Was ist der Infinitiv im Deutschen und wann brauchst du ihn? Genau das zeigen wir dir hier und im Video.
Inhaltsübersicht
Was ist der Infinitiv?
Der Infinitiv ist die Grundform eines Verbs. Das bedeutet, dass das Verb nicht an eine Person angepasst ist. Es steht also nicht in einer bestimmten Form wie „ich lerne“ oder „du lernst“, sondern einfach als „lernen“.
Du erkennst ein Verb im Infinitiv meist daran, dass es auf –en, -eln oder -ern endet. Zum Beispiel:
- machen
- spielen
- handeln
- wandern
Achtung: Eine Ausnahme sind die Verben „sein“ und „tun“. Sie passen nicht in dieses Muster. Trotzdem sind auch sie Infinitive.
Wann brauchst du den Infinitiv?
Den Infinitiv eines Verbs verwendest du im Deutschen sehr häufig. Du brauchst ihn in diesen Situationen:
- nach Modalverben
➡️ Beispiel: Ich muss noch lernen. -
für die Bildung des Futur I
➡️ Beispiel: Ich werde morgen mehr üben. - als Infinitiv mit „zu“
➡️ Beispiel: Sie versucht, die Aufgabe zu verstehen. - in erweiterten Infinitivgruppen
➡️ Beispiel: Sie hofft, die Aufgabe rechtzeitig zu lösen. - als Substantivierung
➡️ Beispiel: Das Lernen fällt ihm leicht.
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Der Infinitiv bei Modalverben
Den Infinitiv verwendest du besonders häufig mit Modalverben. Denn die können nicht allein stehen und brauchen immer ein weiteres Verb. Die Modalverben sind wollen, können, müssen, sollen, dürfen oder mögen
Bildest du einen Satz mit einem Modalverb, steht das Modalverb immer an zweiter Stelle und wird an das Personalpronomen angepasst. Der Infinitiv steht am Ende.
➡️ Beispiel
– Ich muss heute viel lernen.
– Sie kann sehr gut zeichnen.
– Wir wollen später ins Kino gehen.
Wenn du die Zeitform änderst, verändert sich nur das Modalverb — der Infinitiv bleibt gleich. Zum Beispiel: Ich musste gestern viel lernen.
Futur I mit dem Infinitiv
Den Infinitiv brauchst du auch, um das Futur I zu bilden. Mit dem Futur I drückst du aus, dass etwas in der Zukunft passiert.
Um das Futur I zu bilden brauchst du: werden + Infinitiv
Nur das Hilfsverb „werden“ wird dabei an die Person angepasst. Es steht an zweiter Stelle im Satz, während der Infinitiv am Satzende steht.
➡️ Beispiel
– Ich werde morgen länger lernen.
– Sie wird später Ärztin werden.
– Wir werden das Problem gemeinsam lösen.
Infinitiv mit „zu“
Den Infinitiv verwendest du auch beim „Infinitiv mit zu“. Das brauchst du, wenn der Infinitiv von einem anderen Verb abhängt. Dieses andere Verb drückt meist eine Absicht, einen Plan oder ein Gefühl aus. Zum Beispiel versuchen, planen, hoffen, beginnen oder bei Wendungen wie „Lust haben“ und „Zeit haben“
Der Infinitiv steht im Nebensatz am Satzende und hat das Wörtchen „zu“ davor. Das andere Verb steht im Hauptsatz und wird gebeugt.
➡️ Beispiel
– Er plant, früher zu gehen.
– Ich habe keine Lust, jetzt zu lernen.
Wichtig: Den Infinitv mit „zu“ verwendest du nicht nach Modalverben und auch nicht nach bestimmten Verben wie lassen, sehen oder hören. (Ich muss heute länger zu arbeiten.)
Feste Konstruktionen mit dem Infinitiv
Es gibt feste Verbindungen, bei denen du den Infinitiv mit „zu“ immer brauchst:
-
„um … zu“ benutzt du, wenn du ein Ziel oder eine Absicht ausdrückst.
➡️ Beispiel: Sie lernt viel, um die Prüfung zu bestehen. -
„ohne … zu“ zeigt, dass etwas nicht passiert.
➡️ Beispiel: Er ging nach Hause, ohne sich zu verabschieden. -
„statt … zu“ bedeutet, dass etwas anderes gemacht wird als erwartet.
➡️ Beispiel: Sie spielt draußen, statt ihre Hausaufgaben zu machen.
Tipp: Vor dem „um“, „ohne“ oder „statt“ steht immer ein Komma!
Erweiterter Infinitiv
Den erweiterten Infinitiv brauchst du, wenn der Infinitiv mit „zu“ noch zusätzliche Angaben bekommt. Er ist also eine ausführlichere Form des Infinitivs mit „zu“. Du erkennst den erweiterten Infinitiv daran, dass er wie ein eigener kleiner Satzteil wirkt.
➡️ Beispiel
– Ein einfacher Infinitiv mit „zu“: Ich versuche, zu lernen.
– Ein erweiterter Infinitiv: Ich versuche, für die Klassenarbeit zu lernen
Infinitiv als Substantiv
Den Infinitiv kannst du auch wie ein Nomen verwenden. Dann schreibst du ihn groß.
➡️ Beispiel
– Das Lernen fällt ihr leicht.
– Beim Schwimmen entspanne ich mich.
– Beim Lesen bin ich konzentriert.
Tipp: In solchen Fällen steht oft ein Artikel wie „das“ davor oder eine Präposition wie „beim“.
Imperativ
Neben dem Infinitiv spielt auch der Imperativ eine wichtige Rolle in der deutschen Grammatik. Wie du Aufforderungen richtig bildest und welche Besonderheiten es gibt, erfährst du hier.
