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Was sind Indefinitpronomen und wie verwendest du sie richtig? Wir zeigen dir hier und im Video  alle wichtigen Formen und Regeln.

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Inhaltsübersicht

Was sind Indefinitpronomen?

Indefinitpronomen verwendest du für unbestimmte Personen (z. B. jemand/niemand, man) oder Dinge (z. B. etwas, nichts, alles)

➡️Beispiel:

  • Jemand klingelt an der Tür.
    Es ist nicht klar, wer genau an der Tür klingelt.

Im Satz ersetzen Indefinitpronomen dann ein Nomen oder einen Artikel vor dem Nomen

➡️Beispiele: 

  • Etwas liegt auf dem Tisch.
    → Ersetzt ein Nomen
  • Manche Kinder spielen draußen. 
    → Ersetzt einen Artikel

Du unterscheidest zwischen deklinierbaren und nicht deklinierbaren Indefinitpronomen. Das schauen wir uns jetzt genauer an. 

Deklinierbare Indefinitpronomen

Die Indefinitpronomen jemand/niemand, man, welch-, alle, jede-, einige/manche, mehrere, ein/kein, beide und beides werden dekliniert. Das bedeutet, dass du sie im Kasus (Fall), Numerus (Anzahl) und Genus (Gattung) anpassen musst. 

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Jemand/niemand

Jemand bedeutet „irgendeine Person“ und niemand „keine Person.“ Beide stehen immer im Singular.

So deklinierst du jemand und niemand: 

Kasus jemand niemand
Nominativ jemand niemand
Dativ jemandem niemandem
Akkusativ jemanden niemanden

➡️Beispiele:

  • Kommt jemand mit? – Nein, niemand kommt mit. (Nominativ)
  • Gehört das jemandem? – Nein, das gehört niemandem. (Dativ)
  • Suchst du jemanden? – Nein, ich suche niemanden. (Akkusativ)

Hinweis: Bei jemand und niemand verwendest du den Genitiv in der Regel nicht. Stattdessen kannst du zum Beispiel „von jemandem“ sagen.

Irgend-

Wenn du ein irgend- vor das jemand setzt, betonst du noch mehr, dass eine Person unbestimmt ist. Zum Beispiel wenn du nicht weißt, wer gemeint ist und es auch nicht wichtig ist. 

Beispiel: Irgendjemand hat angerufen.

Man

Das Pronomen man verwendest du, wenn du allgemein über Personen sprichst, ohne jemanden Bestimmtes zu nennen. Es kann sich dabei auf eine oder mehrere Personen beziehen. Man steht immer im Singular.

So deklinierst du man:

Fall Form
Nominativ man
Dativ einem
Akkusativ einen

➡️Beispiele:

  • Man isst jeden Tag. (Nominativ)
  • Das passiert einem oft. (Dativ)
  • Das macht einen müde. (Akkusativ)

Hinweis: Die Genitivform von man gibt es nicht. Statt dem Genitiv sagst du lieber „von einem“.

Welch- Formen

Mit welch- kannst du unbestimmte Sachen oder Mengen ausdrücken. Es bedeutet ungefähr „etwas“, „einige“ oder „ein wenig“ und wird anstatt eines Nomens verwendet. 

So deklinierst du welch- : 

Kasus maskulin neutral feminin/Plural
Nominativ  welcher welches welche
Akkusativ welchen welches welche

➡️Beispiel:

  • Ist noch Brot da? – Ja, da ist welches. (Nominativ)
  • Möchtest du Kaffee? – Ja, ich möchte welchen. (Akkusativ)

Hinweis: Der Dativ und der Genitiv werden bei welch- in der Regel nicht verwendet, du solltest lieber versuchen diese Formen zu vermeiden.

Alle

Mit alle sprichst du über mehrere Personen oder Dinge. Du verwendest es als Stellvertreter für ein Nomen oder für einen Artikel

So deklinierst du alle:

Kasus  maskulin feminin neutral Plural
Nominativ aller alle alles alle
Genitiv allen aller allen aller
Dativ allem aller allem allen
Akkusativ allen alle alles alle

➡️Beispiele:

  • Alles ist bereit. (Nominativ)
  • Die Namen aller Schüler stehen auf der Liste. (Genitiv)
  • Ich spreche mit allen Leuten. (Dativ)
  • Sie kennt alle. (Akkusativ)

Jede

Auch jede kannst du für Personen und Dinge verwenden. Es spricht alle Teile oder Mitglieder einer Gruppe an. Du verwendest jede als Artikel oder als Stellvertreter für ein Nomen. Jede steht nur im Singular.

So deklinierst du jede:

Kasus maskulin neutral  feminin
Nominativ jeder jedes jede
Genitiv jedes jedes jeder
Dativ jedem jedem jeder
Akkusativ jeden jedes jede

➡️Beispiele:

  • Jeder bekommt ein Heft. (Nominativ)
  • Ich kenne den Namen jedes Einzelnen. (Genitiv)
  • Ich helfe jedem. (Dativ)
  • Ich kenne jeden. (Akkusativ)

Einige/manche 

Einige und manche sind Synonyme, sie bedeuten also das gleiche. Sie drücken eine unbestimmte Menge von Personen oder Dingen aus. Du nutzt sie als Stellvertreter für ein Nomen oder für einen Artikel

Einige:

So deklinierst du einige:

Kasus maskulin neutral feminin  Plural
Nominativ einiger einiges einige einige
Genitiv einigen einigen einiger einiger
Dativ einigem einigem einiger einigen
Akkusativ einigen einiges einige einige

➡️Beispiele:

  • Einige Zeit ist vergangen. (Nominativ)
  • Die Ideen einiger waren sehr gut. (Genitiv)
  • Ich habe mit einigen gesprochen. (Dativ)
  • Ich habe einiges gelernt. (Akkusativ)

Manche:

So deklinierst du manche:

Kasus maskulin neutral feminin  Plural
Nominativ mancher manches manche manche
Genitiv manches manches mancher mancher
Dativ manchem manchem mancher manchen
Akkusativ manchen manches manche manche

➡️Beispiele:

  • Mancher Tag ist anstrengend. (Nominativ)
  • Die Meinung mancher war überraschend. (Genitiv)
  • Ich habe mit manchen geredet. (Dativ)
  • Sie hat manches erlebt. (Akkusativ)

Mehrere

Das Pronomen mehrere beschreibt eine unbestimmte Menge von Personen und Dingen.  Es steht immer im Plural anstelle eines Nomens oder eines Artikels

So wird es dekliniert:

Kasus Form
Nominativ mehrere
Genitiv mehrerer
Dativ mehreren
Akkusativ mehrere

➡️Beispiele:

  • Mehrere Kinder spielen draußen. (Nominativ)
  • Die Namen mehrerer fehlen auf der Liste. (Genitiv)
  • Er hat mehreren geholfen. (Dativ)
  • Sie hat mehrere eingeladen. (Akkusativ)

Ein/kein

Ein- und kein- benutzt du für einzelne, zählbare Dinge oder Personen. Beide verwendest du als Stellvertreter für ein Nomen oder für einen Artikel.

Ein-:

Ein- bedeutet, dass etwas oder jemand da ist.

So deklinierst du ein-: 

Kasus maskulin feminin neutral Plural
Nominativ einer eine eins welche
Genitiv eines einer eines welcher
Dativ einem einer einem welchen
Akkusativ einen eine eins welche

➡️Beispiele:

  • Einer wartet vor der Tür. (Nominativ)
  • Das Fahrrad eines Lehrers steht vor der Schule. (Genitiv)
  • Sie hat mit einer Freundin gesprochen. (Dativ)
  • Ich habe einen gefunden. (Akkusativ)

Kein-:

Kein- drückt aus, dass etwas oder jemand fehlt.

So deklinierst du kein-:

Kasus maskulin feminin neutral Plural
Nominativ keiner keine keins keine
Genitiv keines keiner keines keiner
Dativ keinem keiner keinem keinen
Akkusativ keinen keine keins keine

➡️Beispiele:

  • Kein Schüler kommt heute. (Nominativ)
  • Das Fahrrad keines Schülers steht hier. (Genitiv)
  • Sie spricht mit keinem. (Dativ)
  • Ich kenne keinen. (Akkusativ)

Beide

Für genau zwei zählbare Dinge oder Personen benutzt du beide. Deshalb steht es immer im Plural. Es kann ein Stellvertreter für ein Nomen oder einen Artikel sein.

So deklinierst du es:

Fall Form
Nominativ beide
Genitiv beider
Dativ beiden
Akkusativ beide

➡️Beispiele:

  • Beide Kinder spielen draußen. (Nominativ)
  • Die Fahrräder beider Schüler stehen vor der Schule. (Genitiv)
  • Sie hilft beiden. (Dativ)
  • Ich kenne beide. (Akkusativ)

Beides

Mit beides kannst du zwei Optionen von Dingen als Ganzes ausdrücken. Es steht ebenfalls im Plural, wird aber nur als Stellvertreter für Nomen genutzt.

So deklinierst du es:

Fall Form
Nominativ beides
Dativ beidem
Akkusativ beides

➡️Beispiele:

  • Beides ist möglich. (Nominativ)
  • Mit beidem bin ich zufrieden. (Dativ)
  • Ich mag beides. (Akkusativ)

Hinweis: Der Genitiv wird in der Regel nicht verwendet. Stattdessen wird der Satz meist anders formuliert, sodass kein Genitiv nötig ist.

Nicht deklinierbare Indefinitpronomen

Einige Pronomen sind nicht veränderbar und werden nicht dekliniert. Das gilt für etwas, nichts und alles.

Etwas

Für eine unbestimmte Sache nutzt du etwas. Du kannst es an die Stelle eines Nomens setzen oder an die Stelle eines Artikels.

➡️Beispiele:

  • Etwas fehlt. 
  • Ich möchte etwas essen. 
  • Etwas Zeit brauche ich noch. 
  • Wir kaufen etwas Brot
Irgend- 

Wenn du ein irgend- vor das etwas setzt, betonst du noch mehr, dass eine Sache unbestimmt ist. Zum Beispiel wenn du nicht weißt, was gemeint ist.

  • Beispiel: Ich habe irgendetwas gehört.

Nichts

Das Pronomen Nichts ist eine Verneinung von etwas und meint „keine Sache“. Auch nichts verwendest du für Nomen oder Artikel .

➡️Beispiele:

  • Nichts fehlt. 
  • Ich habe nichts gehört.
  • Heute ist nichts Spannendes passiert.
  • Du hast nichts Wichtiges verpasst.

Alles

Mit alles drückst du eine Gesamtheit aus. Du verwendest es nur anstelle eines Nomens.

➡️Beispiele:

  • Alles hat geklappt.
  • Sie hat alles gegessen. 
  • Alles ist gut. 

Welche Nachbezüge passen zu Indefinitpronomen? 

Du kannst eine Person oder Sache zuerst mit einem Indefinitpronomen nennen und später mit einem anderen Pronomen wieder auf sie verweisen. Das nennst du Nachbezug.

Hier siehst du, welche Nachbezüge du jeweils wählst:

Indefinitpronomen Personalpronomen Possessivpronomen Relativpronomen  
jemand, niemand, jeder er sein der
jede sie ihr die
alle, beide, einige, manche, mehrere sie ihr die
etwas, nichts, alles, einiges, manches es sein was
man man sein

➡️Beispiele:

  • Jemand hat angerufen, aber er hat keine Nachricht hinterlassen. (Personalpronomen)
  • Jeder hat einen Platz und seiner ist dort vorne. (Possessivpronomen)
  • Jeder, der mitmachen möchte, kann sich anmelden. (Relativpronomen)

Auch ein Reflexivpronomen  kann auf ein Indefinitpronomen zurückverweisen. Bei jemand, niemand, jeder, jede, alle und man lautet es sich.

➡️Beispiele:

  • Jeder kümmert sich um seine Aufgaben.
  • Niemand hat sich beschwert.

Pronomen verstehen

Indefinitpronomen gehören zu den Pronomen und sind ein wichtiger Teil der deutschen Grammatik. Wer sich mit Pronomen beschäftigt, ordnet Wörter nach ihrem Bezug auf Personen, Sachen oder Mengen. So wird klar, wie Wörter im Satz zusammenpassen und welche Form zu Zahl, Fall und Aussage passt. Im Deutschbereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.

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