Es existieren drei verschiedene Warenkonten: das Warenbestandskonto, das Wareneinkaufskonto und das Warenverkaufskonto. Aufgrund dieser Einteilung der Warenkonten spricht man häufig auch vom dreigeteilten Warenkonto. Im folgenden Beitrag erklären wir dir die Aufteilung der drei Warenkonten etwas genauer und zeigen dir zudem, wie man die Geschäftsvorfälle in den einzelnen Warenkonten buchen kann.
Inhaltsübersicht
Dreigeteiltes Warenkonto: Warenbestandskonto, Wareneinkaufskonto und Warenverkaufskonto
Damit du die Warenkonten besser verstehst und weißt, wie du hier deine Warenverkäufe und Wareneinkäufe buchen musst, schauen wir uns erst einmal die grundlegende Struktur der Warenkonten an. Tatsächlich liegen hier drei getrennte Warenkonten vor: das Warenbestandskonto, das Wareneinkaufskonto und das Warenverkaufskonto.
Warenkonten: Warenbestandskonto buchen und Warenbestandskonto abschließen
Beginnen wir mit dem Warenbestandskonto. Wie der Name schon sagt geht es hier um deine Lagerbestände. Du entnimmst den Anfangsbestand wie gewöhnlich aus der Schlussbilanz des Vorjahres. Dann trägst du noch ein, ob Bestände dazugekommen sind oder herausgenommen wurden und ziehst einen Endbestand.
Als Erstes trägst du den Endbestand in dein Schlussbilanzkonto ein. So, und nun überträgst du deine Bestandserhöhung oder -minderung in dein Wareneinkaufskonto.
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Warenkonten: Wareneinkaufskonto – den Wareneinkauf buchen
Weiter geht es also mit dem Wareneinkaufskonto. Hier notieren wir zusätzlich alle Waren, die wir gekauft haben und außerdem die Höhe der Preisnachlässe, die wir erhalten haben.
Zum Schluss müssen wir noch unseren Wareneinsatz berechnen. Was es damit auf sich hat, schauen wir uns gleich an.
Warenkonten: Warenverkaufskonto
Aber zuerst geht es weiter mit dem Warenverkaufskonto. Dieses ist dem Wareneinkaufskonto sehr ähnlich. Nur sammelst du dort alle Waren, die du verkauft hast und Preisnachlässe, die du tatsächlich vergibst. Hier siehst du auch den Warenverkaufssaldo.
Diesen und den Wareneinsatz behandelst du gleich. Beide werden in die GuV gebucht. Der Gewinn, beziehungsweise der Verlust der GuV wird in dem Eigenkapitalkonto abgeschlossen und wiederum dessen Saldo in der Schlussbilanz. Du siehst, alles endet immer in der Schlussbilanz, egal ob ungeteilte oder dreigeteilte Warenkonten.
Warenkonten Übungen – Abschluss der Warenkonten
Jetzt ist es aber genug mit der Theorie! Los geht’s mit einem Beispiel zum Thema Warenkonten: In der Firma „Polacam“ ist dieses Jahr so einiges passiert. Wir betrachten jetzt aber nur einen Teil der Geschäftsvorfälle. Nämlich die, in denen Einkäufe oder Verkäufe auftauchen. Der erste Geschäftsvorfall behandelt den Endbestand. Der Endbestand deines Warenbestandkontos im Vorjahr, also dein Anfangsbestand von diesem Jahr, ist 2.500 Euro. Laut der Inventur beträgt der Endbestand dieses Jahr 1.500 Euro.
Da die Nachfrage an Polaroidkameras immer mehr steigt und du dem Bedarf gerecht werden willst, bestellst du im zweiten Geschäftsvorfall von der Firma „Polafilms“ 200 Filmsets in Höhe von 240 Euro netto pro Stück auf Ziel. In den letzten Jahren bist du bei „Polafilms“ schon zum Stammkunden geworden. Deshalb gewähren sie dir einen Skonto von zehn Prozent bei einer Zahlung in den nächsten sechs Tagen. Du überweist den gesamten Betrag innerhalb von zwei Tagen. Daraus ergibt sich der dritte Geschäftsvorfall.
Der vierte und letzte Geschäftsvorfall betrifft die verkauften Waren in diesem Geschäftsjahr, die 200.000 Euro netto betrugen. Für die folgenden Buchungen berücksichtigen wir nun nur DIE Werte, die mit unseren verschiedenen Warenkonten zu tun haben.
Warenkonten buchen – Wareneinsatz berechnen
Zuerst übernehmen wir den Anfangs- und den Endbestand in unser Warenbestandskonto. Jetzt berechnen wir über die Differenz unsere Bestandsveränderung. Sie beträgt 1.000 Euro. Diese Bestandsminderung übertragen wir in das Wareneinkaufskonto.
Weiterhin kommt der Kauf der Filmsets aus Vorfall zwei in Höhe von 48.000 Euro dazu. Der in Geschäftsvorfall drei erhaltene Skonto wird ebenfalls ins Wareneinkaufskonto gebucht. Jetzt müssen wir mit der Wareneinsatz Formel nur noch den Wareneinsatz ermitteln. Den Wareneinsatz berechnen wir als Differenz der Soll- und Haben-Seite. Somit erhalten wir einen Wareneinsatz über 44.200 Euro.
Zum Schluss betrachten wir den Geschäftsvorfall vier. Hier verwenden wir nur die Eintragung über 200.000 Euro in das Warenverkaufskonto. Die Differenz der Soll- und Habenseite ergibt das Warenverkaufssaldo über 200.000 Euro.
Warenkonten abschließen
Somit wäre das geschafft. Jetzt müssen wir nur noch die Warenkonten abschließen. Der Wareneinsatz und das Warenverkaufssaldo werden in die GuV eingetragen. Hier ergibt sich ein Gewinn auf der Soll-Seite über 155.800 Euro. Dieser Gewinn wird in das Eigenkapitalkonto aufgenommen. Da natürlich auch hier alles vereinfacht dargestellt ist, beträgt der Saldo wieder 155.800 Euro. Dieser wird abschließend in die Schlussbilanz gebucht.
Du siehst: Unsere Schlussbilanz ist ziemlich leer. Wenn man alle Buchungen aus diesem Geschäftsjahr betrachtet und nicht nur unseren Ausschnitt, ist die Schlussbilanz für dich eine ziemlich gute Kontrolle, ob du alles richtig gemacht hast. Denn auf der Aktiva- und Passiva-Seite muss am Schluss der Bilanz immer dasselbe stehen.
Warenkonten einfach erklärt – Warenbestandskonto, Wareneinkaufskonto und Warenverkaufskonto — häufigste Fragen
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Warenkonten einfach erklärt – Warenbestandskonto, Wareneinkaufskonto und Warenverkaufskonto — häufigste Fragen
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Was versteht man unter Warenbestand?Der Warenbestand ist die Menge und vor allem der Wert der Waren, die ein Handelsbetrieb zu einem bestimmten Zeitpunkt im Lager hat und später weiterverkaufen will. In der Buchführung erscheint dieser Wert als Anfangsbestand und Endbestand im Warenbestandskonto.
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Wie ermittelt man den Warenbestand?Den Warenbestand ermittelt man, indem man zum Stichtag eine Inventur macht und die vorhandenen Waren bewertet, sodass ein Geldbetrag für den Endbestand entsteht. Dieser Endbestand wird in der Buchführung übernommen und der Anfangsbestand stammt aus der Schlussbilanz des Vorjahres.
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Was ist der Wareneinsatz?Der Wareneinsatz ist der Wert der Waren, die im Geschäftsjahr tatsächlich verkauft wurden und damit „verbraucht“ sind. Der Wareneinsatz ergibt sich, wenn die Wareneinkäufe um die Bestandsveränderung zwischen Anfangsbestand und Endbestand korrigiert werden, und wird als Aufwand in die GuV übernommen.
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Ist der Wareneinsatz der Einkaufspreis?Der Wareneinsatz ist nicht der Einkaufspreis eines einzelnen Artikels. Der Wareneinsatz meint den Gesamtwert der im Zeitraum verkauften Waren und hängt deshalb neben den Einkäufen auch davon ab, wie sich der Lagerbestand verändert und welche Preisnachlässe wie Skonto den Einkauf tatsächlich mindern.
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Buchführung verstehen
Warenkonten gehören zur Buchführung und zeigen, wie ein Unternehmen Einkäufe, Verkäufe und Bestände erfasst. Wer sich mit Buchführung beschäftigt, ordnet Geschäftsfälle den passenden Konten zu und schließt sie richtig ab. Dabei wird klar, wie Zahlen aus einzelnen Buchungen in die GuV und am Ende in die Bilanz fließen. Im Wirtschaftsbereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.