Sprichwörter
Sprichwörter gehören fest zur deutschen Sprache und du kennst sicher viele davon. Zahlreiche Sprichwörter von A bis Z und was sie bedeuten, zeigen wir dir hier und im Video.
Inhaltsübersicht
Was sind Sprichwörter?
Sprichwörter sind kurze, eingängige Sätze, die eine allgemeingültige Regel, eine Lebensweisheit oder eine moralische Lehre ausdrücken.
Sie greifen dabei häufig Situationen auf, die fast jeder kennt. Einige Sprichwörter sind zudem so alt, dass ihr genauer Ursprung heute nicht mehr nachvollziehbar ist.
Ein paar Beispiele:
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„Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.“ — Bedeutung: Kinder ähneln oft ihren Eltern.
→ Das Sprichwort existiert seit dem 16. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum. Es stammt aus der Beobachtung der Natur. -
„Morgenstund hat Gold im Mund.“ — Bedeutung: Wer früh aufsteht oder früh beginnt, hat Vorteile.
→ Es handelt sich um die Übersetzung des lateinischen Sprichworts „Aurora habet aurum in ore“. In Deutschland ist es seit dem 18. Jahrhundert bekannt. -
„Übung macht den Meister.“ — Bedeutung: Wer viel übt, wird besser.
→ Dieses Sprichwort stammt aus der Handwerkstradition. Es ist schon im 17. Jahrhundert im deutschen Sprachraum belegt.
Ein Sprichwort ist ein ganzer Satz, den du so stehen lassen kannst. Zum Beispiel: „Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.“
Eine Redewendung dagegen ist nur ein Teil eines Satzes. Du sagst beispielsweise nicht einfach „Tomaten auf den Augen haben“, sondern „Er hat Tomaten auf den Augen.“
Bekannte Sprichwörter
Sprachwissenschaftler vermuten, dass es im Deutschen mehrere Tausend Sprichwörter gibt. Viele davon begegnen dir auch heute noch in Gesprächen oder Texten. Hier ist eine Auswahl besonders bekannter Sprichwörter.
- „Ende gut, alles gut.“ — Wenn am Schluss alles klappt, ist der Weg dahin nicht mehr so wichtig.
- „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ — Wer früher da ist, bekommt auch zuerst, was er will.
- „Viele Köche verderben den Brei.“ — Zu viele Beteiligte machen das Ergebnis oft schlechter.
- „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.“ — Manchmal ist es besser, nichts zu sagen.
- „Stille Wasser sind tief.“ — Ruhige Menschen haben oft viel in sich.
- „Besser spät als nie.“ — Es ist gut, etwas zu tun — auch wenn man spät dran ist.
- „Lügen haben kurze Beine.“ — Lügen fliegen meist schnell auf.
- „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.“ — So wie man andere behandelt, wird man auch selbst behandelt.
- „Schuster, bleib bei deinen Leisten.“ — Misch dich nicht in Dinge ein, von denen du nichts verstehst.
- „Eile mit Weile.“ — Nimm dir Zeit, auch wenn es schnell gehen soll. Dann wird’s besser.
Sprichwörter sind so einprägsam, weil sie sprachliche Stilmittel nutzen. Das Sprichwort „Wer Wind sät, wird Sturm ernten“ ist z. B. eine Metapher. Wind und Sturm stehen hier sinnbildlich für negatives Verhalten und seine Folgen. Das Sprichwort „Wie du mir, so ich dir“ ist ein Parallelismus. Durch die Wiederholung der Satzstruktur wird die Gegenseitigkeit deutlich und der Spruch eingängig.
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Alte Sprichwörter
Manche Sprichwörter sind viele hunderte oder sogar tausende Jahre alt. Häufig stammen sie aus der Bibel oder anderen alten Texten. Hier siehst du einige besonders alte Sprichwörter.
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„Hochmut kommt vor dem Fall.“ — Wer überheblich ist, scheitert oft.
(kommt aus der Bibel, Buch der Sprüche 16,18: „Wer zu Grunde gehen soll, der wird zuvor stolz“) -
„Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.“ — Wer vorsorgt, kommt besser durch schwere Zeiten.
(wurde schon im Mittelalter als Lebensregel weitergegeben) -
„Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“ — Dinge sofort erledigen, statt sie aufzuschieben.
(wahrscheinlich aus dem 17. Jahrhundert, taucht in ähnlicher Form schon in barocken Texten auf) -
„Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.“ — Wer anderen schaden will, schadet sich oft selbst.
(biblischer Ursprung, Buch der Sprüche 26,27) -
„Steter Tropfen höhlt den Stein.“ — Durch Ausdauer erreicht man sein Ziel — auch wenn es lange dauert.
(aus dem Lateinischen: „Gutta cavat lapidem“, bekannt durch den römischen Dichter Ovid)
Übrigens: Wenn Redewendungen oder Sprichwörter aus bekannten Quellen stammen, werden sie auch „geflügelte Worte“ genannt.
Lustige Sprichwörter
Manche Sprichwörter klingen echt schräg. Da pflügt ein Bauer mit wenig Ahnung die dicksten Kartoffeln, faule Leute vertrösten alles auf morgen und wer satt ist, hat plötzlich keine Lust mehr zu lernen. Hier haben wir absurde Sprichwörter für dich.
- „Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln.“ — Manchmal haben gerade die Menschen Erfolg, die am wenigsten Ahnung haben.
- „Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.“ — Wer faul ist, schiebt alles auf.
- „Ein voller Bauch studiert nicht gern.“ — Nach dem Essen ist man oft träge und wenig konzentriert.
- „Alter schützt vor Torheit nicht.“ — Auch ältere Menschen machen manchmal Unsinn.
- „Besser arm dran als Arm ab.“ — Lieber in schlechter Lage sein, als etwas unumkehrbar verlieren.
- „Der Teufel steckt im Detail.“ — Kleine, übersehene Dinge können später große Probleme machen.
- „Den Letzten beißen die Hunde.“ — Wer zu spät kommt oder hinten dran ist, bekommt die Nachteile ab.
- „Alter Wein in neuen Schläuchen.“ — Eine alte Sache wird nur neu verpackt, bleibt aber im Kern gleich.
- „Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.“ — Selbst ohne Plan kann man mal Glück haben.
- „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“ — Niemand kann etwas perfekt, ohne es vorher zu üben.
Sprichwörter über Klugheit und Dummheit
Manche überschätzen sich, manche wissen’s einfach besser. In diesen Sprichwörtern geht’s um Köpfchen und Denkfehler.
- „Der Klügere gibt nach.“ — Nicht jeder Streit muss gewonnen werden.
- „Dummheit schützt vor Strafe nicht.“ — Nur weil man etwas nicht wusste, bleibt man nicht automatisch ungeschoren.
- „Wer nichts weiß, muss alles glauben.“ — Ohne Wissen bist du leicht zu täuschen.
- „Hochmut kommt vor dem Fall.“ — Wer sich zu sicher fühlt, erlebt oft eine böse Überraschung.
- „Man lernt nie aus.“ — Auch wer viel weiß, kann immer noch etwas dazulernen.
- „Klug ist, wer klug handelt.“ — Intelligenz zeigt sich im Tun, nicht im Reden.
- „Wer zu viel weiß, wird alt wie ein Stein.“ — Manchmal ist es leichter, nicht alles zu wissen.
- „Ein Narr fragt mehr, als zehn Weise beantworten können.“ — Manchmal ist Schweigen klüger als jede Antwort.
- „Mit dem Wissen wächst der Zweifel.“ — Wer viel weiß, erkennt auch, wie viel er nicht weiß.
- „Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“ — Klug ist, wer konsequent handelt, statt sich endlos etwas schönzureden.
Übrigens: Für manche deutsche Sprichwörter gibt es im Englischen
sehr ähnliche Version mit derselben Bedeutung:
– „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.“ — The apple doesn’t fall far from the tree.
– „Übung macht den Meister.“ — Practice makes perfect.
Sprichwörter von A bis Z
Hier findest du 90 deutsche Sprichwörter und ihre Bedeutungen in alphabetischer Reihenfolge.
| Sprichwort | Bedeutung |
| A | |
| Abwarten und Tee trinken | Ruhe bewahren und geduldig sein |
| Aller Anfang ist schwer | Etwas Neues fällt am Anfang oft schwer |
| Alte Liebe rostet nicht | Echte Gefühle bleiben bestehen |
| Alter schützt vor Torheit nicht | Auch Ältere machen Fehler |
| April, April, der weiß nicht, was er will | Im April ist das Wetter oft unbeständig |
| Aus den Augen, aus dem Sinn | Wer nicht präsent ist, wird schnell vergessen |
| Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn | Selbst ohne Plan kann man mal Glück haben. |
| B | |
| Besser arm dran als Arm ab | Lieber in schlechter Lage sein, als etwas unumkehrbar verlieren. |
| Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach | Lieber etwas Kleines sicher haben als etwas Großes riskieren. |
| Besser spät als nie | Es ist nie zu spät, etwas zu tun |
| D | |
| Da liegt der Hase im Pfeffer | Da liegt das Problem |
| Den Letzten beißen die Hunde | Wer zu spät kommt, hat den Nachteil |
| Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen | Das Offensichtliche übersehen |
| Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm | Kinder ähneln ihren Eltern |
| Der Fisch stinkt vom Kopfe her | Probleme beginnen meist bei der Führung oder Verantwortlichen |
| Der frühe Vogel fängt den Wurm | Wer früh beginnt, hat Vorteile |
| Der Klügere gibt nach | Manchmal ist es klüger, nachzugeben |
| Der Ton macht die Musik | Die Art, wie etwas gesagt wird, ist entscheidend |
| Der Weg ist das Ziel | Der Prozess ist genauso wichtig wie das Ergebnis |
| Des einen Freud, des andern Leid | Was dem einen hilft, schadet dem anderen |
| Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln | Oft haben Unwissende Glück |
| Die Ausnahme bestätigt die Regel | Eine Abweichung zeigt, dass es sonst anders ist |
| Die Zeit heilt alle Wunden | Mit der Zeit wird Schmerz weniger |
| Dummheit schützt vor Strafe nicht | Unwissenheit bewahrt nicht vor den Folgen |
| Durch Schaden wird man klug | Man lernt aus Fehlern |
| E | |
| Ein Bild sagt mehr als tausend Worte | Bilder können mehr ausdrücken als Sprache |
| Ein voller Bauch studiert nicht gern | Nach dem Essen ist man oft träge |
| Ein Unglück kommt selten allein | Probleme treten häufig gehäuft auf |
| Eile mit Weile | In Ruhe arbeiten bringt bessere Ergebnisse |
| Ende gut, alles gut | Wenn am Schluss alles klappt, ist der Weg dahin nicht mehr so wichtig |
| Erst denken, dann handeln | Überlegen vor dem Tun |
| Erst die Arbeit, dann das Vergnügen | Zuerst Pflichten, dann Freizeit |
| Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen | Niemand kann etwas perfekt von Anfang an |
| Es ist nicht alles Gold, was glänzt | Nicht alles Gute ist echt oder wertvoll |
| F | |
| Fressen und gefressen werden | Das Leben ist oft ein Kampf |
| G | |
| Geduld ist eine Tugend | Geduld zu haben ist eine gute Eigenschaft |
| Geld allein macht nicht glücklich | Reichtum ist nicht alles im Leben |
| Gleich und gleich gesellt sich gern | Ähnliche Menschen ziehen sich an |
| Guter Rat ist teuer | Ratschläge sind oft schwer zu bekommen |
| H | |
| Hals- und Beinbruch | Viel Glück wünschen |
| Hochmut kommt vor dem Fall | Wer überheblich ist, scheitert oft |
| Hunger ist der beste Koch | Wer hungrig ist, findet alles lecker |
| I | |
| Ich glaube, mein Schwein pfeift | Ausdruck für große Überraschung |
| Im Dunkeln ist gut munkeln | Heimlich lässt sich besser reden |
| Immer langsam mit den jungen Pferden | Nicht überstürzen |
| In der Kürze liegt die Würze | Kurze Aussagen sind oft die besten |
| In der Not frisst der Teufel Fliegen | In schwierigen Lagen nimmt man, was man kriegen kann |
| J | |
| Jeder ist seines Glückes Schmied | Man ist selbst verantwortlich für sein Glück |
| Jeder Topf findet seinen Deckel | Für jeden gibt es den passenden Partner |
| K | |
| Keine Antwort ist auch eine Antwort | Schweigen kann viel bedeuten |
| Keine Rose ohne Dornen | Alles Schöne hat auch Nachteile |
| Kinder und Narren sagen die Wahrheit | Ehrliche Worte kommen oft unbedacht |
| Kleinvieh macht auch Mist | Auch kleine Beträge summieren sich |
| L | |
| Lachen ist die beste Medizin | Humor hilft gegen vieles |
| Lügen haben kurze Beine | Lügen fliegen meist schnell auf |
| M | |
| Man kann nicht alles haben | Nicht alle Wünsche gehen in Erfüllung |
| Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben | Erst abwarten, bevor man urteilt |
| Man sieht sich immer zweimal im Leben | Begegnungen können sich wiederholen |
| Mit dem Kopf durch die Wand | Etwas stur durchsetzen wollen |
| Mit offenen Karten spielen | Ehrlich sein |
| Morgen, morgen, nur nicht heute | Aufschieberitis |
| N | |
| Nach Regen kommt Sonnenschein | Nach schwierigen Zeiten wird es besser |
| Nichts Genaues weiß man nicht | Es gibt keine sicheren Informationen |
| Not macht erfinderisch | In der Not entstehen kreative Lösungen |
| O | |
| Ohne Fleiß kein Preis | Erfolg braucht Anstrengung |
| R | |
| Reden ist Silber, Schweigen ist Gold | Manchmal ist Schweigen besser |
| S | |
| Schuster, bleib bei deinen Leisten | Jeder soll das tun, was er kann |
| Steter Tropfen höhlt den Stein | Ausdauer zahlt sich aus |
| Ü | |
| Übung macht den Meister | Wer viel übt, wird besser |
| Unverhofft kommt oft | Überraschungen passieren |
| V | |
| Viel hilft viel | Mehr Einsatz bringt oft mehr Wirkung |
| Vögel, die früh singen, fängt die Katze | Wer sich zu früh zeigt, riskiert etwas |
| W | |
| Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu | Behandle andere, wie du behandelt werden willst |
| Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr | Früh gelernt bleibt besser haften |
| Was lange währt, wird endlich gut | Geduld wird belohnt |
| Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte | Außenstehende profitieren vom Streit |
| Wer A sagt, muss auch B sagen | Eine begonnene Sache muss zu Ende geführt werden |
| Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen | Pech zieht Spott nach sich |
| Wer ernten will, muss säen | Erfolg braucht Vorbereitung |
| Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht | Vertrauen ist schnell verspielt |
| Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein | Wer anderen schaden will, schadet sich oft selbst |
| Wer nichts wagt, der nicht gewinnt | Ohne Risiko kein Erfolg |
| Wer rastet, der rostet | Bewegung ist wichtig |
| Wer zuletzt lacht, lacht am besten | Am Ende zeigt sich, wer wirklich gewinnt |
| Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus | Das eigene Verhalten bestimmt die Reaktion |
| Wo gehobelt wird, da fallen Späne | Fehler passieren bei der Arbeit |
| Wo kein Kläger, da kein Richter | Ohne Beschwerde keine Konsequenz |
| Wo Rauch ist, ist auch Feuer | Gerüchte haben oft einen wahren Kern |
| Z | |
| Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen | Zwei Dinge auf einmal erledigen |
| Zwischen den Stühlen sitzen | Sich nicht entscheiden können |
Redewendungen
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