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In diesem Beitrag und im Video erfährst du, was das Rechnungswesen ist und welche Aufgaben und Bereiche es umfasst.

Inhaltsübersicht

Was ist das Rechnungswesen?

Das Rechnungswesen ist das Informationssystem eines Unternehmens. Du erfasst, dokumentierst und wertest alle relevanten Geschäftsvorfälle aus, um mit ihm die wirtschaftliche Lage deines Unternehmens transparent darzustellen.

Deine gewonnenen Informationen richten sich dabei an zwei Seiten: nach innen und nach außen.

👔 Nach innen nutzt du das Rechnungswesen, um dein Unternehmen zu steuern: Über Kosten- und Leistungsrechnung, Statistik und Planungsrechnung vergleichst du Werte und triffst so begründete Entscheidungen.

🏛️ Nach außen brauchst du das Rechnungswesen, um gegenüber Dritten Rechenschaft abzulegen: Banken und Investoren verlassen sich auf deine Finanzbuchhaltung und den Jahresabschluss, um Kreditwürdigkeit oder Investitionschancen zu beurteilen.

Welche Aufgaben hat das Rechnungswesen?

Das Rechnungswesen erfüllt vier Kernaufgaben: Dokumentation, Information, Kontrolle und Planung. Du kannst sie dir mit dem Kürzel DIKP merken.

Aufgabe Ziel Kernfrage Ergebnisse / Instrumente
Dokumentation Alle Geschäftsvorfälle vollständig festhalten Was ist passiert? Belege, Buchungssätze, Journal
Information Zahlen für Entscheidungen aufbereiten Wie steht das Unternehmen da? Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung (GuV), Berichte
Kontrolle Geplante und tatsächliche Werte vergleichen Haben wir unsere Ziele erreicht? Soll-Ist-Vergleiche
Planung Zukünftige Entwicklungen vorbereiten Was soll im nächsten Zeitraum erreicht werden? Budgets, Finanzpläne

Wichtig: Die vier Aufgaben bauen logisch aufeinander auf. Aus der Dokumentation entsteht die Information. Diese macht Kontrolle möglich. Und deren Ergebnisse fließen direkt in deine Planung ein.

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Welche Bereiche umfasst das Rechnungswesen?

Diese vier Aufgaben verteilen sich im Rechnungswesen auf vier Teilbereiche: Externes Rechnungswesen, internes Rechnungswesen, Statistik und Vergleichsrechnung und Planungsrechnung.

Das Bild zeigt die vier Teilbereiche des Rechnungswesens in einem Unternehmen: Internes und Externes Rechnungswesen, Statistik und Vergleichsrechnung und die Planungsrechnung.
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Die vier Teilbereiche des Rechnungswesens

Externes Rechnungswesen

Hauptfrage: Wie ist die wirtschaftliche Lage des Unternehmens?

Das externe Rechnungswesen richtet sich an Personen und Organisationen außerhalb des Unternehmens — zum Beispiel Banken, Investoren oder das Finanzamt. Hier geht es darum, die wirtschaftliche Lage transparent zu machen. Dafür nutzt das externe Rechnungswesen zwei Werkzeuge:

  • Gewinn- und Verlustrechnung (GuV): Zeigt, ob am Ende Gewinn oder Verlust gemacht wurde.
  • Bilanz: Zeigt, was dem Unternehmen gehört (Vermögen) und was es anderen schuldet (Schulden).

Aufgrund der gesetzlichen Publizitätspflicht müssen viele Unternehmen diese Ergebnisse offenlegen. So erhalten die externen Adressaten eine verlässliche Grundlage, um die finanzielle Situation des Unternehmens zu beurteilen.

➡️Beispiel: Eine Bank prüft anhand des Jahresabschlusses, ob ein Unternehmen finanziell stabil ist und einen Kredit erhalten kann.

Internes Rechnungswesen

Hauptfrage: Wie wirtschaftlich arbeiten einzelne Bereiche des Unternehmens?

Das interne Rechnungswesen unterstützt die Unternehmensleitung bei Entscheidungen und dient der Planung, Steuerung und Kontrolle innerhalb des Unternehmens. Es zeigt zum Beispiel, welche Produkte oder Bereiche besonders wirtschaftlich arbeiten oder wo unnötige Kosten entstehen. Dafür nutzt das interne Rechnungswesen diese Instrumente:

  • Kostenrechnung: Zeigt, wo im Unternehmen welche Kosten entstehen.
  • Deckungsbeitragsrechnung: Zeigt, was ein einzelnes Produkt einbringt, um die laufenden Festkosten der Firma zu decken.

Da die Informationen nur für interne Zwecke bestimmt sind, ist dieser Bereich nicht gesetzlich vorgeschrieben und kann von jedem Unternehmen individuell gestaltet werden.

➡️Beispiel: Ein Unternehmen vergleicht die Kosten zweier Produkte, um zu entscheiden, welches Produkt weiter produziert werden soll.

Statistik und Vergleichsrechnung

Hauptfrage: Wie entwickelt sich das Unternehmen im Vergleich?

Die Statistik und Vergleichsrechnung wertet vorhandene Unternehmensdaten aus und macht Entwicklungen sichtbar. Dafür nutzt sie drei Instrumente:

  • Zeitvergleich: Zeigt, wie sich Umsatz oder Kosten über verschiedene Monate oder Jahre hinweg verändern.
  • Betriebsvergleich: Zeigt, wie das Unternehmen im Vergleich zu anderen Firmen derselben Branche abschneidet.
  • Soll-Ist-Vergleich: Zeigt, wie geplante Ziele von den tatsächlich erreichten Werten abweichen.
➡️Beispiel: Ein Unternehmen vergleicht den Umsatz dieses Jahres mit dem Vorjahr, um festzustellen, ob sich die Geschäftsentwicklung verbessert hat.

Planungsrechnung

Hauptfrage: Was soll zukünftig erreicht werden?

Die Planungsrechnung richtet den Blick in die Zukunft. Auf Grundlage vergangener Ergebnisse werden intern Ziele festgelegt und zukünftige Budgets, Umsätze, Kosten oder Investitionen geplant. So hilft sie dem Unternehmen dabei, Entscheidungen vorzubereiten. Dafür kommen diese Werkzeuge zum Einsatz:

  • Budgetplanung: Legt fest, wie viel Geld den einzelnen Bereichen zur Verfügung steht.
  • Umsatzplanung: Schätzt ab, welche Einnahmen künftig erwartet werden.
  • Kostenplanung: Kalkuliert, welche Ausgaben auf das Unternehmen zukommen.
  • Investitionsplanung: Plant größere Anschaffungen und Projekte für die Zukunft.
➡️Beispiel: Ein Unternehmen plant die erwarteten Kosten und Umsätze für das kommende Geschäftsjahr, um ein Budget festzulegen.

Wichtige Begriffspaare im Rechnungswesen

Neben den Bereichen und Aufgaben des Rechnungswesens solltest du auch vier wichtige Begriffspaare sicher unterscheiden können. 

Begriffspaar Definition
Einzahlung / Auszahlung

Einzahlung: Zahlungsmittel fließen in die Kasse oder auf das Bankkonto.
➡️ Ein Kunde bezahlt eine Rechnung.

Auszahlung: Zahlungsmittel verlassen das Unternehmen.
➡️ Du bezahlst eine Lieferantenrechnung.

Einnahme / Ausgabe

Einnahme: Erhöht das Geldvermögen.
➡️ Du verkaufst eine Maschine auf Rechnung.

Ausgabe: Verringert das Geldvermögen.
➡️ Du kaufst Waren auf Rechnung.

Ertrag / Aufwand

Ertrag: Erhöht das Eigenkapital eines Unternehmens.
➡️ Du erhältst Zinserträge.

Aufwand: Verringert das Eigenkapital eines Unternehmens.
➡️ Du musst Miete für Büroräume zahlen.

Leistung / Kosten

Leistung: Betrieblicher Wertzuwachs.
➡️ Du verkaufst ein Produkt.

Kosten: Betrieblicher Wertverzehr.
➡️ Du kaufst Materialien für die Herstellung eines Produktes.

Wichtig: Ein- und Auszahlungen betreffen nur das echte Geld auf dem Konto oder in der Kasse, während Ein- und Ausgaben den Kauf oder Verkauf selbst festhalten — egal, wann bezahlt wird!

Doppelte Buchführung im Rechnungswesen

Die doppelte Buchführung zeigt, wie deine Geschäftsvorfälle erfasst werden.

Jeden Geschäftsvorfall buchst du dafür auf zwei Konten gleichzeitig — einmal im Soll und einmal im Haben. Das sind die zwei Seiten eines T-Kontos. Welches Konto du auf welcher Seite buchst, legt der Buchungssatz fest. Er folgt immer demselben Schema:

Soll-Konto an Haben-Konto [Betrag]

Das Bild zeigt einen Buchungsvorgang im Rechnungswesen. Ein Unternehmen kauft Waren im Wert von 2.000 € und bezahlt den Betrag sofort per Banküberweisung. Der dargestellte Buchungssatz lautet „Warenbestand an Bank, 2.000 €“. In den T-Konten steht der Warenbestand auf der Sollseite mit 2.000 €, während das Bankkonto auf der Habenseite mit 2.000 € gebucht wird. Dadurch erhöht sich der Warenbestand des Unternehmens, gleichzeitig verringert sich das Bankguthaben um denselben Betrag.
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Doppelte Buchführung – Beispiel

Wichtig: Die Summe aller Sollbuchungen muss immer der Summe aller Habenbuchungen entsprechen. So bleibt deine Buchführung ausgeglichen.

Wie kommst du vom Beleg zum Jahresabschluss?

Ein Geschäftsvorfall durchläuft vom ersten Beleg bis zum fertigen Jahresabschluss mehrere aufeinander aufbauende Schritte:

  1. Beleg — Ausgangspunkt jedes Geschäftsvorfalls, zum Beispiel eine Rechnung oder ein Kontoauszug.
  2. Buchungssatz — Legt fest, welche Konten betroffen sind und wie du sie buchst.
  3. T-Konten — Hier ordnest du alle Buchungen den jeweiligen Konten zu.
  4. Summen- und Saldenliste — Für jedes Konto fasst du die Buchungen zusammen und ermittelst das Saldo.
  5. Jahresabschluss — Die Salden der Bestandskonten fließen in die Bilanz,  die der Erfolgskonten in die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV).

Rechnungswesen verstehen

Rechnungswesen gehört zu den Grundlagen der Wirtschaft und zeigt, wie Unternehmen ihre Zahlen ordnen. Wer sich mit Rechnungswesen beschäftigt, arbeitet mit Geldflüssen, Vermögen, Schulden und Erfolgsgrößen im Unternehmen. So wird klar, wie einzelne Vorgänge zusammenhängen und wie aus Buchungen am Ende ein Gesamtbild entsteht. Im Wirtschaftsbereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.

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