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Wann bildet man das Perfekt mit „sein“ statt „haben“?

Das Perfekt bildest du mit „sein“ statt „haben“, wenn das Verb eine Bewegung oder Zustandsänderung ausdrückt. Bewegungsverben wie „gehen“, „fahren“ oder „laufen“ verwenden „sein“ (ich bin gegangen). Auch Verben der Zustandsänderung wie „werden“, „sterben“ oder „wachsen“ brauchen „sein“ (er ist geworden). Zusätzlich bilden die Verben „sein“ und „bleiben“ das Perfekt immer mit „sein“.

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Was ist der Unterschied zwischen Perfekt mit haben und sein?

Im Deutschen verwendest du zwei verschiedene Hilfsverben für die Perfektbildung: „haben“ und „sein“. Die meisten Verben bilden das Perfekt mit „haben“ (ich habe gemacht, du hast gesehen). Nur bestimmte Verbgruppen verwenden „sein“ als Hilfsverb.

Der wichtigste Unterschied liegt in der Bedeutung der Verben. Verben mit „haben“ drücken meist Tätigkeiten aus, die keine Ortsveränderung oder Zustandsänderung bewirken. Du sagst „ich habe gelesen“ oder „sie hat geschlafen“, weil sich dabei nichts grundlegend verändert.

Verben mit „sein“ hingegen zeigen eine Bewegung von einem Ort zum anderen oder eine Veränderung des Zustands an. Deshalb sagst du „ich bin gelaufen“ (Bewegung) oder „er ist gestorben“ (Zustandsänderung). Diese Unterscheidung hilft dir dabei, die richtige Wahl zwischen den Hilfsverben zu treffen.

Welche Verben bilden das Perfekt immer mit sein?

Drei Hauptkategorien von Verben bilden das Perfekt grundsätzlich mit „sein“: Bewegungsverben, Verben der Zustandsänderung und einige spezielle Verben. Diese Regel funktioniert in den allermeisten Fällen zuverlässig.

Bewegungsverben zeigen eine Ortsveränderung an:

  • gehen → ich bin gegangen
  • fahren → du bist gefahren
  • laufen → er ist gelaufen
  • fliegen → wir sind geflogen
  • kommen → ihr seid gekommen

Verben der Zustandsänderung beschreiben einen Wechsel von einem Zustand in einen anderen:

  • werden → ich bin geworden
  • sterben → du bist gestorben
  • wachsen → es ist gewachsen
  • aufwachen → er ist aufgewacht
  • einschlafen → sie ist eingeschlafen

Die speziellen Verben „sein“ und „bleiben“ verwenden ebenfalls „sein“: „ich bin gewesen“ und „du bist geblieben“. Diese Verben musst du einfach auswendig lernen, da sie nicht in die anderen Kategorien passen.

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Wie erkennst du Bewegungsverben und Verben der Zustandsänderung?

Du erkennst Bewegungsverben daran, dass sie eine Ortsveränderung beschreiben. Frage dich: „Bewegt sich jemand oder etwas von einem Ort zum anderen?“ Wenn ja, verwendest du „sein“. Bei Zustandsänderungen fragst du: „Verändert sich der Zustand von jemandem oder etwas?“

Für Bewegungsverben stellst du dir diese Fragen:

  • Gibt es einen Startpunkt und einen Zielpunkt? (gehen, fahren, fliegen)
  • Bewegt sich die Person oder Sache im Raum? (laufen, schwimmen, klettern)
  • Findet eine Richtungsänderung statt? (umkehren, abbiegen)

Bei Verben der Zustandsänderung helfen dir diese Überlegungen:

  • War vorher etwas anders als nachher? (wachsen: klein → groß)
  • Gibt es einen klaren Wechsel? (aufwachen: schlafend → wach)
  • Ist ein neuer Zustand entstanden? (werden: jung → alt)

Ein praktischer Trick: Wenn du das Verb mit „wohin?“ oder „wie?“ ergänzen kannst, brauchst du meist „sein“. „Wohin bist du gegangen?“ oder „Wie bist du geworden?“ funktionieren, während „Wohin hast du gelesen?“ keinen Sinn ergibt.

Welche Ausnahmen und Besonderheiten gibt es bei der Perfektbildung?

Einige Verben können je nach Bedeutung sowohl mit „haben“ als auch mit „sein“ verwendet werden. Das hängt davon ab, ob sie eine Bewegung oder Zustandsänderung ausdrücken oder nicht. Diese Doppeldeutigkeit verwirrt viele Schülerinnen und Schüler.

Das Verb „fahren“ zeigt dieses Phänomen deutlich:

  • „Ich bin nach Berlin gefahren“ (Bewegung von A nach B)
  • „Ich habe das Auto gefahren“ (Tätigkeit ohne Ortsangabe)

Ähnlich verhält es sich mit „fliegen“:

  • „Das Flugzeug ist nach München geflogen“ (Ortsveränderung)
  • „Der Pilot hat das Flugzeug geflogen“ (Tätigkeit des Steuerns)

Weitere Verben mit dieser Besonderheit sind „schwimmen“, „reiten“ oder „segeln“. Wenn du unsicher bist, achte darauf, ob eine Ortsangabe dabei steht oder ob die Tätigkeit selbst im Vordergrund steht. Bei Ortsangaben (wohin?) verwendest du „sein“, bei der reinen Tätigkeit (was machst du?) nimmst du „haben“.

Eine wichtige Ausnahme: Das Verb „tanzen“ bildet das Perfekt immer mit „haben“, obwohl Bewegung stattfindet. Hier steht die Tätigkeit im Vordergrund, nicht die Ortsveränderung.

Wie übst du die Perfektbildung mit sein am besten?

Am effektivsten lernst du die Perfektbildung durch regelmäßiges Üben mit konkreten Beispielen. Erstelle dir Listen mit den wichtigsten Verben und bilde bewusst Perfektsätze. Wiederholung und praktische Anwendung festigen die Regeln nachhaltig.

Diese Lernstrategien helfen dir dabei:

  • Erstelle Merkzettel für die drei Hauptkategorien (Bewegung, Zustandsänderung, sein/bleiben)
  • Übe täglich mit 5–10 Verben und bilde vollständige Sätze
  • Verwende die Fragen „Wohin?“ und „Wie hat sich etwas verändert?“ als Eselsbrücken
  • Markiere in Texten alle Perfektformen und überprüfe die Hilfsverben

Für Hausaufgaben und Klassenarbeiten merkst du dir diese Faustregeln:

  • Bei Zweifel zwischen „haben“ und „sein“: Meist ist „haben“ richtig.
  • Achte auf Ortsangaben im Satz (nach Berlin, ins Kino) → dann oft „sein“.
  • Lerne die häufigsten sein-Verben auswendig: gehen, kommen, fahren, werden, bleiben, sein.

Übe regelmäßig mit Lückentexten und lass deine Lösungen kontrollieren. So entwickelst du ein Gefühl für die richtige Verwendung und machst weniger Fehler in Prüfungen.

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