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Relativpronomen

Was Relativpronomen sind und wie du den richtigen Kasus bestimmst, erfährst du hier und im Video.

Inhaltsübersicht

Was sind Relativpronomen?

Relativpronomen leiten Nebensätze ein und beziehen sich auf ein Nomen im Hauptsatz (Bezugswort). Dieser Nebensatz wird Relativsatz genannt. Er beschreibt das Nomen im Hauptsatz genauer und liefert zusätzliche Informationen.

➡️ Beispiel:

  • Das ist die Kollegin, die morgen präsentiert.
  • Ich suche den Bericht, den du geschrieben hast.

Das Relativpronomen muss an Genus (Maskulin, Feminin, Neutrum) und Numerus (Singular, Plural) des Bezugsworts angepasst werden. Der Kasus (Fall) des Relativpronomens hängt davon ab, welche Aufgabe es im Relativsatz hat — also zum Beispiel, ob es ein Subjekt oder Objekt ist.

Hier hast du alle Formen der Relativpronomen auf einen Blick:

Kasus Maskulin Feminin Neutrum Plural
Nominativ der die das die
Akkusativ den die das die
Dativ dem der dem denen
Genitiv dessen deren dessen deren

Wie bestimmst du das richtige Relativpronomen?

Um das richtige Relativpronomen zu wählen, brauchst du den Kasus (Fall) des Nomens. Du bestimmst ihn in drei Schritten:

  1. Schritt: Bezugswort bestimmen
  2. Schritt: Kasus des Relativpronomens bestimmen
  3. Schritt: richtige Form aus der Tabelle wählen

Schauen wir uns die drei Schritte an einem Beispielsatz genauer an:

„Das ist die Kollegin. Ihr habe ich die Unterlagen geschickt.“

Schritt 1: Finde das Nomen im Hauptsatz, auf das sich der Relativsatz bezieht. Sein Genus (Geschlecht) und Numerus (Singular oder Plural) übernimmt das Relativpronomen direkt.

„die Kollegin“ → feminin, Singular

Schritt 2: Bestimme nun den Fall des Relativpronomens im Nebensatz. Stelle dazu im Nebensatz die passende Kasus-Frage:

Wem habe ich die Unterlagen geschickt? → Der Kollegin → Dativ

Schritt 3: Kombiniere Genus und Numerus aus Schritt 1 mit dem Kasus aus Schritt 2. Schaue in der Tabelle nach dem passenden Relativpronomen.

Feminin + Singular + Dativ → der → „Das ist die Kollegin, der ich die Unterlagen geschickt habe.“

Wichtig: Das Relativpronomen steht immer direkt nach dem Komma.

Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich

Relativsätze mit dem Nominativ

Das Relativpronomen steht im Nominativ, wenn es das Subjekt des Relativsatzes ist. Es antwortet dann auf die Frage Wer oder was?

Die Formen im Nominativ sind:

Maskulin Feminin Neutrum Plural
der die das die

➡️ Beispiele:

  • Das ist der Kollege. Er hält morgen die Präsentation.
    → Bezugswort: „der Kollege“ (maskulin, Singular) | Wer hält eine Präsentation?
    → Das ist der Kollege, der morgen die Präsentation hält.
      
  • Wir suchen Mitarbeiter. Sie haben Erfahrung im Projektmanagement.
    → Bezugswort: „Mitarbeiter“ (Plural) | Wer hat Erfahrung?
    → Wir suchen Mitarbeiter, die Erfahrung im Projektmanagement haben.

Wichtig: Wie bei allen Relativsätzen steht das Verb am Ende und der Relativsatz wird durch Kommas abgetrennt.

Relativsätze mit dem Akkusativ

Das Relativpronomen steht im Akkusativ, wenn es das direkte Objekt im Relativsatz ist — also die Person oder Sache, mit der etwas geschieht. Es antwortet dann auf die Frage Wen oder was?

Die Formen im Akkusativ sind:

Maskulin Feminin Neutrum Plural
den die das die

Wichtig: Bei Feminin, Neutrum und Plural sehen Nominativ und Akkusativ gleich aus. Deshalb solltest du in diesen Fällen immer die Leitfrage stellen.

➡️ Beispiele: 

  • Ich habe die Kollegin angerufen. Du hast sie mir empfohlen.
    → Bezugswort: „die Kollegin“ (feminin, Singular) | Wen hast du mir empfohlen?
    Ich habe die Kollegin angerufen, die du mir empfohlen hast. 
      
  • Das Formular liegt auf dem Tisch. Du hast es ausgefüllt.
    → Bezugswort: „das Formular“ (neutrum, Singular) | Was hast du ausgefüllt?
    Das Formular, das du ausgefüllt hast, liegt auf dem Tisch

Relativsätze mit dem Dativ

Das Relativpronomen steht im Dativ, wenn es ein indirektes Objekt ist, wenn das Verb einen Dativ verlangt oder wenn eine Dativpräposition dasteht. Die Leitfrage lautet Wem?

Die Formen im Dativ sind:

Maskulin Feminin Neutrum Plural
dem der dem denen

➡️ Beispiele:

  • Ich schreibe der Kollegin eine E-Mail. Ich habe ihr die Aufgabe übertragen.
    → Bezugswort: „die Kollegin“ (feminin, Singular) | Wem wurde die Aufgabe übertragen?
    Ich schreibe der Kollegin, der ich die Aufgabe übertragen habe, eine E-Mail.
     
      
  • Die Mitarbeiter sind noch nicht erreichbar. Ich habe ihnen den Bericht geschickt.
    → Bezugswort: „die Mitarbeiter“ (Plural) | Wem wurde der Bericht geschickt? 
    Die Mitarbeiter, denen ich den Bericht geschickt habe, sind noch nicht erreichbar.

Manche Verben verlangen immer den Dativ — zum Beispiel helfen, danken oder gehören. Auch dann steht das Relativpronomen im Dativ:

  • Das ist die Assistentin, der ich für ihre Hilfe gedankt habe.
  • Das ist das Dokument, dem du entnehmen kannst, wer zuständig ist.

Relativsätze mit dem Genitiv

Den Genitiv verwendest du im Relativsatz, wenn das Relativpronomen ausdrückt, dass etwas zu einer Person oder Sache gehört. Du erkennst den Genitiv an der Frage Wessen?

Die Formen im Genitiv sind:

Maskulin Feminin Neutrum Plural
dessen deren dessen deren

➡️ Beispiele:

  • Das ist der Kollege. Sein Bericht ist heute eingegangen.
    → Bezugswort: „der Kollege“ (maskulin, Singular) | Wessen Bericht ist eingegangen?
    Das ist der Kollege, dessen Bericht heute eingegangen ist.
     
     
  • Die Mitarbeiter erhalten eine Nachricht. Ihre Verträge wurden verlängert.
    → Bezugswort: „die Mitarbeiter“ (Plural) | Wessen Verträge wurden verlängert?
    Die Mitarbeiter, deren Verträge verlängert wurden, erhalten eine Nachricht.

Wichtig: Wenn du im Relativsatz das Wort „sein“ oder „ihr“ einsetzen könntest, um die Zugehörigkeit zu beschreiben, brauchst du den Genitiv.

Im Alltag hörst du auch oft „der Kollege, von dem der Bericht kam“, also den Dativ. In Prüfungen ist der Genitiv jedoch die erwartete Form. Er klingt formeller und präziser.

Wie funktionieren Präpositionen im Relativsatz?

Eine Präposition im Relativsatz steht direkt vor dem Relativpronomen. Sie bestimmt den Kasus des Relativpronomens. Das Relativpronomen selbst folgt danach wie gewohnt den drei Schritten aus dem vorherigen Abschnitt — Genus und Numerus kommen vom Bezugswort, der Kasus kommt von der Präposition.

➡️ Beispiele:

  • Das ist der Tisch. Auf ihn habe ich die Unterlagen gelegt.
    → Bezugswort: „der Tisch“ (maskulin, Singular) | Präposition: „auf“ (Akkusativ)
    → Das ist der Tisch, auf den ich die Unterlagen gelegt habe
    .
     
  • Das ist der Tisch. Auf ihm liegen die Unterlagen.
    → Bezugswort: „der Tisch“ (maskulin, Singular) | Präposition: „auf“ (Dativ)
    → Das ist der Tisch, auf dem die Unterlagen liegen

Falls du dir bei einer Präposition unsicher bist, frage dich, welchen Kasus sie im normalen Satz verlangt. „Auf“ kann je nach Bedeutung Akkusativ oder Dativ fordern. „Mit“ verlangt immer Dativ. „Für“ verlangt immer Akkusativ. Diese Regel gilt im Relativsatz genauso.

Wichtig: Nach „dessen“ oder „deren“ folgt im Genitiv kein Artikel, sondern direkt das Nomen. Beispiel: Das ist mein neuer Mitschüler, von dessen Intelligenz wir alle überzeugt sind.

Welche Alternativen zu der/die/das?

Bisher hast du gesehen, wie du mit der/die/das Relativsätze bildest. Diese Formen decken den Großteil aller Fälle ab. Es gibt jedoch Situationen, in denen du sie nicht verwenden kannst.

Wann verwendest du „was“ im Relativsatz?

Du verwendest „was“ in zwei Situationen:

1. Das Bezugswort ist ein Pronomen oder ein substantivierter Superlativ

Manche Bezugswörter sind keine konkreten Nomen. Nach diesen Wörtern steht immer „was“:

➡️ Beispiele:

  •  Er hat mir etwas erklärt. Das hatte ich noch nicht verstanden.
    → Bezugswort: „etwas“ (Indefinitpronomen)
    → Er hat mir etwas erklärt, was ich noch nicht verstanden hatte.

2. Der Relativsatz bezieht sich auf einen ganzen Sachverhalt

Manchmal bezieht sich der Relativsatz nicht auf ein einzelnes Wort im Hauptsatz, sondern auf den gesamten Inhalt des Hauptsatzes. Auch dann verwendest du „was“:

  • Er hat den Bericht rechtzeitig eingereicht. Das hat mich sehr gefreut.
    → Bezugswort: der gesamte Sachverhalt (= dass er den Bericht rechtzeitig eingereicht hat)
    → Er hat den Bericht rechtzeitig eingereicht, was mich sehr gefreut hat.

Wann wo/wohin oder wo(r)‑Formen im Relativsatz?

„Wo“ und „wohin“ verwendest du, wenn dein Nomen einen Ort oder ein Ziel beschreibt:

  • Das ist die Stadt. In der bin ich aufgewachsen.
    → Bezugswort: „die Stadt“ (Ort)
    → Das ist die Stadt, wo ich aufgewachsen bin.
     
  • Das ist das Büro. Hier fahre ich jeden Morgen hin.
    → Bezugswort: „das Büro“ (Ziel/Richtung)
    → Das ist das Büro, wohin ich jeden Morgen fahre.

Wenn eine Präposition erforderlich ist und der Bezug nicht auf ein einzelnes konkretes Nomen, sondern auf einen ganzen Sachverhalt zielt, verwendest du die wo(r)-Formen. Du schreibst dann wor- + Präposition oder wo- + Präposition, wenn die Präposition mit einem Konsonanten beginnt:

  • Er hat den Bericht rechtzeitig eingereicht. Darüber war ich sehr froh. → Bezug: gesamter Sachverhalt | Präposition „über“ → Er hat den Bericht rechtzeitig eingereicht, worüber ich sehr froh war.
     
  • Sie hat mir eine Aufgabe gegeben. Damit hatte ich noch keine Erfahrung. → Bezug: gesamter Sachverhalt | Präposition „mit“ → Sie hat mir eine Aufgabe gegeben, womit ich noch keine Erfahrung hatte.

Welcher/welche/welches oder der/die/das?

Du kannst Relativsätze auch mit welcher/welche/welches  einleiten. Diese Formen folgen denselben Genus- und Numerusregeln wie der/die/das. Der Unterschied liegt im Stil.

Der/die/das ist die Standardwahl in moderner Schriftsprache. In Prüfungen und in beruflichen Texten ist diese Form immer richtig.

Welcher/welche/welches wirkt etwas formeller. Du begegnest diesen Formen vor allem in offiziellen Dokumenten oder gehobener Schriftsprache.

➡️ Beispiel:

Mit der/die/das Mit welcher/welche/welches
Das ist der Kollege, der den Bericht geschrieben hat. Das ist der Kollege, welcher den Bericht geschrieben hat.
Das ist das Formular, das du ausfüllen musst. Das ist das Formular, welches du ausfüllen musst.

Beide Varianten sind korrekt. In den meisten Situationen ist der/die/das die sicherere Wahl.

Wichtig: Welcher/welche/welches hat keinen eigenen Genitiv. Du kannst also nicht „welches Bericht“ oder „welcher Agentur“ schreiben. Du verwendest stattdessen immer dessen oder deren.

Demonstrativpronomen

Es gibt auch Pronomen, die im Hauptsatz stehen und auf etwas Folgendes verweisen: die Demonstrativpronomen. Wie sie funktionieren und wie du sie von Relativpronomen unterscheidest, erfährst du in unserem Video dazu.

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