Angebotsvergleich
Angebote von Lieferanten kannst du auf verschiedene Arten vergleichen. Hier und im Video erklären wir dir die unterschiedlichen Methoden für einen Angebotsvergleich.
Inhaltsübersicht
Angebotsvergleich einfach erklärt
Meist holst du mehrere Angebote von verschiedenen Lieferanten ein, um so die richtige Entscheidung zu treffen. Damit du herausfindest, welches Angebot das Beste ist, musst du sie miteinander vergleichen. Du führst also einen sogenannten Angebotsvergleich durch.
Hierfür werden verschiedene Informationen benötigt. Dazu zählen deine eigenen Erfahrungen mit dem Lieferanten, Ergebnisse von Recherchearbeiten und die Auskünfte über das Produkt, die du vom Lieferanten selbst erhältst. Das können zum Beispiel Testberichte oder Datenblätter sein. All diese qualitativen und quantitativen Informationen solltest du in einer Datenbank speichern, damit du jederzeit darauf zugreifen kannst.
Mit den verschiedenen Angeboten und den gesammelten Informationen führst du nun den Angebotsvergleich durch. Das Angebotsvergleich Schema besteht aus 3 Schritten:
- Bezugspreisvergleich (= Quantitativer Angebotsvergleich)
- Qualitativer Angebotsvergleich
- Gewichtung der einzelnen Kriterien
Quantitative Entscheidungskriterien
Bei quantitativen Entscheidungskriterien geht es um feste Zahlenwerte. Du betrachtest also verschiedene Faktoren, wie z. B. den Listeneinkaufspreis, die Bezugskosten (Transport, Verpackung, Transportversicherung, …), Rabatte und Skonti. Ein Skonto ist ein Nachlass, den du erhältst, wenn du die Rechnungen der Lieferanten frühzeitig bezahlst.
Mit den Angaben kannst du dann einen Bezugspreisvergleich durchführen. Dieser funktioniert nach folgendem Kalkulationsschema:
Du rechnest also den Bezugspreis für jedes vorliegende Angebot aus. Das ist der Preis für ein Produkt, der den endgültigen Anschaffungskosten entspricht. So erkennst du, welcher Lieferant am günstigsten liefert.
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich
Bezugspreisvergleich
Folgende quantitative Angebotsvergleich Rechnung zeigt die Bezugspreiskalkulation zweier Lampenangebote. Es werden bei beiden Angeboten Rabatte und Skonti berücksichtigt.
Trotz starker Listeneinkaufspreis Unterschiede liegt der Bezugspreis nicht weit auseinander. Das hängt mit den unterschiedlich hohen Rabatten und Skonti zusammen. Aber mit 94,88€ ist die ScheinSchön GmbH schlussendlich etwas günstiger als die FlixLicht AG mit 95,05€.
Der quantitative Angebotsvergleich zeigt, dass du dich für die ScheinSchön GmbH entscheiden solltest. Da es noch mehr Kriterien zu bewerten gibt, kannst du die Wahl aber hier noch nicht so einfach treffen.
Qualitative Entscheidungskriterien
Bei den qualitativen Entscheidungskriterien werden das Produkt und der Lieferant in bestimmten Aspekten bewertet. Darunter fallen zum Beispiel:
- Mindestbestellmengen des ausgewählten Produktes
- Zahlungsbedingungen
- Fristen für Lieferung und Bestellung
- Qualität der Produkte
- Nachhaltigkeit
- Zuverlässigkeit bei der Lieferung
- Flexibilität
- Lieferbedingungen
- Serviceleistungen nach der Lieferung
Wenn du das erforderliche Wissen eingesammelt hast, kannst du im Anschluss mit den verschiedenen Angeboten den Lieferantenvergleich durchführen.
Qualitativer Angebotsvergleich
Um die beiden Angebote zusätzlich mit einem qualitativen Angebotsvergleich gegenüberstellen zu können, betrachtest du die für das Unternehmen wichtigsten Kriterien. Viele der Informationen erhältst du vom Lieferanten selbst oder kannst sie durch deine eigenen Erfahrungen mit dem Unternehmen ergänzen.
Hast du die einzelnen Unternehmen in der Angebotsvergleich Tabelle bewertet, kannst du erkennen, dass die FlixLicht AG viele Vorteile bietet. Du kannst z. B. geringere Mengen abnehmen, hast weniger Verpackungsmüll und konntest schon eigene gute Erfahrungen mit ihnen sammeln. Die FlixLicht AG ist zwar im Bezugspreis 17 Cent teurer, kann aber wegen den anderen Eigenschaften hervorstechen.
Gewichtung der Kriterien
Die verschiedenen Argumente für die Wahl des passenden Lieferanten haben eine unterschiedlich hohe Bedeutung. Dadurch kannst du den Kriterien eine unterschiedliche Gewichtung zuteilen.
Betrachte dafür wieder die gleichen Kriterien wie beim qualitativen Angebotsvergleich und lege die Gewichtung von jedem einzelnen in Prozent fest. Gesamt müssen alle Prozentzahlen 100% ergeben. Dem Bezugspreis gibst du in diesem Beispiel 20% an Bedeutung. Die restlichen 80% teilst du unter den übrigen Kriterien auf.
Teile nun die Prozente der einzelnen Kriterien auf die beiden potenziellen Lieferanten auf. Der Bezugspreis der Scheinschön GmbH ist zum Beispiel etwas niedriger. Deshalb werden die 20% auf 9% für FlixLicht und 11% für ScheinSchön aufgeteilt. Die Qualität der Produkte hingegen ist bei beiden gleich gut. Das bedeutet, jeder erhält 10%.
Hast du nun alle Prozentwerte auf die beiden potenziellen Lieferanten aufgeteilt, dann rechnest du die Werte zusammen. Die FlixLicht AG erreicht insgesamt 59% und die ScheinSchön GmbH 41%.
Bei dem Bezugspreisvergleich konnte die ScheinSchön GmbH mit günstigeren Lieferpreisen punkten, während beim Lieferantenvergleich die FlixLicht AG mit ihrer Qualität überzeugt hat. Nach der Gewichtung der Kriterien, wird sich in diesem Beispiel für die FlixLicht AG als Lieferant entschieden, da sie mit 59% gewinnen. Die richtige Entscheidung ist somit die FlixLicht AG.
Angebotsvergleich — häufigste Fragen
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Angebotsvergleich — häufigste Fragen
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Was genau mache ich beim Angebotsvergleich, wenn ich mehrere Lieferanten habe?Du vergleichst die Angebote systematisch in drei Schritten: Bezugspreisvergleich, qualitativer Vergleich und Gewichtung. Zuerst berechnest du für jeden Lieferanten den Bezugspreis als endgültige Anschaffungskosten. Danach bewertest du Lieferant und Produkt nach wichtigen Kriterien und entscheidest mit einer prozentualen Gewichtung.
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Welche Infos sollte ich sammeln, bevor ich Angebote wirklich vergleiche?Du sammelst qualitative und quantitative Informationen zu Lieferant und Produkt, bevor du vergleichst. Dazu gehören eigene Erfahrungen, Ergebnisse aus Recherchearbeiten und Produktinformationen vom Lieferanten, zum Beispiel Testberichte oder Datenblätter. Speichere die Informationen am besten in einer Datenbank, damit du sie jederzeit nutzen kannst.
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Wie finde ich beim Bezugspreisvergleich heraus, welches Angebot am günstigsten ist?Du rechnest für jedes Angebot den Bezugspreis aus und vergleichst die Endwerte. Dafür berücksichtigst du feste Zahlen wie Listeneinkaufspreis, Bezugskosten (z. B. Transport und Verpackung) sowie Rabatte und Skonti. Das Angebot mit dem niedrigsten Bezugspreis ist rechnerisch am günstigsten.
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Welche Kriterien zählen beim qualitativen Angebotsvergleich, wenn der Preis nicht alles ist?Beim qualitativen Angebotsvergleich bewertest du Produkt und Lieferant nach Kriterien, die über den Preis hinausgehen. Dazu zählen zum Beispiel Mindestbestellmengen, Zahlungsbedingungen, Liefer- und Bestellfristen, Produktqualität, Nachhaltigkeit, Zuverlässigkeit, Flexibilität, Lieferbedingungen und Serviceleistungen nach der Lieferung. So erkennst du, welches Angebot insgesamt besser passt.
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Wie vergebe ich Prozent-Gewichtungen für die Kriterien, damit am Ende 100% rauskommen?Du legst für dieselben Kriterien wie im qualitativen Vergleich Prozentwerte fest, die zusammen genau 100% ergeben. Im Beispiel bekommt der Bezugspreis 20% Bedeutung, die restlichen 80% verteilst du auf die anderen Kriterien. So wird sichtbar, welche Aspekte die Entscheidung am stärksten beeinflussen.
Bezugskalkulation Schema
Prima! Jetzt weißt du, wie du einen Angebotsvergleich durchführst. Für den quantitativen Vergleich war die Grundlage das Bezugskalkulation Schema. Willst du mehr darüber erfahren? Dann schau gleich hier vorbei!