Kollegen gendern
Das Gendern von „Kollegen“ wirkt im ersten Moment kompliziert, ist aber mit klaren Regeln schnell umsetzbar. Welche Formen korrekt sind und welche Alternativen du sicher verwenden kannst, erfährst du hier und im Video!
Inhaltsübersicht
Kollegen richtig gendern
Gendern bedeutet, alle Geschlechter sprachlich einzubeziehen. Für „Kollege“ kannst du die Doppelnennung oder eine geschlechtsneutrale Formulierung verwenden.
✓ Doppelnennung: „Liebe Kolleginnen und Kollegen, bitte beachtet die neue Regelung.“
✓ Geschlechtsneutrale Alternativen: „Ein Teammitglied übernimmt die Präsentation.“ oder „Die Kollegschaft trifft sich um 9 Uhr.“
Die Doppelnennung bezieht sich sprachlich nur auf Frauen und Männer. Deshalb ist eine geschlechtsneutrale Formulierung meist die bessere Wahl. Sie schließt nämlich auch nichtbinäre Personen mit ein und ist damit inklusiver.
Wichtig: Schreibweisen mit Sonderzeichen wie „Kolleg:innen“ oder „Kolleg*innen“ sind hier sprachlich nicht korrekt.
Genderstile: Diese Möglichkeiten hast du
Um im Team zu gendern, kannst du verschiedene Genderstile nutzen. Die folgende Übersicht zeigt dir, welche Gendermöglichkeiten es für „Kollege“ im Singular und im Plural gibt:
| Singular | Plural | |
| Neutrale Form |
|
|
| Doppel- nennung |
|
|
| Gender- sternchen |
Kolleg*in ✗ |
Kolleg*innen ✗ |
| Doppelpunkt |
Kolleg:in ✗ |
Kolleg:innen ✗ |
| Unterstrich |
Kolleg_in ✗ |
Kolleg_innen ✗ |
| Binnen-I | KollegIn ✗ | KollegInnen ✗ |
| Schrägstrich | Kolleg/-in ✗ | Kolleg/-innen ✗ |
Bei „Kollege“ funktionieren Genderformen mit Sonderzeichen nicht. Das liegt daran, dass der Wortstamm vor dem Zeichen unvollständig wäre. Aus „Kolleg:in“ würde zum Beispiel „Kolleg“ übrig bleiben. Das ist kein vollständiges Wort.
Mit der Weglassprobe prüfst du, ob eine verkürzte Genderform mit Sonderzeichen sprachlich funktioniert. So gehst du vor:
- Schreibe das Wort in der verkürzten Form, zum Beispiel: „Mitarbeiter/-in“.
- Decke alles nach dem Sonderzeichen ab.
- Prüfe, ob der vordere Teil ein vollständiges Wort ist. Nur dann ist das Gendern mit dem Sonderzeichen korrekt.
➡️ Beispiele:
✓ „Teilnehmer/-in“ → „Teilnehmer“ bleibt stehen. Das ist korrekt.
✓ „Partner/-in“ → „Partner“ bleibt stehen. Auch korrekt.
✗ „Kund/-in“ → „Kund“ bleibt stehen. Das ist kein vollständiges Wort. Diese Form ist falsch.
Gut zu wissen: Die amtliche Rechtschreibung regelt nur die Form mit Schrägstrich und Bindestrich. Andere Sonderzeichen (Doppelpunkt, Sternchen, Binnen-I, Unterstrich) sind dort nicht festgelegt.
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich
Grundregeln zum Gendern
Wenn du „Kollege“ und „Kollegin“ gendern willst, helfen dir drei einfache Grundregeln:
1. Nutze zuerst eine neutrale Formulierung
Neutrale Begriffe sind meist die beste Lösung. Sie sind barrierefrei und wirken sachlich.
➡️ Beispiel: „Alle Mitarbeitenden müssen das Formular abgeben.“
2. Verwende die Doppelnennung, wenn nötig
Manchmal passt eine neutrale Form nicht. Dann nutzt du die Doppelnennung.
➡️ Beispiel: „Die Kolleginnen und Kollegen wurden informiert.“
3. Prüfe verkürzte Formen mit der Weglassprobe
Wenn du mit Schrägstrich oder anderen Sonderzeichen arbeitest, brauchst du die Weglassprobe.
Oft kannst du das Gendern von Personenbezeichnungen umgehen, indem du ein Adjektiv statt eines Substantivs verwendest.
✗ Statt: „Die Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen war hilfreich.“
✓ Schreibst du: „Die kollegiale Unterstützung war hilfreich.“
Pronomen Gender
Wenn du auch bei Pronomen sicher gendern möchtest, findest du passende Regeln und Beispiele in unserem Beitrag dazu!