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Rainer Maria Rilke zählt zweifellos zu den bedeutendsten Dichtern des 20. Jahrhunderts. In diesem Beitrag und im Video  erfährst du alles über ihn und seine Werke.

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Inhaltsübersicht

Wer war Rainer Maria Rilke?

Rainer Maria Rilke (1875-1926) war ein bedeutender Lyriker und Schriftsteller der Moderne. Er war bekannt für seine feinsinnige Sprache und tiefsinnige Themen.

So nutzte er zum Beispiel in Duineser Elegien oder in den Sonetten an Orpheus eine sehr poetische und musikalische Sprache, um tiefe existenzielle Fragen zu stellen.

Ein Bild zeigt einen Steckbrief zu Rainer Maria Rilke. Er wurde am 4. Dezember 1875 in Prag geboren und starb am 29. Dezember 1926 in Vel-Mont in der Scweiz. Er war ein Lyriker und Schriftsteller der Moderne. Zu seinen bekanntesten Werken gehören Der Panther von 1902, Die Liebende von 1907 und Die Sonette an Orpheus von 1922.
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Steckbrief Rainer Maria Rilke

Obwohl seine Werke zu Lebzeiten nicht immer von allen verstanden wurden, erlangten sie nach seinem Tod zunehmend an Bedeutung. Heute wird er als einer der wichtigsten Dichter der Moderne verehrt, dessen Einfluss weit über seine Zeit hinausreicht. Heute gilt er auch oft als „Meister der Dinggedichte und der spirituellen Sinnsuche”.

💡Bei einem Dinggedicht wird ein Gegenstand, ein Tier oder eine Pflanze in den Mittelpunkt gestellt. Anstatt die eigenen Gefühle des Dichters auszudrücken, wird sachlich und distanziert das „Ding“ beschrieben.

Biographie & Lebenslauf von Rainer Maria Rilke

Rilkes Leben war ein ständiges Suchen nach künstlerischer und spiritueller Vollendung. Er reiste sein Leben lang quer durch Europa und ließ seine vielfältigen Erfahrungen und Begegnungen in seinen Werken einfließen.

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Kindheit & Jugend

Rainer Maria Rilke wurde am 4. Dezember 1875 in Prag geboren. Damals gehörte Prag noch zu Österreich-Ungarn. Er war das zweite Kind von Josef Rilke und Sophie Rilke.

Rilkes Kindheit war durch die gescheiterte militärische Karriere des Vaters und die unerfüllten Hoffnungen der Mutter unglücklich geprägt. Nach dem Tod der älteren Schwester erzog seine Mutter ihn bis zum sechsten Lebensjahr wie ein Mädchen.

Ab diesem Alter besuchte er eine katholische Volksschule in Prag, wo er trotz einer schweren Brustfellentzündung gute Leistungen erzielte. Nach der Trennung seiner Eltern 1884 lebte er kurzzeitig allein mit seiner Mutter. 1886 ging er in die Militär-Unterrealschule St. Pölten.

Allerdings brach er 1891 die Ausbildung krankheitsbedingt ab und besuchte stattdessen die Handelsakademie in Linz. Er verliebte sich dort in Olga Blumauer — ein Kindermädchen, dass einige Jahre älter war als er. Die Beziehung wurde nicht geduldet und so wurde Rilke 1892 nach Prag zurückgeholt.

1895 begann er dann ein Studium der Literatur, Kunstgeschichte und Philosophie an der Karls-Universität in Prag, wechselte aber 1896 zu einem Jurastudium in München.

Leben in verschiedenen Städten und früher Tod

Im Jahr 1897 traf Rilke auf die Schriftstellerin Lou Andreas-Salomé. Ihr Einfluss hat seine geistige und literarische Entwicklung maßgeblich geprägt.

In den Jahren 1899 und 1900 unternahm er Reisen nach Russland, wo er Persönlichkeiten wie Leo Tolstoi, kennenlernte. Er war einer der bedeutendsten russischen Autoren der Weltliteratur, aber auch Philosoph und Gesellschaftskritiker. Die Eindrücke aus der russischen Kultur und Landschaft hinterließen tiefe Spuren in Rilkes Dichtung.

Im Jahr 1901 heiratete er die Bildhauerin Clara Westhoff, mit der er noch im selben Jahr die Tochter Ruth bekam. Doch da ihm das Familienleben nicht gefiel, verließ er sie bereits 1902 und zog nach Paris.

Dort arbeitete er als Sekretär für den Bildhauer Auguste Rodin. Während dieser Zeit verfasste Rilke die „Neuen Gedichte“ und begann mit der Arbeit an den „Duineser Elegien“. Zwischenzeitlich verreiste er auch nach Italien, Spanien und Ägypten.

1910 kehrte Rilke nach Deutschland zurück. Er lebte zeitweise in der Künstlerkolonie Worpswede und später auf dem Schloss Duino.

1919 zog es Rilke in die Schweiz, wo er sich auf Schloss Muzot niederließ. Dort vollendete er einige seiner bedeutendsten späten Werke, darunter die „Sonette an Orpheus“ und die „Duineser Elegien“.

Am 29. Dezember 1926 verstarb Rilke mit nur 51 Jahren an Leukämie in Val-Mont bei Montreux in der Schweiz.

Themen und Motive

Da Rilke so viel reiste und erlebte, schrieb er auch über eine Vielzahl an Themen und Motiven. Einige davon waren:

🍃 Natur und Spiritualität

Rilke betrachtete die Natur oft als eine Quelle der Inspiration und als Spiegel für menschliche Erfahrungen und Emotionen. In seinem Gedicht „Der Panther“ verwebt Rilke Naturbilder mit spirituellen und metaphysischen Konzepten. Dabei reflektiert er die menschliche Erfahrung der Gefangenschaft und Sehnsucht nach Freiheit.

💗 Liebe und Beziehung

Rilke erkundete die Komplexität menschlicher Beziehungen, die Suche nach Liebe und Verbundenheit, aber auch die Einsamkeit und das Scheitern in der Liebe. Das wird zum Beispiel in seinem Gedicht „Liebes-Lied“ deutlich.

💀 Existenzialistische Fragen

Rilke beschäftigte sich intensiv mit existenziellen Fragen nach dem Sinn des Lebens, der Vergänglichkeit und dem Tod. Werke wie „Herbsttag“ reflektieren oft die menschliche Suche nach Identität, Bedeutung und Transzendenz.

🎨 Kunst und Kreativität

Als Dichter und Schriftsteller betrachtete Rilke auch die Rolle des Künstlers in der Gesellschaft, die Beziehung zwischen Kunstwerk und Künstler sowie die Suche nach kreativer Inspiration. In „Briefe an einen jungen Dichter“ bietet er zum Beispiel prägnante Ratschläge und Einsichten für angehende Künstler.

Rilkes Schreibstil

Rainer Maria Rilkes Stil und Form in seinen Werken sind oft durch eine bildhafte Darstellung und poetische Sensibilität gekennzeichnet. Hier sind einige Merkmale seiner Erzählweise:

  • Sprachliche Musikalität und Rhythmus:
    Rilke nutzte Rhythmus, Lautmalerei und Binnenkadenzen, um seinen Texten eine eigene Melodie zu verleihen. Das machte er sowohl in seinen Gedichten als auch in seiner lyrischen Prosa.

  • Intensive Emotionen:
    Rilke schrieb über intensive Emotionen, die von Liebe und Sehnsucht bis hin zu Melancholie und Existenzialismus reichen. Er verstand es, die tiefsten menschlichen Gefühle auf eine eindringliche Weise auszudrücken.

  • Symbole und Metaphern:
    Rilke bediente sich häufig Symbolen und der Metaphern, um komplexe Ideen und Gefühle darzustellen. Er nutzte Symbole aus der Natur, Mythologie und Kunst, um abstrakte Konzepte greifbarer zu machen und tiefergehende Bedeutungen zu vermitteln.

  • Experimentelle Formen:
    Obwohl Rilke oft traditionelle Formen wie das Sonett oder die Ode verwendete, war er auch für seine experimentellen Ansätze bekannt. Er bricht oft mit konventionellen Versmaßen und findet moderne, freie Rhythmen.

  • Intime Erzählstimme:
    In vielen Werken spricht Rilke seine Leser direkt an. Diese persönliche Erzählstimme vermittelt Intimität und stellt eine unmittelbare Verbindung zum Autor her.

Wichtige Werke von Rainer Maria Rilke

Rainer Maria Rilke hat einige bekannte Werke geschrieben — darunter Lyrik, Prosa und dramatische Texte. Zu seinen bekanntesten Werken gehören:

  • Der Panther (1902)
  • Herbsttag (1902)
  • Das Stunden-Buch (1905)
  • Die Liebende (1907)
  • Neue Gedichte (1907/1908)
  • Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge (1910)
  • Duineser Elegien (1922)
  • Die Sonette an Orpheus (1922)
 

Rainer Maria Rilke — häufigste Fragen

(ausklappen)
  • Warum gilt Rainer Maria Rilke als Dichter der Moderne?
    Rainer Maria Rilke gilt als Dichter der Moderne, weil er mit einer sehr bildhaften, oft symbolischen Sprache und neuen, teils experimentellen Formen zentrale Fragen des modernen Lebens gestaltet. Typisch sind Themen wie Vergänglichkeit, Sinnsuche, Einsamkeit, Liebe und Tod, die er besonders intensiv und persönlich ausdrückt.
  • Was meint Rilke mit Spiritualität und Transzendenz in seinen Gedichten?
    Mit Spiritualität und Transzendenz meint Rilke meist die Suche nach einer tieferen, nicht nur alltäglichen Wirklichkeit, die über das Sichtbare hinausgeht. In vielen Gedichten verbindet er Naturbilder mit solchen Vorstellungen, um Gefühle wie Sehnsucht, Gefangensein oder die Hoffnung auf inneren Wandel auszudrücken.
  • Worum geht es in den „Duineser Elegien“?
    In den „Duineser Elegien“ geht es um grundlegende Fragen menschlicher Existenz wie Vergänglichkeit, Sinn, Angst und die Möglichkeit, Leben in etwas Größeres zu verwandeln. Das Werk stellt diese Erfahrungen oft in einer feierlich-dichten, philosophischen Sprache dar und arbeitet mit starken Bildern wie den „Engeln“.
  • Wie hat Lou Andreas-Salomé Rilkes Schreiben geprägt?
    Lou Andreas-Salomé prägte Rilkes Schreiben vor allem als wichtige Gesprächspartnerin und geistige Orientierung, die seine literarische Entwicklung nachhaltig beeinflusste. Durch den engen Austausch gewann er mehr Klarheit über eigene Themen und Ansprüche und fand zu einer reiferen, konzentrierteren Ausdrucksweise.

Lyrik verstehen

Rainer Maria Rilke gehört zu den prägenden Dichtern der literarischen Moderne und steht für anspruchsvolle Lyrik. Wer sich mit Lyrik beschäftigt, liest Gedichte genau und achtet auf Sprache, Bilder und Form. So lassen sich Themen, Stimmung und Aussage klar einordnen und du erkennst, wie Metaphern und Symbole wirken. Weitere Videos dazu findest du in unserem Deutschbereich.

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