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In diesem Beitrag und im Video erfährst du, wie du alle Satzarten im Deutschen erkennst und woran du sie unterscheidest.

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Inhaltsübersicht

Wie erkennst du die Satzarten?

Satzarten sind Kategorien von Sätzen, die sich in ihrer Funktion, Absicht und Form unterscheiden. Mit ihnen kannst du ausdrücken, ob du etwas forderst, fragst, feststellst oder ausrufst. Im Deutschen gibt es fünf verschiedene Satzarten:

  • Aussagesatz (stellt fest/erzählt)
  • Fragesatz (fragt nach Information)
  • Aufforderungssatz (lässt handeln / bitten / befehlen)
  • Wunschsatz (drückt Wunsch oder Hoffnung aus)
  • Ausrufesatz (zeigt starke Gefühle)

Im Schriftlichen erkennst du die Satzart an zwei Dingen:
→ am Satzschlusszeichen (Punkt, Fragezeichen oder Ausrufezeichen)
→ an der Stellung des Verbs

Beim Sprechen hilft dir außerdem die Betonung, also die Intonation, dabei die Satzart sicher zu erkennen.

Wie das für die einzelnen Satzarten funktioniert, siehst du im Folgenden.

Wie erkennst du den Aussagesatz? (Deklarativsatz)

Der Aussagesatz, auch Deklarativsatz genannt, ist die häufigste Satzart. Deklarativsatz kommt vom lateinischen Wort declarare, was erklären bedeutet. Mit ihm stellst du Dinge fest oder beschreibst diese. 

Im Schriftlichen erkennst du ihn an zwei Merkmalen:
Punkt am Satzende
Verb an zweiter Stelle im Satz

Beim Sprechen fällt die Betonung am Satzende ab.↘️

Beispiele:

  • Die Katze schläft auf dem Sofa.
  • Morgen haben wir eine Deutscharbeit.
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich

Wie erkennst du den Fragesatz? (Interrogativsatz)

Mit Hilfe von Fragesätzen oder Interrogativsätzen, kannst du Informationen von deinem Gegenüber erfragen.

Im Schriftlichen erkennst du sie immer am Fragezeichen am Satzende. An welcher Stelle das Verb steht und wie du den Satz betonst, hängt von der Art des Fragesatzes ab. Hier gibt es zwei Typen: 

1. Entscheidungsfragen:
Bei der Entscheidungsfrage steht das Verb direkt an erster Stelle. Es gibt kein Fragewort. Die Antwort auf eine Entscheidungsfrage ist immer entweder Ja oder Nein. Beim Sprechen steigt die Betonung am Ende an. ↗️

Beispiele:

  • Kommst du heute zur Schule? 
  • Hat sie ihre Hausaufgaben vergessen?

2. Ergänzungsfragen
Die Ergänzungsfrage erkennst du sofort am W-Wort am Satzanfang. Du kannst nicht mit Ja oder Nein auf die Frage antworten. Hier siehst du typische W-Wörter und wonach sie fragen:
→ wer, was (nach Personen oder Dingen)
wann, wo, wie (nach Zeit, Ort oder Art)
warum, wozu (nach Gründen)

Nach dem W-Wort folgt direkt das Verb, also an zweiter Stelle.
Beim Sprechen fällt die Betonung am Ende eher ab.↘️

Beispiele:

  • Wann beginnt der Unterricht?
  • Wo hast du meine Jacke hingelegt?

Wie erkennst du den Aufforderungssatz? (Imperativsatz)

Mit einem Aufforderungssatz (Imperativsatz) bringst du jemanden dazu, etwas zu tun. Das kann eine Bitte, eine Anleitung oder ein Befehl sein. 

Die typischen Merkmale im Schriftlichen:
Ausrufezeichen am Satzende
Verb an erster Stellein der Befehlsform (Imperativ)

Beim Sprechen fällt die Betonung am Ende eher ab. ↘️

Beispiel mit Befehlsform:

  • Räum dein Zimmer auf!

Nicht jeder Aufforderungssatz verwendet jedoch die Befehlsform. Manchmal sieht ein Aufforderungssatz aus wie ein normaler Aussagesatz mit dem Verb an zweiter Stelle. Entscheidend ist dann die beabsichtigte Wirkung — und zwar dass jemand etwas tun soll. 

Beispiel ohne Befehlsform:

  • Du gehst jetzt sofort ins Bett!

Tipp: Je nach dem wie dringlich deine Bitte oder dein Befehl ist, verkürzen sich die Sätze. Während „Schau einmal bitte her!“ noch wenig Dringlichkeit ausdrückt, ist „Schau!“ deutlich fordernder.

Wie erkennst du den Wunschsatz? (Desiderativsatz)

Ein Wunschsatz oder Desiderativsatz drückt einen Wunsch oder eine Hoffnung aus. Du richtest dich dabei meistens nicht direkt an eine Person. 

Das wichtigste Erkennungsmerkmal ist die Verbform. Wunschsätze nutzen häufig den Konjunktiv II (Möglichkeitsform). Das bedeutet: Das Verb zeigt, dass etwas nicht real ist, sondern nur gewünscht wird. Typische Konjunktiv-II-Formen sind zum Beispiel wäre, hätte oder könnte

Es gibt zwei typische Muster:

Muster Merkmal Beispielsatz
Ohne Einleitung Verb steht an zweiter Stelle Ich wünschte, du wärst hier.
Einleitung mit „wenn“ Verb steht am Satzende Wenn ich doch mehr Zeit hätte!

Wichtig: Ist der Wunsch sehr dringlich und intensiv, benutzt du ein Ausrufezeichen. Bei „ruhigeren“ Wünschen reicht der Punkt

Wie erkennst du den Ausrufesatz? (Exklamativsatz)

Mit einem Ausrufesatz drückst du starke oder spontane Gefühle aus, zum Beispiel Freude, Ärger oder Verwunderung. Ein Ausrufesatz muss kein vollständiger Satz sein. Oft reicht ein einzelnes Wort oder eine kurze Wortgruppe, um ein Gefühl auszudrücken.

Im Schriftlichen erkennst du Ausrufesätze an diesen Merkmalen:
Ausrufezeichen am Satzende
Verb an zweiter Stelle (bei verkürzten Ausrufen kein Verb)

Die Form ähnelt einem Aussagesatz. Du musst beim Erkennen also auf die Funktion des Satzes achten. 

Beispiele:

  • Das ist ja unglaublich!
  • Was für ein toller Tag!
Frage oder Ausruf?

Manche Sätze sehen in der Form aus wie Fragen, sind aber eigentlich Ausrufe. Der Unterschied liegt darin, dass eine Frage eine Antwort will. Ein frageförmiger Ausruf drückt ein Gefühl aus.

 Beispiele
➡️ Ist das nicht toll! → Frageförmiger Ausruf (Begeisterung, keine Antwort erwartet)
➡️ Ist das toll? → Echte Entscheidungsfrage (erwartet Ja oder Nein)

Zusammenfassung — Satzarten

Jetzt kennst du alle Satzarten und ihre Formen. Um über alle nochmal einen Überblick zu kriegen, siehst du hier eine Zusammenfassung:

Tabelle mit fünf Satzarten und ihren Merkmalen. Die erste Zeile zeigt den Aussagesatz oder Deklarativsatz. Seine Funktion ist, etwas festzustellen oder zu beschreiben. Er endet mit einem Punkt, das Verb steht an zweiter Stelle. Beispiel: „Du kommst heute zu mir.“ Die zweite Zeile zeigt den Fragesatz. Er dient dazu, Informationen zu erfragen. Er endet mit einem Fragezeichen, das Verb steht an erster Stelle oder nach einem W-Wort an zweiter Stelle. Beispiel: „Kommst du heute zu mir?“ Die dritte Zeile zeigt den Aufforderungssatz. Er fordert auf, bittet oder befiehlt. Er endet meist mit einem Ausrufezeichen, das Verb steht an erster Stelle in der Befehlsform. Beispiel: „Komm heute zu mir!“ Die vierte Zeile zeigt den Wunschsatz. Er drückt einen Wunsch oder eine Hoffnung aus. Er endet mit Punkt oder Ausrufezeichen, das Verb steht meist an zweiter Stelle oder am Satzende. Beispiel: „Wenn du heute doch zu mir kommen würdest!“ Die fünfte Zeile zeigt den Ausrufesatz. Er drückt starke Gefühle oder Überraschung aus. Er endet meist mit einem Ausrufezeichen, das Verb steht meist an zweiter Stelle. Beispiel: „Du kommst heute zu mir!“
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Zusammenfassung – Satzarten

Nebensatzarten

Du kennst jetzt alle fünf Satzarten und ihre Erkennungsmerkmale. Doch Sätze bestehen oft aus mehreren Teilen, zum Beispiel den Nebensätzen. Wie Haupt- und Nebensätze zusammenhängen und welche Nebensatzarten es gibt, erfährst du in diesem Beitrag!

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