Würdest du gerne einmal über das Wasser laufen oder durch Wolken fliegen? Wie das funktioniert und was luzides Träumen ist, erfährst du hier und im Video .
Inhaltsübersicht
Was sind luzide Träume?
Luzides Träumen beschreibt einen Traum, bei dem der Träumende sich darüber bewusst ist, dass er träumt. Oft wird das auch Klartraum genannt. In dieser Art von Traum kannst du als Träumender aktiv die Trauminhalte beeinflussen. Dadurch verschwindet die Grenze zwischen Wachzustand und Traum, da das Geschehen im Traum wie die Realität wirkt.
Das luzide Träumen wird durch drei Faktoren definiert:
- Der Träumende weiß, dass er sich im Traum befindet und schläft.
- Zudem kann er den Trauminhalt bewusst steuern.
- Nach dem Erwachen kann er sich an den Traum erinnern.
Diese Faktoren und die intensive Beschäftigung mit eigenen Träumen werden sogar in der Psychotherapie verwendet, um Traumata oder Albträume zu bekämpfen.
Wer kann luzides Träumen erlernen?
Doch wer kann überhaupt luzid träumen? Viele Menschen denken, sie würden nur selten oder gar nicht träumen. Das stimmt so aber nicht: Jeder Mensch träumt und durchläuft im nächtlichen Schlaf REM-Schlafphasen. In diesen Schlafphasen treten die Klarträume am häufigsten auf.
Das bedeutet, dass jeder Mensch dazu in der Lage ist, luzid zu träumen. Auch Personen, die sich nicht an ihre Träume erinnern können. Ob sich Menschen überhaupt an ihre Träume erinnern können, hängt von verschiedenen Regionen im Gehirn ab, die für die Aufmerksamkeit zuständig sind. Diese sind oftmals unterschiedlich aktiv und beeinflussen, ob Träume überhaupt ins Gedächtnis gelangen.
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Tipps, wie du Klarträumen lernen kannst
Es steht fest, dass jeder Mensch die Fähigkeit besitzt, Klarträume erleben zu können. Also auch du! Personen, die die Fähigkeit des luziden Träumens bereits anwenden können, nennst du Oneironauten. Das stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie Traumreisender.
Alle anderen haben jedoch das Potenzial, luzide Träume erleben zu können. Doch wie kannst du Klarträumen lernen? Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. Folgende Übungen können dir helfen, um deine ersten Klarträume erleben zu können:
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Traumtagebuch führen
Um dem Erleben eines Klartraums näherzukommen, solltest du anfangen, deine Traumerlebnisse direkt nach dem Aufwachen in einem Traumtagebuch festzuhalten. Zu Beginn wird es dir wahrscheinlich schwerfallen und du wirst dich nur vage an die Ereignisse im Traum erinnern können.
Aber lass dich nicht entmutigen! Mit der Zeit wird dein Traumgedächtnis geschult und du wirst mehr Details deiner Träume behalten können. Lies dir dann am Abend vor dem Einschlafen deine Aufschriebe durch, um dein Gehirn auf die Traumverarbeitung vorzubereiten.
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Ernährung anpassen
Um nachts gut zu schlafen, ist eine gesunde Ernährung und ein ausgeglichener Hormonhaushalt von großer Bedeutung. Ein ausschlaggebendes Hormon dabei ist Melatonin. Kommt es zu einem Mangel, kann das zu Schlafproblemen führen. Achte deshalb auf deine Ernährung und deinen Hormonhaushalt, um dein Schlafpotential optimal auszunutzen und die Chance auf luzide Träume zu erhöhen.
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Reality Checks durchführen
Um die Fähigkeit des luziden Träumens nutzen zu können, solltest du regelmäßig Reality Checks durchführen. Darunter kannst du dir Maßnahmen oder Aktionen vorstellen, durch die du unterscheiden kannst, ob du dich in der Realität oder einem Traum befindest.
Diese Reality Checks solltest du während des Tages durchführen. Sobald du den Realitätstest verinnerlicht hast, sollte er auch in deinen Träumen vorkommen. Entspricht das Resultat des Checks dort nicht dem üblichen Ergebnis, wird dir bewusst, dass du dich in einem Traum befindest. Ein Reality Check könnte beispielsweise das Abzählen der Finger sein. Hast du beim Überprüfen nun plötzlich sechs Finger pro Hand, kannst du dir sicher sein, zu träumen.
Methoden des luziden Träumens
Es gibt aber auch noch andere Methoden, um den Klartraum zu erlernen:
➡️ Die MILD-Technik
Eine Option ist die MILD-Methode: MILD ist eine englische Abkürzung und steht hier für „Mnemonic Induction of Lucid Dreams“. Dabei trainierst du dein Gehirn zur aktiven Traumerinnerung. Es wird also die Absicht entwickelt, sich daran zu erinnern, dass man träumt.
Das kannst du durch das Wiederholen von Leitsätzen vor dem Schlafen gehen auslösen. Ein Leitsatz könnte sein: „Wenn ich das nächste Mal träume, erinnere ich mich daran, dass ich träume“. Oft wird diese Methode auch mit der WBTB-Methode kombiniert.
➡️ Die WBTB-Methode
„Wake Back to Bed“ stammt ebenfalls aus dem Englischen und bedeutet soviel wie Aufwachen und zurück ins Bett. Bei dieser Methode stellst du dir einen Wecker auf etwa fünf Stunden nach dem Zubettgehen. Nachdem du durch den Alarm aufgewacht bist, bleibst du eine Zeit lang wach, um die geistige Wachheit zu erhöhen. Danach gehst du wieder schlafen.
In der Wachphase kannst du auch gut die MILD-Methode einsetzen, da nach dem wieder Einschlafen die REM-Phase schneller erreicht wird. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit dich im Traum zu vergewissern, dass du träumst.
Positive Effekte von Klarträumen
Durch luzides Träumen kannst du einige positive Effekte für dich erzielen. Personen, die klar träumen, fühlen sich am nächsten Morgen fitter und wacher. Es ist deswegen auch eine beliebte Biohackingtechnik.
Aber auch deine körperlichen Fähigkeiten können im luziden Traum geschult werden. Übst du einen motorischen Ablauf im Traum, gibt es Hinweise darauf, dass du den Ablauf auch in der Realität besser durchführst. Ein Beispiel dafür ist das Trainieren des Dartwerfens im Traum. Dadurch wirst du auch ein besserer Dartspieler werden!
Darüber hinaus sieht die Wissenschaft Potenzial von luziden Träumen in der Behandlung gegen Albträume. Diese können als Symptom von psychischen Krankheiten wie Depressionen auftreten. Klarträumen kann den Betroffenen dabei helfen, den Inhalt von Albträumen zu regulieren. Es gibt aber nicht nur positive Aspekte am luziden Träumen.
Bei Menschen mit erhöhtem Risiko für Realitätsverlust können Klarträume unter Umständen Halluzinationen verstärken. In seltenen Fällen können diese Personen albtraumhaften luziden Träumen ausgesetzt sein.
Luzides Träumen — häufigste Fragen
(ausklappen)
Luzides Träumen — häufigste Fragen
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Wie kann man luzid träumen?Luzid träumen kannst du lernen, indem du deine Traumerinnerung trainierst und dir angewöhnst, im Traum zu merken, dass du träumst. Schreib dafür direkt nach dem Aufwachen ein Traumtagebuch und mach tagsüber Reality Checks. Zum Beispiel zählst du deine Finger und prüfst, ob etwas „unlogisch“ ist.
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Wie lange dauert es, luzides Träumen zu lernen?Wie lange es dauert, luzides Träumen zu lernen, hängt stark von dir ab. Bei manchen klappt der erste Klartraum nach wenigen Nächten, bei vielen dauert es eher mehrere Wochen bis Monate mit regelmäßigem Üben. Entscheidend sind vor allem Übungsroutine, Traumerinnerung und ruhiger, ausreichender Schlaf.
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Kann man sofort luzid träumen? Wenn ja, wie?Sofort luzid träumen kannst du manchmal, aber du kannst es nicht sicher erzwingen. Am ehesten klappt es, wenn du nach etwa fünf Stunden Schlaf kurz aufstehst, kurz wach bleibst und dir dann beim Wiedereinschlafen fest vornimmst, im nächsten Traum zu merken, dass du träumst. Danach hilft ein Reality Check im Traum.
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Ist luzides Träumen gesund?Luzides Träumen ist für die meisten Menschen nicht ungesund. Weder für den Körper, noch für den Schlaf und kann sich sogar positiv anfühlen, zum Beispiel weil du Albträume besser steuern kannst. Problematisch kann es bei Personen sein, die leicht den Bezug zur Realität verlieren oder zu Halluzinationen neigen. Wenn dich Klarträumen verunsichert, pausiere und hol dir Hilfe.
Schlafparalysen
Super, jetzt weißt du, was luzide Träume sind. Leider gibt es im Schlaf aber nicht nur positive Erlebnisse. Ein negatives Schlaferlebnis kann die Schlafparalyse sein. Was das ist, erfährst du hier.