Der Wanderfeldbau ist eine Landwirtschaftsform. Was das bedeutet und wie sie funktioniert, erfährst du hier!
Inhaltsübersicht
Was ist Wanderfeldbau?
Der Wanderfeldbau, oder auch Brandrodungswanderfeldbau, ist eine Art der Wechselwirtschaft. Du verstehst darunter eine Landwirtschaftsform, in der die Bodenflächen für ein paar Jahre abwechselnd umfangreich genutzt werden.
Dafür brennen Landwirte zunächst eine Bodenfläche ab. Danach nutzen sie den mit der Asche gedüngten Boden als Feld, auf dem sie Kulturpflanzen anbauen. Nach zwei bis drei Ernten gibt es nur noch wenige Nährstoffe im Boden. Ab dem Zeitpunkt ist die Landfläche unbrauchbar.
Dann wird eine andere Landfläche abgebrannt. Die Bauern pflanzen dort ihre Kulturpflanzen an. Dann kann sich die erste Feldfläche erholen.
Der Brandrodungswanderfeldbau ist nicht auf den wirtschaftlichen Gewinn ausgelegt, sondern eignet sich besonders für die Subsistenzwirtschaft (Selbstversorgung) von kleineren Völkern. Auf den Feldern können viele verschiedene Pflanzen ausgesät werden (Mischkulturen). Die Landschaftsform findest du überwiegend in den Tropen. Für eine noch schnellere Erklärung, sieh dir unser Video an!
Wie funktioniert Wanderfeldbau?
Wie Landwirte in den tropischen Breitengraden beim Wanderfeldbau vorgehen, ist recht simpel.
Gegen Ende der Trockenzeit kürzen sie erst kleinere Bäume und Sträucher und kerben größere Bäume ein, sodass sie nach kurzer Zeit absterben. Ist die Trockenzeit vorbei, brennen sie die Landfläche kontrolliert ab. Die Asche und die Pflanzenreste werden dann in den Boden eingearbeitet und bis zur einsetzenden Regenzeit in Ruhe gelassen. Das sorgt dafür, dass der Boden fruchtbarer wird.
Mit der Regenzeit beginnt die Aussaat und das Einsetzen der Pflanzensetzlinge in die fruchtbare Erde. Nach zwei bis drei Ernten muss das nächste Feld gerodet werden.
Das alte Feld nennst du dann „Brache“. Es erholt sich für ungefähr 30 Jahre. In der Zeit bildet sich ein Sekundärwald aus. Den Zeitraum, bis die alte Fläche wieder genutzt wird, nennst du Brachperiode. Ab der zweiten Nutzung eines Felds bildet sich ein Kreislauf, sodass Felder immer wieder genutzt werden.
In den lateinamerikanischen und afrikanischen Tropen findest du heute noch Brandrodungswanderfeldbau. Mittlerweile ist die Landwirtschaftsform aber immer seltener zu beobachten. Das liegt vor allem am schnellen Bevölkerungswachstum, die die eher kleine Landwirtschaftsform nicht mehr tragen kann.
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Merkmale Wanderfeldbau
Es gibt einige Merkmale, an denen du einen Wanderfeldbau erkennen kannst. Das sind:
- Brandrodung von Feldern
- Mischkulturen auf Ackerflächen (viele verschiedene Pflanzen)
- Weder Dünger noch Pestizide oder technische Geräte
- Meist in den tropischen Breitengraden
- Zyklische Nutzung der Felder
Vor- und Nachteile des Wanderfeldbaus
Der Wanderfeldbau bringt Vor- und Nachteile mit sich.
Einer der größten Vorteile ist die Wiederverwendung der bereits genutzten Landflächen. Der Kreislauf sorgt dafür, dass sich die Böden nach einem Zyklus wieder erholen können. Für den Wanderfeldbau in den Tropen ist das wenig schwankende Klima von Vorteil. So können Landwirte das ganze Jahr über Nahrungspflanzen anbauen, ohne dass Nahrungsnot entsteht.
Ein Nachteil des Brandrodungswanderfeldbaus ist die fehlende Nachhaltigkeit . Durch das Abbrennen der Landflächen und Sekundärwälder sterben viele Tiere und Pflanzen. Außerdem gehen kürzere Brachzeiten mit der wachsenden Bevölkerung einher, sodass die Böden schneller und intensiver an Nährstoffen verlieren. Nicht zu vergessen ist, dass die entstehenden Felder meist auf ehemaligem Regenwald entstehen. Dazu verbrennen die Bauern den ursprünglichen Regenwald.
Populationsdynamik
Super! Du hast nun gelernt, was Wanderfeldbau ist und in welchen Klimaregionen er häufig genutzt wird.
Neben dem Klima ist aber auch die Größe des Volks ein Faktor, der darüber entscheidet, ob der Wanderfeldbau sich eignet. Die Veränderung eines solchen Volks im zeitlichen Verlauf beschreibst du mit der Populationsdynamik. Sieh dir direkt unser Video dazu an!
Wanderfeldbau — häufigste Fragen
(ausklappen)
Wanderfeldbau — häufigste Fragen
(ausklappen)-
Was ist traditioneller Wanderfeldbau?Traditioneller Wanderfeldbau ist eine Landwirtschaftsform, bei der Bauern kleine Flächen für kurze Zeit nutzen und dann zu einer neuen Fläche wechseln. Zuerst wird die Fläche gerodet und oft abgebrannt. Danach baut man dort nur wenige Jahre an und lässt die alte Fläche lange brach, damit sie sich erholt.
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Was ist Brandrodung?Brandrodung ist das Roden von Pflanzen auf einer Fläche mit anschließendem kontrollierten Abbrennen. Durch das Feuer werden Sträucher und Bäume entfernt, sodass ein Feld entsteht. Die Asche bleibt als Nährstoffquelle im Boden und macht ihn für kurze Zeit fruchtbarer.
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Ist Brandrodung dasselbe wie Wanderfeldbau?Brandrodung ist nicht dasselbe wie Wanderfeldbau, sondern ein Arbeitsschritt, der beim Brandrodungswanderfeldbau vorkommt. Wanderfeldbau meint das ganze System, bei dem Felder nach wenigen Ernten gewechselt werden. Danach bleibt die alte Fläche als Brache liegen und kann später wieder genutzt werden.
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Was ist Brachezeit?Brachezeit ist die Zeit, in der ein früher genutztes Feld nicht bewirtschaftet wird, damit der Boden wieder Nährstoffe aufbauen kann. Im Wanderfeldbau kann diese Erholungszeit ungefähr 30 Jahre dauern. In dieser Zeit wächst oft ein Sekundärwald (nachwachsender Wald) nach.
Landwirtschaft verstehen
Wanderfeldbau ist eine Form der Landwirtschaft in den Tropen und gehört zu den Anbaumethoden in verschiedenen Klimaräumen. Du vergleichst im Themenfeld Landwirtschaft verschiedene Anbauformen und ihre Merkmale in unterschiedlichen Regionen der Welt. So erkennst du, wie Klima, Boden und Nutzung den Anbau von Pflanzen beeinflussen. Im Erdkundebereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.