Ohne den russischen Revolutionär Lenin wäre es nicht zur Entstehung der sozialistischen Sowjetunion gekommen. Wer er war erfährst du im Beitrag und im Video!
Inhaltsübersicht
Wer war Lenin?
Lenin war ein russischer Revolutionär und Diktator. Mit echtem Namen hieß er Wladimir Iljitsch Uljanow und lebte von 1870 bis 1924. Er war der Begründer der Sowjetunion — des ersten sozialistischen Staates der Welt.
Bevor er Diktator wurde war er das Oberhaupt der Bolschewiki — einer radikalen politischen Fraktion. Sie sorgten für die Oktoberrevolution 1917 in Russland, bei der die damalige Regierung gestürzt wurde.
Sein Ziel war es, für Gerechtigkeit und Gleichheit in Russland zu sorgen. Doch stattdessen sorgte er mit seiner revolutionären Bewegung für Gewalt, Chaos und Unterdrückung. Für die Geschichte ist er daher eine sehr einflussreiche Person. Aber wegen seiner brutalen Vorgehensweise gilt er auch als sehr umstritten.
Das Leben von Lenin
Wladimir Iljitsch Uljanow wurde am 22. April 1870 im russischen Simbirsk geboren. Dort wuchs er in einer Adelsfamilie auf. Er ging auf ein Gymnasium, studierte später Jura und wurde Rechtsanwalt.
In seiner Kindheit hing er besonders an seinem älteren Bruder Alexander. Sein Bruder war Mitglied einer terroristischen Gruppe, die den russischen Zaren ermorden wollte. Ihr Plan ging jedoch nicht auf. Sie wurden von der Polizei entdeckt und hingerichtet.
💡Der Zar war der oberste Herrscher und Kaiser von Russland. Er hatte fast unbeschränkte Macht und herrschte alleine über das ganz Russland.
Die Hinrichtung seines Bruders verärgerte Lenin sehr. Deshalb beschloss er, dessen Pläne selbst zu Ende zu führen und gegen den russischen Zaren zu kämpfen. Er wollte damit die Welt und die russische Gesellschaft grundlegend ändern.
Schon am Gymnasium lernte Wladimir Iljitsch Lenin die Ideen von Karl Marx im Unterricht kennen. Marx behauptete, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden würden. Darum sollten sich die Armen zusammenschließen und die Reichen bekämpfen. Dafür müsse es eine Gruppe geben, die gegen die Regierung kämpft und die Führung übernimmt. Das ist der sogenannte Marxismus. Lenin ließ sich davon inspirieren und übernahm Marx‘ Denkweise.
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Lenins Weg zum Revolutionär
Um seine Pläne für die Etablierung kommunistischer Ideale umzusetzen, gründete Lenin 1893 zusammen mit anderen Kritikern des politischen Systems die revolutionäre Bewegung „Kampfbund zur Befreiung der Arbeiterklasse“. Daraus entwickelte sich später die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands (SDAPR).
In der Partei nahm Lenin Kontakt zu führenden Sozialdemokraten auf. 1895 wurde er deswegen erstmals verhaftet und für 1000 Tage nach Sibirien verbannt. In Gefangenschaft verfasste Lenin Propagandaschriften über seine Revolutionspläne.
Weil er nach der Rückkehr aus seiner Verbannung eine unzensierte Zeitung rausbringen wollte, ging er nach Westeuropa. In Russland war das nämlich verboten. Diese veröffentlichte er unter seinem neuen Decknamen „Lenin“ — für den er bis heute bekannt ist.
1903 spaltete sich die SDAPR in Bolschewiki und Menschewiki: Lenin übernahm die Führung der Bolschewiki, die eine radikale Revolution als Ziel hatten. Die Menschewiki waren ihr Gegenspieler. Sie strebten hingegen eine bürgerlich-demokratische Revolution an.
Lenin lebte im Exil in der Schweiz und in anderen europäischen Ländern, um vor der russischen Polizei sicher zu sein. Von dort aus leitete er die Bolschewiki weiter.
Erster Weltkrieg und Revolutionen in Russland
Als der Erste Weltkrieg 1914 ausbrach, lebte Lenin noch im Exil. Lenin lehnte diesen Krieg strikt ab. Er wollte, dass die Arbeiter die Waffen lieber gegen ihre eigenen Herrscher richten.
Im Februar 1917 brach in Russland die Februarrevolution aus. Der Zar wurde gestürzt und eine provisorische Regierung übernahm die Macht. Diese wollte den Krieg jedoch fortsetzen. Lenin wollte unbedingt zurück nach Russland, um die Revolution radikaler zu gestalten, saß aber in der Schweiz fest.
Deutschland sah in Lenin eine Chance. Sie wollten Russland durch innere Unruhen endgültig aus dem Krieg drängen. Die deutsche Führung erlaubte Lenin und anderen Revolutionären, durch Deutschland zu reisen. Im April 1917 erreichte er über Nordeuropa dann schließlich Russland.
Unter seiner Führung stürzten die Bolschewiki bei der Oktoberrevolution 1917 die provisorische bürgerliche Regierung in Russland und kamen so an die Macht.
Gründung der Sowjetunion
Nach der Oktoberrevolution entstand eine bolschewistische Diktatur, die politische Gegner gewaltsam unterdrückte.
So kam es zu einem grausamen Bürgerkrieg, den die Rote Armee (Militär der Bolschewiki) schließlich gewann. Lenin gelang es nicht, Gerechtigkeit und Gleichheit in Russland einzuführen — so wie es ursprünglich sein Ziel war. Stattdessen sorgte er für Gewalt, Terror und Unterdrückung. Dem sogenannten „Roten Terror“ fielen Millionen von Menschen zum Opfer.
Der Rote Terror war eine von den Bolschewiki verordnete Kampagne von Einschüchterung, Verhaftungen, Gewalt und Hinrichtungen. Ihr Ziel war es, politische Meinungsverschiedenheiten und Bedrohungen für die bolschewistische Macht zu beseitigen. Er begann Mitte 1918 und wurde hauptsächlich von der bolschewistischen Geheimpolizei durchgeführt.
Im Jahr 1922 errichteten die Bolschewiki einen sozialistischen Staat, der unter dem Namen Sowjetunion zur Supermacht aufstieg. Zur Sowjetunion gehörten Russland und dessen besetzte Nachbarländer.
Weil Lenin aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr dazu in der Lage war, machte sich Josef Stalin zum Parteichef und unterdrückte jeglichen innerparteilichen Einspruch. Seine Gegner spielte Stalin gegeneinander aus und er schreckte auch nicht vor zahlreichen Morden zurück. Er wurde später zum alleinigen Herrscher der Sowjetunion.
Der Tod von Lenin
Schon am 30. August 1918 — noch vor der Gründung der Sowjetunion — wurde Lenin bei einem Mordversuch durch zwei Schüsse im Hals und in der Schulter verletzt. Erst 4 Jahre später wurde die Kugel im Hals entfernt. Die Schussverletzungen führten bei Lenin zu zahlreichen Beschwerden und schließlich auch zu mehreren Schlaganfällen. Mit 53 Jahren zog er sich deshalb weitgehend aus der Politik zurück.
Lenin starb am 21. Januar 1924 aufgrund von den schweren Hirnschäden durch die Schlaganfälle.
Zu seiner Zeit wurde Lenin vom russischen Volk sehr verehrt und es entstand ein Personenkult um ihn. Es wurden für ihn viele Denkmäler gebaut, Städte erhielten seinen Namen und Kinder mussten Lieder über ihn singen. Nach dem Ende der Sowjetunion 1991 wurden die Lenin-Andenken aber zerstört.
Lenin — häufigste Fragen
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Lenin — häufigste Fragen
(ausklappen)-
Was ist der Unterschied zwischen Bolschewiki und Menschewiki?Bolschewiki (radikaler Parteiflügel) wollten eine radikale Revolution und wurden von Wladimir Iljitsch Lenin geführt. Menschewiki (gemäßigter Parteiflügel) strebten dagegen eine bürgerlich-demokratische Revolution an. Deshalb sah Lenin die Menschewiki als politische Gegner und kämpfte auch gegen sie.
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Was war die Tscheka?Die Tscheka war die bolschewistische Geheimpolizei (Geheimdienst), mit der die neue Führung nach der Oktoberrevolution politische Gegner verfolgte. Sie setzte dabei auf Einschüchterung, Verhaftungen, Gewalt und Hinrichtungen, um Widerstand gegen die bolschewistische Herrschaft zu unterdrücken.
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Was sagte Wladimir Iljitsch Lenin über Josef Wissarionowitsch Stalin?Wladimir Iljitsch Lenin warnte in seinem „politischen Testament“ vor Josef Wissarionowitsch Stalin, weil Stalin als Generalsekretär (Parteichef) zu viel Macht sammelte und als rücksichtslos galt. Lenin schlug deshalb vor, Stalin von diesem Posten zu entfernen oder zumindest zu ersetzen.
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Warum wurde die Leiche Wladimir Iljitsch Lenins nicht begraben?Die Leiche Wladimir Iljitsch Lenins wurde nicht begraben, weil die sowjetische Führung ihn als wichtiges Symbol der Revolution erhalten und öffentlich zeigen wollte. Deshalb wurde der Körper einbalsamiert und in einem Mausoleum in Moskau aufbewahrt, sodass Menschen ihn weiterhin ansehen konnten.
Revolutionen verstehen
Lenin gehört zu den wichtigsten Personen der russischen Revolutionen und zur Geschichte der Sowjetunion. Wer sich mit Revolutionen beschäftigt, schaut auf politische Krisen, alte Herrschaftsformen und den Kampf um Macht. So wird klar, wie aus Unzufriedenheit, Krieg und Gewalt ein neues politisches System entstehen kann. Im Geschichtsbereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.