Orwell zeigt darin, wie eine Revolution, die Freiheit und Gleichheit verspricht, selbst in eine neue Form der Unterdrückung umschlagen kann.

„Farm der Tiere“ wurde ein großer Erfolg und machte Orwell international bekannt.

George Orwells Tod

In seinen letzten Lebensjahren verschlechterte sich Orwells Gesundheitszustand zunehmend. Er litt an Tuberkulose, einer schweren Infektionskrankheit, die vor allem die Lunge angreift.

Trotz seiner Erkrankung arbeitete er weiter an seinem letzten großen Roman „1984“. Darin beschreibt er eine totalitäre Gesellschaft, in der der Staat die Bevölkerung vollständig überwacht und sogar versucht, ihre Gedanken zu kontrollieren.

Der Roman erschien im Juni 1949 und entwickelte sich schnell zu einem großen internationalen Erfolg.

George Orwell konnte diesen Erfolg jedoch kaum noch miterleben. Nur wenige Monate nach der Veröffentlichung starb er am 21. Januar 1950 in London an den Folgen seiner Tuberkulose. Er wurde nur 46 Jahre alt.

George Orwell und die Politik

Politik spielt in Orwells Werken eine besonders wichtige Rolle.

Orwell setzte sich für soziale Gerechtigkeit und demokratischen Sozialismus ein. Damit ist eine Gesellschaft gemeint, in der es kaum soziale Unterschiede gibt und wichtige Entscheidungen demokratisch getroffen werden. Diktatorische Systeme lehnte Orwell ab.

Besonders kritisch betrachtete er den Totalitarismus. Damit sind politische Systeme gemeint, in denen der Staat nahezu alle Bereiche des Lebens kontrolliert.

Viele Themen in Orwells Werken zeigen, wie solche diktatorischen und totalitären Systeme funktionieren. Typische Themen sind:

👁️ Überwachung
📢 Propaganda
👑 Macht und Machtmissbrauch
📰 Manipulation von Informationen
🚫 Unterdrückung und Zensur
🧠 Kontrolle über Sprache und Denken

Orwell zeigte dabei, wie Sprache und Informationen genutzt werden können, um Menschen zu beeinflussen. Seine Werke sollen Leser deshalb auch dazu anregen, Informationen kritisch zu hinterfragen, selbstständig nachzudenken und aufmerksam zu werden, wenn Menschen oder Regierungen zu viel Macht erhalten.

Bekannte Werke von George Orwell

George Orwell schrieb Romane, Essays und journalistische Texte. Besonders bekannt sind seine politischen Werke.

📖 Farm der Tiere

Das Werk erschien 1945. Der Roman erzählt von Tieren auf einem Bauernhof, die ihren menschlichen Besitzer vertreiben und selbst über den Hof bestimmen wollen.

Zunächst versprechen sie sich Freiheit und Gleichheit. Doch nach und nach übernehmen die Schweine die Macht und errichten selbst eine neue Form der Unterdrückung.

Die Geschichte ist eine politische Allegorie. Das bedeutet, dass hinter den Figuren und Ereignissen eine weitere Bedeutung steckt. Orwell kritisierte damit vor allem die Entwicklung der Sowjetunion unter Josef Stalin.

Einer der bekanntesten Sätze aus dem Roman lautet:

„Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher als andere.“

Das Zitat zeigt, wie die ursprüngliche Idee von Gleichheit im Laufe der Geschichte immer weiter verdreht wird.

📖 1984

Orwells bekanntester Roman „1984“ erschien 1949.

Die Geschichte spielt in einem totalitären Staat, in dem die Bevölkerung fast vollständig überwacht wird. Im Mittelpunkt steht Winston Smith, der beginnt, das politische System infrage zu stellen.

Der Staat kontrolliert nicht nur das Verhalten der Menschen, sondern versucht sogar, ihre Gedanken und ihre Sprache zu beeinflussen.

Aus dem Roman stammen Begriffe wie „Big Brother“, „Gedankenpolizei“ und „Neusprech“.

💡Wenn du mehr über Orwells bekannteste Werke erfahren möchtest, findest du bei uns auch Zusammenfassungen zu „1984“ und „Farm der Tiere“.

Schreibstil & Epoche von George Orwell

Orwells Schreibstil ist klar, direkt und verständlich. Er beschreibt seine themen meist nüchtern und realistisch und verzichtet auf eine besonders verspielte oder romantische Sprache.

Gleichzeitig wollte er komplizierte politische Themen so darstellen, dass sie möglichst viele Menschen verstehen konnten. Daher verzichtete Orwell auf komplexe Fachbegriffe und nutzte einfache Sätze.

Orwell schrieb in einer Zeit, die stark von politischen Krisen geprägt war. Er erlebte unter anderem die Folgen des Ersten Weltkriegs, den Aufstieg des Nationalsozialismus und den Stalinismus in der Sowjetunion. Diese Erfahrungen und Entwicklungen spiegeln sich deutlich in seinen Werken wieder. 

Literaturgeschichtlich wird Orwell vor allem der Moderne und der politischen Literatur zugeordnet. Besonders bekannt ist er außerdem für seine dystopischen Werke.

Bedeutung und Wirkung von George Orwell

George Orwell gehört heute zu den einflussreichsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts.

Besonders „1984“ beeinflusste die Art, wie über Überwachung, Propaganda und politische Kontrolle gesprochen wird.

Davon stammt auch der Begriff „orwellian“ beziehungsweise „orwellsch“. Damit werden Situationen beschrieben, in denen Menschen stark überwacht werden oder eine Regierung versucht, Informationen und Sprache zu kontrollieren.

Viele Themen seiner Werke spielen deshalb auch heute noch eine Rolle — etwa bei Diskussionen über Datenschutz, politische Propaganda oder die Verbreitung von Falschinformationen.

Damit wirken Orwells Ideen weit über die Literatur hinaus.

George Orwell — häufigste Fragen

(ausklappen)
  • Warum hat George Orwell unter einem anderen Namen geschrieben?
    George Orwell schrieb unter einem anderen Namen, um sein Privatleben von seiner Schriftstellerei zu trennen. Sein richtiger Name war Eric Arthur Blair. Den Namen „George Orwell“ wählte er auch aus Verbundenheit mit England und nach dem Fluss Orwell im Südosten des Landes.
  • Welche Gründe sprechen dafür, 1984 zu lesen?
    „1984“ zu lesen lohnt sich, weil der Roman zeigt, wie ein totalitäres System Menschen durch Kontrolle, Überwachung und Unterdrückung beeinflusst. Die Figur „Big Brother“ steht dabei für allgegenwärtige Beobachtung und Angst. Außerdem regt das Buch dazu an, Macht und Propaganda kritisch zu hinterfragen.
  • Welches bekannte Zitat stammt von George Orwell?
    Ein besonders bekanntes Zitat von George Orwell lautet „Big Brother is watching you“. In „1984“ steht dieser Satz auf Plakaten und macht klar, dass der Staat die Bürger ständig überwacht. Auf Deutsch bedeutet das sinngemäß „Der große Bruder beobachtet dich“.
  • Warum wurde Animal Farm in manchen Ländern verboten?
    „Animal Farm“ wurde in manchen Ländern verboten, weil die Fabel totalitäre Systeme und den Missbrauch von Machtpositionen kritisiert. Das Buch greift Ideen auf, die an die Russische Revolution von 1917 erinnern. Deshalb war es in mehreren kommunistisch geprägten Ländern unerwünscht, zum Beispiel in der DDR.

Autoren verstehen

George Orwell ist ein bekannter Autor der Literaturgeschichte und gehört zum Themenfeld Autoren. Das Themenfeld Autoren zeigt dir, wie Leben, Zeit und Werke eines Schriftstellers zusammenhängen. Dabei verstehst du besser, wie historische Ereignisse und persönliche Erfahrungen Texte prägen. Weitere Videos dazu findest du in unserem Deutschbereich.

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