Was sind Nomen und woran erkennst du sie? Wir zeigen dir hier und im Video die wichtigsten Merkmale und welche Arten es gibt.
Inhaltsübersicht
Was sind Nomen?
Nomen sind eine Wortart. Mit ihnen kannst du Lebewesen, Dinge und Gefühle benennen.
➡️Beispiele:
Lebewesen: der Mann, die Blume, das Nashorn
Dinge: der Hut, die Schere, das Bild
Gefühle: der Neid, die Liebe, das Mitleid
Nomen haben 4 Eigenschaften:
- Du schreibst Nomen immer groß. (der Mann, die Blume, das Nashorn)
- Vor einem Nomen steht oft ein Begleiter (der Hut, die Schere, das Bild)
- Nomen haben ein sprachliches Geschlecht: weiblich (die Liebe), männlich (der Neid) oder sächlich (das Mitleid).
- Nomen können in der Einzahl oder Mehrzahl stehen. (das Ziel → die Ziele)
Tipp: Du kannst zu Nomen auch Substantive, Namenwörter oder Hauptwörter sagen.
Nomen kannst du in zwei Arten einteilen: konkrete und abstrakte Nomen.
-
Konkrete Nomen bezeichnen Dinge, die du sehen oder berühren kannst.
➡️ das Holz, die Tür -
Abstrakte Nomen bezeichnen Gefühle oder Eigenschaften. Die kannst du nicht anfassen.
➡️ die Freude, der Mut
1. Eigenschaft: Nomen schreibst du groß
Im Deutschen schreibst du jedes Nomen groß.
➡️Beispiel: Der Tiger schläft unter einem Baum.
Wichtig: Am Satzanfang musst du aufpassen. Denn hier schreibst du alle Wörter groß — auch, wenn sie keine Nomen sind.
➡️Beispiel: Wir spielen heute Fußball.
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2. Eigenschaft: Nomen haben einen Begleiter
Vor einem Nomen steht häufig ein Begleiter (Artikel). Es gibt zwei Arten davon:
- Die bestimmten Artikel der, die und das benutzt du, wenn du von etwas Bekanntem sprichst.
- Die unbestimmten Artikel ein und eine benutzt du, wenn etwas unbekannt ist.
➡️Beispiel: Der Hund meiner Freundin ist süß. Ich möchte auch einen Hund.
Wichtig: Manchmal steht vor einem Nomen auch ein Pronomen — zum Beispiel ein Possessivpronomen. Das zeigt dir, wem etwas gehört.
➡️Beispiel: Mein Fahrrad ist schneller als dein Fahrrad.
3. Eigenschaft: Nomen haben ein sprachliches Geschlecht
Jedes Nomen hat ein sprachliches Geschlecht. Es kann entweder männlich, weiblich oder sächlich sein. Das verrät dir der Artikel.
| Geschlecht | bestimmter Artikel | unbestimmter Artikel |
| männlich |
der der Tisch |
ein ein Tisch |
| weiblich |
die die Pflanze |
eine eine Pflanze |
| sächlich |
das das Buch |
ein ein Buch |
Wichtig: Du kannst das sprachliche Geschlecht oft nicht mit dem biologischen Geschlecht vergleichen! „Das Mädchen“ ist zum Beispiel grammatikalisch sächlich (das), obwohl es biologisch gesehen natürlich weiblich ist.
Sprachliches Geschlecht — Typische Endungen
Welchen Artikel du brauchst, zeigt dir auch oft die Endung des Nomens. Denn bestimmte Wortendungen zeigen dir das sprachliche Geschlecht:
| weibliche Endungen | männliche Endungen | sächliche Endungen |
|---|---|---|
| -ei (die Bäckerei) | -ant (der Praktikant) | -chen (das Mädchen) |
| -enz (die Intelligenz) | -ent (der Student) | -lein (das Büchlein) |
| -heit (die Schönheit) | -ich (der Pfirsich) | -ment (das Dokument) |
| -ie (die Allergie) | -ling (der Neuling) | -tum (das Christentum) |
| -ik (die Physik) | -ismus (der Rassismus) | |
| -in (die Schülerin) | -ist (der Polizist) | |
| -ion (die Aktion) | -or (der Doktor) | |
| -ität (die Aktivität) | ||
| -keit (die Leichtigkeit) | ||
| -schaft (die Mannschaft) | ||
| -ung (die Begabung) | ||
| -ur (die Natur) |
4. Eigenschaft: Nomen gibt es in der Mehrzahl
Ein Nomen hat meistens eine Form in der Einzahl (Singular) und in der Mehrzahl (Plural).
Die Mehrzahl bildest du ganz unterschiedlich. Es gibt aber fünf häufige Muster:
| Muster | Einzahl | Mehrzahl |
| Endung -e | der Tisch | die Tische |
| Endung -er | das Kind | die Kinder |
| Endung -n oder -en | die Blume | die Blumen |
| Endung -s | das Auto | die Autos |
| keine Veränderung | der Lehrer | die Lehrer |
Bei manchen Nomen verändert sich zusätzlich ein Vokal im Wort. Aus a, o oder u wird dann ä, ö oder ü.
➡️Beispiel: der Mann → die Männer
Hinweis: Es gibt keine Regel, die immer passt. Du musst die richtige Mehrzahl-Endung also auswendig lernen.
Bei den bestimmten Artikeln nutzt du in der Mehrzahl nur die — ganz egal, ob der Artikel in der Einzahl der, die oder das ist.
➡️ der Tisch → die Tische
➡️ die Pflanze → die Pflanzen
➡️ das Buch → die Bücher
Bei unbestimmten Artikeln fällt der Artikel weg.
➡️ Ich sehe eine Katze. → Ich sehe Katzen.
Die vier Fälle bei Nomen
In einem Satz können Nomen verschiedene Rollen haben. Damit du weißt, welche Rolle ein Nomen hat, gibt es vier Fälle: Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. Jeder Fall hat eine eigene Frage.
1. Nominativ — Wer oder was?
Steht ein Nomen im Nominativ, ist es das Subjekt im Satz.
➡️Beispiel: Der Hund läuft. → Wer läuft?
2. Genitiv — Wessen?
Im Genitiv zeigt das Nomen, wem etwas gehört.
➡️Beispiel: Das Haus des Mannes ist groß. → Wessen Haus?
3. Dativ — Wem?
Im Dativ ist das Nomen das indirekte Objekt. Es ist also von einer Handlung betroffen.
➡️Beispiel: Ich helfe dem Kind. → Wem helfe ich?
4. Akkusativ — Wen oder was?
Steht das Nomen im Akkusativ, ist es das direkte Objekt — also das, worauf sich die Handlung richtet.
➡️Beispiel: Ich sehe die Katze. → Wen sehe ich?
Wichtig: Der Artikel vor einem Nomen sieht anders aus, je nachdem, in welchem Fall das Nomen steht. Das siehst du zum Beispiel im Genitiv. „Der Mann“ wird hier zu „des Mannes“. Der Fachbegriff dafür ist deklinieren.
Zusammengesetzte Nomen
Du kannst sogar aus zwei oder mehreren Wörtern ein neues Nomen zusammensetzen. So ein zusammengesetztes Nomen kannst du auf drei Weisen bilden:
-
Nomen + Nomen
➡️ das Haus + die Tür = die Haustür -
Adjektiv + Nomen
➡️alt + das Papier = das Altpapier -
Verb + Nomen
➡️klettern + der Wald = der Kletterwald
Was du bei zusammengesetzten Nomen noch beachten musst, erfährst du in unserem Beitrag dazu!