Du bist beim Lernen über Zahlenfolgen gestolpert und willst dir nochmal anschauen, was das genau ist und wie du Zahlenfolgen aufschreibst? Dann bist du hier genau richtig! Im Beitrag und im Video
findest du alles Wichtige.
Eine Zahlenfolge ist eine Aneinanderreihung von Zahlen, die nach einem bestimmten Muster fortgeführt wird. Dabei ordnest du jeder natürlichen Zahl n eine reelle Zahl zu:
(an) = 2 ; 4 ; 6 ; 8 ; …
Die Folgengliedera1 = 2, a2 = 4 und a3 = 6 zeigen dir, dass du eine natürliche Zahl n immer mit 2 multiplizierst, um das n-te Folgenglied zu bekommen. Dieses Muster kannst du nun auch allgemein als Bildungsvorschrift darstellen:
Mit einer Bildungsvorschrift stellst du eine Zahlenfolge allgemein dar. So musst du nicht die ganze Zahlenfolge aufschreiben, sondern kannst einfach die Bildungsvorschrift zum Berechnen der Folgenglieder nennen. Hier gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten.
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich
Explizite Bildungsvorschrift
Wenn du die Zahlenfolge ohne ein vorheriges Folgenglied allgemein darstellen kannst, dann sprichst du von einer expliziten Bildungsvorschrift:
an = 2 · n
Hier kannst du jedes Folgenglied bestimmen, ohne irgendein anderes Folgengliedzu kennen. Du setzt für n einfach eine natürliche Zahlein, multiplizierst sie mit 2 und bekommst ein entsprechendes Folgenglied an raus. Setze zum Beispiel n = 1, n = 3 und n = 10 ein:
a1 = 2 · 1 = 2 a3 = 2 · 3 = 6 a10 = 2 · 10 = 20
Rekursive Bildungsvorschrift
Wenn sich ein Folgenglied aus dem Folgenglied davor ergibt, dann ist das eine rekursive Bildungsvorschrift:
an = an-1 + 2
Hier addierst du auf das jeweiligevorherige Folgengliedan-1 die Zahl 2. Dafür muss ein Anfangsgliedwie zum Beispiel a1 = 3 gegeben sein, damit du a2 berechnen kannst. Du addierst also 3 + 2 und bekommst so a2 = 5 heraus:
a2 = a2-1 + 2 = 3 + 2 = 5
Das Gleiche machst du nun auch mit weiteren Folgengliedern, um die Zahlenfolge zu berechnen:
Es gibt endliche und unendliche Zahlenfolgen. Ordnest du nur eine endlicheTeilmenge der natürlichen Zahlen den reellen Zahlen zu, dann ist die Zahlenfolge endlich: {1 ; 2 ; 3 } →
Wenn dualle natürlichen Zahlenden reellen Zahlen zuordnest, dann ist die Zahlenfolge unendlich: →
Eine Zahlenfolge kann verschiedene Eigenschaften aufweisen:
Monoton fallend: Werden alle Folgenglieder ohne Ausnahme immer kleiner oder bleiben gleich, dann ist die Zahlenfolge monoton fallend (an+1 ≤ an)
→ Beispiel: (an) = 5 – n · 2
Monoton wachsend: Werden alle Folgenglieder ohne Ausnahme immer größer oder bleiben gleich, dann ist die Zahlenfolge monoton wachsend (an+1 ≥ an)
→ Beispiel: (an) = n2
Du kannst eine Zahlenfolge als streng monoton wachsend (an+1 > an) oder fallend (an+1 < an) bezeichnen, wenn die Folgenglieder immer größer bzw. immer kleiner werden, aber nie gleich bleiben.
Nach unten beschränkt: Eine Zahlenfolge ist nach unten beschränkt, wenn die Folgenglieder nie kleiner als ein bestimmter Wert t werden. Dann wird die Zahlenfolge durch den Wert t nach unten beschränkt (an ≥ t)
→ Beispiel: (an) = n2durch t = 1 nach unten beschränkt
Nach oben beschränkt: Eine Zahlenfolge ist nach oben beschränkt, wenn die Folgenglieder nie größer als ein bestimmter Wert s werden. Dann wird die Zahlenfolge durch den Wert s nach oben beschränkt (an ≤ s)
→ Beispiel: (an) = 5 – n · 2 durch s = 3 nach oben beschränkt
Zahlenfolge nach oben beschränkt
Eine Zahlenfolge kannst du als beschränkt bezeichnen, wenn sie sowohl durch einen Wert t nach unten als auch durch einen Wert s nach oben beschränkt wird (t ≤ an ≤ s).
Alternierend: Hat bei einer Zahlenfolge jedes Folgenglied ein anderes Vorzeichen als das vorherige Zahlenglied, dann ist die Zahlenfolge alternierend (an+1 · an < 0).
→ Beispiel: (an) = (-2)n
Konstant: Wenn jedes Folgenglied gleich ist, dann ist die Zahlenfolge konstant (an+1 = an)
→ Beispiel: (an) = an-1 ; a1 = 1
Zahlenfolgen — häufigste Fragen
(ausklappen)
Wie finde ich aus ein paar gegebenen Folgengliedern eine passende Bildungsvorschrift?
Eine passende Bildungsvorschrift findest du, indem du Differenzen und Quotienten der Folgenglieder systematisch prüfst. Sind die Differenzen konstant, passt oft , sind die Quotienten konstant, . Zum Beispiel: 3, 6, 12 hat Quotient 2.
Welche typischen Fehler passieren bei rekursiven Folgen, wenn ich das Anfangsglied falsch wähle oder die Indizes verwechsle?
Ein falsches Anfangsglied verschiebt die ganze Folge, obwohl die Rekursion „richtig“ aussieht. Außerdem führt ein Indexfehler oft zu falschen Sprüngen, etwa statt . Beispiel: Startest du mit statt , wird aus 2, 4, 6 die Folge 3, 5, 7.
Wie erkenne ich, ob eine Zahlenfolge arithmetisch oder geometrisch ist?
Du erkennst eine arithmetische Folge daran, dass die Differenz immer gleich ist. Eine geometrische Folge erkennst du daran, dass der Quotient konstant ist, wenn . Beispiel: 5, 8, 11 ist arithmetisch mit Differenz 3 und 2, 6, 18 ist geometrisch mit Quotient 3.
Wie mache ich aus einer rekursiven Bildungsvorschrift eine explizite Vorschrift, wenn die Folge ein klares Muster hat?
Du machst eine Rekursion explizit, indem du das wiederholte Rechnen „zusammenfasst“ und als Formel in schreibst. Bei entsteht , bei entsteht . Beispiel: , ergibt .
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