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Eine Internetrecherche folgt einem systematischen Ablauf: von der Leitfrage über die Suchstrategie bis zur Quellenprüfung. Wie das konkret funktioniert, erfährst du hier !

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Inhaltsübersicht

Wie funktioniert Internetrecherche Schritt für Schritt?

Ob für aktuelle Nachrichten oder das nächste Referat: Für junge Menschen ist das Internet die Informationsquelle Nummer eins im Alltag. Damit die Suche zwischen Millionen von Webseiten aber auch zum Erfolg führt, ist ein sicherer Umgang mit Online-Quellen entscheidend. 

Für eine gute Internetrecherche können sich deine Schülerinnen und Schüler an diesen Ablauf halten:

Internetrecherche in 7 Schritten
  1. Thema fokussieren — formuliere eine prüfbare Leitfrage
  2. Suchstrategie planen — leite Schlüsselbegriffe, Operatoren und geeignete Quellen ab
  3. Spezialquellen ansteuern — nutze gezielt Fachportale, Datenbanken und Behördenseiten
  4. Erste Treffer sichten — lies Titel und Kurzvorschau, schärfe deine Suchanfrage nach
  5. Quellenqualität prüfen — prüfe Relevanz, Autoren und Aktualität
  6. Aussagen gegenprüfen — bestätige zentrale Informationen mit mindestens zwei unabhängigen Quellen
  7. Ergebnisse dokumentieren — halte Quellen, Zitate und Fundorte strukturiert fest

Schritt 1: Fokussiere das Thema!

Zuerst machst du aus einem breiten Thema eine klare Leitfrage. Sie gibt deiner Recherche eine Richtung und verhindert, dass du dich in zu vielen Treffern verlierst. Du kannst die Eingrenzung in drei Dimensionen vornehmen:

  1. Zeit: Welcher Zeitraum ist relevant?
  2. Raum: Geht es um einen bestimmten Ort, eine Region oder ein Land?
  3. Teilaspekt: Welcher Ausschnitt des Themas soll beantwortet werden?

Aus der Leitfrage leitest du auch direkt deine ersten Suchbegriffe ab. 

➡️ Beispiel

Breites Thema Leitfrage Erste Suchbegriffe
Weimarer Republik Krisenjahr 1923: Was waren die Ursachen der Hyperinflation? Hyperinflation, Krisenjahr 1923, Ursachen
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich

Schritt 2: Plane die Suchstrategie!

Suchmaschinen suchen nach Worttreffern und nicht nach Antworten auf konkrete Fragen. Deshalb brauchst du kompakte Schlagwortkombinationen.

Aus der Frage „Was waren die Ursachen der Hyperinflation in dem Krisenjahr 1923?“ wird so zum Beispiel: Hyperinflation 1923 Ursachen Krisenjahr.

So findest du viele passende Suchanfragen!

Ergänze deine Suchbegriffe, um weitere Schlagwortkombinationen zu finden.

  • Synonyme und Alltagsvarianten: „Geldwertverlust“, „Inflation“, „Geldentwertung“ statt nur „Hyperinflation“
  • Singular und Plural: „Ursache“ und „Ursachen“
  • Fachbegriffe und Alltagssprache: „Reparationen“ und „Leistungen“, „Ruhrbesetzung“, „Weimarer Republik“
  • Englische Fachbegriffe:  „hyperinflation Weimar Republic„, „hyperinflation Weimar Republic causes“

Wie nutzt du Suchoperatoren?

Für präzisere Ergebnisse kannst du deine Suchanfragen mit Operatoren gezielt steuern. Hier sind ein paar Beispiele:

Operator Erklärung Beispiel
Anführungszeichen

Exakte Wortfolge, sodass gezielt nach feststehendem Begriff oder Zitat gesucht wird

„Ursachen der Hyperinflation“ →  liefert nur Seiten, auf denen genau diese Formulierung steht
Minuszeichen

Störende Begriffe werden ausgeschlossen

Inflation-Türkei → alle Treffer, die das Wort „Türkei“ enthalten, werden gefiltert
Stern (*) Platzhalter, den die Suchmaschine automatisch mit passenden Begriffen ausfüllt Die Hyperinflation 1923 entstand durch das Drucken von * →   Begriff „Reichsmark“ wird beispielsweise automatisch eingesetzt 
site: Suche nach bestimmter Domain oder Domainendung  Hyperinflation 1923 site:.gov“ →  direkte Suche nach der Internetseite „gov“ 
filetype: Filtern nach Dateitypen Hyperinflation 1923 filetype:pdf“ →  direkt herunterladbare Dokumente 
OR Verbindet zwei Alternativen Inflation OR Geldentwertung 1923 →  Seiten, auf denen einer der beiden Begriffe vorkommt
AND Kombiniert zwei Begriffe  Inflation AND Geldentwertung 1923 →  Seiten, auf denen beide Begriffe auftauchen

Schritt 3: Nutze Spezialquellen!

Suchmaschinen wie Google sind ein guter Startpunkt. Je nach Thema und Fragestellung erreichst du mit gezielten Spezialquellen aber deutlich verlässlichere und tiefere Ergebnisse.

Quellenart Einsatzzweck Besonderer Mehrwert
Behörden und Institutionen (z. B. destatis.de oder umweltbundesamt.de) Statistische Daten, offizielle Positionen, Gesetze Hohe Verlässlichkeit, zitierfähig
Qualitätsjournalismus (z. B. zdf.de/dokumentationen) Aktuelle Ereignisse, Hintergrundberichte Redaktionell geprüfte Inhalte
Fachportale und Bildungsplattformen (z. B. bpb.de) Themen mit Lehrplanbezug, z. B. Geschichte, Politik, Naturwissenschaften Didaktisch aufbereitet, oft mit Quellenangaben
Wissenschaftliche Datenbanken (z. B. Google Scholar) Facharbeiten, vertiefte Recherchen Peer-reviewed, also durch Fachleute geprüft
Digitale Bibliotheken und Archive Primärquellen, historische Dokumente Originale Quellen statt Zusammenfassungen

Wichtig: Einige Inhalte auf Fachportalen richten sich an Erwachsene und setzen Vorwissen voraus. Prüfe deshalb bei jüngeren Lerngruppen vorab, ob ob Sprache und Inhalt altersangemessen sind. 

Wie nutzt du Wikipedia richtig?

Wikipedia eignet sich gut als erster Schritt zur Begriffsklärung, zum Überblick und zum Einstieg in ein neues Thema. Als einzige Quelle reicht sie jedoch nicht aus, denn Einträge können von allen bearbeitet werden.
Der eigentliche Wert liegt im Quellenverzeichnis am Seitenende. Dort findest du oft Bücher, Studien und offizielle Dokumente, die zitierfähig sind!

Schritt 4: Sichte die Treffer!

Wenn nach deiner Suche die ersten Ergebnisse erscheinen, lies zunächst nur Titel und Snippet — das ist die kurze Textvorschau unter dem Link. Schon daran erkennst du, ob eine Seite grundsätzlich zu deiner Leitfrage passt. 

Wenn du mit den Ergebnissen nicht zufrieden bist oder weitere Informationen brauchst, kannst du deine Suchanfrage gezielt durch deine gesammelten Suchbegriffe anpassen:

Erste Suchanfrage Problem Verfeinerte Anfrage
Hyperinflation 1923 Ursachen deckt zu viele Aspekte ab Hyperinflation 1923 Ursachen Ruhrbesetzung

Schritt 5: Bewerte die Quellen!

Drei Kriterien helfen dir dabei, Onlinequellen zu Bewerten.

1. Relevanz und Verständlichkeit: Passt die Quelle zu deiner Leitfrage?

Beantwortet die Quelle deine konkrete Leitfrage?
Ist die Sprache für deine Lerngruppe verständlich?
Ist der Umfang und Detailgrad dem Lernstand angemessen?

2. Autorenschaft und Transparenz: Wer steckt hinter dieser Information?

Prüfe das über das Impressum und die Über-uns-Seite. Seriöse Quellen benennen Autor oder Herausgeber, geben eine Institution an und erklären ihren Zweck. Fehlen diese Angaben, ist Vorsicht angebracht!

3. Nachprüfbarkeit und Aktualität: Werden die Aussagen belegt?

Gibt die Quelle an, woher ihre Informationen stammen? Verweise, Quellenangaben und Fußnoten sind ein gutes Zeichen.
Wann wurde der Inhalt veröffentlicht oder zuletzt aktualisiert? Bei naturwissenschaftlichen oder politischen Themen kann ein veraltetes Datum die Aussagekraft stark einschränken!

Primärquellen und Sekundärquellen
  • Eine Primärquelle ist ein Originaldokument — zum Beispiel ein historisches Gesetz, eine offizielle Statistik oder ein Originalinterview. 
  • Eine Sekundärquelle wertet eine Primärquelle aus — zum Beispiel ein Lehrbuchtext über die Hyperinflation oder ein Zeitungsartikel über eine Studie. 

Wichtig: Wenn möglich nutze immer eine Primärquelle!

Wie erkennst du Fake News?

Manche Inhalte sind bewusst irreführend gestaltet. Achte auf diese Warnsignale:

Warnsignal Was es bedeutet
Reißerische Sprache, Ausrufezeichen, z. B. „Das verschweigt dir die Regierung!“ Emotionalisierung statt Information
Unbekannte oder imitierende Domain, z. B. nachrichten-heute24.net

Mögliche Fake-News-Seite

Vergleiche sie mit dem Originalnamen eines bekannten Mediums

Bild oder Video ohne Kontext

Mögliche Manipulation durch Desinformation

Prüfe auffällige Bilder mit einer umgekehrten Bildersuche

Schritt 6: Prüfe die Aussagen gegen!

Damit du nicht auf Falschinformationen hereinfällst oder fehlerhafte Daten übernimmst, solltest du jede Behauptung zusätzlich gegenchecken.

  1. Kontroll-Recherche: Suche gezielt nach mindestens einer weiteren Quelle, die dieselbe Behauptung aufstellt und belegt.
  2. Unabhängigkeit prüfen: Achte darauf, dass die zweite Quelle den Text nicht einfach nur blind kopiert hat, sondern die Information eigenständig bestätigt.
Welche Faktencheck-Portale helfen dir?

Neben dem Gegencheck helfen dir auch diese Portale um Fake News zu identifizieren:

  • correctiv.org: deutschsprachige Recherchen zu Falschmeldungen und Desinformation
  • faktenfinder.tagesschau.de: Faktenprüfungen zu aktuellen politischen Themen
  • snopes.com: englischsprachig, besonders stark bei internationalen Mythen und Gerüchten

Schritt 7: Dokumentiere die Ergebnisse!

Lege deshalb für jedes Rechercheprojekt einen eigenen Ordner an und benenne ihn einheitlich — z.B. Thema_Jahrgang_Jahr, also Hyperinflation1923_10b_2025.

Innerhalb dieses Ordners kannst du Unterordner für Quellentypen anlegen:

  • Primärquellen — offizielle Dokumente, Statistiken, Originalquellen
  • Sekundärquellen — Fachportale, Zeitungsartikel, Lehrbuchauszüge
  • Prüfen — Quellen, die du noch nicht bewertet hast

So siehst du auf einen Blick, wo deine Recherche steht und was noch aussteht.

Parallel dazu hältst du deine Erkenntnisse in kurzen Notizen fest. Schreib für jede Quelle drei bis fünf Sätze: Was sagt die Quelle? Was ist für deine Leitfrage relevant? Was ist unklar oder prüfenswürdig? 

Den eigentlichen Beleg sicherst du im Quellenprotokoll. Es enthält fünf Pflichtfelder:

Feld Beispiel
Autor Feldman, Gerald D.
Titel The Great Disorder: Politics, Economics, and Society in the German Inflation
Jahr 1993
URL https://scholar.google.com/…
Zugriffsdatum 14. Mai 2025

Quellenangabe

Du hast jetzt systematisch recherchiert und Quellen gesammelt. Doch wie dokumentierst du sie korrekt? Worauf du beim Zitieren achten musst und wie du deine Quellenangaben strukturiert aufbaust, erfährst du hier.

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