Was ist ein Hurrikan und wie entsteht ein Hurrikan? Das und viele weitere spannende Fakten erfährst du in unserem Video und hier!
Inhaltsübersicht
Was ist ein Hurrikan?
Ein Hurrikan ist ein tropischer Wirbelsturm. Er entsteht über dem Atlantik (einschließlich der Karibik) und dem Nord- und Südpazifik. Damit ein Wirbelsturm als Hurrikan bezeichnet wird, muss er eine Mindestgeschwindigkeit von mehr als 118 km/h haben.
Weitere typische Merkmale von Hurrikans sind ein Durchmesser von mehreren hundert Kilometern und eine kreisrunde windstille Mitte, die auch das Auge eines Hurrikans heißt.
Hurrikans entstehen nur über dem Meer. Dabei müssen verschiedene Faktoren zusammenkommen:
- Wassertemperaturen von mindestens 26 °C
- Warmwasserschicht mit mindestens 50 m Tiefe
- Tiefdruckgebiet
Die meisten Hurrikans entstehen in der Zeit von Juli bis September, da sich in den Sommermonaten das Wasser aufheizt. Die offizielle Hurrikansaison dauert jedoch von Anfang Juni bis Ende November. Im östlichen Nordpazifik beginnt sie bereits Mitte Mai.
Wie entsteht ein Hurrikan?
Es gibt Voraussetzungen, die bei der Entstehung eines Hurrikans erfüllt sein müssen.
Die erste Voraussetzung ist eine Wassertemperatur von mindestens 26 °C. Seltener reichen auch etwas niedrigere Wassertemperaturen für die Entstehung aus. Da die Hurrikans ihre Energie aus dem Verdampfen des warmen Wassers bekommen, muss dieses Warmwassergebiet außerdem groß genug sein. Dabei sollte es eine Tiefe von mindestens 50 m haben.
Zusätzlich braucht der Hurrikan für die Entstehung ein Tiefdruckgebiet. Sind diese Bedingungen erfüllt, kann sich der Hurrikan bilden.
- Verdunstung: Zunächst verdunsten große Wassermengen von dem erwärmten Ozean. Die feucht-warme Luft steigt nach oben. Hier kondensiert das verdunstete Wasser wieder und bildet Gewitterwolken.
- Unterdruck: Durch die aufsteigende warme Luft entsteht ein Unterdruck über dem Meer. Der Unterdruck zieht weitere Luft aus der Umgebung an. Das ist wie bei einem Kamin, der die Luft nach oben zieht.
- Drehung: Die aufsteigende Luft setzt dabei Energie frei, die zusammen mit der Corioliskraft die Gewitterwolken zum Drehen bringt. Die Corioliskraft ist eine ablenkende Kraft, die durch die Rotation der Erde um ihre eigene Achse entsteht. Erst ab dem 5. Breitengrad ist die Corioliskraft groß genug, um einen Hurrikan entstehen zu lassen.
- Windgeschwindigkeiten: Nun bauen sich Windgeschwindigkeiten von bis zu 350 km/h auf.
Der entstandene Hurrikan bewegt sich in Richtung des vorherrschenden Windes langsam fort. Sobald er auf kaltes Wasser oder kalte Landmassen trifft, löst er sich auf.
Tornados sind kleiner als Hurrikane. Während Hurrikane hunderte von Kilometern breit sein können, sind Tornados meist weniger als einen Kilometer breit. Obwohl sie kleiner sind, können Tornados aufgrund ihrer hohen Windstärken von bis zu 450km/h noch zerstörerischer sein. Tornados entstehen außerdem über dem Land und Hurrikane über dem Meer.
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Hurrikan Aufbau
Ein Hurrikan ist zylinderförmig und mehrere hundert Kilometer breit. Dabei besitzt er eine Mitte von mehreren Kilometern. Hier ist es windstill und wolkenlos. Die ruhige Mitte heißt auch das Auge des Hurrikans.
Um das Auge herum kreist der gewaltige Sturm mit hohen Windgeschwindigkeiten und Niederschlag. Wobei der Wind direkt um das Auge herum am stärksten ist.
Das Wort Hurrikan kommt vermutlich von den indigenen Ureinwohnern der Karibik. Es bedeutet so viel wie „Gott des Windes“.
Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala
Um die Stärke von Hurrikans genauer einzuschätzen und die Bevölkerung besser warnen zu können, wurde Ende der 1960er Jahren eine Stärke-Skala für Hurrikans entwickelt. So entwarfen Herbert Saffir und Bob Simpson die nach ihnen benannte und noch heute gültige Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala.
Die Skala gibt die Windgeschwindigkeiten und die darauffolgenden Flutwellengrößen an und stuft sie in unterschiedliche Kategorien ein.
| Kategorie | Windgeschwindigkeiten | Flutwellengröße |
| 1 | 119 km/h bis 153 km/h | 1,5 m bis 1,8 m |
| 2 | 154 km/h bis 177 km/h | 1,9 m bis 2,4 m |
| 3 | 178 km/h bis 209 km/h | 2,5 m – 3,9 m |
| 4 | 210 km/h bis 249 km/h | 4 m -5,5 m |
| 5 | ab 250 km/h | höher als 5,5 m |
Vermessung von Hurrikans
Die Erfassung von Daten ist bei Hurrikans nicht immer ganz einfach. Am besten gelingt die Datenvermessung, wenn sich in dem Zentrum des Hurrikans eine Wetterstation oder Boje befindet. Das ist allerdings nur sehr selten der Fall. Daneben gibt es eine riskantere Art, Hurrikans zu vermessen.
Dabei fliegen Forscher mit einem Flugzeug in das Zentrum des Hurrikans. Am Rand des Auges und im Inneren des Auges lassen die Forscher jeweils eine Sonde herab. Die Sonden messen dann die Windstärke am Rand und den Luftdruck im Inneren des Auges.
Alternativ zu beiden Vermessungsmethoden lassen sich der Wind und der Luftdruck mittels Satellitenbildern abschätzen. Dabei helfen Infrarotbilder, die Temperaturdifferenz zwischen dem Inneren und dem Rand des Auges zu bestimmen. Außerdem vermessen die Forscher den Durchmesser und die Struktur des Hurrikans.
Hurrikan Folgen
Hurrikans können erhebliche Schäden anrichten. Aufgrund ihrer Breite ist das Ausmaß häufig enorm. So können die starken Winde und Niederschläge und damit verbundene Sturmfluten oder Erdrutsche große Zerstörungen in den Städten anrichten und dabei ganze Infrastrukturen vernichten. Nahrungs- und Trinkwassereinrichtungen können zerstört werden.
Viele Menschen verlieren in Folge eines Hurrikans ihr Zuhause oder tragen sogar schwere Verletzung davon. Das stehende Wasser nach den Überflutungen erhöht ebenso die Wahrscheinlichkeit für die Verbreitung von Krankheiten. Besonders in tropischen Ländern können sich Krankheiten wie Malaria oder Typhus nach einem Hurrikan stärker verbreiten.
Die verheerendsten Hurrikans
Die folgenden Hurrikans sind aufgrund ihrer Geschwindigkeit, ihrer Größe oder ihres Schadens besonders bekannt.
- Hurrikan Ida war ein Hurrikan der Stufe 4 im Jahr 2021. Mit einer Windgeschwindigkeit von 240 km/h war er der zweitschädlichste und intensivste Hurrikan, der im US-Bundesstaat Louisiana auf Land traf.
- Hurrikan Dorian bildete sich 2019 und erreichte zeitweise die Stufe 5. Er zog über viele Inseln in der Karibik, die USA und Kanada. Insgesamt forderte er 81 Menschenleben.
- Hurrikan Irma war 2010 einer der stärksten Hurrikans seit Beginn der Aufzeichnung. Er bildete sich westlich vor den kapverdischen Inseln und wurde mit einer Windgeschwindigkeit von 297 km/h in die Kategorie 5 eingeordnet.
- Hurrikan Harvey entstand 2017. In der Kategorie 4 und mit einer Windgeschwindigkeit von 240 km/h war er einer der teuersten Hurrikans der US-Geschichte. Die verursachte Schadenssumme betrug ca. 125 Milliarden Dollar.
- Hurrikan Sandy war 2012 mit einem Durchmesser von 1800 km das ausgedehnteste jemals gemessene Sturmgebiet über dem Atlantik.
- Hurrikan Katrina war eine der verheerendsten Naturkatastrophen in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Katrina war ein Hurrikan der Stufe 5 im Jahr 2005. Insgesamt starben 1836 Menschen.
- Hurrikan Allen erreichte 1980 eine Windgeschwindigkeit von 305 km/h. Damit gehört er ebenfalls zu den stärksten Hurrikans seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Allen hatte seinen Ursprung bei den kapverdischen Inseln und zog von dort aus durch die Karibik.
Die Namen der Hurrikans werden von der Weltorganisation der Meterologen (WMO) vergeben. Dafür erstellt die WMO Listen in alphabetischer Reihenfolge mit je 21 Vornamen. Eine Liste kommt alle sechs Jahre zum Einsatz. Dabei gibt es weibliche und männliche Vornamen. Namen mit den Buchstaben Q, U, X, Y und Z kommen jedoch nicht vor.
Besonders verheerende Hurrikans bekommen Namen, die danach nicht nochmal vergeben werden.
Auswirkungen des Klimawandels
In der Vergangenheit wurde bereits mehrfach festgestellt, dass die Wassertemperatur der Meere durch den Klimawandel zunimmt. Somit entstehen günstigere Bedingung für die Bildung von Hurrikans und die Entstehungsgebiete erweitern sich.
Ob dadurch wirklich die Anzahl an Hurrikans zunimmt, ist noch nicht sicher geklärt. Es ist jedoch denkbar, dass es in Zukunft häufiger stärkere Hurrikans in der Stufe 4 oder 5 geben wird.
Zyklon
Hurrikans beschreiben das gleiche Wetterphänomen wie Zyklonen und Taifunen. Sie unterscheiden sich lediglich durch ihre Entstehungsgebiete. Im Gegensatz zu Hurrikans entstehen Taifune in Ost- und Südostasien, sowie im nordwestlichen Teil des Pazifiks. Zyklone entstehen hingegen im Indischen Ozean und im Südpazifik.
Mehr über Zyklone erfährst du in unserem Video !
Hurrikan — häufigste Fragen
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Hurrikan — häufigste Fragen
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Was ist der Unterschied zwischen Hurrikan, Taifun und Zyklon?Der Unterschied zwischen Hurrikan, Taifun und Zyklon ist vor allem das Entstehungsgebiet, denn es sind im Grunde die gleichen tropischen Wirbelstürme. Hurrikans entstehen im Nordatlantik und im nordöstlichen Pazifik, Taifune im nordwestlichen Pazifik und Zyklone im Indischen Ozean und im Südpazifik.
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Warum entstehen Hurrikans nicht direkt am Äquator?Hurrikans entstehen nicht direkt am Äquator, weil dort die Corioliskraft (Ablenkung durch Erdrotation) zu schwach ist, um die aufsteigenden Gewitterwolken stark genug in Drehung zu bringen. Erst einige Breitengrade vom Äquator entfernt reicht diese Ablenkung aus, damit sich ein Wirbelsturm richtig organisieren kann.
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Warum ist es im Auge eines Hurrikans so ruhig und windstill?Im Auge eines Hurrikans ist es ruhig, weil die stärksten Winde im ringförmigen Bereich direkt um das Auge herum kreisen und nicht im Zentrum selbst. In der Mitte sinkt Luft eher ab, Wolken lösen sich dort leichter auf und dadurch gibt es im Auge deutlich weniger Wind als am Rand des Auges.
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Kann es in Deutschland einen Hurrikan geben?Einen Hurrikan im eigentlichen Sinn gibt es in Deutschland normalerweise nicht, weil Hurrikans warmes Meerwasser als Energiequelle brauchen und sich über tropischen Ozeanen bilden. Die Reste eines Hurrikans können Deutschland aber als starkes Sturmtief erreichen, wenn der Wirbelsturm über kälterem Wasser umgewandelt wird.
Wetterphänomene verstehen
Ein Hurrikan ist ein starkes Wetterphänomen über warmen Meeren und gehört zu den bekanntesten tropischen Wirbelstürmen. Wer sich mit Wetterphänomenen beschäftigt, vergleicht zum Beispiel Stürme, Luftdruck, Wind und Niederschlag in verschiedenen Regionen der Erde. So erkennst du, wie Wetterlagen entstehen und warum manche Naturereignisse besonders heftig werden. Im Erdkundebereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.