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Wilhelm Tell – Zusammenfassung

Du brauchst eine Zusammenfassung von Schillers berühmtem Werk „Wilhelm Tell“? Hier und in unserem Video erfährst du alles Wichtige über das Drama!

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Inhaltsübersicht

Wilhelm Tell — Inhaltsangabe

Friedrich Schillers Drama „Wilhelm Tell“ aus dem Jahr 1804 erzählt vom Freiheitskampf der Schweizer gegen die habsburgische Herrschaft im 14. Jahrhundert. Im Mittelpunkt steht der Jäger Wilhelm Tell, der vom unbeteiligten Einzelgänger zum Symbol des Widerstands wird.

Die Geschichte beginnt damit, dass die Schweizer Bevölkerung unter der Unterdrückung durch die habsburgischen Statthalter leidet. Einer von ihnen ist Hermann Gessler, der als Vertreter des Kaisers über die Region herrscht. Männer aus den drei ursprünglichen Schweizer Gebieten schließen sich heimlich zusammen und planen einen Aufstand gegen die Fremdherrschaft.

Wilhelm Tell selbst hält sich zunächst aus der Politik heraus. Doch als er sich weigert, einen aufgestellten Hut als Zeichen der Macht Gesslers zu grüßen, wird er bestraft. Der Statthalter zwingt ihn, einen Apfel vom Kopf seines Sohnes zu schießen. Tell trifft zwar, wird aber trotzdem verhaftet. Auf dem Weg ins Gefängnis gelingt ihm die Flucht. Später erschießt er Gessler.

Der Tod des Herrschers löst schließlich den offenen Aufstand aus. Die Schweizer vertreiben die Besatzer und gewinnen ihre Freiheit zurück.

Die wichtigsten Fakten zum Werk im Überblick
  • Autor: Friedrich Schiller
  • Veröffentlichung: 1804
  • Gattung: Drama
  • Epoche: Weimarer Klassik
  • Aufbau: 5 Akte
  • Hauptfiguren: Wilhelm Tell, Hermann Gessler, Walther Fürst, Werner Stauffacher, Arnold von Melchthal, Berta von Bruneck, Ulrich von Rudenz
  • Zentrale Themen: Freiheit, Widerstand gegen Tyrannei, Selbstbestimmung

Wilhelm Tell — Figurenkonstellation

Damit du die Zusammenfassung für „Wilhelm Tell“ besser verstehst, haben wir hier eine Figurenkonstellation für das Werk erstellt:

Die Figurenkonstellation zu Wilhelm Tell zeigt die Beziehungen zwischen Bürgertum und Adel: Wilhelm Tell und die Eidgenossen helfen sich gegenseitig, stehen im Konflikt mit dem Vogt Hermann Gessler, der die Eidgenossen unterdrückt, während Berta von Bruneck mit Ulrich von Rudenz verbunden ist und zwischen den Lagern vermittelt.
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Wilhelm Tell – Figurenkonstellation

Tipp: Du willst mehr über die einzelnen Figuren erfahren? In unserem Beitrag dazu erklären wir dir ausführlich, welche Rolle sie im Drama spielen und wie sie zueinander stehen. Außerdem findest du eine genaue Charakterisierung von Wilhelm Tell hier.

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Wilhelm Tell — Zusammenfassung nach Szenen

Das Drama besteht aus fünf Akten mit insgesamt 20 Szenen. Schiller orientiert sich dabei am klassischen Aufbau eines Dramas mit Exposition, erregendem Moment, Höhepunkt, retardierendem Moment und Lösung.

Die Handlung spielt im 14. Jahrhundert in den Schweizer Urkantonen Uri, Schwyz und Unterwalden. Unter Kantonen verstehst du eigenständige Teilgebiete der Schweiz — ähnlich wie die Bundesländer in Deutschland.

Wichtig: Im Originaltext haben die einzelnen Szenen keine Überschriften. Die folgenden Titel dienen dir nur zur besseren Orientierung beim Lernen und Wiederholen.

Akt 1 — Exposition

Szene 1 — Baumgarten flieht über den See

Die erste Szene spielt am Vierwaldstättersee. Der Fischer Ruodi, sein Gehilfe Jenny und der Hirte Kuoni sprechen über das Wetter, denn ein Sturm zieht auf.

Plötzlich taucht Konrad Baumgarten auf. Er ist auf der Flucht vor den Soldaten des Landvogts. Baumgarten berichtet, dass er den Burgvogt mit einer Axt getötet habe, weil dieser seine Frau misshandeln wollte. Nun bittet er verzweifelt darum, über den See gebracht zu werden.

Der Fischer weigert sich wegen des Unwetters. In diesem Moment erscheint Wilhelm Tell. Er erkennt die Gefahr und übernimmt selbst die Überfahrt. Er bringt Baumgarten sicher ans andere Ufer. Kurz darauf treffen die Soldaten ein. Sie kommen zu spät und rächen sich, indem sie das Vieh der Hirten auseinander treiben.

Szene 2 — Gertrud bestärkt Stauffacher

In Schwyz sprechen Pfeifer und Werner Stauffacher über die Bedrohung durch Österreich. Pfeifer ist überzeugt, dass die Habsburger die Schweiz dauerhaft unterwerfen wollen. Danach geht er und Stauffacher bleibt besorgt zurück.

Seine Frau Gertrud tritt zu ihm und macht ihm Mut. Sie fordert ihn auf, sich gegen den Landvogt zu wehren und Verbündete zu suchen. Am Ende erreichen Tell und Baumgarten das Haus der Stauffachers.

Szene 3 — Gesslers Hut in Altdorf

Die Szene spielt in Altdorf. Dort lässt der Landvogt Hermann Gessler eine sogenannte Zwingburg bauen. Das ist eine Festung, mit der er die Bevölkerung kontrollieren und seine Macht sichern will. Die Arbeiter werden hart behandelt und dürfen keine Pausen machen. Deshalb kommt es zu Unruhe unter ihnen. In diesem Moment erreichen Wilhelm Tell und Baumgarten die Stadt und beobachten das angespannte Geschehen.

Währenddessen stellt ein Herold auf dem Marktplatz einen Hut auf einen Pfahl. Jeder Bürger soll diesen Hut so grüßen, als stünde der Landvogt selbst dort. Damit will Gessler seine Herrschaft demonstrieren. Nachdem der Herold den Platz verlassen hat, bemerkt eine Frau, dass ein Dachdecker vom Dach gestürzt ist. Man kann nur noch seinen Tod feststellen.

Szene 4 — Der Plan zum Aufstand

Walther Fürst spricht in seinem Haus mit Arnold von Melchthal über die Gewalt der Habsburger. Melchthals Vater wurde von den Vögten geblendet und ist seitdem blind. Aus Angst vor Verfolgung hält sich Melchthal bei Fürst versteckt.

Plötzlich klopft es an der Tür. Die Männer fürchten, es könne ein Gesandter des Kaisers sein. Doch es ist Werner Stauffacher. Er berichtet, dass auch sein Vater von den Habsburgern grausam bestraft wurde. Ihm wurde sein Besitz genommen und er wurde so sehr misshandelt, dass er erblindete. Danach wurde er ohne Kleidung nur mit einem Stock durch das Land geschickt.

Die drei Männer erkennen, dass die Unterdrückung alle Kantone betrifft. Deshalb beschließen sie, sich mit jeweils zehn vertrauten Männern an einem abgelegenen Ort am Waldrand zu treffen. Dort wollen sie das weitere Vorgehen gegen die habsburgische Herrschaft planen.

Akt 1 kurz zusammengefasst

Am Vierwaldstättersee hilft Wilhelm Tell dem flüchtenden Baumgarten bei der Überfahrt, nachdem dieser einen habsburgischen Vogt getötet hat.

In Altdorf lässt der Landvogt Gessler seinen Hut auf einem Pfahl aufstellen. Jeder Bürger muss diesen grüßen, als wäre es der Herrscher selbst. Dieses Zeichen der Unterdrückung sorgt für zunehmenden Unmut in der Bevölkerung. In Schwyz drängt Gertrud ihren Mann Stauffacher zum Widerstand. Währenddessen lässt Gessler in Altdorf seinen Hut aufstellen, den alle grüßen müssen. Schließlich schließen sich Stauffacher, Fürst und Melchthal zusammen, um einen Aufstand vorzubereiten.

Akt 2 — erregendes Moment

Szene 1 — Streit zwischen Attinghausen und Rudenz

Auf dem Hof des Freiherrn von Attinghausen treffen sich der alte Adelsherr und sein Neffe Ulrich von Rudenz. Attinghausen steht auf der Seite des Volkes und kritisiert die habsburgische Herrschaft

Rudenz hingegen bewundert zunächst die Macht Österreichs. Er hofft, durch seine Nähe zu den Habsburgern Eindruck auf Berta von Bruneck zu machen. Zudem denkt er darüber nach, sein Erbe auszuschlagen und einen anderen Lebensweg einzuschlagen. Attinghausen erinnert ihn daran, dass er der Letzte seiner Familie ist und Verantwortung für das Land trägt. Er warnt ihn davor, sich von seinem eigenen Volk abzuwenden.

Trotz der Mahnungen verlässt Rudenz das Gut. Attinghausen bleibt besorgt zurück und fürchtet um die Zukunft seines Landes.

Szene 2 — Der Rütlischwur

Auf einer von Felsen und Wäldern umgebenen Wiese am Vierwaldstättersee treffen sich in der Nacht Adlige und Landleute. Zunächst sehen sie ein Boot über den See kommen. Es sind Stauffacher und bewaffnete Männer aus Schwyz. Kurz darauf erscheinen weitere Männer vom Berg, unter ihnen auch Walther Fürst.

Vertreter aus Uri, Schwyz und Unterwalden kommen so zusammen. Melchthal berichtet von den Übergriffen der habsburgischen Vögte und davon, wie er die feindlichen Burgen auskundschaftet hat. Schnell wird deutlich, dass alle drei Kantone betroffen sind.

Daraufhin schwören die Männer den Eid ihrer Vorfahren und bekräftigen ihren Wunsch nach Freiheit. Sie wollen künftig unter gemeinsamer Führung handeln, jedoch keinen Herrscher dulden, der willkürlich regiert. Ihr Ziel ist es, die habsburgischen Burgen zu stürzen und die Fremdherrschaft zu beenden.

Zugleich beraten sie sich über das weitere Vorgehen und einigen sich darauf, unnötiges Blutvergießen zu vermeiden. Mit dem Morgengrauen gehen sie auseinander. Wilhelm Tell ist bei diesem Treffen nicht anwesend.

Akt 2 kurz zusammengefasst

Im Adel zeigt sich Uneinigkeit: Attinghausen steht auf der Seite des Volkes, sein Neffe Rudenz zunächst auf der Seite der Habsburger. Währenddessen treffen sich Vertreter der drei Urkantone auf dem Rütli. Sie schwören sich gegenseitige Treue und beschließen, gemeinsam gegen die Unterdrückung vorzugehen. Wilhelm Tell nimmt an diesem Treffen nicht teil.

Akt 3 — Höhepunkt

Szene 1 — Tell bricht nach Altdorf auf

Zuhause unterhält sich Tell mit seiner Frau Hedwig über sein Treffen mit Gessler. Der Landvogt hatte Angst vor Tell, weil er seinen Bogen bei sich hatte. Tell ließ ihn aber in Frieden. Hedwig ist misstrauisch und warnt Tell vor dem Landvogt.

Dann beschließt Tell, seinen Vater, Walter Fürst, in Altdorf zu besuchen. Seine Frau will ihn aufhalten, weil sich Gessler zurzeit auch dort aufhält. Tell hört jedoch nicht und nimmt seinen Sohn Walter mit in die Stadt.

Szene 2 — Berta gewinnt Rudenz für die Eidgenossen

Bei einer Jagd trifft sich Ulrich von Rudenz heimlich mit Berta von Bruneck. Er hat sich von der Jagdgesellschaft entfernt, um mit ihr zu sprechen. Berta wirft ihm vor, sich auf die Seite der Habsburger zu stellen und sein eigenes Volk im Stich zu lassen.

Im Gespräch wird deutlich, dass Rudenz auch aus Liebe zu Berta die Nähe zum österreichischen Hof sucht. Doch Berta stellt klar, dass sie die Unterdrückung ablehnt. Sie steht innerlich auf der Seite der Eidgenossen.

Schließlich erkennt Rudenz seinen Irrtum und entscheidet sich, sein Volk zu unterstützen. Beide gestehen sich ihre Liebe und beschließen zu heiraten, sobald die Unabhängigkeit erreicht ist. Danach wollen sie gemeinsam in Rudenz’ Heimat leben. Am Ende kehrt Rudenz zur Jagdgesellschaft zurück, während Berta nach Hause geht.

Szene 3 — Der Apfelschuss

In Altdorf versammeln sich die Eidgenossen auf dem Platz. Die Soldaten des Landvogts überwachen den Hut auf dem Pfahl und sollen jeden bestrafen, der ihn nicht grüßt. Als Tell mit seinem Sohn vorbeigeht, verweigert er den Gruß und wird festgenommen.

Kurz darauf erscheint Gessler. Er will seine Macht zeigen und befiehlt Tell, einen Apfel vom Kopf seines Sohnes zu schießen. Die Menge reagiert entsetzt und versucht, den Vogt umzustimmen. Doch Gessler bleibt hart.

Tell nimmt zwei Pfeile zur Hand. Er zögert und bittet noch einmal um Gnade, doch schließlich schießt er. Der Pfeil trifft den Apfel. Als Gessler nach dem zweiten Pfeil fragt, erklärt Tell, er habe ihn für den Vogt bestimmt, falls sein Sohn gestorben wäre. Daraufhin lässt Gessler ihn erneut festnehmen und abführen.

Akt 3 kurz zusammengefasst

Tell bricht trotz der Sorgen seiner Frau nach Altdorf auf. Dort verweigert er den Gruß vor Gesslers Hut und wird festgenommen. Der Landvogt zwingt ihn, einen Apfel vom Kopf seines Sohnes zu schießen. Tell trifft, wird jedoch erneut verhaftet, weil er einen zweiten Pfeil bei sich trägt, der für Gessler bestimmt war.

Akt 4 — retardierendes Moment

Szene 1 — Tells Flucht vom Schiff

Am Ostufer des Vierwaldstättersees sprechen der Fischer Ruodi, sein Gehilfe und Kunz von Gersau über Tells Verhaftung und den schlechten Gesundheitszustand Attinghausens. Während sie über das stürmische Wetter sprechen, gerät das Schiff des Landvogts auf dem See in Seenot.

Tell ist gefesselt an Bord. Wegen des Unwetters wird er gezwungen, das Steuer zu übernehmen. Er nutzt die Gelegenheit, lenkt das Schiff nahe an die Felsen und springt ans Ufer. So entkommt er seinen Bewachern.

Der Fischer und sein Sohn finden Tell am Ufer. Er berichtet von seiner Flucht und erklärt, dass er nach Arth und Küssnacht weiterziehen will. Da er den Weg nicht genau kennt, soll der Sohn ihn begleiten. Den Fischer bittet er, seiner Frau von seiner Rettung zu berichten.

Szene 2 — Attinghausens Tod

Der alte Freiherr von Attinghausen liegt im Sterben. Um ihn versammeln sich Stauffacher, Fürst, Melchthal und weitere Verbündete. Sie berichten ihm vom Bündnis der Eidgenossen und vom wachsenden Widerstand gegen die Habsburger. Attinghausen hofft noch einmal auf ein freies Vaterland. Kurz darauf stirbt er.

Sein Neffe Ulrich von Rudenz kommt zu spät, um sich zu verabschieden. Der Tod seines Onkels trifft ihn schwer. Er erkennt, dass er sich endgültig auf die Seite seines Volkes stellen muss und schließt sich den Aufständischen an.Zugleich erfährt er, dass Berta von Bruneck entführt wurde. Er wirft den Eidgenossen ihr bisheriges Zögern vor und drängt darauf, endlich zu handeln.Nach einer Beratung beschließen die Männer, am nächsten Morgen in den offenen Kampf zu ziehen.

Szene 3 — Tell tötet Gessler

In derselben Zeit erreicht Wilhelm Tell den Ort Küssnacht, um dort den Vogt Gessler mit seiner Armbrust zu töten. In einem Monolog reflektiert er über den moralisch fragwürdigen Einsatz seiner Schießkenntnisse. Zuvor hat er die Armbrust nur für die Jagd eingesetzt, nun soll sie dem Schutz seines Sohnes und aller Bürger dienen. Er spricht mit seiner Waffe und schwört, dass sein nächster Pfeil Gessler treffen wird.

Währenddessen zieht eine Hochzeitsgesellschaft vorbei. Tell wird eingeladen mitzukommen, lehnt jedoch ab und bleibt verborgen. Kurz darauf erscheint Armgard. Sie will den Landvogt um Gnade für ihren gefangenen Mann bitten. Ein Herold kündigt Gesslers Ankunft an, und die Menschen machen Platz. Als Gessler eintrifft, fleht Armgard ihn an, ihren Mann freizulassen. Der Landvogt zeigt jedoch keine Barmherzigkeit und weist sie ab.

In diesem Moment schießt Tell aus dem Hinterhalt. Der Pfeil trifft Gessler tödlich in die Brust und er fällt von seinem Pferd. Verwirrung bricht aus, doch schnell wird klar, dass die Herrschaft des Tyrannen beendet ist.

Akt 4 kurz zusammengefasst

Während der Überfahrt ins Gefängnis gelingt Tell die Flucht. Attinghausen stirbt und Rudenz entscheidet sich endgültig für die Eidgenossen. In der Hohlen Gasse bei Küssnacht erschießt Tell den Landvogt Gessler. Mit dessen Tod bricht die habsburgische Herrschaft zusammen.

Akt 5 — Lösung

Szene 1 — Befreiung und Nachricht vom Königsmord

In Altdorf versammeln sich viele Menschen auf dem Platz. Von den Bergen sind plötzlich Feuerzeichen zu sehen. Sie gelten als Signal, dass die Burgen der Vögte erobert wurden. Die Bevölkerung jubelt und will die Baustelle der Zwingburg niederreißen. Walther Fürst versucht zunächst, die Menge zu ordnen, kann sie jedoch nicht aufhalten. Ein Hornbläser verkündet die errungene Freiheit vom Berg aus.

Kurz darauf trifft Melchthal ein und bestätigt, dass die habsburgischen Burgen gefallen sind. Die Eidgenossen befreien die Gefangenen, unter ihnen auch Berta von Bruneck.Der Hut auf dem Pfahl, einst Symbol der Unterdrückung, wird nun zum Zeichen des überwundenen Unrechts.

Während die Menschen ihren Sieg feiern, trifft eine weitere Nachricht ein: Der habsburgische König Albrecht wurde von seinem Neffen Johann Parricida ermordet. Viele reagieren erleichtert, da nun ein neuer Herrscher erwartet wird. Sie hoffen auf einen gerechteren König.

Kurz darauf erreicht sie ein Brief der Königin, in dem sie um Unterstützung bei der Verfolgung des Königsmörders bittet. Die Eidgenossen lehnen die Bitte jedoch ab, da sie vom Kaiser zuvor keine Hilfe erhalten haben. Schließlich gehen die Menschen zufrieden nach Hause.

Szene 2 — Parricida sucht Tells Hilfe

Wilhelm Tell ist nach den Ereignissen wieder bei seiner Familie zu Hause. Seine Frau und seine Kinder freuen sich über seine sichere Rückkehr.

In diesem Moment erscheint ein Mönch und bittet um Einlass. Bald stellt sich heraus, dass es sich um Johann Parricida handelt, den Mörder des Königs. Er sucht die Hilfe von Wilhelm Tell. Tell lehnt jedoch ab, da er den Mord aus Erbschaftsgründen nicht nachvollziehen kann.

Er habe eine größere Heldentat vollbracht, weil er den Unterdrücker Gessler umgebracht hat. Dabei war die Freiheit und Sicherheit des gesamten Volkes in Gefahr und nichts Belangloses wie Erbstreitigkeiten.

Er empfiehlt Parricida nach Rom zu reisen. Dort soll er dem Papst seine Sünde beichten. Als der junge Mann fort ist, versammeln sich die Eidgenossen.

Szene 3 — Das Volk ehrt Tell

Am Ende versammeln sich die Eidgenossen bei Wilhelm Tell. Stauffacher, Melchthal, Walther Fürst und viele andere danken ihm für seinen Mut. Sie sehen in ihm den entscheidenden Befreier von der Tyrannei.

Auch Berta von Bruneck tritt hinzu. Sie verzichtet auf ihre adeligen Vorrechte und stellt sich offen auf die Seite des Volkes. Ulrich von Rudenz verspricht, gemeinsam mit den Eidgenossen die Freiheit zu bewahren.

Tell selbst bleibt bescheiden. Er betont, dass nicht ein Einzelner, sondern das Volk gemeinsam die Freiheit errungen hat. Damit endet das Drama mit dem Beginn einer freien Eidgenossenschaft.

Akt 5 kurz zusammengefasst

Die Eidgenossen befreien ihre Burgen und feiern ihren Sieg. Gleichzeitig wird bekannt, dass der habsburgische König ermordet wurde. Der Königsmörder Johann Parricida sucht daraufhin Tells Hilfe. Dieser weist ihn zunächst zurück, da er dessen Tat nicht mit seiner eigenen vergleichen will. Schließlich rät ihm Tell, nach Rom zu gehen und seine Schuld zu bereuen. Am Ende danken die Eidgenossen Tell, der bescheiden bleibt und die Freiheit als gemeinsames Werk des Volkes versteht.

Wilhelm Tell — Zeitgeschichtliche Einordnung

Schiller schrieb „Wilhelm Tell“ Ende des 18. Jahrhunderts, während der Zeit der Aufklärung. Die Ideen von Freiheit, Selbstbestimmung und dem Recht auf Widerstand gegen Tyrannei waren zu dieser Zeit weit verbreitet.

Im Drama schildert Friedrich Schiller den Freiheitskampf der Schweiz, die sich vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation befreien wollte. Der Rütlischwur, der im Stück erwähnt wird, ist ein historisches Ereignis, das den Beginn des schweizerischen Widerstands gegen die habsburgische Herrschaft markiert.

Die Habsburger waren ein bedeutendes und machtvolles Fürstenhaus des europäischen Hochadels. Im Laufe der Zeit erlangten die Habsburger politische Macht und Territorium in verschiedenen Teilen Europas, insbesondere in Österreich. Daher kamen viele Fürsten und Landvogte aus Österreich, wie zum Beispiel Hermann Gessler in dem Stück.

Schließlich nahmen die Habsburger auch die Schweiz ein und wollten ihr Land vergrößern. Das führte zu Konflikten mit den Schweizer Eidgenossen, die ihre Unabhängigkeit und Freiheit behalten wollten.

Ein prägendes Ereignis zu der Zeit war außerdem die Französische Revolution mit dem Sturm auf die Bastille 1789 in Paris. Dabei kämpften die Bürger für ihre Freiheit. Dieser Wunsch kam später auch in den anderen Ländern auf.

Das Drama ist typisch für die Epoche der Weimarer Klassik. Schiller gilt als Mitbegründer der Epoche. Ebenso wichtig für die Epoche war sein Freund Johann Wolfgang von Goethe. Der war übrigens bei der ersten Aufführung von „Wilhelm Tell“ in Weimar der Regisseur.

Ein wichtiger Bestandteil des Menschenbilds waren damals Individualismus, Humanismus und Verstand. Das heißt, moralisches und vernunftorientiertes Handeln standen hier im Vordergrund.

Wilhelm Tell — Sprache und Stil

„Wilhelm Tell“ ist in der Versform Jambus geschrieben. Du nennst ihn auch Blankvers. Dieser besteht aus fünf Hebungen pro Vers, wobei die Betonungen auf der zweiten Silbe jedes Jambus liegen. Diese Versform verleiht dem Text einen rhythmischen Fluss. Zum Beispiel:

„Wir sind verfolgt,
verdächtig schon auf unsern eigenen Bergen,
einander zu vertrauen
So weit ist’s mit uns gekommen.“ (1. Akt)

Auffällig ist besonders der Sprachstil von der Figur Wilhelm Tell. Meistens drückt er sich in nur knappen, nüchternen und allgemeinen Sätzen aus.

In einigen Szenen verändert sich seine Ausdrucksform: In der Apfelschussszene formt er keine vollständigen Sätze, sondern stammelt vor sich hin. Das erkennst du an den vielen Gedankenstrichen in dieser Szene.

Auch während seines Monologs im vierten Akt, ist sein Sprachstil anders: er drückt sich in einfachen, aber kraftvollen Worten aus. So wird die Intensitität und Emotionalität betont. Außerdem werden auch Metaphern oder bildliche Vergleiche verwendet, um die komplexen und tiefgründigen Gefühle zu vermitteln.

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Wilhelm Tell — Interpretation

Für „Wilhelm Tell“ gibt es verschiedene Interpretationsansätze:

Ein zentraler Aspekt ist der Widerstand. Schiller zeigt, dass Menschen das Recht haben, sich gegen Unterdrückung zu wehren. Das gilt für Tell als Einzelnen, der sich Gessler widersetzt, ebenso für die Eidgenossen, die sich zusammenschließen und gemeinsam für ihre Freiheit kämpfen.

Auch das Heldentum spielt eine wichtige Rolle. Tell wird als mutiger und selbstloser Held dargestellt. Er riskiert sein Leben für seinen Sohn und sein Volk. Gleichzeitig bleibt er bescheiden und handelt nicht aus Ruhmsucht, sondern aus Pflichtgefühl.

Darüber hinaus spiegelt das Drama die Ideale der Weimarer Klassik wider. Freiheit, Menschlichkeit und ein klar strukturierter Aufbau prägen das Werk. Schillers Sprache ist poetisch und zugleich streng geordnet, da er den Blankvers durchgehend verwendet.

Wenn du mehr über die Interpretationen von „Wilhelm Tell“ erfahren möchtest, schau dir unseren Beitrag dazu an. 

Zum Video: Wilhelm Tell Interpretation
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