Trennung der Variablen
Du möchtest wissen, wie die Methode der Trennung der Variablen funktioniert? Im Folgenden zeigen wir dir, was trennbare Differentialgleichungen sind und wie du sie mithilfe der Trennung der Variablen lösen kannst.
Inhaltsübersicht
Lösung von homogenen Differentialgleichungen
Die Methode der Trennung der Variablen wird auch häufig als Trennung der Veränderlichen, Separation der Variablen oder Separationsmethode bezeichnet. Du kannst dieses Verfahren anwenden, wenn du eine homogene gewöhnliche Differentialgleichung erster Ordnung in folgender Form schreiben kannst:

Die DGL heißt dann trennbar oder separierbar.
fasst alle von
abhängigen Anteile zusammen und
enthält alle von
abhängigen Anteile.
ist die Ableitung von
nach
, die du auch so darstellen kannst:
Im nächsten Schritt sortierst du. Der Term links vom Gleichheitszeichen ist nur noch direkt von
abhängig, rechts kommt nur noch
vor.

Separation der Variablen: Bestimmte und unbestimmte Integration
Jetzt kannst du integrieren. Dafür hast du zwei Möglichkeiten. Entweder integrierst du unbestimmt und kümmerst dich erst später um die auftretende Konstante C oder du integrierst bestimmt und setzt die Anfangswerte als untere Grenzen ein.
Beides hat Vor- und Nachteile. Die direkte Integration spart dir am Ende Arbeit, weil du die Anfangswerte nicht mehr einsetzen musst, um C zu bestimmen. Sie ist allerdings unübersichtlicher. Letztendlich ist es Geschmackssache, welche Integrationsmethode du bevorzugst. Nachdem du die Stammfunktionen bestimmt hast, kannst du die Gleichung nach y auflösen und erhältst deine Lösung.
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Trennung der Variablen — häufigste Fragen
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Trennung der Variablen — häufigste Fragen
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Woran erkenne ich, ob eine Differentialgleichung trennbar ist?Eine Differentialgleichung ist trennbar, wenn sie sich in die Form
umschreiben lässt, also ein Faktor nur von
und ein Faktor nur von
abhängt. Dann kann man die Terme so sortieren, dass links nur
und rechts nur
steht.
-
Wie bringe ich eine trennbare Differentialgleichung in die Form „nur y links“?Du schreibst zuerst
als
und sortierst dann alle
-abhängigen Teile auf die linke Seite und alle
-abhängigen Teile nach rechts. Ziel ist die Form
, damit beide Seiten getrennt integrierbar sind.
-
Wann integriere ich bei der Variablentrennung bestimmt statt unbestimmt?Bestimmt integrierst du, wenn du die Anfangswerte direkt als untere Integrationsgrenzen einsetzen willst, sodass keine Konstante
mehr separat bestimmt werden muss. Unbestimmt integrierst du, wenn du erst eine allgemeine Lösung mit
aufschreibst und die Anfangsbedingung später einsetzt.
-
Wie nutze ich eine Anfangsbedingung, um die Konstante C zu finden?Du setzt die Anfangsbedingung in die allgemeine Lösung ein, also den gegebenen
-Wert und den dazugehörigen
-Wert, und löst dann nach
auf. Konkret: Wenn
gilt, setzt man
und
in die Gleichung mit
ein.
-
Wie mache ich eine Probe, ob meine Lösung wirklich stimmt?Für die Probe leitest du deine gefundene Funktion
ab und setzt anschließend
und
in die ursprüngliche Differentialgleichung ein. Stimmen linke und rechte Seite dann überein, ist die Lösung korrekt. Beispiel: Ergibt das Einsetzen wieder
, passt die Lösung.
Beispiel
Üben wir das am besten gemeinsam an einem Beispiel. Wir haben folgende Differentialgleichung:

Gehen wir nun die einzelnen Schritte durch. Du kannst
umschreiben zu
. Danach sortierst du alle
nach rechts und alle
auf die linke Seite des Gleichheitszeichens. Jetzt kannst du beide Seiten integrieren.
Wir entscheiden uns für die unbestimmte Integration, um einen besseren Überblick zu behalten.

Jetzt können wir die DGL nach y umstellen. Das ist die allgemeine Lösung der DGL. Die eindeutige Lösung erhältst du mit einer Anfangsbedingung. Sagen wir, unsere Anfangsbedingung ist:

Diese setzt du in die Gleichung der allgemeinen Lösung ein. Du quadrierst beide Seiten und teilst durch zwei, sodass sich
ergibt. Damit ist deine eindeutige Lösung:
Um sicher zu gehen, dass du alles richtig gemacht hast, kannst du eine Probe machen. Dafür leitest du
ab, indem du die Kettenregel anwendest.

Erst leitest du die Wurzel ab und dann bildest du die innere Ableitung von
. Sie ist
. Das fasst du zusammen. Setze jetzt die Ableitung in die ursprüngliche DGL
ein.

im Zähler bleibt stehen und für
im Nenner setzt du
ein. Die Ausdrücke sind gleich. Wir haben alles richtig gemacht. Jetzt kennst du die trennbaren Differentialgleichungen und du weißt, wie du sie lösen kannst.