In diesem Beitrag und im Video erfährst du, was Prosa ist und wie du sie von anderen Textformen unterscheidest!
Inhaltsübersicht
Was ist Prosa?
Prosa bezeichnet Texte in ungebundener Rede. Das bedeutet, Prosatexte haben kein Versmaß, kein Reimschema und keine Strophengliederung. Stattdessen bestehen sie aus vollständigen Sätzen und Absätzen.
Prosatexte begegnen dir überall, zum Beispiel in E-Mails, Nachrichten und Sachtexten, aber auch in der Literatur.
Das Gegenstück zur Prosa ist die Lyrik. Die Lyrik ist gebundene Sprache. Sie ist oft in Verse und Strophen gegliedert, arbeitet mit Rhythmus und Klang und nutzt häufig eine besonders bildhafte Sprache. Prosa dagegen ist meist in Sätzen und Absätzen geschrieben und folgt keinem festen Rhythmus.
Wichtig: Prosa kann trotzdem poetische Stilmittel enthalten, zum Beispiel Bildsprache oder Klangwirkungen. Dadurch wird sie jedoch nicht zur Lyrik.
Wie erkennst du Prosatexte?
Mit diesen Schritten kannst du herausfinden, ob ein Text zur Prosa gehört:
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Form prüfen
Stelle dir die Frage: Besteht der Text aus Sätzen und Absätzen, oder aus Versen und Strophen?
- Sätze und Absätze → Prosa
- Verse und Strophen → Lyrik
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Grenzfälle prüfen
Trotz Sätze und Absätze bist du dir unsicher, weil die Sprache poetisch klingt? Dann prüfst du diese Grenzfälle:- Ein Prosagedicht wirkt sehr poetisch und arbeitet mit dichter Bildsprache. Es besteht aber aus Sätzen und Absätzen, also bleibt es Prosa.
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Freie Rhythmen haben kein durchgängiges Versmaß, sind aber in Versen und Zeilen gegliedert, also gehören sie zur Lyrik.
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Funktion bestimmen
Sobald du Prosa erkannt hast, benennst du den Hauptbereich. Den erkennst du über die Funktion deines Prosatextes.
Funktion Bezeichnung erzählend, fiktional literarische Prosa informierend oder argumentierend Gebrauchsprosa ➡️ Beispielformulierungen für die Einordnung in einer Klausur:
- „Der Text ist in Sätzen und Absätzen gegliedert und hat kein Versmaß. Da er vor allem informiert, gehört er zur Gebrauchsprosa.“
- „Der Text erzählt eine fiktionale Geschichte und ist in Prosa verfasst. Er gehört zur literarischen Prosa.“
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich
Welche Prosaarten gibt es?
Die zwei Hauptbereiche der Prosa sind also literarische Prosa und Gebrauchsprosa. Zu jedem der zwei gehören bestimmte Textarten, an denen du direkt den Hauptbereich erkennst.
✒️ Literarische Prosa umfasst erzählende, fiktionale Texte:
- Roman: längere Geschichte mit mehreren Figuren, Handlungsorten und Handlungssträngen.
- Novelle: kürzere, geschlossene Geschichte, in der meist ein besonderes Ereignis im Mittelpunkt steht.
- Kurzgeschichte: kurzer Ausschnitt aus dem Leben einer oder mehrerer Figuren, oft mit offenem Anfang und Schluss.
- Anekdote: kurze und pointierte Darstellung einer bemerkenswerten oder witzigen Begegnung.
- Satire: überspitzte Darstellung von Personen, Ereignissen oder gesellschaftlichen Zuständen, um Kritik zu üben.
- Parabel: kurze bildhafte Geschichte mit einer allgemeinen Lehre oder tieferen Bedeutung.
📰 Gebrauchsprosa umfasst zweckorientierte, nicht-fiktionale Texte:
- Sachtext: verständliche und sachliche Information über ein bestimmtes Thema.
- Bericht: sachliche und geordnete Darstellung eines realen Ereignisses.
- Essay: persönliche und gedankliche Auseinandersetzung mit einem Thema oder einer Frage.
- Erörterung: Untersuchung einer Streitfrage mithilfe verschiedener Argumente.
- Argumentation: Begründung einer Meinung durch Argumente und Beispiele
- Brief: : schriftliche Mitteilung an eine bestimmte Person oder Stelle, entweder formal oder persönlich.
- Beschreibungen: genaue und anschauliche Darstellung von Bildern, Wegen, Personen, Gegenständen oder Vorgängen.
Merke: Erzählt und gestaltet ein Text fiktional, gehört er zur literarischen Prosa. Informiert oder argumentiert er, gehört er zur Gebrauchsprosa.
In Einzelfällen kann beides zusammenkommen, zum Beispiel in einem Essay — der argumentiert, aber auch literarisch gestaltet ist.
Beispiel-Werke für Prosa
Viele bekannte Texte sind in Prosa geschrieben. An konkreten Beispielen kannst du gut erkennen, dass Prosa ganz unterschiedlich aussehen kann: Sie kann lang oder kurz, fiktional oder sachlich, erzählend oder informierend sein.
| Beispiel | Autor | Textform |
| Tschick | Wolfgang Herrndorf | Roman |
| Die Verwandlung | Franz Kafka | Erzählung/Novelle |
| Der Schimmelreiter | Theodor Storm | Novelle |
| Nachts schlafen die Ratten doch | Wolfgang Borchert | Kurzgeschichte |
| Die Leiden des jungen Werthers | Johann Wolfgang von Goethe | Briefroman |
Gut zu wissen: Das Wort „Prosa“ stammt vom lateinischen Ausdruck „prosa oratio“. Das bedeutet so viel wie „geradeaus gerichtete Rede“ oder „ungebundene Rede“. In der Antike stand Prosa der gebundenen Dichtung gegenüber. Seit der Neuzeit wurde der Roman immer beliebter, weshalb Prosa zur dominanten Schreibform wurde.
Wie unterscheidet sich Prosa von Epik?
Prosa und Epik werden oft gleichgesetzt, sind aber zwei verschiedene Dinge:
- Prosa ist eine Formbezeichnung. Sie beschreibt, wie ein Text aufgebaut ist: in Sätzen und Absätzen, ohne Versmaß und Reimschema.
- Epik ist eine Gattungsbezeichnung. Sie beschreibt, was ein Text tut: Er erzählt eine Geschichte.
Die beiden Begriffe überschneiden sich zwar, sind aber nicht dasselbe.
| Prosa | Epik | |
| Was wird bezeichnet? | Form des Textes | Gattung des Textes |
| Aufgebaut aus | Sätzen und Absätzen | Erzählung (in Prosa oder Versen) |
| Beispiel | Bericht, Roman | Roman, Epos |
Viele epische Texte sind tatsächlich in Prosa geschrieben, zum Beispiel der Roman oder die Kurzgeschichte. Epik kann aber auch in Versen auftreten, etwa beim Epos der Antike. Umgekehrt umfasst Prosa auch nicht-fiktionale Texte wie Berichte oder Erörterungen. Diese gehören nicht zur Epik.
Merkmale Kurzgeschichte
Du kennst jetzt die formalen Merkmale von Prosa. Doch wie erkennst du diese Merkmale in einer Kurzgeschichte? Welche besonderen Stilmittel nutzen Autoren, um ihre Geschichten zu gestalten? Das zeigen wir dir in unserem Beitrag zu den Merkmalen der Kurzgeschichte!