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Otto von Bismarck war einer der einflussreichsten Politiker des 19. Jahrhunderts. Wer er war und wie er die deutsche Geschichte prägte, erfährst du im Beitrag und im Video!

Inhaltsübersicht

Wer war Otto von Bismarck?

Otto von Bismarck (1815-1898) war ein preußischer Politiker und der erste deutsche Reichskanzler. Er war der Antreiber für die Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871. Wegen seiner militärischen Durchsetzung und seiner kompromisslosen Politik ist er auch bekannt als „der Eiserne Kanzler”.

Ein Schwarz-weiß Porträt von Otto von Bismarck.
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Der erste Reichskanzler Otto von Bismarck

Bismarck wollte die Macht des preußischen Königs stärken und setzte sich für die Interessen Preußens ein. Ein wichtiges Anliegen der Preußen war es, die deutschen Staaten zu einem gemeinsamen Staat unter preußischer Führung zu verbinden. Bei der Umsetzung des Plans scheute Bismarck auch vor Konflikten und Kriegen nicht zurück.

Als Reichskanzler bestimmte Bismarck die Politik des Deutschen Reiches viele Jahre lang. Er führte unter anderem Sozialversicherungen ein, ging aber auch streng gegen politische Gegner vor. Deswegen gilt Bismarck bis heute als umstritten.

Deutschland im 19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert bestand das Gebiet des heutigen Deutschlands noch nicht aus einem einzigen Staat. Es gab insgesamt 39 deutsche Königreiche, Fürstentümer und andere Staaten, wie z. B. Preußen, Bayern, Sachsen, Württemberg oder Hessen. Bismarck wollte einen gemeinsamen deutschen Staat schaffen.

Was hat Otto von Bismarck gemacht?

Nach der Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 wurde Bismarck der erste deutsche Reichskanzler

Mit seiner Außenpolitik wollte Bismarck das neue Deutsche Reich stärken und verhindern, dass es zu einem großen Krieg in Europa kam. Deshalb schloss er verschiedene Bündnisse mit anderen europäischen Staaten. Sein Ziel war es vor allem, Frankreich politisch zu isolieren und Deutschland möglichst aus neuen Kriegen herauszuhalten.

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Bismarcks Innenpolitik

Innerhalb des Reichs ging Bismarck allerdings hart gegen politische Gegner vor. Besonders die Sozialdemokraten bekämpfte er. Mit den sogenannten Sozialistengesetzen wurden sozialdemokratische Organisationen und Aktivitäten verboten. 

Um zu verhindern, dass sich die Arbeiter in der Bevölkerung den Sozialdemokraten anschlossen, führte Bismarck wichtige Sozialgesetze ein. Dazu gehören die Krankenversicherung von 1883, die Unfallversicherung von 1884 und die Alters- und Invaliditätsversicherung von 1889. Damit entstand ein wichtiger Teil des modernen Sozialversicherungssystems. So wollte er Wähler gewinnen und die Sozialdemokraten überflüssig machen.

Bismarck führte außerdem einen Kulturkampf gegen den Einfluss der katholischen Kirche. Er setzte die Zivilehe durch, bei der die Ehe nicht mehr in der Kirche, sondern im Standesamt geschlossen wird. Sie besteht bis heute. Während die katholische Bevölkerung seine Pläne ablehnte, unterstützte vor allem die evangelische Bevölkerung die Trennung von Staat und Kirche.

Das Leben von Otto von Bismarck

Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen — später auch Graf von Bismarck-Schönhausen und Fürst von Bismarck — wurde am 1. April 1815 in Schönhausen in Preußen geboren. Seine Mutter stammte aus einer Gelehrtenfamilie, während sein Vater ein Adliger und Gutsbesitzer war. Besonders der Vater war durch seinen Reichtum und das politische Ansehen ein Vorbild für Otto.

Otto wuchs zunächst auf dem Land auf. Später studierte er Rechts- und Staatswissenschaften in Göttingen und Berlin. Dazu machte er sein Referendariat in der preußischen Verwaltung. Er gab diese Laufbahn aber wieder auf, weil ihn die Arbeit langweilte.

Nach dem Tod seiner Mutter im Jahr 1839 kümmerte er sich gemeinsam mit seinem Bruder um die Güter der Familie. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1848 übernahm er schließlich das Gut Schönhausen.

Bismarcks Weg in die Politik

Obwohl Otto von Bismarck die klassische Karriere zum Staatsmann über das Studium abgebrochen hatte, hielt er an seiner Vision fest, ein einflussreicher Politiker zu werden. Bismarck begann sich nämlich schon als junger Mann für Politik zu interessieren. Er war ein überzeugter Anhänger der Monarchie und wollte, dass der König weiterhin viel Macht hatte.

Deswegen wurde er 1847 Mitglied im Vereinigten Preußischen Landtag. Während der Revolution von 1848 stellte er sich gegen die Revolutionäre und unterstützte den preußischen König. Dadurch wurde er von konservativen Politikern und vom König wahrgenommen.

Nach der Revolution machte Bismarck weiter politische Karriere. 1851 wurde er Vertreter Preußens beim Deutschen Bund in Frankfurt am Main. Dort setzte er sich besonders für die Interessen Preußens ein und wollte, dass Preußen gegenüber Österreich stärker wurde.

Später arbeitete Bismarck als preußischer Diplomat in Russland und Frankreich. Dabei sammelte er wichtige Erfahrungen in der internationalen Politik.

Der politische Aufstieg Bismarcks

Als es 1862 zu einem Streit zwischen dem König und dem Parlament über die Vergrößerung des Heeres kam, wurde Bismarck von König Wilhelm I. zum preußischen Ministerpräsidenten ernannt. Denn der König wusste, dass Bismarck ihn bei der Heeresreform unterstützen würde. So setzten sie die Vergrößerung auch gegen den Widerstand des Parlaments durch.

In einer berühmten Rede sprach Bismarck davon, dass wichtige politische Fragen nicht nur durch Reden, sondern auch durch „Eisen und Blut“ entschieden würden. Damit meinte er, dass er für die Ziele Preußens auch militärische Waffen (Eisen) einsetzen wollte und bereit war, Verluste zu riskieren (Blut).

Bismarck fand in der Bevölkerung viele Anhänger. Denn viele Menschen träumten zu dieser Zeit von einem geeinten großdeutschen Reich. Die Bewohner der norddeutschen und süddeutschen Staaten fühlten sich immer mehr miteinander verbunden. Bismarcks Expansions- und Kriegspolitik hatte genau dieses Ziel und stieß daher auf breiten Zuspruch

Bismarcks Rolle in den deutschen Einigungskriegen

Bismarck wollte Deutschland unter der Führung Preußens zu einem Staat einigen. Dafür führte Preußen zwischen 1864 und 1871 drei Kriege, die du heute als Deutsche Einigungskriege bezeichnest.

Deutsch-Dänischer Krieg

Der erste Einigungskrieg begann 1864. Dabei ging es vor allem um die Herzogtümer Schleswig und Holstein, die damals mit Dänemark verbunden waren.

Preußen kämpfte unter Bismarck zusammen mit Österreich gegen Dänemark und gewann so den Krieg. Danach wurden Schleswig und Holstein zwischen Preußen und Österreich aufgeteilt. Allerdings führte diese Aufteilung bald zu neuen Problemen zwischen Preußen und Österreich.

Deutscher Krieg

Als es 1866 um die Vormachtstellung in Europa ging, kam es zum Krieg zwischen Preußen und Österreich. Bismarck setzte sich aber zusammen mit Preußen durch und gewann den Krieg.

Nur ein Jahr später wurde der Norddeutsche Bund unter der Führung von Preußen gegründet, dem 22 Staaten nördlich des Mains angehörten. Otto von Bismarck wurde zum Kanzler des Norddeutschen Bundes ernannt, der größtenteils seinem eigenen Entwurf eines Staatenbundes entsprach.

Deutsch-Französischer Krieg

Der dritte Einigungskrieg war der Krieg zwischen Preußen und Frankreich im Jahr 1870. Auslöser war ein Streit um die Besetzung des spanischen Throns. Der Favorit gehörte nämlich zum gleichen Königshaus wie der preußische König, was den Franzosen nicht gefiel.

In diesem Zusammenhang löste ein Telegramm den Krieg aus: die Emser Depesche.

Emser Depesche

Die Emser Depesche war ein Telegramm des preußischen Königs Wilhelm I. an seinen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck. Dessen eigentlicher Inhalt war eine Zusammenfassung des Treffens des preußischen Königs mit den französischen Auslandsvertretern. Bismarck aber formulierte das Telegramm so um, dass Frankreich in schlechtem Licht dastand und veröffentlichte es schließlich. Der Kaiser Frankreichs (Napoleon III.) sah das als Provokation und als indirekte Kriegserklärung

Eine Abbildung zeigt die handschriftlich verfasste Emser Depesche.
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Originaltext der Emser Depesche

Nach Veröffentlichung des Telegramms erklärte Frankreich Preußen den Krieg. Otto von Bismarck hatte als kluger Stratege genau diese Situation vorhergesehen. Er wollte durch die Emser Depesche den Krieg provozieren. Denn bei einer feindlichen Kriegserklärung mussten die süddeutschen Staaten mit ihren Truppen dem Norddeutschen Bund zur Hilfe kommen.

So kämpften die nord- und süddeutschen Staaten gemeinsam gegen Frankreich und gewannen den Krieg. Der gemeinsame Sieg verstärkte das Gefühl, dass die deutschen Staaten zusammengehörten.

Am 18. Januar 1871 wurde deshalb das Deutsche Kaiserreich gegründet. Der preußische König Wilhelm I. wurde zum deutschen Kaiser ausgerufen. Otto von Bismarck wurde zum ersten deutschen Reichskanzler ernannt.

Der Tod von Bismarck

1888 wurde Wilhelm II. deutscher Kaiser. Der junge Kaiser wollte selbst stärker über die Politik bestimmen und geriet deshalb mit dem sturen Bismarck in Konflikt. Deshalb musste Bismarck 1890 als Reichskanzler zurücktreten

Nach seinem Rücktritt lebte er auf seinem Gut in Friedrichsruh. Dort starb Otto von Bismarck am 30. Juli 1898 im Alter von 83 Jahren.

Bismarck blieb bei vielen Menschen sehr bekannt und wurde von zahlreichen Deutschen verehrt. Nach seinem Tod entstanden viele Denkmäler zu seinen Ehren. Auch heute sind beispielsweise noch viele Straßen nach ihm benannt.

Otto von Bismarck — häufigste Fragen

(ausklappen)
  • Was hat Otto von Bismarck gemacht?
    Otto von Bismarck war Preußens Ministerpräsident und ab 1871 erster Reichskanzler des Deutschen Reiches. Er trieb die deutsche Einigung voran, unter anderem durch Kriege gegen Dänemark, Österreich und Frankreich. Innenpolitisch bekämpfte er Sozialisten, führte den Kulturkampf (Streit mit der Kirche) und setzte Sozialgesetze (staatliche Versicherungen) durch.
  • Was war der Kulturkampf?
    Der Kulturkampf war Bismarcks politischer Konflikt mit der katholischen Kirche und der Zentrumspartei, weil er ihren Einfluss im neuen Staat begrenzen wollte. Er setzte dabei zum Beispiel die Zivilehe (Heirat im Standesamt) durch, sodass eine Ehe nicht mehr von der Kirche abhing.
  • Warum hat Otto von Bismarck die Emser Depesche umformuliert?
    Otto von Bismarck formulierte die Emser Depesche um, um Frankreich zu provozieren und einen Krieg auszulösen. Durch die schärfere Formulierung wirkte Frankreich öffentlich schlecht behandelt und reagierte mit einer Kriegserklärung. Dadurch trat der Bündnisfall (Beistandspflicht im Vertrag) ein und die süddeutschen Staaten halfen Preußen.
  • Warum musste Otto von Bismarck als Reichskanzler zurücktreten?
    Otto von Bismarck musste als Reichskanzler zurücktreten, weil Kaiser Wilhelm II. seine eigene Politik durchsetzen wollte und Bismarck als zu stur galt. Der Kaiser entzog ihm das Vertrauen, sodass Bismarck 1890 abging, obwohl er vorher lange die Politik des Reiches geprägt hatte.

Reichsgründung verstehen

Otto von Bismarck gehört zur Reichsgründung und steht für die Entstehung des Deutschen Kaiserreichs im 19. Jahrhundert. Wer sich mit der Reichsgründung beschäftigt, ordnet wichtige Kriege, politische Entscheidungen und die Rolle Preußens in Deutschland. So wird klar, wie aus vielen einzelnen Staaten Schritt für Schritt ein gemeinsamer Nationalstaat entstand. Weitere Videos dazu findest du in unserem Geschichtsbereich.

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