„Ein Tief nähert sich von Westen, was zu Niederschlag und kühleren Temperaturen führen wird.“ — Solche Aussagen kennst du vielleicht aus Wettervorhersagen. Aber was ist ein Tiefdruckgebiet und wie entsteht es? Das erfährst du hier und im Video .
Inhaltsübersicht
Tiefdruckgebiet einfach erklärt
Ein Tiefdruckgebiet ist ein Bereich in der Atmosphäre, in dem der Luftdruck niedriger ist als in seiner Umgebung. Die Druckunterschiede entstehen dabei durch unterschiedliche Temperaturen.
Wenn die Luft an einem Ort sehr warm wird, steigt sie nach oben. Weil sie sich nach oben verteilt, wird der Luftdruck niedriger. Das ist ein Tiefdruckgebiet. Die aufgestiegene warme und feuchte Luft verursacht Wolkenbildung und kühlt damit das Gebiet ab.
Das Gegenteil davon sind Hochdruckgebiete. Wenn es kälter ist, bleibt die Luft unten sitzen und der Druck ist höher. Dadurch wird auch die Wolkenbildung gehemmt — der Himmel bleibt klar und die Sonne scheint.
Entstehung Tiefdruckgebiet
Aber wie genau entstehen die Tiefdruckgebiete? Zunächst unterscheidest du zwischen dem thermischen Tief und dem dynamischen Tief.
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Entstehung thermisches Tief
Die Sonneneinstrahlung lässt thermische Tiefdruckgebiete in den folgenden fünf Schritten entstehen:
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☀️ Sonneneinstrahlung erwärmt die Erde: Die Sonne scheint auf die Erde und erwärmt bestimmte Stellen stärker als andere. Die Stärke der Sonneneinstrahlung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum Beispiel wird ein offenes Feld schneller warm als ein Waldgebiet, in dem die Bäume den Einfall der Sonnenstrahlen blockieren.
Übrigens: Die stärkere Sonneneinstrahlung am Äquator ist der Grund für dauerhafte Tiefdruckgebiete. Die verursachen dann den täglichen Regen im gleichnamigen Regenwald.
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⬆️ Aufsteigen der warmen Luft: Die erwärmte Luft wird leicht und steigt nach oben. Das liegt an den Luftmolekülen, die in der warmen Luft weiter auseinander liegen. Dadurch ist die Luft leichter als die aus der Umgebung und wird nach oben gedrückt. Das ist das gleiche Prinzip wie bei einem Heißluftballon: Wenn er warm wird, steigt er auf.
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⬇️ Druckabfall am Boden: Durch das Aufsteigen der warmen Luft wird am Boden Platz frei. Da weniger Luftmoleküle am Boden sind, sinkt dort also der Luftdruck. Das bezeichnest du auch als Bodentief.
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☁️ Kondensierung von Wassertröpfchen: Wenn die warme Luft aufsteigt, gelangt sie in kühlere Schichten der Atmosphäre. Die Luft kühlt dort ab, wodurch die Moleküle wieder näher zusammenrücken. Dadurch bleibt weniger Platz für Wasserdampf, der deshalb zu Wassertröpfchen kondensiert. Die bilden dann zusammen Wolken.
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️️️️️️ ☔ Möglicher Niederschlag: Wenn genug Wassertröpfchen in den Wolken gesammelt sind und sie schwer genug werden, fallen sie als Regen oder Schnee zur Erde.
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️ ️⚖️ Absinken der kalten Luft: Die nun trockene und kalte Luft ist wieder schwerer und sinkt deshalb zurück zum Boden, wodurch sich ein Bodenhoch bildet.
Dabei gibt es ein spannendes Phänomen: Die Luft in einem Tiefdruckgebiet bewegt sich immer im Kreis. Das liegt an der Corioliskraft, einer Kraft, die durch die Drehung der Erde entsteht. Deshalb dreht sich die Luft auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn, auf der Südhalbkugel hingegen in die andere Richtung.
Entstehung dynamisches Tief
Ein dynamisches Tief entsteht etwas anders. Denn hier ist nicht die lokale Erwärmung durch die Sonne entscheidend, sondern Luftbewegungen in der Atmosphäre.
Dafür ist vor allem der Jetstream entscheidend. Den kannst du dir als eine riesige, wellenförmige Luftströmung hoch in der Atmosphäre vorstellen.
In den Wellen des Jetstreams passieren zwei verschiedene Dinge: In den Wellentälern wird die Luft nach unten gedrückt. Dadurch wird der Luftdruck am Boden erhöht und es entsteht ein Hoch. Unter den Wellenbergen hingegen wird die Luft auseinandergezogen. Das verringert den Luftdruck am Boden und schafft ein Tief.
Übrigens: Eine besonders starke Form des dynamischen Tiefs ist ein Zyklon. Zyklone können Stürme wie Hurrikane oder Taifune verursachen.
Wie entsteht Wind?
Tiefdruckgebiete verursachen Wind. Denn der entsteht immer dann, wenn Luft aus einem Hochdruckgebiet auf ein Tiefdruckgebiet ausweicht. Wie genau das passiert, erfährst du hier!
Tiefdruckgebiet — häufigste Fragen
(ausklappen)
Tiefdruckgebiet — häufigste Fragen
(ausklappen)-
Was ist ein Hochdruckgebiet?Ein Hochdruckgebiet ist ein Bereich der Atmosphäre, in dem der Luftdruck höher ist als in der Umgebung. In einem Hoch bleibt die Luft eher am Boden oder sinkt ab. Dadurch wird Wolkenbildung gehemmt und der Himmel ist oft klar.
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Wie entsteht ein Hochdruckgebiet?Ein Hochdruckgebiet entsteht, wenn Luft in einem Gebiet abkühlt und dadurch schwerer wird. Die dichtere Luft sinkt nach unten oder bleibt am Boden, sodass sich dort mehr Luftmoleküle sammeln. Dadurch steigt der Luftdruck am Boden und ein Bodenhoch bildet sich, oft mit wenig Wolken.
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Was ist der Unterschied zwischen Hoch- und Tiefdruckgebiet?Der Unterschied zwischen Hoch- und Tiefdruckgebiet liegt im Luftdruck im Vergleich zur Umgebung und in der Richtung der Luftbewegung. Im Tief steigt warme Luft auf, am Boden fällt der Druck und es bilden sich leichter Wolken und Niederschlag. Im Hoch sinkt Luft ab, der Druck ist höher und Wolken werden eher verhindert.
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Sind Tiefdruckgebiete eher warm oder kalt?Ein Tiefdruckgebiet ist nicht automatisch warm oder kalt. Ein Tief kann entstehen, wenn warme Luft aufsteigt und am Boden der Luftdruck sinkt. Beim Aufsteigen kühlt die feuchte Luft ab und bildet Wolken, sodass das Gebiet oft kühler wirkt und Regen oder Schnee möglich wird.
Wetter verstehen
Das Tiefdruckgebiet gehört zum Wetter und prägt viele Regen- und Windlagen auf der Erde. Du vergleichst im Themenfeld Wetter zum Beispiel Luftdruck, Temperatur, Wind und Niederschlag. So wird klar, wie einzelne Wetterelemente zusammenhängen und warum sich Hochs und Tiefs unterschiedlich auswirken. Im Erdkundebereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.