Video

Du hast den Begriff Paronomasie gehört und fragst dich jetzt, was das bedeutet? In diesem Beitrag und im Video  erklären wir es dir mit vielen anschaulichen Beispielen!

Klasse 9
Klasse 10
Klasse 11
Inhaltsübersicht

Paronomasie einfach erklärt

Eine Paronomasie ist ein Wortspiel wie zum Beispiel „lieber arm dran, als Arm ab.“ Das Adjektiv in diesem Beispiel klingt gleich wie das Nomen, obwohl es etwas völlig anderes bedeutet.

Paronomasien gehören zu den rhetorischen Stilmitteln. Sie klingen witzig und lassen einen Text geistreicher wirken. Die damit erreichte Abwechslung sorgt dafür, dass der Leser deinem Text mehr Aufmerksamkeit schenkt.

Paronomasie Definition

Der Begriff „Paronomasie“ leitet sich von den altgriechischen Wörtern para (bei) und onoma (Name) ab. Zusammengeführt bedeutet das eine Wortumbildung, bei der ein neuer Sinn entsteht. Dazu werden ähnlich klingende Wörter verwendet.

Paronomasie Beispiele

Die Paronomasie ist ein rhetorisches Stilmittel, das du in literarischen Texten überall verwenden kannst. Meistens findest du sie in der Lyrik, der Epik oder auch im Drama. Sehr oft kommen Paronomasien auch in deutschen Sprichwörtern vor.

Wenn du sie bilden möchtest, gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten:

➡️ Du tauschst einen Buchstaben aus oder lässt ihn weg

  • Wer rastet, der rostet.
  • Eile mit Weile.
  • Der Hummer hat Kummer.

➡️ Du erweiterst ein Wort, sodass es eine andere Bedeutung erhält. 

  • Auf der Messe wurde die Besucheranzahl gemessen.
  • Der Verleger erlegt das Tier.
  • Das alte Schloss ist seit Jahren verschlossen.

➡️ Du verwendest zwei Wörter, die gleich geschrieben werden, aber etwas Unterschiedliches bedeuten.

  • Lieber arm dran, als Arm ab.
  • Ich sitz‘ auf einer Bank vor der Bank.
  • Auf deiner Fliege sitzt eine Fliege.
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich

Nach Beantwortung speichern wir deine Antwort, um Studyflix zu verbessern. Mehr dazu erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.

Figura etymologica

Eine Sonderform der Paronomasie ist die Figura etymologica. Hier teilen sich die Wörter den Wortstamm. Schauen wir uns dafür folgendes Wortspiel Beispiel an:

  • Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.

„Grube“ und „graben“ teilen sich den Wortstamm und haben die gleiche Wortherkunft. Die Wortherkunft wird auch als Etymologie bezeichnet, so kannst du dir auch den Namen der Figura etymologica erklären. Das Stilmittel bestärkt durch Wiederholung die Aussage und verleiht ihr Nachdruck.

Weitere Beispiele für die Figura etymologica sind:

  • der betrogene Betrüger
  • der moderate Moderator
  • eine gute Tat tun
  • ein gutes Leben leben
  • schöne Spiele spielen

Übrigens: Die Figura etymologica kann auch als Pleonasmus eingeordnet werden. Ein Pleonasmus doppelt den Inhalt eines Wortes, indem er es durch ein zweites Wort mit der gleichen Bedeutung ergänzt. Ein Beispiel dafür sind „zwei Zwillinge“. Da Zwillinge sowieso immer zu zweit auftreten, ist diese Ergänzung überflüssig und dient nur der Verstärkung.

Paronomastischer Intensitätsgenitiv

Der Paronomastische Intensitätsgenitiv ist eine weitere Sonderform der Paronomasie. Er ist auch mit dem Polyptoton verwandt und löst das Problem, dass Substantive nicht wie Adjektive gesteigert werden können.

Die Intensität des Substantivs kann jedoch — wie der Name der Sonderform schon verrät — mit dem Genitiv erhöht werden. Dafür setzt man schlichtweg den Genitiv im Plural nach dem Nominativ.

Beispiele für den paronomastischen Intensitätsgenitiv sind:

  • Der Beste der Besten
  • Der König der Könige
  • Der Gott der Götter
  • Das Spiel der Spiele
  • Der Freund der Freunde

Tipp: Den Genitiv erkennst du daran, dass er die Frage „Wessen?“ beantwortet. „Wessen Freund ist er? — Der Freund der Freunde“

Pleonasmus

Jetzt weißt du, was eine Paronomasie ist. Der Pleonasmus ist ein ähnliches Stilmittel und mit der Paronomasie verwandt. Hier erfährst du alles dazu.

Zum Video: Pleonasmus
Zum Video: Pleonasmus

Paronomasie — häufigste Fragen

(ausklappen)
  • Sind Wortspiele Stilmittel?
    Wortspiele können rhetorische Stilmittel sein, wenn sie bewusst eingesetzt werden, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen. Eine Paronomasie ist zum Beispiel ein solches Stilmittel, weil dabei ähnlich klingende oder gleich geschriebene Wörter mit unterschiedlicher Bedeutung ein pointiertes Wortspiel bilden.
  • Wie erkennt man eine Paronomasie in einem Text?
    Eine Paronomasie erkennt man, indem man nach Wörtern sucht, die sich sehr ähnlich anhören oder gleich geschrieben sind, aber Verschiedenes bedeuten, und die deshalb als Wortspiel auffallen. Konkret steckt sie oft in Paaren oder kurzen Wendungen wie „Wer rastet, der rostet“.
  • Was ist der Unterschied zwischen Paronomasie und Pleonasmus?
    Eine Paronomasie ist ein Wortspiel mit ähnlich klingenden oder gleich geschriebenen Wörtern, die unterschiedlich gemeint sind, zum Beispiel „Lieber arm dran, als Arm ab“. Ein Pleonasmus verstärkt eine Aussage durch eine inhaltlich überflüssige Ergänzung mit derselben Bedeutung, zum Beispiel „zwei Zwillinge“.
  • Woran erkennt man den paronomastischen Intensitätsgenitiv?
    Den paronomastischen Intensitätsgenitiv erkennt man an einer Genitiv-Konstruktion, die ein Substantiv besonders stark macht, statt nur Besitz anzugeben. Typisch ist die Form „X der X“ im Genitiv Plural, zum Beispiel „Der Beste der Besten“ oder „Der König der Könige“.

Stilmittel verstehen

Die Paronomasie ist ein rhetorisches Stilmittel und gehört zu den typischen Werkzeugen in der Textarbeit. Du ordnest sprachliche Mittel im Text und benennst, wie sie gebaut sind und wo sie stehen. So erkennst du, wie Klang, Wiederholung oder Wortwahl die Wirkung von Aussagen verstärken und den Ton verändern. Weitere Videos dazu findest du in unserem Deutschbereich.

Lernen lohnt sich! Entdecke hier deine Chancen.