Wie das direkte und indirekte Zitieren im Deutschen richtig funktioniert und welche Zitierstile es gibt, erfährst du hier und in diesem Video!
Inhaltsübersicht
Deshalb ist Zitieren wichtig
Jede Textstelle, die du als Zitat übernimmst, musst du belegen. So zeigst du klar, auf wessen Aussagen du dich stützt. Das gilt sowohl für wörtliche als auch für sinngemäße Übernahmen.
Du gibst die Herkunft der Zitate dann an der Stelle an, an der du sie verwendest — in Klammern oder in einer Fußnote. Außerdem listest du alle verwendeten Quellen alphabetisch sortiert im Literaturverzeichnis am Ende deiner Arbeit auf.
In welcher Reihenfolge die Informationen dort dann angeordnet sind, ist in den einzelnen Zitierstilen einheitlich festgelegt. Abgesehen davon bestimmt aber immer deine Universität, welchen Zitierstil sie bevorzugt.
Allgemein unterscheidest du beim Zitieren immer zwischen direkten und indirekten Zitaten. Während du bei direkten Zitaten den exakten Wortlaut einer Person oder Quelle übernimmst, gibst du deren Aussage beim indirekten Zitat in eigenen Worten wieder.
So geht direktes Zitieren
In einem direkten Zitat übernimmst du also den Originaltext Wort für Wort. Zeichensetzung, Groß- und Kleinschreibung sowie Schreibweise bleiben exakt so, wie sie im Original stehen. Du setzt das Zitat in Anführungszeichen und gibst eine genaue Seitenangabe an.
Den Nachweis setzt du entweder als Klammerangabe direkt im Text oder als Fußnote ans Seitenende. Welche Form du nutzt, hängt von deinem vorgegebenen Zitierstil ab.
Wenn du doch mal etwas in dem Zitat ändern musst, dann kennzeichnest du das so:
-
Auslassungen
Wenn du etwas streichst, kennzeichnest du das mit drei Punkten in eckigen Klammern: […] -
Ergänzungen
Alles, was du hinzufügst, steht ebenfalls in eckigen Klammern: [Ergänzung] -
Hervorhebungen
Wenn die nicht im Original stehen, musst du sie mit einem Hinweis wie „Hervorhebung durch Verf.“ kenntlich machen. -
Fehler im Original
Die lässt du stehen und fügst direkt dahinter [sic] ein. Das zeigt, dass der Fehler aus dem Original stammt.
Wichtig: Die Quellenangabe setzt du unmittelbar nach dem schließenden Anführungszeichen. Der Satzpunkt folgt erst danach. Bei einem Vollsatz-Zitat, das du als eigenständigen Satz einleitest, steht der Satzpunkt innerhalb der Anführungszeichen.
➡️Beispiel:
Original: Wie schon Sokrates sagte: Ich weiß, dass ich nichts weiß.
Eingebundenes Zitat: Dann zitierte er Sokrates, der „weiß, das [sic] [er] nichts weiß.“
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So geht indirektes Zitieren
Beim indirekten Zitieren gibst du einen Gedanken einer anderen Person in deinen eigenen Worten wieder. Indirekte Zitate stehen dabei ohne Anführungszeichen. Auch hier kannst du im Kurzverweis wieder mit Klammern oder Fußnoten arbeiten. Du stellst aber immer die Abkürzung „vgl.“, kurz für „vergleiche“, vor die Quellenangabe.
Zusätzlich formulierst du die Wiedergabe häufig im Konjunktiv I, also zum Beispiel „sei“, „habe“ oder „gelte“. Das macht sprachlich deutlich, dass du nicht deine eigene Meinung, sondern eine fremde Position darstellst.
➡️Beispiel:
Original: Wie schon Sokrates sagte: Ich weiß, das ich nichts weiß.
Eingebundenes Zitat: Dann zitierte er Sokrates, der wisse, dass er nichts wisse.
Die Zitierstile im Überblick
Wenn du Zitate verwendest, musst du ihre Herkunft angeben. Wichtig sind hier vor allem der Autor, das Veröffentlichungsjahr, der Titel und der Verlag. Wie du diese Informationen anordnest, hängt vom Zitierstil ab, den du verwendest. Die drei bekanntesten sind:
Aber nicht nur der Zitierstil, auch die Art der Quelle spielt eine Rolle bei der Zitation. So zitierst du gedruckte Bücher und Internetquellen:
- APA7: Nachname, Initial Vorname. (Erscheinungsjahr). Kursiver Titel: Untertitel (Auflage, falls nicht die erste). Verlag.
- Harvard: Nachname, Vorname (Erscheinungsjahr): kursiver Titel: Untertitel, Auflage, Verlagsort: Verlag.
- Deutsche Zitierweise: Nachname, Vorname: Titel: Untertitel, Auflage, Verlagsort: Verlag, Erscheinungsjahr.
- APA7: Nachname, Initial Vorname. (Veröffentlichungsjahr, Tag. Monat). Kursiver Titel. Name der Webseite. Zugriff am Datum, von URL.
- Harvard: Nachname, Vorname (Veröffentlichungsjahr): Kursiver Titel. Name der Webseite. Online unter: URL [abgerufen am: Datum].
- Deutsche Zitierweise: Nachname, Vorname: Titel, in: Name der Webseite, Veröffentlichungsdatum, URL [abgerufen am Zugriffsdatum].
Gut zu wissen: Wie du alle weiteren Quellentypen, wie Sammelbandartikel oder Social-Media-Posts, aber auch Zeitungsartikel, Abbildungen, Gesetze, Dissertationen und den Duden zitierst, zeigen wir dir in den Beiträgen zum jeweiligen Zitierstil.
So machst du beim Zitieren alles richtig
Beim Zitieren gibt es zwei Sonderfälle, bei denen du wissen solltest, wie du vorgehst. Die beiden Besonderheiten sind:
- Zitat im Zitat
- Sekundärzitat
Sehen wir uns jetzt an, wie du sie erkennst und anschließend vorgehst.
Zitat im Zitat
Manchmal enthält eine Textstelle, die du direkt zitierst, selbst bereits ein Zitat. In diesem Fall sprichst du von einem Zitat im Zitat.
Du gehst dann so vor: Das äußere Zitat steht in doppelten Anführungszeichen, das innere Zitat in einfachen. So erkennst du auf einen Blick, welche Anführungszeichen zum Originaltext gehören und welche aus dem eingebetteten Zitat stammen.
➡️Beispiel nach APA7:
Müller beschreibt das Verhältnis von Sprache und Macht treffend: „Schon Foucault betonte, dass ‚Diskurse nicht einfach Realität beschreiben, sondern sie herstellen‘.“ (Müller, 2019, S. 56).
Sekundärzitate
Manchmal zitierst du eine Aussage, deren Originalquelle du nicht beschaffen kannst. In solchen Fällen darfst du ein Sekundärzitat verwenden. Du zitierst dann also aus einer zweiten Quelle, die die Originalaussage bereits zitiert oder referenziert.
Wichtig: Nutze Sekundärzitate wirklich nur dann, wenn du die Originalquelle trotz ernsthafter Suche nicht findest. Denn du kannst nicht überprüfen, ob die zweite Quelle das Original korrekt wiedergibt.
Im Nachweis musst du beide Quellen nennen: die Originalquelle und die Quelle, aus der du tatsächlich zitierst. Dazwischen setzt du den Ausdruck „zitiert nach“. So machst du transparent, dass du die Originalquelle selbst nicht eingesehen hast.
➡️Beispiel nach APA7:
Sprache strukturiert nicht nur die Kommunikation, sondern auch das Denken selbst (Chomsky, 1965, S. 12, zitiert nach Müller, 2019, S. 56).
→ Hier ist Chomsky die Originalquelle. Müller ist die Quelle, die du tatsächlich gelesen hast.
Überblick: Abkürzungen beim Zitieren
Beim Zitieren begegnest du immer wieder denselben Kürzeln. Sie sparen Platz und machen Nachweise übersichtlicher. Damit du sie sicher anwendest, findest du hier die wichtigsten Abkürzungen im Überblick:
-
vgl.
= „vergleiche“ und kennzeichnet sinngemäße Wiedergaben. Du setzt es vor jeden indirekten Nachweis, also zum Beispiel: vgl. Müller 2019, S. 34. -
ebd.
= „ebenda“ und verweist auf dieselbe Quelle wie in der unmittelbar vorangegangenen Fußnote. Du ersetzt damit den Kurzbeleg, wenn Quelle und Stelle gleich bleiben oder sich nur die Seitenzahl ändert. -
et al.
= „und andere“ und kommt aus dem Lateinischen. Du nutzt es, wenn eine Quelle mehr als zwei Verfasser hat, also zum Beispiel: Müller et al. 2021, S. 12. -
f.
= „folgende Seite“ und gilt immer für genau zwei Seiten. S. 34 f. meint also die Seiten 34 und 35. Kennst du den genauen Seitenbereich, gibst du ihn lieber direkt an, also S. 34–35. -
ff.
= „folgende Seiten“ und meint mehrere Seiten ab einer bestimmten Stelle. Da diese Angabe ungenau ist, solltest du sie möglichst durch einen konkreten Seitenbereich ersetzen. -
[sic]
kennzeichnet einen Fehler im Originaltext. Du zeigst damit, dass der Fehler nicht von dir stammt, sondern bereits im Original steht. -
Hrsg.
= „Herausgeber“ und erscheint bei Sammelwerken.
Wissenschaftliches Arbeiten verstehen
Richtiges Zitieren gehört zum wissenschaftlichen Arbeiten und ist ein fester Teil jeder Hausarbeit. Denn beim wissenschaftlichen Arbeiten muss mit sauber und mit festen Regeln gearbeitet werden und ein einheitlicher Zitierstil eingehalten werden. Was sonst noch beim wissenschaftlichen Arbeiten wichtig ist, erfährst du in unseren Studientipps!