Was ist der American Dream und ist er überhaupt erreichbar? Wir erklären dir die Idee, ihre historischen Wurzeln und aktuelle Debatten hier und im Video.
Inhaltsübersicht
Was ist der American Dream?
Der American Dream (auf Deutsch: amerikanischer Traum) ist eine Leitidee der USA. Er beschreibt die Vorstellung, dass jeder Mensch durch eigene Leistung und faire Chancen ein erfüllteres, besseres Leben erreichen kann. Dabei spielt die Herkunft keine Rolle. Für jeden kann dieser Traum jedoch etwas anderes bedeuten.
Die Grundlage dafür liefert die Declaration of Independence von 1776. Sie hält fest, dass alle Menschen gleich geschaffen sind und ein Recht auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glück haben.
„From rags to riches“ (auf Deutsch: vom Tellerwäscher zum Millionär) beschreibt den Aufstieg aus einfachen Verhältnissen zu Wohlstand durch harte Arbeit und Ausdauer. Die Redewendung steht für den Grundgedanken des American Dreams, dass jeder unabhängig von seiner Herkunft erfolgreich werden kann.
Materielle und immaterielle Ziele
Der American Dream lässt sich in zwei unterschiedliche Bereiche aufteilen, die verschiedene Aspekte des „besseren Lebens“ ansprechen:
- Materielle Ziele → Wohlstand und Besitz (z. B. gutes Einkommen, eigenes Haus) durch harte Arbeit sowie sozialer Aufstieg durch Bildung.
- Immaterielle/demokratische Ziele → Freiheit, Gleichheit und persönliche Rechte für ein selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Beteiligung.
Wichtig: Beide Ebenen hängen zusammen. Materieller Aufstieg ist nur dann möglich und sinnvoll, wenn alle die gleichen Chancen haben und frei entscheiden können.
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Der historische Hintergrund
Der American Dream entstand schon früh in der Geschichte der USA und ist eng mit den Ideen dieser Zeit verbunden. Seine wichtigsten Grundlagen findest du in zwei zentralen Texten:
Declaration of Independence
Die Declaration of Independence (auf Deutsch: Unabhängigkeitserklärung) wurde 1776 von den dreizehn amerikanischen Kolonien verabschiedet. Darin verkündeten sie ihre Unabhängigkeit von Großbritannien und schufen damit die Basis für die Vereinigten Staaten von Amerika. In der Erklärung werden außerdem wichtige Werte genannt, die später mit dem American Dream verbunden werden. Zwei Aussagen stehen dabei besonders im Mittelpunkt:
- „All men are created equal“: Alle Menschen sind gleich geboren. Niemand hat von Geburt an mehr Rechte als ein anderer.
- „Life, Liberty and the pursuit of Happiness“: Jeder hat ein Recht auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glück.
James Truslow Adams „The Epic of America“
Der Historiker James Truslow Adams prägte den Begriff American Dream im Jahr 1931 in seinem Buch „The Epic of America“. Für ihn bedeutete dieser mehr als nur Wohlstand, wie du in diesen Zitaten siehst:
- „The American dream is that Dream of a land in which life should be better and richer and fuller for everyone […]“: Jeder soll die Chance auf ein besseres und glücklicheres Leben haben.
- „[…] each man and each woman shall be able to attain to the fullest stature of which they are innately capable […]“: Jeder Mensch soll sein volles Potenzial ausschöpfen können.
Der American Dream in der heutigen Zeit
Nach dem Zweiten Weltkrieg schien der American Dream für viele greifbar. Wer arbeitete, konnte ein Haus besitzen, seine Familie ernähren und sozial aufsteigen. Heute sieht das Bild komplizierter aus. Hier siehst du, was inzwischen für oder gegen die Erreichbarkeit spricht:
Pro-Argumente
- Innovations- und Gründerkultur: Die USA bieten gute Chancen für Start-ups, neue Ideen und technologischen Fortschritt. Risikobereitschaft kann dabei individuellen Aufstieg ermöglichen.
- Bildungsmobilität: Vielfältige Bildungswege, Stipendien und staatliche Unterstützung ermöglichen auch Menschen mit wenig Geld den Zugang zu Bildung und damit bessere Aufstiegschancen.
Contra-Argumente
- Wachsende Einkommens- und Vermögensungleichheit: Wohlstand und Startchancen sind in den USA ungleich verteilt. Die Herkunft beeinflusst die Aussicht auf sozialen Aufstieg, sodass Leistung allein oft nicht ausreicht.
- Hohe Kosten: Bildung, Wohnen und Gesundheit sind sehr teuer. Schulden belasten viele Menschen über Jahre hinweg und erschweren den Vermögensaufbau.
American Dream: Literatur und Film
Ob der American Dream Realität oder Illusion ist, wird besonders oft in der Literatur und in Filmen diskutiert. Zwei Werke stehen dabei für gegensätzliche Perspektiven:
The Pursuit of Happyness (Film, 2006) erzählt die Geschichte eines Mannes, der trotz Armut und schwieriger Umstände erfolgreich wird. Der Film zeigt: Wer hart arbeitet und nicht aufgibt, kann seine Chancen nutzen, unabhängig von der Herkunft.
The Great Gatsby (Roman, 1925) wirft dagegen einen kritischen Blick auf den American Dream. Der Protagonist erreicht großen Reichtum, wird von der reichen Oberschicht wegen seiner Herkunft aber nicht akzeptiert. Der Film zeigt, dass Geld allein soziale Grenzen nicht überwinden kann.
American Dream verstehen
Der American Dream gehört zu den zentralen Themen im Bereich USA und Gesellschaft. Du vergleichst in diesem Themenfeld Werte, Lebensideen und soziale Wirklichkeit in den Vereinigten Staaten. So erkennst du, wie Freiheit, Gleichheit und Chancen in Texten, Reden und Filmen dargestellt und bewertet werden. Im Englischbereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.