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Wer bekommt das Geschenk, wem gehört der Hund, und warum heißt es eigentlich „dem Lehrer“ und nicht „den Lehrer“? All diese Fragen beantwortet der Dativ. Was der Dativ ist und wie du ihn sicher anwendest, erfährst du hier!

Quiz zum Thema Dativ
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Inhaltsübersicht

Was ist der Dativ?

Der Dativ ist einer von vier Fällen im Deutschen. Mit ihm zeigst du, wem etwas gegeben wird, wem etwas gehört oder für wen etwas bestimmt ist. Auch einen Ort kannst du mit dem Dativ angeben. Um den Dativ zu erkennen, stellst du dir die Frage: Wem?

➡️ Beispiel

Die Tasche gehört dem Jungen.
Wem
gehört die Tasche? — dem Jungen
Paul ist bei seiner Schwester.
Bei wem ist Paul? — seiner Schwester

Der Dativ und die vier Fälle

Der Dativ ist der dritte Fall. Neben ihm gibt es noch drei weitere Fälle:

  1. Nominativ (Wer oder was?)
  2. Genitiv (Wessen?)
  3. Dativ (Wem?)
  4. Akkusativ (Wen oder was?)

Den Nominativ brauchst du immer für das Subjekt in einem Satz. Das Objekt kann hingegen in einer der drei anderen Fälle stehen: Genitiv, Dativ oder Akkusativ.

Wozu brauchst du den Dativ?

Der Dativ nimmt in einem Satz die Rolle des Objekts ein. Du sprichst beim Dativ auch vom „indirekten Objekt“. Denn er beschreibt meist den Empfänger einer Handlung — er ist also nur indirekt von der Handlung betroffen.

Das Dativobjekt ist daher meist eine Person. Je nach Satz kann sie verschiedene Rollen haben:

  • Empfänger: Max gibt seiner Schwester das Handy.
  • Besitzer: Der Rucksack gehört dem Jungen.
  • Wahrnehmende Person: Die Musik gefällt ihr nicht.
  • Betroffene Person: Tim hilft seinen Eltern beim Kochen.

Manchmal steht der Dativ sogar in Sätzen ohne klares Subjekt. Es gibt also keine handelnde Person. Das ist vor allem bei Gefühlen oder Zuständen der Fall. Zum Beispiel:

  • Ihr ist schlecht.
  • Seinem Bruder war langweilig.
Indirektes vs. direktes Objekt

Neben dem indirekten Dativobjekt, gibt es auch noch ein direktes Objekt. Das ist das Akkusativobjekt. Es heißt „direkt“, weil das Akkusativobjekt direkt von der Handlung betroffen ist.

Beispiel: Tom zeigt seiner Freundin das neue Spiel.
→ seiner Freundin = Dativobjekt, das neue Spiel = Akkusativobjekt

Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich

Wie drückst du den Dativ aus?

Um den Dativ auszudrücken, musst du die Wörter im Satz deklinieren.  Dadurch kannst du ihn von den anderen Fällen unterscheiden. Wortarten, die du an den Dativ anpassen musst, sind: Substantive,  Artikel,  Adjektive und Pronomen.

Substantive im Dativ

Substantive verändern sich im Dativ Singular kaum — sie sehen genau so aus wie im Nominativ. Im Dativ Plural sieht das anders aus: Hier bekommt das Nomen meistens ein -n am Ende — außer es endet schon auf -n oder -s.

➡️ Beispiel

Dativ Singular: Ich gebe dem Freund ein Buch.
→ Freund sieht im Singular fast aus wie im Nominativ.
Dativ Plural: Ich helfe den Freunden.
→ Im Plural bekommt das Nomen ein -n.

Artikel im Dativ

Die Artikel verändern sich im Dativ je nach Geschlecht und Anzahl.

Dativformen der bestimmten Artikel:

Geschlecht Dativ-Artikel Beispiel
maskulin dem Ich danke dem Lehrer.
feminin der Du sprichst mit der Nachbarin.
neutral dem Ihr fahrt mit dem Auto.
Plural den Die Kinder helfen den Nachbarn.

Dativformen der unbestimmten Artikel:

Geschlecht Dativ-Artikel Beispiel
maskulin einem Ich gehe zu einem Laden.
feminin einer Sie hilft einer Freundin.
neutral einem Wir arbeiten mit einem Kollegen.
Plural

Adjektive im Dativ

Adjektive im Dativ bekommen je nach Artikel und Pronomen davor eine bestimmte Endung. Du unterscheidest dabei zwischen schwacher, gemischter und starker Deklination.

Schwache Deklination (nach bestimmtem Artikel):

Geschlecht Adjektiv + Substantiv
maskulin dem netten Freund
feminin der kleinen Schwester
neutral dem lustigen Kind
Plural den freundlichen Nachbarn

Gemischte Deklination (nach unbestimmtem Artikel):

Genus Adjektiv + Substantiv
maskulin einem netten Freund
feminin einer kleinen Schwester
neutral einem lustigen Kind
Plural

Starke Deklination (ohne Artikel):

Genus Adjektiv + Substantiv
maskulin gutem Freund
feminin kleiner Schwester
neutral lustigem Kind
Plural freundlichen Nachbarn

Tipp: Wenn du ein Adjektiv im Dativ deklinieren musst, achte auf den Artikel davor. Daran erkennst du meist, welche Endung oder Form nötig ist. 

Pronomen im Dativ

Pronomen haben im Dativ eigene Formen. Je nach Art des Pronomens ändert sich die Form.

➡️ Beispiel

Kannst du mir helfen? (Personalpronomen)
Sie zieht sich eine Jacke an. (Reflexivpronomen)
Ich schenke meinem Vater etwas. (Possessivpronomen)
Mit diesem Buch arbeite ich. (Demonstrativpronomen)

Wortarten, die den Dativ verlangen

Bei einigen Wortarten im Deutschen brauchst du immer den Dativ. Dazu gehören bestimmte Verben, Präpositionen und Adjektive. So erkennst du leicht, ob du den Dativ verwenden musst oder nicht.

Verben mit Dativ

Manche Verben verlangen immer ein Dativobjekt, andere brauchen zusätzlich ein Akkusativobjekt — und bei wieder anderen ist das Dativobjekt optional.

1. Verben mit nur einem Dativobjekt
Diese Verben brauchen kein Akkusativobjekt, sondern nur ein Dativobjekt. Du nennst solche Verben daher auch intransitiv.

Typische Verben:
danken, folgen, helfen, gratulieren, gehören, zuhören, dienen, begegnen, absagen, drohen, verzeihen

➡️ Beispiel

Sie dankt ihrem Bruder.
Er folgt dem Hund.
Wir helfen unserer Lehrerin. 

2. Verben mit Dativ- und Akkusativobjekt
Manche Verben brauchen hingegen ein Dativ- und ein Akkusativobjekt. Du nennst solche Verben deshalb auch ditransitiv

Typische Verben:
geben, zeigen, bringen, erklären, empfehlen, leihen, sagen, mitteilen, nehmen, antworten, erzählen

➡️ Beispiel

Jana zeigt ihrer Schwester das Bild.
Tom erklärt dem Schüler den Satz. 
Ich gebe meinem Freund mein Heft. 

3. Freier Dativ
Es gibt aber auch Verben, die den Dativ gar nicht brauchen. Du kannst ihn aber zusätzlich verwenden, um zu zeigen, wer indirekt betroffen ist. 

➡️ Beispiel

Der Junge malt (seiner Tante) ein Bild.
Ich stelle (dem Gast) eine Tasse auf den Tisch.

Präpositionen mit Dativ

Bei den Präpositionen ist es ähnlich wie bei den Verben: Einige brauchen immer den Dativ — andere nur in bestimmten Bedeutungen oder Zusammenhängen. 

1. Präpositionen, die immer den Dativ verlangen
Diese Präpositionen fordern den Dativ — egal, in welchem Zusammenhang sie verwendet werden:

Typische Präpositionen mit Dativ:
ab, aus, außer, bei, gegenüber, mit, nach, seit, von, zu, zuliebe, zuwider, nebst, nächst, zunächst, zufolge

➡️ Beispiel

Sie ist bei ihrer Freundin.
Hast du mit deinem Bruder gesprochen?
Dem Bericht zufolge war das Experiment erfolgreich.

2. Präpositionen mit Dativ oder Akkusativ
Diese Präpositionen stehen je nach Bedeutung entweder mit dem Dativ oder dem Akkusativ. Den Dativ brauchst du, wenn eine feste Position beschrieben wird. Bei Bewegungen oder Richtungen benötigst du den Akkusativ. Welchen Fall du benutzt, kannst du daher mit den passenden Fragen herausfinden:

  • Dativ = Wo?
  • Akkusativ = Wohin? 

Typische Präpositionen:
an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen

Dativ (Wo?) Akkusativ (Wohin?)
Das Buch liegt auf dem Schreibtisch. Ich lege das Buch auf den Schreibtisch.
Der Ball liegt unter dem Sofa. Ich rolle den Ball unter das Sofa.
Wir stehen vor dem Kino. Wir gehen vor das Kino.

3. Präpositionen mit Dativ oder Genitiv
Einige Präpositionen können mit dem Dativ oder Genitiv stehen. Der Unterschied liegt im Ton: Mit dem Dativ klingen Sätze umgangssprachlicher und werden vor allem im Alltag oder im Plural verwendet. Mit dem Genitiv wirken sie gehobener und formeller. Das brauchst du z. B. in offiziellen Texten.

Typische Präpositionen:
dank, entgegen, entsprechend, gemäß, laut, nahe, trotz, während, wegen, zuzüglich, binnen, fern, mitsamt, samt, mangels

➡️ Beispiel

Trotz dem Regen war sie draußen. (Dativ)
Trotz des Regens war sie draußen. (Genitiv)
Gemäß den Regeln gilt Maskenpflicht. (Dativ)
Gemäß der Regeln gilt Maskenpflicht. (Genitiv)

Adjektive mit Dativ

Auch bestimmte Adjektive brauchen ein Dativobjekt. Dazu gehören: peinlich, bekannt, ähnlich, nützlich, wichtig, unangenehm 

➡️ Beispiel

Das war mir peinlich.

Besonderheiten des Dativs

Wenn du den Dativ bildest, gibt es ein paar Sachen zu beachten. Viele Substantive bekommen im Dativ-Plural zum Beispiel ein zusätzliches „‑n“ am Ende – aus „die Hunde“ wird „den Hunden“.

Bei Mengenangaben im Plural kannst du sowohl die Form mit als auch ohne „‑n“ benutzen. Beide Varianten bedeuten dasselbe.

➡️ Beispiel

Das Regal ist drei Meter(n) lang.
Die Lieferung wiegt zwei Zenter(n).

Eine weitere Besonderheit ist das sogenannte Dativ‑e. Dabei hängst du im Dativ Singular ein „‑e“ ans Ende des Substantivs.

➡️ Beispiel

Am Fuße des Hügels.
Zu Tode erschrecken.
Warnung vor dem Hunde.

Heute musst du das Dativ-e nicht mehr unbedingt benutzen, da es veraltet ist und im Alltag auch selten vorkommt. Du solltest es aber erkennen können, weil es in älteren Texten oder offiziellen Formulierungen noch verwendet wird.

Dativ — Zusammenfassung 

Die wichtigsten Infos zum Dativ und wie du ihn verwendest und deklinierst, haben wir hier nochmal zusammengefasst:

Das Bild zeigt die Regeln für den Dativ
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Dativ – Zusammenfassung

Übungsaufgaben — So sicherst du dein Wissen zum Dativ

Aufgabe 1: Lies dir die Sätze durch. Unterstreiche jeweils das Wort, das im Dativ steht.

  1. Meine Mutter schenkt meinem Bruder ein neues Handy. (meinem Bruder)

  2. Wir helfen der neuen Schülerin bei den Hausaufgaben. (der neuen Schülerin)

  3. Das Fahrrad gehört dem Jungen aus der Parallelklasse. (dem Jungen)

  4. Ich schreibe mit meinem Lieblingsstift. (meinem Lieblingsstift)

  5. Sie gibt ihm das Buch zurück. (ihm)

Tipp: Stell dir immer die Frage: Wem?

Aufgabe 2: Setze den passenden bestimmten Artikel im Dativ ein:

  1. Ich danke ___ Lehrer für die Hilfe. (dem)

  2. Der Kuchen schmeckt ___ Oma besonders gut. (der)

  3. Die Kinder laufen zu ___ Bus. (dem)

  4. Wir wohnen bei ___ Eltern meiner Freundin. (den)

  5. Ich erzähle ___ Nachbarn die Geschichte. (den)

Aufgabe 3: Welcher Satz passt zu welcher Regel? Ordne zu:

Satz Regel
a) Ich schenke meiner Schwester ein Buch. 1. Besitz anzeigen mit Dativ (e)
b) Er kommt aus dem Kino. 2. Adjektiv im Dativ (d)
c) Der Hund, dem ich gefolgt bin, war sehr schnell. 3. Verb mit Dativobjekt (a)
d) Ich arbeite mit einem netten Kollegen. 4. Relativsatz im Dativ (c)
e) Das Auto gehört dem Nachbarn. 5. Präpositionen mit Dativ (b)
Quiz zum Thema Dativ
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Genitiv oder Dativ?

Der Dativ ist dir jetzt vertrauter, aber was ist mit dem Genitiv? Wann du zwischen Genitiv und Dativ entscheiden musst und worauf du achten solltest, erfährst du in unserem Beitrag „Genitiv oder Dativ?“.

Zum Video: Genitiv oder Dativ

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