Wann setzt du ein Komma und wann nicht? In diesem Beitrag und im Video zeigen wir dir die 7 Kommaregeln mit praktischen Beispielen.
Inhaltsübersicht
Kommas richtig setzen mit Kommaregeln
Das Komma trennt Satzteile voneinander ab und macht deine Sätze klarer. Es zeigt dir, wo du beim Lesen eine Pause machst und wie ein Satz gemeint ist.
➡️ Beispiel:
- Anna erbt das Auto, nicht aber ihr Bruder.
-
Anna erbt das Auto nicht, aber ihr Bruder.
→ Je nachdem wo du das Komma setzt, ändert sich die Bedeutung des Satzes.
Die Entscheidung, wann du ein Komma setzen musst, ist manchmal gar nicht so einfach. Kommaregeln helfen dir dabei. Wir zeigen dir jetzt sieben wichtigsten Kommaregeln.
1. Kommaregel: Komma bei Aufzählungen
Reihst du gleichrangige Wörter, Wortgruppen oder ganze Sätze aneinander, trennst du sie mit Kommas. Gleichrangig bedeutet, dass die Wörter die gleiche Funktion oder Bedeutung im Satz haben. Steht vor dem letzten Glied der Aufzählung „und“, „oder“, „sowie“, lässt du das Komma weg.
➡️ Beispiele:
- Sie kaufte Äpfel, Birnen und Bananen.
- Möchten du einen Kaffee, Cappuccino oder einen Espresso?
- Für die Party brauchen wir Musik, Snacks sowie Getränke.
- Lachend, singend und tanzend lief sie durch den den Park.
Bei Adjektiven ist es manchmal nicht sofort klar, ob sie gleichrangig sind. Mit dem „und“-Test findest du es heraus: Füge gedanklich „und“ zwischen die Adjektive ein. Klingt der Satz noch natürlich? Dann sind sie gleichrangig — und du setzt ein Komma.
- Er hielt einen langen, langweiligen Vortrag. → Er hielt einen langen und langweiligen Vortrag ✓ → Komma
- Der bekannte deutsche Schauspieler gewann den Preis. → Der bekannte und deutsche Schauspieler gewann den Preis. ✗ → kein Komma
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2. Kommaregel: Anreden und Ausrufe
Anreden und Ausrufe gehören nicht zum eigentlichen Satzgefüge. Du löst sie deshalb mit Kommas heraus.
➡️ Beispiele:
- Mama, komm bitte her!
- Opa, erzählst du uns heute Abend wieder eine Geschichte?
- Oh, das habe ich völlig vergessen!
- Wow, das habt ihr wirklich richtig gut gemacht!
3. Kommaregel: Komma bei Konjunktionen
Konjunktionen verbinden Sätze oder Satzteile miteinander. Ob du dabei ein Komma setzt, hängt von der Art der Konjunktion ab.
Du verwendest kein Komma, wenn die Konjunktion eine verbindende oder vergleichende Funktion hat:
| Konjunktion | Beispiel |
| und | Er liest und schreibt. |
| oder | Kommst du heute oder morgen? |
| sowie | Sie spricht Deutsch sowie Englisch. |
| weder … noch | Er trinkt weder Kaffee noch Tee. |
| sowohl … als auch | Sie ist sowohl klug als auch fleißig. |
| wie | Er ist so groß wie sein Bruder. |
| als | Sie läuft schneller als ich. |
Du verwendest ein Komma, wenn die Konjunktion einen Gegensatz ausdrückt:
| Konjunktion | Beispiel |
| aber | Er wollte kommen, aber er hatte keine Zeit. |
| sondern | Ich bin nicht ins Kino gegangen, sondern zuhause geblieben. |
| jedoch | Er hat viel gelernt, jedoch war die Prüfung sehr schwierig. |
| doch | Es regnete stark, doch wir gingen trotzdem spazieren. |
| anderseits | Einerseits bin ich müde, anderseits möchte ich noch zum Sport gehen. |
Wichtig: Ein Komma ist außerdem nötig, wenn nach einer Konjunktion ein vollständiger Nebensatz folgt — also ein Satz mit eigenem Subjekt und Prädikat. Wie du solche Nebensätze erkennst, erklärt die nächste Regel.
4. Kommaregel: Haupt- und Nebensätze
Nebensätze trennst du immer mit einem Komma vom Hauptsatz. Nebensätze erkennst du an typischen Einleitewörtern:
- Unterordnende Konjunktionen: dass, weil, obwohl, wenn, als, damit, während…
- Relativpronomen: der, die, das, welcher, welche, welches…
Je nach Stellung des Nebensatzes gelten dabei leicht unterschiedliche Regeln:
| Stellung | Regel | Beispiel |
| Vorangestellt | Komma nach dem Nebensatz | Weil er müde war, legte er sich hin. |
| Nachgestellt | Komma vor dem Nebensatz | Er legte sich hin, weil er müde war. |
| Eingeschoben | Komma vor und nach dem Nebensatz | Timon, der müde war, legte sich hin. |
Besonders beim eingeschobenen Nebensatz passieren häufig Fehler. Er unterbricht den Hauptsatz — deshalb brauchst du zwei Kommas, eines am Anfang und eines am Ende des Nebensatzes.
Manchmal steht vor „und“, „oder“ oder „sowie“ ein Komma. Zum Beispiel wegen eines vorangestellten Nebensatzes oder einer abgetrennten Wortgruppe.
➡️ Beispiel:
-
Weil er müde war, legte er sich hin, und sein Bruder übernahm die Aufgabe.
→ Das Komma vor „und“ gehört zum vollständigen Nebensatz (weil er müde war).
5. Kommaregel: Einschübe und Appositionen
Manchmal fügst du mitten in einen Satz eine zusätzliche Information ein. Diese Zusätze heißen Appositionen oder Einschübe. Sie erläutern ein Nomen genauer — könnten aber auch wegfallen, ohne dass der Satz seinen Sinn verliert.
➡️ Beispiele:
- Mein Onkel, ein erfahrener Arzt, arbeitet in Berlin.
- Sie bewunderte Goethe, den bekanntesten deutschen Dichter.
- Mein Bruder, der in Frankfurt lebt, kommt uns besuchen.
- Lisa, meine beste Freundin, hat Geburtstag.
6. Kommaregel: Komma bei Infinitivgruppen
Eine Infinitivgruppe besteht aus einem Verb mit „zu“ und weiteren Wörtern. Zum Beispiel: „das Buch zu lesen“ oder „um rechtzeitig anzukommen“. Bei Infinitivgruppen musst du zwischen zwei Fällen unterscheiden: freiwilliges Komma und Pflichtkomma.
Freiwilliges Komma
In vielen Fällen ist das Komma optional. Du darfst es setzen — musst es aber nicht.
➡️ Beispiele:
- Er versuchte[,] das schwierige Buch in einer Nacht zu lesen.
- Ich habe vor[,] heute ins Kino zu gehen.
- Er versucht[,] das Problem zu lösen.
- Wir planen[,] am Wochenende einen Ausflug zu machen.
Pflichtkomma
Ein Komma ist in genau drei Fällen verpflichtend:
1. Einleitewort: Die Infinitivgruppe beginnt mit um, ohne, statt, anstatt, außer oder als.
2. Hinweiswort: Im Hauptsatz kündigt ein Wort wie daran, dafür, darauf, so, dies, es oder das die Infinitivgruppe an.
3. Infinitivgruppe hängt vom Nomen ab: Du setzt ein Komma, wenn die Infinifinitivgruppe das Nomen näher beschreibt.
➡️ Beispiele:
- Sie ging, ohne sich zu verabschieden.
- Ich finde es wichtig, pünktlich zu sein.
- Denk daran, früher zu gehen.
- Sie hat keine Lust, ihre Hausaufgaben zu machen.
7. Kommaregel: Komma bei Partizipialgruppen
Eine Partizipialgruppe besteht aus einem Partizip und weiteren Wörtern, wie zum Beispiel: „von der Sonne geblendet“ oder „laut singend durch den Flur“. Anders als bei Infinitivgruppen gibt es hier keine Pflichtfälle. Das Komma ist bei Partizipialgruppen grundsätzlich optional.
➡️ Beispiele:
- Lachend[,] ging sie nach Hause.
- In der Sonne liegend[,] las er ein Buch.
- Von Freunden begleitet[,] ging er zur Feier.
- Die Straße entlang laufend[,] hörte sie Musik.
Zusammenfassung
Hier siehst du alle sieben Kommaregeln noch einmal auf einen Blick:
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Kommasetzung Übungen
Du beherrschst die sieben Kommaregeln — aber wie sieht es mit ihrer praktischen Anwendung aus? In unserem Beitrag „Kommasetzung Übungen“ trainierst du anhand konkreter Aufgaben, welche Regel wann gilt und vermeidest typische Fehler beim Schreiben.