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1., 2., und 3. Vergangenheit — was war das noch gleich? Wir zeigen dir hier und im Video, wie du die Vergangenheitsformen in Deutsch richtig verwendest!

Inhaltsübersicht

Was sind die Vergangenheitsformen? — einfach erklärt

Möchtest du über Dinge sprechen, die schon passiert sind, brauchst du die Vergangenheitsformen

Im Deutschen gibt es drei Zeitformen, mit denen du über solche vergangenen Ereignisse sprichst: das Präteritum, das Perfekt und das Plusquamperfekt.

Die Grafik zeigt die deutschen Vergangenheitsformen Präteritum, Perfekt und Plusquamperfekt anhand des Beispiels „einen Kuchen backen“ mit den Sätzen „Wir backten einen Kuchen“, „Wir haben einen Kuchen gebacken“ und „Wir hatten einen Kuchen gebacken“.
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Vergangenheitsformen — Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt

Wann du welche Vergangenheitsform nutzt, schauen wir uns jetzt an.

Präteritum (1. Vergangenheit)

Das Präteritum brauchst du vor allem beim Schreiben — zum Beispiel in Zeitungsartikeln oder Geschichten. Daher nennst du diese Zeitform auch Schreibvergangenheit.

➡️ Beispiel:
Die Feuerwehr löschte den Brand innerhalb weniger Minuten und verhinderte Schlimmeres.
Goethe lebte von 1749 bis 1832.
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich

Perfekt (2. Vergangenheit)

Das Perfekt benutzt du meistens beim Erzählen. Deshalb heißt es auch Sprechvergangenheit.

➡️ Beispiel:
– „Ich habe mein Zimmer aufgeräumt.“
– „Lisa ist schnell nach Hause gelaufen.“

Plusquamperfekt

Mit dem Plusquamperfekt drückst du aus, dass etwas schon abgeschlossen war, bevor eine andere Sache passiert ist. Du springst also noch weiter in die Vergangenheit zurück.

➡️ Beispiel:
Bevor ich zur Schule ging, hatte ich meine Hausaufgaben gemacht.
Du hast die Hausaufgaben vor der Schule erledigt.
 
Als Mia ankam, war der Bus schon abgefahren.
Der Bus war vorher weg — Mia kam zu spät.

Tipp: Du erkennst meist an bestimmten Signalwörtern, dass du das Plusquamperfekt brauchst. Dazu gehören z. B. „bevor“, „nachdem“ und „als“.

Profi-Wissen: Präteritum vs. Perfekt

Du kannst Präteritum und Perfekt auch daran unterscheiden, wie nah das Ereignis noch an der Gegenwart dran ist.

  • Mit dem Präteritum beschreibst du abgeschlossene Dinge. Sie sind komplett vorbei und haben nichts mehr mit dem Jetzt zu tun.
  • Das Perfekt hingegen zeigt dir: Etwas ist zwar schon passiert, aber hat noch Einfluss auf jetzt.

Präteritum, Perfekt und Plusquamperfekt bilden

Jetzt weißt du, wann du welche Vergangenheitsform benutzt. Im nächsten Schritt schauen wir uns genauer an, wie du Präteritum, Perfekt und Plusquamperfekt bildest.

Präteritum

Bei den normalen Verben, also den sogenannten regelmäßigen Verben, bildest du das Präteritum immer gleich. Du nimmst den Wortstamm (z. B. „lern“) und setzt dann die passende Endung dahinter:

Person Endung Beispiel
ich -te ich lernte
du -test du lerntest
er/sie/es -te er/sie/es lernte
wir -ten wir lernten
ihr -tet ihr lerntet
sie -ten sie lernten

Es gibt aber auch besondere Verben, und zwar die unregelmäßigen Verben. Diese Verben verändern ihren Wortstamm im Präteritum. Bei ihnen kannst du also nicht einfach die Endungen anhängen. Hier siehst du ein paar Beispiele:

Unregelmäßiges Verb Präteritum
gehen ging
sehen sah
kommen kam
schreiben schrieb
essen

Tipp: Lerne die unregelmäßigen Verben und ihre Formen am besten auswendig.

Perfekt

Das Perfekt besteht immer aus zwei Teilen:

  1. Einer Form von „haben“ oder „sein“. Das sind deine Hilfsverben, die du an die Person anpasst
  2. Dem Partizip II. Das ist eine besondere Verbform. Du bildest sie normalerweise so: ge + Wortstamm + t
    ➡️Beispiel: machengemacht
Person Hilfsverb „haben“ Hilfsverb „sein“
ich ich habe gelernt ich bin gelaufen
du du hast gelernt du bist gelaufen
er/sie/es er/sie/es hat gelernt er/sie/es ist gelaufen
wir wir haben gelernt wir sind gelaufen
ihr ihr habt gelernt ihr seid gelaufen
sie sie haben gelernt sie sind gelaufen

Wichtig: Bei unregelmäßigen Verben sieht das Partizip II anders aus. Es endet meist auf „-en“ und der Wortstamm ändert sich. Das kommt aber nicht so häufig vor!
➡️ Beispiel: schreiben → geschrieben

Plusquamperfekt

Das Plusquamperfekt besteht wie das Perfekt aus zwei Teilen. Einem Hilfsverb (haben oder sein) und dem Partizip II des Hauptverbs. Der Unterschied: Das Hilfsverb steht im Präteritum.

Person Hilfsverb „haben“ Hilfsverb „sein“
ich ich hatte gelernt ich war gegangen
du du hattest gelernt du warst gegangen
er/sie/es er/sie/es hatte gelernt er/sie/es war gegangen
wir wir hatten gelernt wir waren gegangen
ihr ihr hattet gelernt ihr wart gegangen
sie sie hatten gelernt sie waren gegangen

Vergangenheitsformen — Zusammenfassung

Alle Regeln zu den drei Vergangenheitsformen Präteritum, Perfekt und Plusquamperfekt haben wir dir hier nochmal zusammengefasst:

Die Grafik zeigt die deutschen Vergangenheitsformen Präteritum, Perfekt und Plusquamperfekt mit ihren Verwendungen und Bildungsregeln sowie Beispielsätzen zu abgeschlossenen Handlungen, vergangenen Ereignissen und zeitlichen Abläufen in der Vergangenheit.
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Vergangenheitsformen – Zusammenfassung

Zeitformen Deutsch

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