Du durchlebst während der Prüfungszeit immer wieder verschiedene Lernphasen? Welche unterschiedlichen Phasen bei Gemischen vorkommen, erklären wir dir in diesem Beitrag.
Inhaltsübersicht
Raoult´sche Gesetz
Nachdem wir wissen, wovon wir bei Mehrphasengemischen sprechen, wollen wir uns den Gesetzmäßigkeiten zuwenden. Aus dem Video zur feuchten Luft kennst du ja bereits den Dampfdruck (p s Null) einer Flüssigkeit und, dass dieser im Gleichgewicht mit der Umgebung steht.
Für ideale Mehrphasengemische gilt das sogenannte Raoult´sche Gesetz mit:

Wir betrachten also eine Komponente i des Gemisches. X i Strich Strich ist demnach der Anteil der Komponente i in der Gasphase und x i Strich der Anteil der Komponente i in der Flüssigphase. Das heißt, wenn wir den gesamten Druck, den Dampfdruck und zum Beispiel die Zusammensetzung der flüssigen Phase kennen, können wir uns einfach die Zusammensetzung der Gasphase berechnen.
Du hast sicher erkannt, dass uns in der Regel die Zusammensetzung der Gemische interessiert. Demnach können wir das p-v beziehungsweise das T-v-Diagramm in ein p-x beziehungsweise T-x-Diagramm umschreiben. Dabei können wir eine Taulinie und eine Siedelinie betrachten. Im p-x-Diagramm erhalten wir die Linien aus dem Raoult´schen Gesetz. Generell gilt für die Gasphase:

Wenn du dir das genau anschaust, ist das auch logisch: Xi Strich Strich ist der Anteil der Komponente i in der Gasphase und p der gesamte Druck. Damit also der Partialdruck der Komponente i. Im p-x-Diagramm tragen wir den gesamten Druck über den jeweiligen Anteil x einer der Komponenten auf. Also suchen wir jetzt den Gesamtdruck. Diesen erhalten wir aus der Summe über alle Partialdrücke.
Für die Siedelinie ist die Zusammensetzung der Flüssigphase bekannt und konstant. Damit ergibt sich für die Siedelinie:

Für die Taulinie kennen wir nur die Zusammensetzung der Gasphase, also x i Strich Strich. Wir wissen, dass die Summe x i Strich gleich eins sein muss.

Zudem ergibt sich aus der Umformung des Raoult´schen Gesetz folgendes:

Diese beiden Erkenntnisse können wir nun zusammenführen:

Das können wir wieder umformen und erhalten für die Taulinie:

Für die Temperatur können wir das leider nicht so einfach machen. Hier haben wir keine Gesetzmäßigkeit, sodass wir für jedes Gemisch die Kurve der Tau- beziehungsweise Siedelinie experimentell bestimmen müssen.
Nun betrachten wir die beiden Diagramme nochmal etwas genauer. Für das p-x-Diagramm kennen wir die Formeln für die Tau- beziehungsweise Siedelinie aus dem Raoult‘schen Gesetz. Wichtig ist, dass wir immer die Komponente mit dem höheren Dampfdruck auftragen. Damit ist bei x gleich eins der Dampfdruck der betrachteten Komponente und bei x gleich Null der Dampfdruck der anderen Komponente. Beim p-x-Diagramm liegt die Flüssigphase oberhalb des Nassdampfgebiets und die Gasphase unterhalb des Nassdampfgebiets. Das liegt daran, dass bei höherem Druck „mehr Teilchen“ in die flüssige Phase gepresst werden. Das T-x Diagramm ist um 90 Grad gedreht. Allerdings sind hier Siedeline und Taulinie bauchige Kurven und die Zusammenhänge sind nicht so einfach wie beim Druck. Hier liegt die Gasphase oberhalb des Nassdampfgebiets.
Mit Hilfe des Diagramms können wir auch Destillation graphisch darstellen. Bei der Destillation gehen wir mit einem sogenannten flüssigen Feed-Strom mit bestimmter Zusammensetzung in einen Phasentrenner. Hier wird das Gemisch erhitzt und die Gasphase – auch Produktstrom genannt-, und die Flüssigphase – auch Sumpfstrom genannt-, werden getrennt. Mit dem Produktstrom kann dann nach erneuter Verflüssigung wieder von vorne angefangen werden.
Nun weißt du, dass du nicht der Einzige bist, der am Tag mehrere verschiedene Phasen durchlebt. Viel Erfolg beim Lernen!
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich
Mehrphasengemische — häufigste Fragen
(ausklappen)
Mehrphasengemische — häufigste Fragen
(ausklappen)-
Was versteht man unter der Siedelinie?Unter der Siedelinie versteht man im
–
– oder
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-Diagramm die Grenzlinie, bei der ein Gemisch mit gegebener Zusammensetzung der Flüssigphase gerade zu sieden beginnt. Auf der Siedelinie entsteht die erste Dampfblase, und beim Überschreiten liegt ein Zweiphasengebiet vor.
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Was versteht man unter der Taulinie?Unter der Taulinie versteht man im
–
– oder
–
-Diagramm die Grenzlinie, bei der ein Gemisch mit gegebener Zusammensetzung der Gasphase gerade zu kondensieren beginnt. Auf der Taulinie entsteht der erste Flüssigkeitstropfen, und unterhalb bzw. oberhalb (je nach Diagramm) liegt das Zweiphasengebiet.
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Was ist der Unterschied zwischen dem Stoffmengenanteil der Flüssigphase und dem der Gasphase?Der Stoffmengenanteil der Flüssigphase ist die Zusammensetzung in der flüssigen Phase und wird oft mit „
“ bezeichnet, während der Stoffmengenanteil der Gasphase die Zusammensetzung in der Dampfphase ist und oft „
“ heißt. Beide Anteile beziehen sich auf dieselben Komponenten, können aber unterschiedliche Werte haben.
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Wie liest man eine einfache Destillation im p-x- oder T-x-Diagramm ab?Eine einfache Destillation liest man ab, indem man von der gegebenen Feed-Zusammensetzung auf die Siedelinie geht und dort den Gleichgewichtspunkt für den gewählten Druck oder die gewählte Temperatur bestimmt. Dann verfolgt man die Verbindung zur Taulinie und liest dort die Zusammensetzung der entstehenden Gasphase (Produktstrom) ab. Die Zusammensetzung der verbleibenden Flüssigphase (Sumpfstrom) entspricht dem Punkt auf der Siedelinie.
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Thermodynamik verstehen
Mehrphasengemische sind ein typisches Thema der Thermodynamik und treten in vielen technischen Prozessen auf. Du rechnest mit Zustandsgrößen und Stoffanteilen und liest aus Diagrammen ab, in welcher Phase sich ein Gemisch befindet. Dabei erkennst du, wie Druck und Temperatur das Phasengleichgewicht verschieben und warum sich Gemische beim Trennen unterschiedlich verhalten. Weitere Videos dazu findest du in unserem Ingenieurwissenschaftenbereich.