Du willst wissen, wie es zum Wirtschaftswunder kam und welche Auswirkungen das auf die Bundesrepublik Deutschland hatte? Das erklären wir dir in diesem Beitrag und in unserem Video !
Inhaltsübersicht
Wirtschaftswunder kurz erklärt
Als Wirtschaftswunder bezeichnest du den starken wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg . Ab den 1950er Jahren verbesserte sich die Lebensqualität in der BRD dadurch drastisch. Nach den schweren Kriegsjahren war das für viele Deutsche wie ein Wunder.
Bis heute gilt der Wirtschaftsminister Ludwig Erhard als „Vater des deutschen Wirtschaftswunders“. Er führte verschiedene Reformen durch, die zum starken Wirtschaftswachstum in der BRD beitrugen.
Der Aufschwung der westdeutschen Wirtschaft dauerte viele Jahre lang an. Erst mit der Ölkrise 1973 war das Wirtschaftswunder endgültig beendet. Aber wie kam es eigentlich zum Wirtschaftswunder in Deutschland?
Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Deutschland mit vielen Problemen konfrontiert: Die Innenstädte waren oft stark zerstört und es gab nicht genug Wohnungen für alle. Du sprichst auch von einer schweren Wohnungsnot. Zusätzlich war die Arbeitslosigkeit in der Nachkriegszeit sehr hoch. Anfang 1950 stieg die Arbeitslosenquote sogar auf über 12 % an.
Außerdem hatte sich Deutschland unter den Nazis stark verschuldet, um den teuren Krieg zu finanzieren. Die Nationalsozialisten hatten deshalb angefangen, mehr Geld zu drucken. Durch die große Menge an Geld verlor die Reichsmark schließlich immer mehr an Wert. Das nennst du Inflation. Die Deutschen konnten sich deshalb immer weniger mit ihrem Geld kaufen. Viele litten unter Armut.
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Gründe für das Wirtschaftswunder
Anfang der 1950er Jahre begann die Wirtschaft in Deutschland, sich zu erholen. Vor allem in der BRD, also in Westdeutschland, kam es zu einem Wirtschaftsboom, der die Lebensqualität der Deutschen deutlich verbesserte. Nach den schweren Kriegsjahren erschien das vielen Deutschen wie ein Wunder.
Als Auslöser des Wirtschaftswunders kannst du dir vor allem 4 Gründe merken:
- Die Währungsreform 1948
- Den Marshall-Plan
- Die Einführung der sozialen Marktwirtschaft
- Den Koreakrieg
Im Folgenden erklären wir dir die vier Gründe etwas genauer:
1. Die Währungsreform 1948
Die Reichsmark verlor nach dem Zweiten Weltkrieg immer weiter an Wert. Zunächst versuchte die Regierung die Inflation allerdings zu verstecken, indem die Preise vom Staat gesenkt wurden. Das führte jedoch dazu, dass viele Betriebe ihre Produkte erst einmal behalten wollten, um auf angemessene Preise zu warten. Außerdem bildete sich ein großer Schwarzmarkt, auf dem Produkte illegal zu viel höheren Preisen verkauft wurden.
Diese Entwicklungen schadeten letztendlich der deutschen Wirtschaft. Deshalb beschloss der Westen Deutschlands 1948 die Einführung einer neuen Währung: die Deutsche Mark. Du nennst sie auch D-Mark. Dadurch konnte sich der Markt wieder stabilisieren.
2. Der Marshall-Plan
Die USA entwickelten nach dem Zweiten Weltkrieg den Marshall-Plan . Er beinhaltete finanzielle Hilfen der Amerikaner, die den europäischen Ländern nach dem Krieg beim Wiederaufbau helfen sollten. Sie erhofften sich davon eine stärkere Bindung dieser Staaten an die USA. Dadurch sicherten sie sich auch Verbündete im beginnenden Kalten Krieg .
Zudem wollten sie die Wirtschaft der europäischen Länder verbessern, um sie als starke Handelspartner zu gewinnen. Im Fall Westdeutschlands war der Marshall-Plan sehr erfolgreich. Die finanzielle Unterstützung aus den USA war dort nämlich der Startschuss für einen rasanten wirtschaftlichen Aufschwung.
3. Die Einführung der sozialen Marktwirtschaft
Im Jahr 1949 wurde Ludwig Erhard zum ersten Wirtschaftsminister der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland (BRD) gewählt. Der CDU-Politiker gilt als einer der Erfinder der sozialen Marktwirtschaft . Dabei verband er den freien Wettbewerb in der Wirtschaft mit einem sozialen Sicherheitssystem. Dazu gehörten vor allem Versicherungen wie die Krankenversicherung oder die Rentenversicherung, die nun eine soziale Absicherung für alle Bürger bieten sollten.
4. Der Koreakrieg
1950 brach der Koreakrieg aus. Auch Großmächte wie die USA waren daran beteiligt. Dadurch stieg die internationale Nachfrage nach Eisen- und Stahlprodukten für das Militär enorm an. In Deutschland gab es noch viele stillgelegte Fabriken aus dem Zweiten Weltkrieg, die ihre Rüstungsproduktion schnell wieder aufnehmen konnten. Dadurch konnte die BRD ihre Exporte, also die Verkäufe ins Ausland, deutlich erhöhen. Zwischen 1950 und 1952 verdreifachte die Bundesrepublik ihre Exporte sogar! So erlebte die westdeutsche Industrie Anfang der 1950er Jahre ein starkes Wachstum. Du bezeichnest das auch als Korea-Boom.
Folgen des Wirtschaftswunders in der BRD
Das Wirtschaftswunder zeigte sich schon bald in vielen Bereichen des Lebens. Innerhalb weniger Jahre sank die Arbeitslosigkeit drastisch. Ende der 50er Jahre sprichst du sogar von Vollbeschäftigung. Das heißt, dass nahezu alle arbeitskräftigen Männer einen Job hatten — Frauen nahmen damals nämlich meistens die Rolle der Hausfrau ein und waren kaum auf dem Arbeitsmarkt vertreten.
Dadurch entstand ein Mangel an Arbeitskräften. Damit die Wirtschaft trotzdem weiter wachsen konnte, warb die BRD Arbeiter aus dem Ausland an. Aus Ländern wie Italien oder der Türkei kamen daraufhin zahlreiche sogenannte „Gastarbeiter“ nach Deutschland. Sie trugen einen wesentlichen Teil zum deutschen Wirtschaftswunder bei.
Ein bekanntes Symbol des Wirtschaftswunders ist der VW Käfer. Er wurde zum Verkaufsschlager, sodass 1955 schon das millionste Exemplar fertiggestellt werden konnte. Und das nur 10 Jahre nach dem Start seiner Massenproduktion! Mit Produkten wie diesem entwickelte sich das Siegel „Made in Germany“ schließlich international zu einem Zeichen für hohe Qualität.
Auch die Lebensqualität in Westdeutschland verbesserte sich durch den wirtschaftlichen Aufschwung stark. Die Deutschen konnten sich vieles leisten, was in der Nachkriegszeit noch unerreichbar schien. Der Konsum stieg dadurch extrem an, die Deutschen kauften also deutlich mehr ein. Denn sie hatten jetzt genug Geld, um es für die verschiedensten Dinge auszugeben.
Frühere Luxusartikel wie Waschmaschinen oder Fernseher waren nun in immer mehr Haushalten der Mittelschicht zu finden. Auch beim Essen konnten es sich die Westdeutschen erlauben, mehr Wert auf Genuss zu legen. Besonders in den 1960er Jahren war außerdem der Urlaub immer weiter verbreitet. Auch wenn die Reiseziele meistens noch innerhalb Deutschlands lagen, war das für viele Deutsche eine wichtige Verbesserung des Lebensstandards.
Erst 1973 endete der wirtschaftliche Aufschwung der BRD. Grund dafür war die sogenannte Ölkrise.
Gründung BRD
Super! Jetzt kennst du dich schon sehr gut mit dem Wirtschaftswunder in der Bundesrepublik Deutschland aus. Aber wann wurde die BRD eigentlich gegründet und was ist dabei genau passiert? Die Antworten darauf erhältst du in unserem Video zur Gründung der BRD !
Wirtschaftswunder — häufigste Fragen
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Wirtschaftswunder — häufigste Fragen
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Wann war die Wirtschaftswunderzeit in Deutschland?Die Wirtschaftswunderzeit in Deutschland begann in den 1950er Jahren und endete 1973 mit der Ölkrise. Der Aufschwung setzte nach den schweren Nachkriegsjahren vor allem in der BRD ein. In den 1960er Jahren hielt das starke Wirtschaftswachstum weiter an.
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Wie kam es zum Wirtschaftswunder in der BRD?Zum Wirtschaftswunder in der BRD kam es, indem sich die Wirtschaft nach 1948 stabilisierte und ab 1950 stark wuchs, weil mehrere Faktoren zusammenwirkten. Die D-Mark nach der Währungsreform brachte wieder Ordnung in Preise und Handel. US-Hilfen aus dem Marshall-Plan und die soziale Marktwirtschaft (Wettbewerb plus Absicherung) stärkten den Aufbau. Der Koreakrieg erhöhte die Nachfrage, sodass die BRD mehr Exporte (Verkäufe ins Ausland) hatte.
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Warum war das Wirtschaftswunder kein Wunder?Das Wirtschaftswunder war kein Wunder, weil der Aufschwung konkrete, erklärbare Ursachen hatte. Eine neue stabile Währung, Geld und Materialhilfen aus den USA und wirtschaftliche Reformen sorgten dafür, dass Firmen wieder mehr produzierten. Außerdem führte die hohe Nachfrage im Koreakrieg zu zusätzlichen Bestellungen aus dem Ausland.
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Warum endete das Wirtschaftswunder mit der Ölkrise?Das Wirtschaftswunder endete mit der Ölkrise, weil Öl plötzlich viel teurer wurde und damit auch Energie für Produktion und Transport. Dadurch stiegen die Kosten für viele Unternehmen, und Waren wurden teurer. Viele Betriebe produzierten vorsichtiger, sodass das Wachstum stark nachließ.
Nachkriegszeit verstehen
Das Wirtschaftswunder gehört zur Nachkriegszeit in Deutschland und prägte die Entwicklung der BRD stark. Wer sich mit der Nachkriegszeit beschäftigt, ordnet wichtige Ereignisse, politische Entscheidungen und wirtschaftliche Veränderungen zeitlich ein. So wird klar, wie sich das Leben der Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg Schritt für Schritt veränderte. Weitere Videos dazu findest du in unserem Geschichtsbereich.